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Morgenmagazin vom Freitag, 22. August 2014

22.08.2014 | 07:40 Uhr |

Was heute wichtig wird: 22. August 2014 +++ Zweite Yosemite-Beta für den öffentlichen Test +++ Tesla-Autos könnten sich demnächst per iPhone starten lassen +++ Apples iMessage verkommt zur Spam-Schleuder +++ Minecraft-Spieler bauen funktionstüchtige Festplatten +++ Kaiserslauterner Physiker entwickeln Magnonen-Transistor +++ IBM und Desy bauen Speicherlösung für Forscher +++ Roboter-Anhalter HitchBot erreicht sein Ziel

Was heute wichtig wird: 22. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Etwas mehr als eine Woche hat der August hierzulande noch Zeit, sich als der "Erhabene" Monat zu präsentieren, nach dem er benannt wurde. Dieser Tage hat sich der 2000ste Todestag des ersten Kaisers der Weltgeschichte gejährt, es fühlt sich an, als habe Augustus einen 2000 Jahre alten Fluch gen das aufsässige Germanien geschickt. Fünf Jahre vor seinem Tod musste er von einer fürchterlichen Niederlage seiner Legionen in den dunklen und feuchten Wäldern jener Provinz erfahren, die sich Rom gerne noch zu Eigen gemacht hätte. Einige Historiker meinen aber, dass nicht die Niederlage Varus' das Ende der rechtsrheinischen Kolonisation bedeutete, sondern das ungemütliche Klima die Römer abschreckte, das Imperium dauerhaft weiter Richtung Norden und Osten auszudehnen. Etwa 300 Jahre später machte dann ein Klimawandel, der die Gegend noch ungemütlicher werden ließ, Westrom den Garaus. Kimbern, Teutonen und anderen Völkern wurde es einfach zu unwirtlich in der Heimat - sie zogen gegen Süden. Ab heute Nachmittag werden ferne Erinnerungen an jene Völkerwanderungen wach, wenn die Nachfahren sich auf Autobahnen zu einer kurzen, aber heftigen Wanderung in ehedem römische Provinzen versammeln und auf der Gegenfahrbahn Völer mit der Erkenntnis zurückwandern, dass es im Süden auch nicht besser ist - und heuer in vielen Gegenden nicht einmal trockener. Wir sehnen den Altweibersommer herbei, da weiß man wenigstens, was man bekommt!

Am 9. September wird man sehen, was für ein iPhone man bekommt, die zuletzt immer häufiger kolportierten Gerüchte und Informationen geben allmählich ein mehr als nur vages Bild ab. Offen bleibt die Frage, ob Apple sein Phablet, das iPhone 6L im 5,5-Zoll-Format später bringt oder schon gleich und wie es mit den bisher erhältlichen Modellen iPhone 5, 5S und 5C zu welchen Preisen weiter verfährt. Ohne Frage ist das iPhone Apples wichtigstes Produkt, weswegen sich die Septemberkeynote allein um das Apple-Smartphone und sein neues Betriebssystem iOS 8 drehen wird – von neuen iPads oder ganz neuen Wearables wird dann nicht die Rede sein. Die Vorfreude auf das iPhone 6 ist indes groß, Analysten errechnen bereits die Ver kaufszahlen für das Dezemberquartal und kommen auf schwindelerregende Zahlen um die 75 Millionen Stück. Kritiker behuapten gerne, die Marktbeobacher würden auch nur in eine Glaskugel sehen und Verkaufszahlen für ein noch nicht einmal angekündigtes Produkt könne man unmöglich abschätzen. Die Marktprognosen der einschlägigen Finanzinstitute mögen vielleicht keine exakte Wissenschaft sein, treffen aber immer häufiger den Kern der Sache. Ausgangsdaten sind hier installierte Basis, Erneuerungszyklus (bei Telefonen meist zwei Jahre...), demoskopisch erforschtes Interesse und Nachfrage nach neuen Produkten und nicht zuletzt Apples eigene Einschätzung, die sich in Komponentenbestellungen manifestiert. Apple steuerte beim iPhone zuletzt Nachfrage und Angebot recht gut aus, zu kleineren Engpässen kam es eigentlich nur am groß gehypten ersten Verkaufswochenende. Wenn nun die Prognose von 75 Millionen Stück im Dezemberquartal nicht exakt zutreffen sollte – weit daneben wird sie nicht liegen. Was danach folgt, kann man dagegen nur sehr schwer vorhersagen. Es ist beinahe wie mit dem Wetter: Die drei Tage, die unmittelbar bevorstehen, kann man ganz gut abschätzen, danach werden die Prognosen vage. Der 9. September sollte aber ein schöner Spätsommertag werden, mit einer kühlen Erfrischung am Abend. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Zehn faszinierende iMovie-Tipps ( Macworld UK )

