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Morgenmagazin vom Freitag, 21. Oktober 2016

21.10.2016 | 06:48 Uhr |

Eddy Cue über Apples TV-Pläne: Wollen kein Netflix sein +++ Final Cut Pro X 10.3 erwartet +++ Zufriedenheitsstudie: iPHone liegt vorne +++ OLED-Leiste in Macbooks heißt wohl Magic Toolbar +++ ESA-Marssonde sendet noch kein Lebenszeichen +++ Immmr: Deutsche Telekom startet WhatsApp-Konkurrenten +++ WhatsApp-Datenweitergabe: Facebook wehrt sich gegen Stopp

21. Oktober: Mit Warp zum  Mars

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Früher war bekanntlich alles besser, sogar die Zukunft. Aber ernüchtert stellen wir im Jahr 2016 fest, dass all die schönen Prognosen und Visionen von vor drei Dekaden nicht eingetreten sind, schon 1985 nicht. Heute vor einem Jahr war das Datum, zu dem Marty McFLy im zweiten Teil der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie landete. Hoverboards gibt es aber nach wie vor keine, nur seltsam langsam rollende Standbretter, deren Akkus die Neigung der Batterien des Galaxy Note 7 teilen. Einen selbst schnürenden Schuh hat Nike zwar nun herausgebracht, aber in der Zukunftsvision von damals wäre das heute ein Massenprodukt wie das iPhone. Von derartigen Geräten hatte Robert Zemeckis indes nicht fantasiert, da waren die Erfinder von Star Trek vor 50 Jahren mit ihrem Kommunikator schon die eindeutig besser treffenden Auguren. Wir sind dann mal gespannt auf das Jahr 2063 und ob ein erst in 20 Jahren auf die Welt kommender Ingenieur wirklich den Warp-Antrieb erfinden wird...

Aber so wie Historiker im Rückblick einigermaßen genau sagen können, warum etwas wie passiert ist, sind Forschungen in die andere Richtung des Zeitpfeils ungleich schwieriger. Zu viele Unwägbarkeiten stecken in all unseren komplexen Systemen, als dass wir sagen könnten, in welche Richtung sich unsere Zivilisation hin entwickeln würde. Können wir uns also auf die Zukunft freuen, wie die beiden Steves in der Biopic-Parodie "iSteve" von Funny or Die? Die von Justin Long und Jorge Garcia dargestellten späteren Apple-Gründer waren voller Zuversicht, nur über die Reihenfolge nicht einig. Werde es zuerst Jetpacks geben, also Raketenrucksäcke, die uns weit bequemer voran bringen als Hoverboards, dann fliegende Autos wie den vor einem Jahr doch nicht gelandeten DeLorean und dann Menschen auf dem Mars oder umgekehrt? Das mit der Landung auf dem roten Planeten müssen wir bekanntlich noch ein wenig üben , aber realistischer Weise wird es vor dem Jahr 2063 dort keine Kolonien geben - so bald danach auch eher nicht. Es sei denn, jemand entwickelt wirklich einen Warp-Antrieb. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Die Zahlen, bitte: Bevor Apple am Donnerstag nächster Woche neue Macs in einer Keynote am Stammsitz in Cupertino zeigen wird, legt Finanzchef Luca Maestri am Dienstag die Bilanz für das vierte Quartal des Apple-Geschäftsjahres 2015/16 vor. Mal sehen, wie gut Finanzanalysten die Zukunft vorhergesehen haben werden ( oder bräuchte man hierfür Futur III? ), IDC hatte sich zum Mac bereits in der vergangenen Woche geäußert und Apple höhere Verluste als im Marktdurchschnitt prophezeit. Nun kommt das Marktforschungsinstitut Consumer Intelligence Research Partners (CIRP) mit interessanten Daten. Demnach fänden iPhone 7 und iPhone 7 Plus großen Anklang bei den Kunden, schon 43 Prozent der in den USA im Septemberquartal verkauften iPhones seien aus der neuesten Generation. Apple überzeuge diesmal vor allem seine eigenen Kunden zum Upgrade, nur 9 Prozent der iPhone-Käufer kämen heuer aus dem Android-Lager, 2015 waren das noch 17 Prozent. Daraus lassen sich aber keineswegs Tendenzen für die Gesamtbilanz ableiten, bis Dienstag Abend bleibt es also spannend, ob Apple wieder mehr iPhones als vor einem Jahr verkauft hat.

