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Morgenmagazin vom Freitag, 23. August 2019

23.08.2019 | 07:05 Uhr |

Macron verteidigt Google-Steuer gegen Trump auf G7-Gipfel +++ Buch "Designed by Apple in California" eingestellt +++ Find my iPhone: Gericht lässt Klage gegen Apple zu +++ Microsoft: Fremdfirmen werten Xbox-Sprachaufzeichnungen aus +++ Ripper Group: Drohne warnt Schwimmer vor Krokodilen +++ Bericht: Tesla könnte Fabrik in Deutschland bauen

23. August: Sommerpause

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Bevor es für die nächsten beiden Wochen in die Sommerpause des Morgenmagazins geht, noch ein kurzer Check. iPhones 2019? Ja, stehen an, wie jedes Jahr um die Zeit, eine Einladung zu einer Keynote gibt es noch keine, aber wir gehen alle davon aus, dass diese nächste Woche eintrudeln wird und die Präsentation auf den 10. September terminiert ist.

Neue Macs, neue iPads? Ja, da steht noch einiges an, obwohl Apple sich in diesem Jahr schon nicht hat lumpen lassen. Aber noch bessere iPad Pro, der neu aufgelegte Mac Mini mit einem Core-Chip der neunten Generation und vor allem ein 16-Zoll-Macbook, darauf können wir sicher noch in diesem Herbst hoffen. Wird aber eher Ende Oktober werden, da gehen wir von der Trauer über die Endlichkeit des Sommers allmählich in die Vorfreude auf den Advent über.

Apple Card? Oh, da müssen wir uns keine Sorgen machen, dass sie in unseren Jeans deren Farbe annimmt, das drahtlose Laden unseres iPhones behindert und uns am Ende noch in eine Schuldenfalle lockt - in diesem Jahr wird es die Apple Card garantiert nicht in Deutschland geben und im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich auch noch nicht.

Apple TV+? Das könnte rechtzeitig zur Uhrumstellung Ende Oktober hier aufschlagen, wenn es wieder so früh dunkel wird, dass man praktisch den gesamten Feierabend drinnen verbringt. Könnten vergnügliche Fernsehabende werden, auch wenn der Apparat, in den wir schauen, kein Apfellogo hat. Von einem derartigen Projekt hat Apple richtiger Weise die Finger gelassen.

Catalina, iOS 13, tvOS 13, iPadOS 13, watchOS 6? Die entsprechenden Geräte haben wir bereits vorbereitet - wenn Apple die finalen Versionen vermutlich um den 18. September herum auf seine Server stellt, werden wir doch gleich mal alles installieren. Der Beta-Test verläuft in diesem Jahr recht glatt, selbst die .0-Versionen der neuen Betriebssysteme werden angenehm ausgereift und stabil sein.

Also, es geht alles seinen gewohnten Gang. Bevor der Herbst wirklich heiß wird, genießen wir noch zwei Wochen Sommerurlaub. Wir sehen uns am 9. September wieder an dieser Stelle. Bis dahin eine Gute Zeit! Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Das jüngste Gerücht: Bloomberg hat noch einmal zusammengefasst, was man denn so über Apples Produktherbst zu wissen glaubt - viel Neues ist nicht dabei. Die iPhones sollen dramatisch verbesserte Kameras auch auf der Vorderseite bekommen, damit FaceID in noch mehr Winkeln funktioniert. Die Gehäuse werden ein wenig matter anstatt wie heute zu glänzen. Und die Hülle der AirPods wird man vom iPhone aus laden können - drahtlos natürlich. Der A13 soll eine zusätzliche Einheit namens AMX oder Matrix enthalten, die sich auf berechnungsintensive Tasks stürzt, diese sollen vor allem bei AR-Anwendungen anfallen Ach ja, eines noch: Gegen Wasser und Stöße werden die Modelle noch resistenter. Ein neues Macbook Pro mit 16-Zoll-Bildschirm soll auch noch 2019 kommen, wenn auch nicht zwingend zum selben Event wie die iPhones. Alles deutet also auf eine zweite Herbstveranstaltung hin, denn auch die iPad Pro sollen erneuert werden. Wird also wirklich Zeit für eine Spätsommerfrische, um noch einmal durchzuatmen.

