2464303

Morgenmagazin vom Freitag, 25. Oktober 2019

25.10.2019 | 07:07 Uhr |

Apple TV+ vor dem Start: Sieben Serien und ein Film, auch auf Fire TV von Amazon verfügbar +++ Tim Cook spricht mit GQ über das grüne Apple +++ Lenovo: Faltbarer PC erscheint im 2. Quartal 2020 +++ iFixit: Surface Laptop 3 lässt sich einfacher reparieren +++ Fortnite: Black Hole Event bricht Twitter- und Twitch-Rekorde +++ Erscheinen Macbook Pro und Mac Pro erst am 8. November? +++

25. Oktober: Pasta!

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Es wird derzeit immer später Tagliatelle. Das Cannelloni doch nicht wahr sein, aber so ist es nun mal im Herbst. Eine gefährliche Jahreszeit, denn wenn das Wetter widerlich wird, tappen wir gerne in die Farfalle, zu viel zu Essen und zu Trinken. Davon werden wir doch nur Fettuccine. Auch wenn man noch so gerne und lange Penne, sollte man sich doch dazu zwingen, dem etwas entgegen zu setzen. Man könnte sich die Tortellini antun, regelmäßig das Fitnessstudio zu besuchen, auch wenn da zu viele Makkaroni herum hängen. Schaut man die schief an, bekommt man auch gerne mal eine in die Pappardelle, das Gnocchi 't einen out. Also besser die Fusilli in die Hände nehmen und ordentlich Rotelle. Auf dem Ergometer von hier bis nach Riga, Toni.

Guten Morgen nochmal und Verzeihung, dass wir heute ein wenig albern sein mussten, aber am Welt-Pasta-Tag sei uns das erlaubt. Der Feiertag ist zwar alles andere als ein offizieller und dürfte auch in den meisten Trattorie und Ristorante völlig unbekannt sein, aber er ist immerhin schon seit vier Jahrzehnten definiert. Nudeln sind vielleicht das einzige Nahrungsmittel, das sich weltweiter Beliebtheit erfreut.

Aber wer hat's erfunden? Nur eines ist sicher: Nicht die Schweizer. Die Legende, der erste global tätige Handelsunternehmer Marco P. aus V. hätte die Nudel als solche aus China nach Europa gebracht, ist zwar eine schöne Geschichte, aber vermutlich nicht haltbar. Schon vor Polos Reisen war in seiner Heimat bekannt, was man denn Feines aus Mehl, Wasser und eventuell noch ein paar Eiern machen kann. Gleichwohl lässt sich nicht bestreiten, dass das Nudelmachen in China eine große Handwerkskunst ist - aber auch und vor allem in Italien.

Die gigantische Vielfalt von Hand gemachten Nudeln nimmt leider immer mehr ab, viele Techniken und Rezepte sterben aus, auch daran will der Welt-Pasta-Tag erinnern. Übrig bleiben dann nur die Klassiker, die geradezu schlicht sind: Spaghetti, Lasagne, Ravioli und noch ein paar mehr Sorten, die man mit großindustriellen Anlagen herstellt.

Kulturpessimismus? Vielleicht, aber wie aus schillernder Vielfalt geschmacklose Einfalt werden kann, sehen wir fast jeden Morgen auf unserem Frühstückstisch, wenn wir lieblose Aufbacksemmeln zu uns nehmen und keine kleinen Meisterwerke aus der Bäckerei. Dennoch wünschen wir ein schmackhaftes Frühstück und regen an, am Wochenende vielleicht mal ein paar hundert Meter oder wenige Kilometer weiter zu laufen, um richtiges Brot zu erwerben. Man wird unsereins in der Schlange treffen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag:

(Nicht) Aufräumen: Man kann nicht sagen, man wäre nicht vorgewarnt gewesen. Zehn Jahre nach Beginn der 32-Bit-Ära und nach zwei Jahren voller deutlicher Ankündigungen ist Apple mit macOS Catalina auf 64 Bit umgestiegen. Und dennoch wundern sich viele Leute, dass einige ihrer Programme nicht mehr funktionieren. Nun gibt es etwa mit der Donationware Go64 ein Tool, mit dem man veraltete Programme aufspüren kann, diese muss man aber nicht immer gleich löschen, wie Glenn Fleishman auf Macworld ausführt. Denn einige Tools sind so weit im System verankert, dass Löschen eher schädlich wäre - sie aber keinen Schaden anrichten, wenn sie auf der Platte bleiben. Für diese Fälle hat Go64 auch das Symbol des Papierkorbs ausgegraut. Andere Programme haben noch Bestandteile wie Plug-ins im alten Format vorliegen, dann muss man nicht das ganze Programm entfernen. Es ist also wie immer beim Aufräumen und Ausmisten, es sollte mit Bedacht geschehen.