Interview: Auf der Konferenz von Vanity Fair in San Francisco hat Apples Vizepräsident für Internet Software und Services Eddy Cue  über Apples TV-Pläne geplaudert und dabei zurückgewiesen, sein Unternehmen wolle das Fernsehen "neu erfinden". Das sei gar nicht nötig, meinte Cue, denn heutzutage lebe man mit dem "verherrlichten Videorekorder", das Problem seien nur dessen vielfältige Interfaces. Kabelboxen seien unübersichtlich, Aufnahmen landeten entweder irgendwo oder ließen sich gar nicht erst erstellen. Deshalb sei es großartig, wenn man seiner Maschine einfach sagen könne, man wolle ein bestimmtes Basketballspiel sehen und müsse dabei nicht genau wissen, wann es auf welchem Kanal ausgestrahlt werde. Eddy Cue hat angeblich seit 2009 mit Inhabern von TV-Rechten über ein integriertes Apple-Angebot verhandelt, diese Gespräche sind aber mehr oder minder gescheitert. Seither versucht sich Apple als Anbieter eines Programmguides für alle in diversen Apps angebotenen Inhalte. Für seinen Dienst Apple Music entwickelt Apple auch eigene Stoffe, etwa eine Dokumentation über Entwickler, mehr wird folgen. Man solle sich aber nicht zuviel davon erwarten, Apple werde nicht zum neuen Netflix, wiegelt Cue ab. Das hauptsächliche Ziel sei für Apple, seinen Kunden einfacheren Zugang zu all den Inhalten der Sender zu bieten.

Schon auch Software: Alle Welt erwartet am 27. Oktober neue Hardware von Apple, doch speziell Videoprofis spekulieren auf ein längst überfälliges Update. Final Cut Pro X 10.3 sollte auch kommenden Donnerstag das Licht der Welt erblicken, selbst wenn es Tim Cook und seine Kollegen in Apples Campus in Cupertino nur am Rande striffen. Denn am gleichen Tag ist nicht weit vom Infinite Loop 1 entfernt im Rahmen des  FCPX Creative Summit eine Präsentation in Apple DeAnza Theater geplant, bei der es ein "Update des Apple Produkt-Teams" geben soll.

macOS Server: Warum gerade Teams oder kleinere Unternehmen über die Einrichtung eines Mac-Servers nachdenken sollen, zeigt sich immer wieder anhand nützlicher Funktionen von macOS Server. So lässt der Kalenderserver etwa über den Verzicht von Google-Kalendern oder ähnlichen Services nachdenken, die mehrere Mitarbeiter gemeinsam nutzen könnten. macOS Server verwaltet und delegiert Termine wesentlich gründlicher und lässt sich auch zur Ressourcenplanung, also etwa von Konferenzräumen einsetzen. Macworld zeigt, wie man den Kalenderserver einrichtet und was man damit anstellen kann.

Studie: Die Marktforscher von J.D. Power fragten Kunden US-amerikanischer Mobilfunkprovider nach der Zufriedenheit mit ihren Telefonen. Dabei ergibt sich ein gemischtes Bild: Während das iPhone bei den Kunden von T-Mobile und Verizon die höchste ZUstimmung erhält, liegt Samsung bei AT&T und Sprint vorne. Bei den kleineren Anbietern wie Boost, Cricket, Virgin und MetroPCS - die den großen Betreibern gehören - liegt indes Apple wieder mit Bestnoten vor Microsoft, Samsung und LG.

Weitere Nachrichten

OLED-Leiste in Macbooks heißt wohl Magic Toolbar

Am 27. Oktober lädt Apple zu einer Keynote nach Cupertino ins Apple Hauptquartier ein . Beginnen wird die Präsentation um 10 Uhr Ortszeit, beziehungsweise 19 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit. Natürlich hat Apple noch nicht bestätigt, was genau bei der Keynote vorgestellt wird - doch können wir uns ziemlich sicher sein, dass nach langer Zeit mal wieder die MacBooks und vielleicht auch Mac Pros und Mac Minis überarbeitet werden.

Schon lange wird spekuliert, dass die neue MacBook-Generation ein spezielles neues Feature bekommen soll: eine sogenannte Magic Toolbar, ein OLED-Display, das oberhalb der Tastatur im MacBook verbaut ist. Wie thenextweb nun vermutet, dürfen wir mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Magic Toolbar rechnen.

