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Morgenmagazin vom Freitag, 22. Februar

22.02.2019 | 06:56 Uhr |

Analyst: Apple soll für TV groß einkaufen +++ Fast Company: Apple fällt tief auf Liste innovativster Unternehmen +++ iPads und Macbook Pro: Apple-Angebote bei Saturn +++ Galaxy Watch Active: Samsung schrumpft neue Smartwatch +++ Ami One: Elektro-Microcar von Citroën +++ Neptun hat weiteren Mond namens Hippocamp

22. Februar: Petersilie und andere Kräuter

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Das bayerische Nationalgericht Weißwurst kann man an sich immer und überall verspeisen, sofern es vor 12 Uhr ist. Die Würste aber bitte niemals paarweise bestellen, sondern einzeln. Am besten drei davon - dazu zwei rösche Brezn. Und vier Weißbier, natürlich! Am Ende des üppigen Mahls schadet ein Obstler oder Enzian nicht – fertig ist die bayerische Aufstellung im 4-3-2-1. Danach kann man an sich nicht mehr arbeiten, weswegen ein ordentliches Weißwurstfrühstück man besser am Wochenende einnimmt oder gleich Abends - mittlerweile ist ja der Kühlschrank erfunden, das Zwölf-Uhr-Läuten dürfen die Weißwürste durchaus hören - entgegen einer früheren Rezeptempfehlung.

Das Licht der Welt erblickt hat die Münchener Weißwurst einer Legende zufolge am 22. Februar 1857 in der Gaststätte "Zum ewigen Licht" am Marienplatz - nicht weit weg von dem Ort, an dem Apple vor etwas mehr als zehn Jahren seinen ersten Store in Deutschland eröffnet hatte. Es war Faschingssonntag und dem „Ewigen Licht“ waren die Saitlinge (Schafsdarm) für die Kalbsbratwürste ausgegangen. Der unnütze Lehrling des Metzgerwirts Joseph Moser soll dann aber fälschlicherweise Schweinedärme besorgt haben, die der Moser Sepp als zu groß und zu zäh für seine Würste befand. Es blieb im nichts anderes übrig, als die recht groß geratenen weißen Würste aus Kalbsbrät, Schweinerückenspeck und einer petersilielastigen Gewürzmischung zu brühen und nicht zu braten. Ein Klassiker war geboren - der aber auch recht verderblich ist, wenn die Kühlkette unterbrochen ist, daher die Idee, die Würste schn zum Frühstück zu verspeisen.

Sehr wahrscheinlich ist die Geschichte um den Ursprung der Münchener Weißwurst frei erfunden. Denn weiße Würste dieser Art hatte es schon Jahrhunderte vorher in Frankreich gegeben, auch in Bayern waren sie anfangs des 19. Jahrhunderts wohl schon bekannt.

Was hingegen am 22. Februar 2001 in Tokio geschah, ist hingegen sehr gut belegt. Über die Vorgeschichte lässt sich reichlich spekulieren, man könnte vermuten, dass da das ein oder andere Weißbier zu viel im Spiel war - das sah aber nur so aus. Steve Jobs hatte bei der Eröffnung der Macworld Expo in Tokio die zweifelhafte Ehre, ein Zwischenmodell des iMac zu präsentieren. Das hatte er sich selbst eingebrockt, denn bei der Entwicklung des iMac G4, der einen Flachbildschirm erhalten sollte, war er mit der heute gängigen Lösung erst einmal nicht einverstanden. Platine, Festplatte, Laufwerk senkrecht hinter dem Monitor montiert, was soll das? Da könnten ja die Magnetonen herunterfallen!