Teilerfolg: Der ehemalige Apple-Ingenieur Darren Eastman hat seinen früheren Arbeitgeber verklagt, weil dieser ihn von einer Liste der Erfinder von "Find My iPhone" genommen hat. Die Klage hatte er bereits vor einem Jahr eingereicht, nun hat das Gericht im Bezirk von Nordkalifornien einen Antrag Apples zurück gewiesen, die Klage nicht zuzulassen. In der Sache ist keinerlei Entscheidung gefallen, nun können sich die Richter aber damit befassen. Gegenüber The Register lässt Eastman kein gutes Haar an seinem Ex-Arbeitgeber. Apple habe wiederholt versucht, das Gericht mit falschen Angaben zu verwirren.

Vorzüge und Nachteile : Nur noch wenige Wochen bis macOS 10.15 Catalina auf den Mac kommt und damit iTunes Geschichte wird. Kirk McElhearn, über lange Jahre der iTunes Guy unserer Schwesterpublikation Macworld und Autor mehrerer Bücher über die Medienanwendung setzt sich in seinem Blog Kirkville noch einmal genauer mit den Änderungen durch. Es wird nämlich vieles sich zum Besseren wenden, wenn iTunes und seine Inhalte sich auf drei Anwendungen verteilen. Home Sharing funktioniert nun auch, wenn die Apps für Musik, Podcasts und Videos nicht aktiv sind, viele Aufgaben sind einfacher geworden. Doch müsse man auch bedenken, dass die eine kompakte iTunes-Mediathek nun in drei Datenbanken aufgeteilt wird, das könnte vor allem für die Leute zu einem Problem werden, die ihre Mediathek auf einem externen Volume pflegten. Ebenso wird es wegen des Wegfalls etwa des Spaltenbrowsers schwieriger, in großen Sammlungen etwas zu finden, es entfallen ebenso die Plattencover in der Songliste. An dessen Stelle tritt eine Suche, die nicht immer weiter helfen kann.

Steuerpläne: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat im Vorfeld des G7-Gipfels in Biarritz die Pläne seiner Regierung verteidigt, eine Steuer von drei Prozent auf den von global tätigen Unternehmen in Frankreich erzielten Umsatz zu erheben. Die so genannte Google-Steuer betrifft auch Unternehmen wie Apple, Amazon oder Facebook und ist aus Sicht Frankreichs nötig, da diese Firmen ihre Europazentralen in Steueroasen wie Irland oder den Niederlanden errichten, dort besondere Konditionen vorfinden und so gut wie keine Steuern zahlen. Macron hät das System für unfair, da die globalen Technunternehmen nicht zur Finanzierung des Gemeinwohls beitragen. Diese Woche hatte er noch eine Diskussion mit dem US-Präsidenten, der eine Steuer wie diese natürlich ablehnt. Der Gipfel könnte noch lebhaft werden, zumal andere Länder wie Italien, UK oder Spanien ähnliche Gesetze vorbereiten. Deutschland hingegen setzt auf eine globale Mindessteuer und will keinen weiteren Alleingang. Bis Ende 2020 sollen sich die OECD-Länder in dieser Sache einig sein, hofft Macron.

Altpapier: Apple verkauft das im November 2016 herausgebrachte Buch "Designed by Apple in California" nicht mehr. Die in zwei Größen zu preisen von 200 und 300 US-Dollar erhältliche Schwarte feiert in Großformat auf Hochglanzpapier die Produkte, die Johny Ive seit den späten Neunzigern bis in die Jetztzeit als Designer verantwortete, vom originalen iMac bis zu Apple Watch. Ive hat im Frühsommer seinen Abschied von Apple angekündigt, das Buch war auch schon längere Zeit schwer in den Apple Stores zu finden. Noch präsentiert es Apple auf seiner Website, der Bestelllink führt aber ins Leere - eine Ära endet.

Weitere Nachrichten:

Microsoft: Fremdfirmen werten Xbox-Sprachaufzeichnungen aus

Die Enthüllungen rund um die Auswertung von Sprachaufzeichnungen durch menschliche Mitarbeiter reißen nicht ab. Auch Microsoft habe laut Motherboard bei der Analyse von Sprachaufzeichnungen auf der Xbox One auf Fremdfirmen zurückgegriffen. Die Geschäftspraxis stamme noch aus der Zeit, als Nutzer die Konsole über die mitgelieferte Kinect-Kamera per Sprachkommando steuern konnten. Doch auch als später die Sprachassistentin auf der Konsole nutzbar war, ließ der Konzern die Sprachanfragen durch Fremdfirmen auswerten, um den Dienst zu verbessern.

