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Morgenmagazin vom Freitag, 23. September 2016

23.09.2016 | 07:05 Uhr |

Software-RAID kommt mit macOS Sierra zurück +++ The Verge: iPhone 7 enttäuscht bei Audio +++ Warum McLaren für Apple doch interessant wäre +++ Probleme beim Umtausch von Samsungs Galaxy Note 7 +++ Edward Snowden warnt vor Google-Messenger Allo +++ Yahoo: Hacker sollen 200 Millionen Nutzerdaten geklaut haben

23. September: Tramps like us

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Was aufgrund der Digitalisierung immer mehr verschwindet, ist die Linearität. In Zeiten der Eilmeldungen, Pushes und permanenten Aktualisierung muss man nicht bis zum 20 Uhr auf die Tagesschau warten, um seine Nachrichten zu bekommen und auf den nächsten Morgen für die Vertiefung und Einordnung in der Tageszeitung. Am Ende einer Folge einer spektakulären neuen TV-Serie wartet man nicht auf den nächsten Montag bis zur Fortsetzung, sondern schaut sich gleich die ganze Staffel an. Und wenn man neue Musik hören will, wartet man nicht mehr auf die Newcomershow Montag abends um 22 Uhr, sondern schmeißt sein Apple Music an und stöbert in den Bereichen "Für Dich" oder "Entdecken".

Und doch bleibt in digitalen Zeiten etwas von dem Rhythmus übrig, den wir seit Jahren und Jahrzehnten gewohnt sind. Wann außer Sonntag Abend soll man sich den Tatort anschauen? Ist zwar egal, ob per Stream oder linearem Fernsehen, aber am Montag Nachmittag geht das gar nicht. Insbesondere neue Staffeln etablierter Serien bringen einzelne Folgen auch erst nach einem bestimmten Zeitschema heraus , wäre ja auch schlimm, wenn der mit der schnelleren Leitung eher weiß, was aus Jon Snow geworden ist. Und trotz aller nicht linearen Angebote bleiben Tagesschau und heute journal das Maß der Dinge, ebenso wie die Tageszeitung, die nun aber schon am Vortag um 19 Uhr in digitaler Fassung erscheint. Wir indes bringen unsere digitalen Specials immer freitags um 14 Uhr mit Ausnahme von Wochen wie dieser: Die Sonderhefte zu iOS 10 und macOS Sierra haben Sie jeweils am Dienstag erhalten.

Im Kino und bei der Veröffentlichung neuer Musik ist die Bindung an einen festen Termin ebenso  geblieben. Neue Filme starten in Deutschland immer Donnerstags, neue Musik kommt freitags in die Läden. Also den iTunes Store und Apple Music sowie allen Konkurrenzdiensten. Heute werden wir gleich zwei Downloads anstrengen, das neue Marillion-Album "F**k Everyone and Run - F E A R" natürlich jetzt sofort, aber gegen Feierabend muss Bruce Springsteens neues Album "Chapter And Verse" in die Mediathek. Warum erst dann? Weil wir das Album mit großen Hits und seltenen historischen Aufnahmen im Prinzip der Soundtrack zur Autobiographie Springsteens "Born To Run" ist - die kommt auch heute. Und zum gemütlichen Lesen haben wir während der Arbeit doch eher weniger Muße. Dieser Freitag ist für den Boss und seine Fans nicht nur wegen der Neuveröffentlichungen ein ganz besonderer: Bruce Springsteen wird heute 67 Jahre alt. Happy Birthday, Boss! Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Kritik: Die Kollegen von The Verge hatten das iPhone 7 und das Plus-Modell schon etwas länger in Gebrauch und haben über Wochen hinweg sich ein ausführliches Bild machen können. Fazit: Das iPhone 7 ist so etwas wie das iPhone 8 in bewährter Hülle, Apple nimmt die nächsten signifikanten Änderungen mit den Kameras, Force Touch und dem fehlenden Audioausgang quasi vorweg. Die Konsequenzen aus letzterem ziehen gewissen Unmut der Kollegen nach sich, denn Apple habe es versäumt, auch an der Qualität und der Kompatibilität zu arbeiten. Die AirPods klingen demnach auch nicht besser als die mittelmäßigen EarPods mit Kabel (Klinke oder Lightning), der W1-Chip für schnelleres Pairing ist zwar nett zu haben, aber nicht mal in allen Beats-Produkten verbaut. Dennoch die klare Empfehlung: Wer jetzt ein iPhone braucht, sollte zugreifen.