Ganz so simpel war die Argumentation des Apple-Gründers gegenüber seinem Chefdesigner Jonathan Ive dann doch nicht, im Gegenteil überzeugte er ihn davon, Monitor und andere Komponenten ganz sie selbst zu sein – aber die Halbkugel mit Flachbildschirm oder Schneekönigin oder eben iMac G4 sollte noch bis Anfang 2002 warten müssen. Der iMac G3 war zwar im Februar 2001 auch erst zweieinhalb Jahre alt, aber doch schon überholt, vor allem wegen des Röhrenmonitors und des Fehlens eines Brenners. Letzteres konnte das Modell von 2001 wenigstens ändern, damit sich der neue auch optisch von den alten unterschied, bekam er zwei extravagante Farbvarianten: Dalmation Blue und Flower Power. Mit ersterer sah der iMac wie der unter Blauschimmel leidende 102te Dalmatiner aus, die Blätter und Blüten der zweiteren trieb die Szene alsbald Scherze, die sich um die Frage drehten, welches Kraut Johny Ive da wohl geraucht, respektive welches Bier er da getrunken habe. Auch 2001 war der Fasching am 22. Februar noch nicht zu Ende, die Weißwürste schmecken vor der Fastenzeit ja immer am besten. Wir wussten also, wie wir uns von den seltsamen Farben der neuen iMacs abzulenken hatten. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Vergleich: Auch Samsung setzt - neben dem eher experimentellen Modell Fold – im Jahr 2019 auf drei Smartphone-Modelle. So kann man durchaus das Galaxy S10e als direkte Konkurrenz zum iPhone XR ansehen. Michael Simon hat auf Macworld Gründe gesammelt, die für Samsung sprechen und für Apple. In die Seite Samsungs der Waagschale fällt vor allem die Display-Technik: Im Gegensatz zum iPhone XR kommt das S10e mit OLED. Ebenso muss sich Apple in Sachen Kamera hinten anstellen, das 10e nutzt wie die beiden größeren und teureren Modelle eine Dualkamera auf der Rückseite. Beim bidirektionalen Laden liegt Samsung jetzt vorne: Das 10e kann bereits andere Smarphones oder Zubehör wie EarBuds drahtlos laden. Zudem ist die Grundkonfiguration mit doppelt so viel Speicher ausgestattet wie beim iPhone XR der Fall. Wo aber Apple die Nase vorn hat, ist die Authentifizierung, das iPhone XR kommt mit FaceID, während sich das 10e mit einer Fingerabdruckerkennung zufrieden geben muss, der noch dazu an der Seite des Gerätes verbaut ist. Die dickeren Rahmen und das Loch im Bildschirm dürften  wenig gefallen, die viel gescholtene Notch sieht dagegen elegant aus. Das iPhone XR ist auch deutlich günstiger als die beiden anderen Modelle aus dem Jahr 2019, beim 10e ist die Ersparnis nicht ganz so groß. Bei der Akkulaufzeit dürfte letztendlich auch das XR vorne liegen, dieser hat Apple den Vorrang gegenüber der Bildschirmqualität gegeben.

Kooperation: Laut Wall Street Journal wollen Apple und die Investmentbank Goldman Sachs in naher Zukunft eine Kreditkarte herausgeben, die an das iPhone gekoppelt und in dessen Wallet verankert ist. Angestellte der Unternehmen sollen in den nächsten Wochen bereits die Kreditkarte für einen halböffentlichen Test erhalten, im Laufe des Jahres soll sie an die Allgemeinheit ausgegeben werden. Technisch nutzt die Apple-Goldman-Sachs-Karte das Bezahlsystem von Mastercard, ein Cash-Back-Programm in Höhe von rund zwei Prozent auf alle Einkäufe soll sie attraktiver machen. Für Apple-Produkte und -Services könnten die Rabatte indes noch höher ausfallen, wenn man mit dieser Karte zahlt.

Analystenträume : Apple solle im Jahr 2019 endlich einen bedeutenden Teil seines Barvermögens in Höhe von 245 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen und groß einkaufen, fordert der Analyst Dan Ives von Wedbush Securities. Der vielleicht schon im Frühjahr startende Videodienst benötigt exklusive Inhalte und die könne Apple nur mir einem bedeutenden Zukauf erhalten. Kandidaten für eine Übernahme wären etwa A24 Studio, Lions Gate, Viacom/CBS, Sony Pictures oder gar Netflix, das zum Start von Apples Videodienst nicht dabei sein werde. Mit derartigen Inhalten angereichert, könnte Apples Services in drei bis fünf Jahren 100 Millionen Abonnenten erreichen, spekuliert Ives.

Update : Apple hat die Liste der von macOS unterstützten eGPUs aktualisiert. Wieder hinzugekommen ist die Sonnet Radeon RX 560 eGFX Breakaway, die es schon einmal kurz auf die Liste geschafft hatte und dann wieder davon verschwand. Ebenso Unterstützung genießen die All-in-one-Lösungen Blackmagic eGPU and Blackmagic eGPU Pro und Sonnet Radeon RX 570 eGFX Breakaway Puck.

Absturz : Über Jahre hinweg galt Apple als die innovativste Firma der Welt. In der jüngsten Liste von Fast Company stürzt der Mac-Hersteller aber von Platz 1 tief auf den 17ten Rang ab. Gegenüber CNBC begründet Fast-Company-Redakteurin Amy Foley die neue Einschätzung: "Mit ihren Geräten haben sie nicht wirklich neue Wege beschritten, die Hardwareverkäufe waren träge". Lobenswert sei jedoch die eigene Chip-Entwicklung Apples. Die für rechenintensive Anwendungen konzipierten Prozessoren könnten die Basis für die Innovationen der nächsten Jahre legen. Auf den ersten drei Plätzen der Liste von 2019 stehen nun der chinesische App-Entwickler Meituan Dianping, der Fahrtenvermittler Grab aus Singapur und die US-Basketballliga NBA.