Neue Browser-Erweiterung weist auf Native Advertising hin ( PC World )

Wie sich Apple den einzig noch relevanten Sektor des PC-Marktes sicherte ( ZDnet )

Mediziner reagieren skeptisch auf Healthkit ( Forbes )

Weitere Nachrichten:

Zweite Yosemite-Beta für den öffentlichen Test

Während Entwickler mittlerweile die sechste Vorabversion von OS X Yosemite testen, hat Apple in der Nacht für die Teilnehmer des öffentlichen Beta-Tests die zweite Fassung des kommenden Mac-Betriebssystems herausgebracht. Diese kommt rund einen Monat nach dem Start des öffentlichen Beta-Tests, an dem bis zu einer Million Mac-Anwender teilnehmen können. Apples Anmeldeseite akzeptiert nach wie vor Registrierungen, Interessierte können also auch jetzt noch einsteigen. Laut Arstechnica weist die Build-Nummer der zweiten öffentlichen Beta darauf hin, dass sie mit der sechsten Developer Preview auf etwa dem gleichen Stand der Entwicklung sein müsste, die erste Beta war ungefähr auf dem von Developer Preview 4. Apple hat also in der Zwischenzeit einige Fehler beseitigt und das Design weiter in Richtung der "flachen" Optik angepasst. Die zweite öffentliche Beta ist über die Softwareaktualisierung zu bekommen. Wer neu an dem Test teilnehmen will, erhält nach der Registrierung einen persönlichen Gutscheincode für den Mac App Store. Die Beta sollte man jedoch besser nicht auf dem Produktivrechner installieren, sondern besser auf einem Zweitrechner oder wenigstens einer externen Festplatte. Ein vorheriges Backup ist auf alle Fälle ratsam.

Tesla-Autos könnten sich demnächst per iPhone starten lassen

Ein Screenshot des noch nicht finalen, erweiterten Navigationssystems für das Tesla Model S spricht von einer neuen Tesla Mobil-App, die zunächst nur für das iPhone verfügbar ist und unter anderem die Fähigkeit bieten soll, das Tesla-Auto ohne Schlüssel oder Schlüsselanhänger zu starten. 9to5Mac zufolge wird Tesla die Firmware für das Model S in den nächsten Monaten updaten, so dass diese Autos möglicherweise über das Touch-ID-(Fingerabdrucksensor, derzeit nur beim iPhone 5S integriert) des iPhones gestartet werden könnten. Voraussichtlich klappt dies erst mit dem für nächsten Monat erwarteten Betriebssystemupdate von Apple auf iOS 8. Immerhin gibt es auf Managementebene engere Kontakte zwischen Tesla und Apple, wie 9to5Mac ebenfalls berichtet. Zudem habe man den Tesla-CEO Elan Musk bei einem Besuch bei Apple gesehen.

Wie genau der Start des Elektromobil von Tesla über das iPhone und die entsprechende App funktionieren würde, ist bislang nicht bekannt. Ganz neu wäre diese Funktionalität freilich nicht. Von Drittanbietern wie Viper gibt es bereits Komplettsysteme für unterschiedliche Mobilplattformen einschließlich iOS, um über das Smartphone zu starten, das Auto zu verschließen oder den Kofferraum zu öffnen. Hierzu ist allerdings zunächst der Einbau eines eigenen Elektroniksets im Auto erforderlich.

Apples iMessage verkommt zur Spam-Schleuder

Apples iMessage verkommt zur Spam-Schleuder (c) apple.com
Vergrößern Apples iMessage verkommt zur Spam-Schleuder (c) apple.com
© apple.com

Mit iMessage lassen sich kostenlose Nachrichten zwischen iOS-Geräten verschicken. In den vergangenen Monaten wurde das Feature für iPhone, iPad und Mac jedoch zunehmend von Spammern ausgenutzt. Diese sehen in iMessage ebenfalls eine lohnende Möglichkeit, die Anwender mit vermeintlichen Luxus-Schnäppchen zu ködern.