Demnach soll The Trademark Ninja herausgefunden haben, dass die Bezeichnung „Magic Toolbar“ bereits von Apple patentiert worden sei. Damit würde die Magic-Reihe um ein weiteres Produkt vergrößert werden: Neben der Magic Toolbar verkauft Apple bereits Magic Mouse, Magic Trackpad und beispielsweise das Magic Keyboard. Darüber hinaus sollen die Anwälte, die bereits für die Airports in Indonesia, Kanada und Malaysia zuständig waren, nun auch für den Bereich der Magic Toolbar zuständig sein.

Ob die neuen MacBooks auch mit einer „Touch Bar“ oder einem „Smart Button“ ausgestattet sein werden, ist jedoch noch unklar. Bei den Recherchearbeiten seien diese Markeneintragungen ebenfalls auffällig gewesen, da diese zwar in manchen Ländern geschützt seien, aber eben nicht global. Bestätigt ist daher noch lange nichts, aber die Chancen, dass sich die Gerüchte rund um die Magic Toolbar als wahr herausstellen, stehen nicht schlecht. Genaueres werden wir aber wohl frühestens in einer Woche erfahren.

ESA-Marssonde sendet noch kein Lebenszeichen

Runter kommen sie immer. Dieser alte Fliegerspruch gilt aufgrund der Anziehungskraft des Planeten Mars auch für die Marssonde Schiaparelli. Doch mehr als die Tatsache, dass Schiaparelli irgendwo und irgendwie mit dem Mars in Berührung trat (und sei es nur als Trümmerregen), weiß man auf der Erde nicht. Denn die Marssonder Schiaparelli hat seit dem Eintritt in den Orbit des roten Planeten kein Signal mehr an die ESA geschickt.

Die Sonde könnte also durchaus verglüht oder zerschellt sein. Oder beschädigt auf der Marsoberfläche liegen, so ähnlich also wie seinerzeit Rosetta auf dem Kometen Tschuri. Tschuri war nach seiner Landung zwar durchaus noch einsatzfähig gewesen, bekam allerdings an seinem Standort zu wenig Sonnenlicht, um seine Batterien aufladen und die geplanten Experimente durchführen zu können.

Immmr: Deutsche Telekom startet WhatsApp-Konkurrenten

Nach der Ankündigung von Immmr im Februar 2016 startet die Deutsche Telekom ihren Messenger in dieser Woche in der Slowakei. Verläuft der Start reibungslos, soll in Kürze auch Kroatien folgen. Deutsche Nutzer können sich auf immmr.com aktuell für die geschlossene Beta-Phase anmelden. Ein konkreter Starttermin für Deutschland steht jedoch noch nicht fest.

Wie bei WhatsApp erfolgt auch bei Immmr die Registrierung über die Mobilfunknummer. Diese Nummer ist jedoch nicht an ein bestimmtes Gerät gebunden. So kann der Dienst auch über den Browser oder den Tablet-PC genutzt werden. Der Funktionsumfang ist an WhatsApp und Co. angelehnt und ermöglicht das Versenden von Nachrichten sowie Video- und Sprachtelefonate.

Die Chat-Kommunikation ist auch mit Nutzern möglich, die nicht bei Immmr registriert sind. Der Messenger bietet außerdem vergünstigte Telefontarife zu Rufnummern weltweit. Telefonate zwischen Immmr-Nutzern sind kostenlos.

WhatsApp-Datenweitergabe: Facebook wehrt sich gegen Stopp

Das durch den deutschen Datenschützer Johannes Caspar erwirkte Verbot der Datenweitergabe von Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern an Facebook wird vom sozialen Netzwerk nicht akzeptiert. Ein Sprecher von Facebook bestätigt, dass der Konzern gerichtlich gegen den Stopp vorgeht. Bis zur Klärung des Sachverhalts werde man sich jedoch an die Vorgaben der Datenschutzbehörde halten.

Ende August kündigte das zu Facebook gehörende WhatsApp an, die Telefonnummern seiner rund einer Milliarde Nutzer an den Mutterkonzern weitergeben zu wolle n. Auch in das Nutzungsverhalten bei WhatsApp sollte Facebook Einsicht erhalten. Ziel der engeren Vernetzung ist die optimierte Auslieferung von Werbung über Freunde-Vorschläge innerhalb von Facebook.

Der Personalisierung von Facebook-Werbung können Nutzer zwar widersprechen. Für die Weiternutzung von WhatsApp sei es jedoch verbindlich, dass Facebook die Telefonnummern ebenfalls erhält.

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