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Morgenmagazin vom Freitag, 25. April 2014

25.04.2014 | 07:16 Uhr |

Was heute wichtig wird: 25. April 2014 +++ Risiko für iOS: Kritik an Apples Sicherheitsupdates +++ Coast-Browser für iPhone erhältlich +++ Netzneutralität in den USA vor dem Aus +++ Technik-Unternehmen unterstützen OpenSSL +++ Amazon Instant Video holt HBO-Serien an Bord +++ Kittyo - Kickstarter für Katzen-Gadget erfolgreich

Was heute wichtig wird: 25. April 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 - wie heuer Freitag auf Samstag - ging in einer damals westlich des eisernen Vorhangs völlig unbekannten Stadt namens Tschernobyl ein Experiment fürchterlich schief. Erst nach und nach sickerte überhaupt durch, dass es im den Kernkraftwerk im Norden der ukrainischen Sowjetrepublik überhaupt ein Unglück gegeben hatte - Glasnost (russisch für Transparenz) war damals kein wesentlich bekannteres Wort und die Sowjets noch sehr verschwiegen. Am Montag nach dem Unglück konnte sogar der damals für Umweltschutz und Reaktorsicherheit verantwortliche Innenminister Friedrich Zimmermann im Fernsehen noch unwidersprochen davon schwadronieren, dass "das alles so weit weg" sei und "wir im Westen" davon nicht betroffen wäre. Irrtum, wie sich schnell herausstellte. Wenige Wochen vor der Fußball-WM in Mexiko war nun nicht mehr der Halbzeitstand sondern die Halbwertszeit wichtig, nie gehörte Namen von Elementen wie Cäsium oder Strontium machten ebenso die Runde wie seltsame Einheiten wie Becquerel oder Mikrosievert. Aber nach den Tagen des Fallout war alles schnell relativiert und weit weg. Der Halbzeitstand interessierte wieder mehr und außerdem konnte das nur mit "sowjetischen Pfusch" geschehen. Wer sich ein wenig besser mit der Materie auskannte, beruhigte sich damit, der Reaktortyp von Tschernobyl sei besonders anfällig für solch einen Fehler, schließlich war es schon 1986 nicht mehr zeitgemäß, Graphit als Moderator zur Kontrolle der Kernspaltung zu verwenden und nicht schweres Wasser wie in moderneren Anlagen. Dumm nur, dass gerade einmal sieben Jahre zuvor im US-Bundesstaat New York nur gewaltiges Glück eine weit schwerere Katastrophe verhindert hatte. Und auch saublöd, dass akribisch planende Ingenieure und korrekt genehmigende Behörden in Japan ein Erdbeben jenseits der 9 auf der Richterskala vor ihrer Küste nicht für möglich hielten. Beim Umgang mit Technik gibt es aber immer ein Restrisiko des Versagens. Bei der Berechnung des Strompreises werden aber Schäden, die dabei entstehen und Kosten, die durch die Entsorgung des verbrauchten Materials anfallen nicht einberechnet, weshalb die Mär vom billigen Atomstrom 28 Jahre nach Tschernobyl und drei Jahre nach Fukushima immer noch die Runde macht. Also, egal was die Energiewende kostet, her damit! Dass nicht nur die Politik den Weg dafür weisen kann, ist aber auch klar. Schön, dass ein Unternehmen wie Apple, das in fünf Jahren mit seinen Umsätzen den Staatshaushalt einer Industrienation wie Australien voranschreitet, mit aller Konsequenz auf erneuerbare Energien setzt. Manchem mag die Kampagne ein wenig aufgetragen erscheinen, doch handelt kein Unternehmen dieser Größe und Bedeutung weltweit ähnlich. Greenwashing, die Imageverbesserung mit kosmetischen Umweltmaßnahmen, ist etwas anderes. Apple meint es ernst. Und da Strom, der gar nicht erst verbraucht wird, auch nicht erzeugt werden muss, lassen wir den Rechner mal über das Wochenende ausgeschaltet. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Apple, Google, Intel und Adobe einigen sich im Streit um Personalabwerbungen ( Macworld )

Apple und Samsung streiten sich über die Formulierungen der Fragen an die Jury ( Macworld )

Tim Cook: Microsoft hat sich mit verspätetem Office für das iPad selsbt geschadet ( Infoworld )

Apple will Anzahl seiner Stores verdreifachen ( Geek World )

Lesen Sie heute auf www.macwelt.de:

Elgato Thunderbolt Dock im Test : Dock mit nützlichen Schnittstellen für den Thunderbolt-Anschluss

Private SMS : Das iPhone zeigt den Inhalt eingehender Nachrichten bereits im Sperrbildschirm an und kann so private Dialoge verraten. So schalten Sie das ab.