Die Sicherheitsfirma Cloudmark hat immer wieder große Spam-Wellen ausmachen müssen, die für Ray-Ban-Sonnenbrillen oder teure Designer-Handtaschen werben. Die illegalen Werbetreibenden müssen hierfür nur wenige Zeilen Code auf ihrem Mac eintippen.

Meistens ist zur Zustellung eine Handy-Nummer erforderlich, wurde bei iMessage jedoch eine Mail-Adresse angegeben, so können die Spammer diese überfluten. Die Desktop-Version macht es den Kriminellen dabei besonders einfach, da das Programm sofort darüber informiert, ob eine bestimmte Mail-Adresse für iMessage angemeldet ist.

Verschlüsselung: Wie sicher ist Apples iMessage-Dienst?

Apple hatte bereits vor einem Jahr mit einer Limitierung der Nachrichten reagiert. Darüber hinaus können sich Betroffene mit einem Screenshot der Spam-Nachricht bei Apple melden.

Minecraft-Spieler bauen funktionstüchtige Festplatten

Minecraft-Spieler bauen funktionstüchtige Festplatten (c) imgur.com
Vergrößern Minecraft-Spieler bauen funktionstüchtige Festplatten (c) imgur.com
© imgur.com

Für viele Spieler ist Minecraft ein Baukasten für ihre eigenen Ideen. Mittlerweile wird das Spiel für PC, Konsole und Mobilgeräte jedoch auch vermehrt in Schulen eingespannt. Verantwortlich hierfür sind die im Spiel zur Verfügung stehenden Schaltkreise, die mit Hebeln und dem als Kabel dienenden Material Redstone realisiert werden.

Eigentlich sind die Möglichkeiten derartiger Schaltung sehr rudimentär. Dennoch ist es findigen Minecraft-Fans nun gelungen, im Spiel eine funktionierende Festplatte zu bauen, die Daten lesen und abspeichern kann.

Minecraft - das größte Update bislang ist fertig

Die von The0JJ erstellte Festplatte kann beispielsweise 4 KB an Daten speichern. Hierfür müssen unzählige Hubkolben (Pistons) bewegt werden, die je nach Zustand die Zahlen 1 oder 0 darstellen. Bis sich umfangreiche Textdateien oder sogar Musik auf dieser Festplatte ablegen lassen, dürfte noch viel Aufwand erforderlich sein. Langfristig ließe es sich vielleicht sogar realisieren, dass Minecraft-Spieler innerhalb des Spiels einen Rechner erschaffen, auf dem wiederum selbst Minecraft läuft.

Kaiserslauterner Physiker entwickeln Magnonen-Transistor

Davon sind jedenfalls Wissenschaftler aus Kaiserslautern überzeugt. Sie haben einen Transistor entwickelt, der einzig mit Magnonen funktioniert. Dieser Transistor wurde erstmalig vorgeschlagen, experimentell erforscht und als Prototyp vorgestellt. Ein Magnon ist die kleinste physikalische Einheit der sogenannten Spinwelle; diese Störung der lokalen magnetischen Ordnung kann sich in einem Material wie eine Welle ausbreiten.

Schematischer Aufbau des Magnonentransistors, es konnte die starke Abnahme sowie der komplette Stopp des Magnonenflusses experimentell gezeigt werden.
Vergrößern Schematischer Aufbau des Magnonentransistors, es konnte die starke Abnahme sowie der komplette Stopp des Magnonenflusses experimentell gezeigt werden.
© Chumak, Serga, Hillebrands

Die Physiker der TU Kaiserslautern schlagen die Anwendung von Magnonen anstelle von Elektronen in der Informationsverarbeitung vor. Diese Technologie eröffne den Zugang zu einer neuen Generation von Computern, bei denen Datenverarbeitung ohne die Bewegung realer Partikel wie eben Elektronen erfolgt, heißt es in einer Mitteilung - dies gehe einher mit weniger Hitzeverlusten und folglich geringerem Energieverbrauch. Außerdem führten die besonderen Eigenschaften von Magnonen bei den neuen Datenverarbeitungskonzepten zu einer drastischen Zunahme von Geschwindigkeit und Effizienz.