Dabei seien sowohl gewollte Kommandos angehört worden als auch unfreiwillige Sprachaufnahmen der Spieler. Bei Cortana unter Windows und bei Skype-Anrufen hat Microsoft eine solche Praxis schon eingeräumt. Erst im vergangenen Monat kündigte Microsoft an, Cortana von der Xbox One zu entfernen . Die Konsole soll sich aber auch weiterhin über Sprachbefehle mit Alexa oder dem Google Assistant auf smarten Lautsprechern steuern lassen. Microsoft hat im Gegensatz zu anderen Firmen die Auswertung durch menschliche Mitarbeiter nicht gestoppt. Man wolle den Nutzern aber mehr Klarheit darüber verschaffen und die Genehmigung zur Auswertung von Sprachbefehlen explizit einholen. Die Analyse sei aber nötig, um die Dienste rund um Sprachbefehle immer weiter verbessern zu können.

Ripper Group: Drohne warnt Schwimmer vor Krokodilen

Das Unternehmen The Ripper Group setzt in Australien Drohnen ein, die Haie im Wasser erkennen und Schwimmer vor möglichen Gefahren warnen. Zusammen mit der Rettungsschwimmer-Gesellschaft Surf Life Saving Queensland und der University of Technology Sydney wurden die Quadcopter der Firma nun per künstlicher Intelligenz und mehreren Tests so trainiert, dass sie neben Haien auch Krokodile im Wasser erkennen können.

Die Drohnen sind mit einer Kamera und einziehbaren Fahrwerken ausgestattet. Sie können Schwimmer außerdem mit integrierten Sirenen und Lautsprechern auf Gefahren aufmerksam machen und Rettungsbojen für bis zu vier Personen transportieren. Diese können dann im Ernstfall über den Schwimmern in Not abgeworfen werden.

Bereits im vergangenen Jahr waren 51 Drohnen der The Ripper Group an den Stränden in Australien im Einsatz. Das Unternehmen will als nächstes Projekt nun auch Langstrecken-Drohnen einsetzen, die unbewachten Strände zwischen Sydney und Newcastle nach Badegästen in Not, Haien und Krokodilen absuchen sollen.

Bericht: Tesla könnte Fabrik in Deutschland bauen

Niedersachsen beherbergt mit Volkswagen bereits einen Automobil-Giganten. Doch wenn sich die Berichte von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und des NDR bestätigen, dann fertigt vielleicht bald der Elektro-Auto-Pionier schlechthin Fahrzeuge im „VW-Land“. Denn Tesla soll laut den oben verlinkten Medienberichten einen Produktionsstandort in Niedersachsen suchen.

Die niedersächsische Landesregierung bestätigte demnach, dass sich Tesla in Niedersachsen umgeschaut habe. Niedersachsen habe „auf der Grundlage des Anforderungsprofils“ von Tesla „potenzielle Standorte präsentiert“, so das Wirtschaftsministerium von Niedersachsen. Die Regierung hoffe nun auf eine positive Entscheidung. Laut HAZ ist von bis zu 2000 Arbeitsplätzen die Rede.

Doch was genau will Tesla denn in Niedersachsen bauen? Laut NDR könnte Tesla in Emden (wo auch VW seit Jahrzehnten Autos fertigt; dort sollen außerdem bald die neuen Elektro-Autos von VW vom Band rollen) eine Batterie- und Autofabrik errichten. Offshore-Stromproduzenten befinden sich als Stromlieferanten in der Nähe. Auch in Dörpen im Landkreis Emsland sollen sich Tesla-Mitarbeiter ein Industriegelände am Küstenkanal angeschaut haben.

Über Details vereinbarten Niedersachsens Regierung und Tesla Stillschweigen. Unbekannt ist, wann Tesla seine Standortentscheidung bekannt gibt. Bereits 2018 machte das Gerücht die Runde, dass Tesla mit zwei deutschen Bundesländern über den Standort für eine neue Gigafactory verhandeln würde: Neue Gigafactory - Tesla verhandelt angeblich mit 2 Bundesländern .

Volkswagen bemüht sich derzeit mit der ID-Familie darum, zum Elektro-Auto-Bauer zu werden. Auf der kommenden IAA 2019 in Frankfurt wird VW sein erstes Großserien-E-Auto zeigen: den ID.3. Zeitlich verpasst sich der bisher durch Benzin- und Dieselgeruch geprägte Konzern unter dem Motto "New Volkswagen" ein neues Image: Das Erscheinungsbild der Marke soll deutlich jünger, digitaler und insgesamt moderner werden.

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