Backup mit Time Machine: Seit Mac-OS X 10.5 Leopard haben Mac-Anwender keine Ausreden mehr für fehlende Backups

Weitere Nachrichten:

Risiko für iOS: Kritik an Apples Sicherheitsupdates

Eine ehemals bei Apple beschäftigte Sicherheitsexpertin kritisiert ihren früheren Arbeitgeber für verspätete Sicherheitsupdates für iOS. Kristin Paget, die im Januar von Apple zu Tesla wechselte, schreibt ihn ihrem Blog , Apple habe iOS-Anwender drei Wochen lang unnötig einem Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Das erst in dieser Woche erschienene Update auf iOS 7.1.1 schließe Lücken, die Apple für OS X bereits mit den Safari-Updates vom 1. April behoben habe. Safari 6.1.3 und 7.0.3 würde Probleme in der zugrunde liegenden Rendering-Engine Webkit adressieren, die auch für iOS ein Risiko darstellten. Wie Apple in den Release-Notes einräumt, können Angreifer auf betroffenen Geräten Code ausführen, wenn deren Besitzer manipulierte Webseiten besuchen. Apple preise die Vorzüge, unter OS X und iOS die gleichen Basistechnologien einzusetzen, so sei es nicht akzeptabel, Anwender der einen Plattform für Wochen bekannten  Sicherheitsrisiken auszusetzen, während diese auf der anderen Plattform bereits behoben sind, kritisiert Paget.

Pagets Kritik bestätigt Carsten Eiram von Risk Bbase Security, der die Patch-Geschwindkeit von Google und Apple vergleicht. Googles Browser Chrome, der bis version 27 die gleiche Webkit-Engine nutzte, sei in der Regel zwei bis drei Monate früher als Safari gepatcht worden, Seitdem Google auf eine Webkit-Variante namens Blink umgestiegen ist, habe sich die Situation sogar noch verschlechtert. Die zuletzt geschlossenen Fehler habe hauptsächlich das Google-Chrome-Team gefunden. Bis zu einem halben Jahr lasse sich Apple in manchen Fällen Zeit, stellt Eiram heraus. Die Lücke mit dem Code CVE-2013-2909, welche Google Ende Oktober 2013 in Chrome geschlossen habe, bestand bis zum Update am 22. April noch in Apple TV, Safari unter OS X musste fast drei Monate und Safari unter iOS gut fünf Monate auf einen Patch warten. Apples Update-Politik sei eine "sehr kuriose Praxis, die ich strikt ablehne", meint Eiram.

Coast-Browser für iPhone erhältlich

Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte Opera seinen Coast-Browser für Apples Tablet-PC iPad. In dieser Woche folgt nun die iPhone-Version. Die Software steht ab sofort in der Version. 3.00 in Apples App Store zum kostenlosen Download bereit.

In Coast sieht Opera einen Neuanfang auf Apples mobilen Endgeräten. Der Browser bietet eine aufgeräumte Benutzeroberfläche und ist auf dem iPhone nun auch auf die Bedienung mit dem Daumen ausgelegt. Opera verzichtet bei Coast weitgehend auf den Einsatz von Buttons, die Suchergebnisse werden optisch ansprechend präsentiert. Für eine persönliche Note sollen zudem unterschiedliche Wallpaper sorgen.

Opera Coast, ehemals Coast by Opera, benötigt für die Installation mindestens iOS 6.0 und ist mit dem iPhone, dem iPad sowie dem iPod touch kompatibel. Optimiert wurde die Darstellung für das iPhone 5. Durch die Veröffentlichung auf dem iPhone erhofft sich der Entwickler mehr Nutzer. Aktuell zeichnet Opera laut StatCounter für 13 Prozent des mobilen Internet-Traffics verantwortlich.

Netzneutralität in den USA vor dem Aus

Die Netzneutralität hatte in den USA bereits nach einem Urteil Mitte Januar einen ersten Dämpfer erhalten. Jetzt will die US-Telekommunikationsaufsicht FCC offenbar in Reaktion auf das Urteil die Netzneutralität zumindest in weiten Punkten aufgeben, weil das Gericht seinerzeit entschieden hatte, dass die FCC mit der Überwachung der Netzneutralität ihre Befugnisse überschritten habe.

Gemäß der Netzneutralität müssen Provider alle über ihre Leitungen übertragenen Daten gleich behandeln und damit auch gleich schnell an die Nutzer ausliefern. Ab Ende des Jahres will die FCC nicht mehr über die Einhaltung dieser Regel wachen. Ab dann könnten Internetdienste gegen Bezahlung an die Provider dafür sorgen, dass ihre Inhalte schneller - quasi also auf einer Überholspur - an die Internetnutzer ausgeliefert werden. Das Nachsehen hätten dann vor allem kleinere, weniger finanzstarke Dienste, die ihre Daten nur auf der "normalen Spur" ausliefern können. Websites und Videos würden damit nicht immer mehr der möglichen Geschwindigkeit geladen, sondern in Abhängigkeit davon, wem sie gehören.