Weitere Nachrichten:

iPads und Macbook Pro: Apple-Angebote bei Saturn

Update: Seit 20.00 Uhr werden die Angebote zwar auf der Hauptseite beworben, sie wurden allerdings noch nicht auf den jeweiligen Produktseiten aktualisiert. Wir gehen davon aus, dass Saturn die Preise bald aktualisiert.

Ursprünglicher Artikel

Seit 20.00 Uhr bietet Saturn drei Apple-Produkte zum Sonderpreis an, die Angebote gelten bis 25.02. um 9:00 Uhr.

Für 399 bekommt man bei Saturn das iPad Wifi von 2018 mit 128 GB , allerdings nur in der Farbe Gold. Das iPad kostet bei Apple aktuell 439 Euro, allerdings soll in Kürze ein Nachfolger erscheinen.
Nicht mehr ganz neu ist auch das iPad Pro 10,5 , das bei Saturn für 649 Euro zu haben ist. Im Apple Store muss man dafür 729 Euro bezahlen.
Eine interessante Alternative zu einem Macbook Air ist das Apple MacBook Pro 13“ von 2017 , das einen etwas besseren Bildschirm und höhere Systemleistung bietet. Es handelt sich um die Version ohne Touch Pad, die Apple seit 2017 nicht mehr aktualisiert hat. Geboten werden eine 2,3GHZ-i5, CPU, 128 GB Speicher und die Farbe Space Grau. Für 1249 Euro kann man es bestellen.

Galaxy Watch Active: Samsung schrumpft neue Smartwatch

Samsung hat die neue Smartwatch Galaxy Watch Active vorgestellt. Die Südkoreaner haben gegenüber der Vorgängerin das Design überarbeitet. Die bisherige drehbare Lünette fällt weg und die Größe schrumpft auf 39,5 x 39,5 mm und 10,5 mm Höhe. Vielen Kunden war die bisherige Galaxy Watch offensichtlich etwas zu groß. Das Gewicht gibt Samsung mit 25 Gramm an, mit Standard-Armband sind es 46 Gramm.

Der 1,1-Zoll-Corning-Gorilla-Glass-3-Bildschirm ist ein Super-Amoled-Display mit 360 x 360 Pixel Auflösung und 280 ppi. Ein 230-mAh-Akku versorgt die Smartwatch mit Strom. Die „Laufzeit bei normaler Nutzung“ gibt Samsung mit 45 Stunden an. Es dauert 140 Minuten, bis die Uhr kabellos wieder ganz aufgeladen ist.

Ein Exynos-9110-Dualcore-Prozessor mit 1,15 GHz treibt die Uhr an und kann 768 MB RAM nutzen. 4 GB ist der interne Speicher groß. Als Betriebssystem kommt das tizenbasierte Wearable OS 4.0 zum Einsatz. Dem Benutzer steht eine riesige Auswahl an Ziffernblättern zur Verfügung. Samsung betont die Robustheit der Uhr nach Militärstandard MIL-STD-810G und IP68 sowie 5 ATM für Staub und Wasserschutz.

Zur Verbindungsaufnahme dient Bluetooth 4.2 oder WLAN b/g/n sowie NFC. Neben A-GPS/Glonass sind als Sensoren verbaut:  Accelerometer, Gyroscope, Barometer, Pulsüberwachung und Ambiente Licht. Dank Bixby können per Sprachfunktion Anrufe getätigt oder Nachrichten versendet werden, ohne das mit der Galaxy Watch Active gekoppelte Smartphone in die Hand nehmen zu müssen.

Den Training-Tracking hat Samsung weiterentwickelt. Bis zu sieben Sportarten werden automatisch erkannt: Walken, Laufen, Radfahren, Crosstrainer, Rudern, dynamisches Training, Schwimmen. Man kann auch individuelle Trainingseinheiten manuell einstellen und den Kalorienverbrauch tracken. Dazu kommen Funktionen wie Schlafanalyse und „Gute Nacht“-Modus (schaltet alle Alarme außer den Wecker auf stumm). Die Blutdruckmessung soll in den USA über Dritt-App möglich sein, aber diese Funktion steht in Deutschland nicht zur Verfügung.