Back on the block : Mit dem in OS X El Capitan eingeführten neuen Festplattendienstprogramm hatte Apple die Möglichkeit gestrichen, mit dem Dienstprogramm Software-RAIDs erstellen zu können. Das ist mit dem Nachfolger macOS Sierra nun wieder möglich. Macworld zeigt, wie man Software-RAIDs mit dem neuen Festplattendienstprogramm einrichtet. Und auch, wie man die RAID-Konfiguration wieder rückgängig macht und die angeschlossenen Festplatten anderweitig nutzt.

Sechs Gründe: Für das Update auf macOS Sierra gibt es schon so ausreichend Anlass, Jason Snell ist aber insbesondere von Fotos 2.0 begeistert. Sechs neue Funktionen machen Spaß: Das Auffinden von bestimmten Formen und Personen, das neue Leben für alte Bilder in Form der Andenken, die Positionierung von Bildern auf Landkarten, der kluge Umgang mit Metadaten, um zusammengehörige Bilder zu finden, neue Bearbeitungmöglichkeiten, etwa das Zeichnen auf den Bildern und schließlich die Kompatibilität mit dem Apple TV. Fotos in macOS wird uns noch viel Freude bereiten.

Mehr als ein Autobauer: McLaren hat zwar dementiert, mit Apple in Verhandlungen über eine Übernahme zu stehen, aber nicht, eine Anfrage aus Cupertino bekommen zu haben. Unabhängig davon, ob die Briten im Fokus des Mac-Herstellers stehen, wirft die Kolportage ein neues Licht auf Apples angebliches Project Titan. Denn McLaren ist das, was Apple womöglich werden möchte: Eine Techfimra, die nebenbei Autos baut. Seine Technik habe McLaren innerhalb von sechs Jahren auf die Straße gebracht, erklärt Bloomberg. Apple würde Expertise in Forschung und Entwicklung gewinnen und nicht für die Massenproduktin von Fahrzeugen. Vielleicht sollte Cupertino nochmals anfragen, sofern das nicht schon geschehen ist.

Jetzt auch öffentlich: Einen Tag nach der Developer Preview hat Apple die erste Beta für macOS 10.12.1 auch für die Teilneher des Public-Beta-Programms veröffentlicht.

Übernahme: Apple hat offenbar die auf maschinelles Lernen spezialisierte Firma Tuplejump aus dem US-Bundesstaat Indiana übernommen. Zumindest hat Apple auf eine entsprechende Anfrage von TechCrunch mit der üblichen Floskel geantwortet, von Zeit zu Zeit kleine Firmen zu übernehmen, aber nichts über die konkreten Pläne damit zu verraten. Nach eigenen Angaben war Tuplejump mit der Analyse großer Datenmengen beschäftigt und hatte zahlreiche Kunden aus der Fortune-500-Liste der größten Unternehmen Amerikas. Apple hatte zuvor bereits Firmen wie Perceptio und Turi übernommen, die sich mit ähnlichen Technologien befassen.

Probleme beim Umtausch von Samsungs Galaxy Note 7

Seit knapp drei Wochen läuft die Umtauschaktion für das Samsung Galaxy Note 7 auch in Deutschland. So reibungslos wie erhofft, scheint das für viele Samsung-Kunden jedoch nicht zu funktionieren.

Samsung verlangt für den Versand eines Austauschgeräts erst den Eingang des von den Akku-Problemen betroffenen Smartphones. Einige Paketdienste weigern sich jedoch, die gefährliche Hardware überhaupt zu befördern. So gibt es laut einem Reddit-Nutzer in den USA Probleme mit fedEx. Einem Bericht von heise online zufolge verweigert in Deutschland hingegen DHL bei einigen Kunden die Beförderung.