Startprogramm : Vergleicht man das Angebot von Apple TV + mit jenem von Amazon Prime oder gar dem mit Netflix, steht der neue Mitbewerber im Streamingmarkt ja reichlich blank da. Sieben Serien und einen Film wird man ab dem Freitag kommender Woche zu sehen bekommen, geübte Binge-Watcher würden sich spätestens im Dezember fragen. Was jetzt? Doch der Vergleich hinkt, wie so viele. Denn Apple TV+ setzt anders als die genannte Konkurrenz ausschließlich auf Originale, also Eigenproduktionen. Will man "Stranger Things" sehen , kommt man Amazon Prime und Apple TV+ nicht weit, steht man auf "Good Omens", bringen einen Netflix und Amazon Prime nicht weiter, und ist man neugierig auf "See", "The Morning Show", "For All Mankind" oder weitere, braucht man zu seinem Amazon-Prime- und dem Netflix-Abo eben auch noch eines für Apple TV+. Die Dienste werden sich also eher ergänzen, als dass sie miteinander konkurrierten - und für Filme, die noch vor einem oder zwei Jahren im Kino liefen, kann man ja per TV-Store oder über Amazon kaufen oder leihen - der riesige Netflix-Katalog ist nur bedingt ein Argument. Apple weicht zudem die Grenzen seines ummauerten Gartens auf, es sind zwar keine Löcher in den Zaun gerissen oder Breschen in die Mauern geschlagen, im Gegenteil hat Apple einige Tore geöffnet. Denn für Apple TV+ benötigt man nicht zwangsweise ein Apple-Gerät - ein neues bringt einem aber ein Jahr Gratis-Nutzung. Auf diversen Smart-TVs von Samsung und LG ist die TV-App vorinstalliert, ebenso auf der Box des nur in den USA populären Videodienstes Roku. Auch Amazon, das auf seinen Echo-Geräten schon seit geraumer Zeit Apple Music spielen lässt, bringt Apple TV+ an seine Kunden, über Fire TV Stick und auch den neuen Fire TV Cube - die Installation der App geschieht nach und nach und könnte nächsten Freitag abgeschlossen sein. Und ab nächster Woche ist es ja noch eine Stunde früher auf der Uhr dunkel. Anstatt in das Feuer eines Holzofens zu starren – schlecht wegen Feinstaub und eher keine nachhaltige Wärme – schauen wir dann lieber in die Glotze. Im Dezember werden dann ja auch wieder neue Originale bei Apple TV+ zu sehen sein, wir schauen, bis unsere Augen viereckig sind.

Und noch mehr zu sehen: Durch die von Apple geöffneten Tore gibt es bidirektionalen Verkehr - nicht nur ist Apple TV+ auf den Geräten der anderen zu sehen, sondern über die Apple TV Channels auf Apple TV, iPhone, iPad und Mac eben auch Programme der Konkurrenten. Diese kosten zwar jeweils extra, aber wem die Apple-Orignale nicht genügen, kann sich hier bedienen und die TV App in das Zentrum seines Fernsehkonsums stellen. Das Angebot von Apple TV Channels in Deutschland ist zwar überschaubar, aber in den USA werden es immer mehr Programme, die man zubuchen kann. Zuletzt kam IFC Films Unlimited hinzu, für 6 US-Dollar monatlich. Und ja: Auch Mediatheken und Streamingangebote öffentlich-rechtlicher Sender lassen sich in Apple TV (die App) auf dem Apple TV (dem Gerät) problemlos einbinden: Dokumentationen wie "Terra X" (ZDF), Magazine wie "Weltspiegel" (ARD), Kabarett aus dem "Schlachthof" (BR), die gute, alte "Sportschau" (ARD) oder "das aktuelle Sportstudio" (ZDF) und natürlich das feine Programm von arte – das haben weder Netflix noch Amazon Prime auf der Pfanne. Letzterer Anbieter hat aber immerhin Apps dafür, sollten wir noch ergänzend erwähnen, während wir uns schon auf den nächsten "tatort" (ARD) oder "Wilsberg" (ZDF) freuen. Wir schauen, bis unsere Augen viereckig sind.