Dem Forscherteam aus Andrii Chumak, Alexander Serga und Professor Burkard Hillebrands gelang es mit seinem Bauteil mit drei Anschlüssen, durch Einbringen von Magnonen am Gatter die Dichte der Magnonen beim Fluss von der Quelle zur Senke auf ein Tausendstel zu reduzieren. Die Wechselwirkung zwischen den beiden Magnonenströmen war wegen ihrer starken natürlichen Nichtlinearität so effizient und wurde durch Verwendung eines künstlichen magnetischen Materials, eines magnonischen Kristalls, noch weiter verstärkt

Das gezeigte physikalische Konzept der gegenseitigen Kontrolle von Magnonen lasse sich in Zukunft bei der Entwicklung von magnetischen Prozessoren auf der Basis eines einzelnen Chips nutzen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" (doi 10.1038/ncomms5700). Mit dem magnonischen System ließen sich Datenmengen im Terabyte-Bereich verarbeiten.

IBM und Desy bauen Speicherlösung für Forscher

Das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörende Forschungszentrum setzt dazu einer Mitteilung zufolge ein IBM-Speichersystem ein, das große Datenmengen extrem schnell handhaben kann: Über 8,5 GByte (das entspricht der Datenmenge auf rund zwei DVDs) pro Sekunde sollen dabei verarbeitet werden. Die Daten liefert Desys Forschungslichtquelle "Petra III", ein 2,3 Kilometer langer Ringbeschleuniger, der elektrisch geladene Teilchen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit durch spezielle magnetische Slalomstrecken schickt und so intensive Röntgenstrahlung erzeugt.

Messplatz P06 an Petra III
Vergrößern Messplatz P06 an Petra III
© Desy

Mehr als 2000 Forscher pro Jahr "durchleuchten" damit atomgenau die innere Struktur ihrer Proben - und erzeugen enorme Datenmengen. "Ein typischer Detektor liefert heute einen Datenstrom von etwa fünf Gigabit pro Sekunde", erklärt der Leiter der Desy-IT, Volker Gülzow; das entspreche knapp einer CD-ROM pro Sekunde. An Petra III stehe aber nicht nur ein Detektor, sondern es gebe deren 14 und bald sogar 24. Alle diese Daten müssten zuverlässig gespeichert und verarbeitet werden.

Und das probieren Desy, IBM Research Zürich und das IBM Storage Development Team aus Mainz mit Lösungen aus den Software-Defined-Storage- und Elastic-Storage-Portfolios von "Big Blue". Diese sollen die mehr als 8,5 Gigabyte Daten, die pro Sekunde an den Petra-III-Messstationen anfallen, speichern und direkt für die Analyse vorhalten. Früher konnten Forscher erst nach mehreren Stunden oder Tagen darauf zugreifen. Desy will so Analysis-as-a-Service und Cloud-Dienste für Nutzer seiner Anlagen aus aller Welt anbieten.

Die zu speichernde Datenmenge wird zukünftig noch sehr viel größer werden und die Skalierbarkeit der Lösung auf die Probe stellen. Desy und internationale Partner bauen nämlich gerade den europäischen Röntgenlaser "European XFEL". "Wir erwarten vom European XFEL etwa 100 Petabyte pro Jahr, also 100 Millionen Gigabyte", prognostizert Gülzow. Das sei vergleichbar mit dem Datenvolumen des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) am Cern bei Genf. (mje)

Roboter-Anhalter HitchBot erreicht sein Ziel

Diesen Sommer startete ein ungewöhnlicher Anhalter: Der Roboter HitchBot wollte ganz Kanada von Ost nach West per Anhalter durchqueren - auf sich alleine gestellt ohne einen menschlichen Begleiter. Unterwegs kann HitchBot seinem Gönner mit Wikipedia-Wissen unterhalten und seinen Facebook-, Twitter- und Instagram mit Reisenotizen füllen. Die Autofahrer bittet er ab und an, ihn mit Strom aus dem Zigarettenanzünder zu betanken. Den Entwicklern geht es darum, die Reaktionen der Menschen auf Roboter zu untersuchen.

Nun hat HitchBot sein Ziel fast erreicht. Bereits vor wenigen Tagen überquerte er mit der Fähre die Meeresenge zwischen Vancouver und der Stadt Victora auf der vorgelagerten Insel Vancouver Island. Die Reise endet im "Open Space"-Zentrum in Victoria,

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