Immerhin will die FCC aber künftig auch weiterhin darüber achten, dass Inhalte von Anbietern nicht komplett geblockt werden. Außerdem müssen die Abmachungen zwischen Providern und Internetdiensten "wirtschaftlich angemessen" sein, wie es heißt. Die FCC wird die neuen Regeln am 15. Mai vorstellen. Kritiker befürchten, dass das Ende der Netzneutralität weitgehende negative Folgen für das gesamte Internet haben wird und rufen dazu auf, sich dagegen zu wehren.

Technik-Unternehmen unterstützen OpenSSL

Die Heartbleed getaufte Sicherheitslücke in der Verschlüsselung der Open-Source-Software OpenSSL war zum Teil darauf zurückzuführen, dass den zuständigen Entwicklern das nötige Geld für eine professionelle Betreuung ihres Projekts fehlte. Nun bekommen die Macher finanzielle Rückendeckung von namhaften Unternehmen wie Facebook, Intel, Microsoft, Google, Fujitsu sowie Cloud-Diensten wie Amazon Web Services oder Rackspace.

Im Rahmen der von der Linux Foundation ins Leben gerufenen Core Infrastructure Initiative sollen die Mitglieder darüber entscheiden, an welchen Stellen das beigesteuerte Geld eingesetzt werden soll. Für ein Mitspracherecht müssen die IT-Giganten jedoch mindestens 100.000 US-Dollar pro Jahr innerhalb der nächsten drei Jahre einzahlen. Da sich bereits zwölf Unternehmen eingefunden haben, verfügt die Initiative langfristig über 3,6 Millionen US-Dollar, die in vernachlässigte Bereiche investiert werden können.

Zwar steht OpenSSL aufgrund der kürzlich gefundenen Heartbleed-Lücke auf dem Spitzenplatz der Liste. Doch auch ModSSL, PGP und OpenCryptolab sollen in Zukunft mehr finanzielle Unterstützung erhalten.

Amazon Instant Video holt HBO-Serien an Bord

Amazon Instant Video (ehemals Lovefilm) hat einen exklusiven Deal mit dem Serien-Produzenten HBO geschlossen und seiner Streaming-Videothek damit die bekannten TV-Serien "Die Sopranos" und "The Wire" hinzugefügt. Es ist das erste Mal, dass HBO einen solchen Deal mit einem Online-Video-Anbieter eingegangen ist. Ab dem 21. Mai sollen auch die HBO-Serien "Six Feet Under", "Big Love" und "Deadwood" bei Amazon zu sehen sein. Ebenso frühe Folgen aus "Boardwalk Empire" und "True Blood", sowie die Mini-Serien "Band of Brothers" und "John Adams". Der Deal ist allerdings vorerst auf die USA beschränkt. Laut dem Guardian soll es zunächst keine Pläne seitens Amazons geben, die HBO-Serien auch in anderen Ländern auszustrahlen.

"Game of Thrones" ist übrigens auch in den USA vorerst nicht via Amazon Instant Video zu sehen. Der Deal sieht vor, dass nur mindestens drei Jahre alte Serien im Amazon-Streaming-Angebot enthalten sein dürfen.

Gegen den Konkurrenten Netflix ist Amazon mit dem HBO-Deal ein großer Erfolg gelungen. Netflix war selbst an einer Kooperation mit HBO interessiert und hat sein eigenes Streaming-Angebot unter anderem bereits mit eigenen Produktionen wie "House of Cards" aufgebessert. Für HBO ist die Kooperation wichtig, da in den USA immer mehr Kunden dem Kabelfernsehen den Rücken kehren und lieber auf Internet-Angebote setzen.

Kittyo - Kickstarter für Katzen-Gadget erfolgreich

Kittyo soll Katzenbesitzern künftig die Möglichkeit bieten, von überall aus mit den daheim gebliebenen Vierbeinern zu spielen. Das Katzen-Gadget wird in der Wohnung aufgestellt und kann dann via Smartphone-App bedient werden.

In Kittyo stecken eine Kamera, ein Laser-Pointer und ein Lautsprecher. Über das Smartphone kann der Kittyo-Besitzer die Katze beobachten, mit ihr Reden und sie mit dem Laserpointer beschäftigen. Als Zugabe darf man das Tier auch noch mit Leckerlis bei Laune halten. Auch der mobile Austausch von Katzenbildern und -videos ist über Kittyo möglich.

Mittels Kickstarter wollten die Kittyo-Macher 30.000 US-Dollar zur Verwirklichung des Projekts sammeln. Das Ziel wurden nach wenigen Stunden bereits erreicht. Knapp 48 Stunden nach dem Start der Kickstarter-Kampagne für Kittyo sind bereits knapp 200.000 US-Dollar gesammelt worden. Bis zum Ende der Sammelphase am 24. Mai dürfte noch einiges Geld hinzukommen. Die Unterstützer erhalten Kittyo über ihre Kickstarter-Unterstützung für 99 US-Dollar und damit deutlich günstiger als zum angepeilten Preis von 189 US-Dollar. Die Auslieferung soll ab November 2014 beginnen.

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