Selbst wenn der Paketversand funktioniert, müssen die betroffenen Kunden aufgrund der Lieferzeiten mehrere Tage ohne ihr Smartphone leben. Gar keine Probleme scheint es Medienberichten zufolge bei 1&1 zu geben. Als einziges Unternehmen gibt der Mobilfunkprovider ein Austauschgerät heraus, bevor das alte Gerät abgegeben wurde.

Edward Snowden warnt vor Google-Messenger Allo

In dieser Woche veröffentlichte Google mit Allo eine neue Messenger-App. Der Konkurrent zu WhatsApp und Co. soll den Inhalt von Nachrichten automatisch erkennen und schlägt Nutzern daraufhin passende Antworten vor. Was nach einem praktischen Feature für Schreibfaule klingt, birgt laut Whistleblower Edward Snowden hohe Sicherheitsrisiken.

Über Twitter weist Snowden auf Recherchen des IT-Magazins The Verge hin, denen zufolge Allo alle Nachrichten aufzeichnet, die Nutzer mit dem Messenger senden. Diese Daten muss der Suchmaschinenkonzern zudem an Strafverfolgungsbehörden aushändigen, wenn ein entsprechender Beschluss vorliegen sollte.

Als Allo im Rahmen der Google I/O in diesem Jahr angekündigt wurde, versprach Google noch, der Messenger sei ein neues Tool zum Schutz der Privatsphäre. Allo sollte eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Form des Inkognito-Modus bieten und Nachrichten nur vorübergehend speichern. Mit dem Release von Allo lässt Google einige der versprochenen Features jedoch wieder fallen.

In der finalen App müssen Nutzer den Inkognito-Modus von Hand aktivieren. Alle Nachrichten die außerhalb dieses Modus gesendet wurden, werden dauerhaft gespeichert. Nutzer müssen sie händisch löschen. Wirklich sicher sind die Nachrichten jedoch auch im Inkognito-Modus nicht. Sie werden verschlüsselt auf Google-Servern gespeichert. Die Verschlüsselung wird jedoch von den Google-Algorithmen ausgehebelt – um das intelligente Antwort-Feature zu verbessern.

Die Entscheidung für das intelligente Anwort-Feature und gegen die Privatsphäre der Nutzer wirkt sich auch auf Strafverfolgungsbehörden aus. Diese können die gespeicherten Nachrichten mit einem entsprechenden Beschluss herausverlangen.

Yahoo: Hacker sollen 200 Millionen Nutzerdaten geklaut haben

Bei Yahoo soll es ein massives Datenleck gegeben haben. Mehrere Quellen sprechen laut recode.net von einem Hacker-Angriff, der 200 Millionen Accounts betreffen soll. Schon im Mai war der Hack Gegenstand von Untersuchungen und Spekulationen. Doch damals endete das Brodeln der Gerüchteküche mit der Information, der Hack sei nur ein Fake gewesen und die Daten seien veraltet . Nun heißt es: Es sei sogar noch schlimmer, als damals angenommen.

Schlimm ist es für Yahoo in jedem Fall. Denn das Unternehmen steht kurz vor dem Verkauf seiner Internet-Sparte an Verizon . Platzt der 4,8-Milliarden-Dollar-Deal nun wegen eines früheren Hacker-Angriffs?

Hinter dem Angriff soll ein Hacker namens "Peace" aka "Peace_of_mind" stecken. Dieser will die Yahoo-Daten von 200 Millionen Konten schon 2012 erbeutet haben und sie im Darknet für Bitcoins im Wert von 1.800 Dollar zum Kauf angeboten haben. Die Datensätze sollen Nutzer-Namen, Geburtstdaten, weitere Mail-Adressen der Nutzer und leicht zu entschlüsselnde Passwörter enthalten. Der Vorwurf: Yahoo habe die Nutzer-Passwörter nur unzureichend geschützt. Yahoo hat in dieser Angelegenheit außerdem seine Nutzer nicht zum Ändern ihres Passwortes aufgerufen, berichtet recode. Der Aufruf, das Passwort zu ändern, ist ein gängiges Mittel, dass gehackte Unternehmen einsetzen, um den Schaden zu begrenzen. Sollte sich der Hack als wahr herausstellen, dürfte man von einem Fehlverhalten des taumelnden Web-Giganten sprechen, das den Nutzer teuer zu stehen kommen könnte.

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