Die Uhr ist kompatibel zum Samsung Galaxy sowie zu Android-Smartphones mit Android 5.0 oder höher mit mindestens 1,5 GB RAM sowie zum iPhone ab iPhone 5 und iOS 9.0.

Preis: Samsung gibt die UVP mit 249 Euro an, Verkaufsstart soll der 15. März sein. Es gibt die Galaxy Watch Active in den Farben  Silver, Black, Rose Gold und Sea Green. Wer bis zum 12. März 2019 eine Galaxy Active Watch vorbestellt, bekommt eine induktive Powerbank geschenkt.

Samsung Galaxy Watch Active, Schwarz

Samsung Galaxy Watch Active, Silber

Samsung Galaxy Watch Active, Rose Gold

Fitness-Tracker: Außerdem stellte Samsung die beiden wasserfesten (5 ATM) Fitness-Tracker Galaxy Fit und Galaxy Fit e mit 0,95-Zoll-AMOLED-Touchscreen vor vor. Mit Bluetooth und kabellosem Laden und 24-Stunden/7-Tage-Life-Tracker. Bei Fit mit Farbdisplay, beim Fit e mit Schwarzweiß-Display.

Sobald der Nutzer eine sportliche Aktivität startet, werden die Ergebnisse automatisch festgehalten. Galaxy Fit kann im Zusammenspiel mit Samsung Health verschiedene Bewegungsarten erfassen und auswerten. Durch die Synchronisation mit dem Smartphone werden beim Training keine eingehenden Nachrichten oder Benachrichtigungen verpasst, wie Samsung verspricht.

Termin und Preis für den Marktstart in Deutschland sind noch unbekannt. In den USA ist der Galaxy Fit ab 31. Mai 2019 für 99 Dollar zu haben.

Ami One: Elektro-Microcar von Citroën

Auto-Hersteller Citroën hat in dieser Woche mit dem Ami One eine Konzeptstudie für die Zukunft der urbanen Mobilität vorgestellt . Das Microcar ist 2,5 Meter lang, 1,5 Meter breit und 1,5 Meter hoch. Der Zweitürer bietet zwei Passagieren Platz und versteht sich als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Das für die Stadt konzipierte Mini-E-Auto erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Der integrierte Akku wiegt 425 Kilogramm und bietet eine Reichweite von knapp 100 Kilometern.

Das Auf- und Abschließen des City-Flitzers erfolgt per Smartphone. Der mobile Begleiter findet im Auto in einer Ladeschale oberhalb des Lenkrads Platz, die das Smartphone per Induktion mit Strom versorgt. Das Infotainment-System sowie die Navigation werden im Ami One per Handy realisiert. Gesteuert wird die Software über zwei Tasten am Lenkrad.

In Frankreich und anderen europäischen Ländern kann der Ami One als Leichtauto ohne Führerschein ab 16 Jahren gefahren werden. Für die Fahrerlaubnis ist lediglich das Ablegen einer theoretischen Prüfung notwendig. Ob und wann der Ami One tatsächlich in Serie gehen wird, ist allerdings noch unklar.

Neptun hat weiteren Mond namens Hippocamp

Der Planet Neptun ist mit 14 Monden schon ein Himmelskörper mit besonders vielen Begleitern. Nun haben Astronomen um Mark Showalter vom Seti-Institut einen 15. Trabanten ausgemacht. Dieser wurde auf Fotos des Hubble-Weltraumteleskops sichtbar, auch einen Namen hat der neue Mond des Neptun schon: Hippocamp. Beim Flug der Voyager 2 zum Neptun in den 80er Jahren blieb der Mond den Astronomen noch verborgen. Erst auf den 2004 geschossenen Bildern des im Weltraum platzierten Hubble-Teleskops wurde Hippocamp sichtbar. Mit weiteren Aufnahmen aus den Jahren 2009 und 2016 konnte der neue Mond des Neptun zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Hippocamp umkreist den Planeten in der Nähe des deutlich größeren Mondes Proteus. Die Forscher gehen davon aus, dass der neue Mond nach einem Kometeneinschlag auf Proteus entstanden ist, also aus Teilen von Proteus besteht. Er hat einen Durchmesser von nur 34 Kilometern. Der Planet Neptun hingegen hat einen Durchmesser von 50.000 Kilometern und ist damit viermal so groß wie unsere Erde. Den Eisriesen umgeben mehrere Ringe sowie 15 Monde, die teilweise bis zu zehn Millionen Kilometer entfernt von der Planetenoberfläche ihre Runden ziehen. Seinen Namen erhielt Hippocamp von einem Meereswesen der griechischen Mythologie. 

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