Gipfel mit Aussicht : Analysten scheinen überzeugt von Apples Konzept, berichtet CNBC. Die Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty  erwartet starkes Wachstum, im Jahr 2025 werde Apple mit seinem Service 9 Milliarden US-Dollar einnehmen - das ist in etwa in der Größenordnung, in der Netflix alljährlich in Original-Programme investiert. Apples Anfangsinvestition in Inhalte dürfte die vor Jahren kolportierte Milliarde auch längst übertroffen haben. Insgesamt werde Apples Services-Sparte, zu der auch der App Store gehört, Apple News+, Apple Arcade und Apple Pay samt Apple Card, im nächsten Jahr um 20 Prozent wachsen. Das sollte auch Auswirkungen auf den Aktienkurs haben, Huberty rechnet hier mit einem Plus von 17 Prozent und gibt damit die optimistischste Prognose der Wall Street ab. Hinzu kommt aber auch ein Wachstumsschub für das iPhone, der Zyklus, in dem die Leute ihre Telefone erneuern, erreiche einen neuen Gipfel.

Umwelt: Mit dem Magazin GQ hat Apple-CEO Tim Cook vor der Verleihung des Umweltpreise von Ceres über Apples Bmühungen gesprochen, das Unternehmen noch grüner zu machen. Über einige Andeutungen, wie man Produkte noch nachhaltiger machen kann, sagte Cook nichts über anstehende Geräte, man werde zu gegebener Zeit Ankündigungen machen. Aber die Vergangenheit und die hohen Ziele der Zukunft hat sich der Apple-Chef sehr wohl geäußert. So bestehe weiterhn der Anspruch, in Zukunft komplett auf "frische" Rohstoffe verzichten zu können (Stop Mining) und nicht nur Aluminium oder Zinn aus Recycling zu gewinnen - bei diesen beiden Metallen ist Apple ja schon recht weit gekommen. Das Ziel, zu 100 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen zu schöpfen, sei auch ein reichlich hohes gewesen, doch nun habe man es schon für seine eigenen Bürogebäude, Fabriken, Rechenzentren und Stores erreicht und arbeite daran, die Unternehmen der Lieferkette in diese Richtung zu schubsen.

Weitere Nachrichten:

Lenovo: Faltbarer PC erscheint im 2. Quartal 2020

Faltbare Smartphones gibt es bereits, Lenovo will im kommenden Jahr jedoch den Standard eines faltbaren PCs etablieren. Der Prototyp des Foldable-PC auf Basis der Thinkpad-X1-Serie wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufgeklappt erinnert das Gerät an ein großes Tablet mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale. Zum Transport lässt sich der große OLED-Bildschirm jedoch in der Mitte zusammenklappen. Dies ergibt zudem einen Nutzungsmodus, bei dem beide Bildschirmhälften im rechten Winkel zueinander stehen. Dann lässt sich dank Bildschirmtastatur mit dem Foldable-PC wie mit einem normalen Notebook arbeiten. Lenovo will aber auch externe Tastaturen als Zubehör anbieten, die vor dem stehenden Bildschirm platziert werden können.

Als Betriebssystem will Lenovo auf Windows 10 setzen. Dadurch wird auch die Nutzung über einen aktiven Stylus möglich, der sich voraussichtlich im Lieferumfang befinden wird. Eine Kamera zur Authentifizierung mit Windows Hello soll ebenfalls verbaut sein. Aufgeladen wird der Foldable-PC über zwei USB-Typ-C-Buchsen, die sowohl im Tablet- als auch im Notebook-Modus gut erreichbar sein sollen. Die Hardware des Geräts sei schon weitgehend final, nur bei der Software seien noch Feinarbeiten nötig. Gut möglich, dass Microsoft noch Funktionen für das hauseigene Surface Neo in Windows 10 integrieren muss, die auch Lenovo nutzen möchte. Lenovo strebt einen Verkaufsstart im zweiten Quartal 2020 an. Zu Preisen des Geräts liegen noch keine Informationen vor. 

Gerücht: Apple arbeitet an faltbarem iPad mit 5G-Funktion

iFixit: Surface Laptop 3 lässt sich einfacher reparieren

Die Reparatur-Experten von iFixit sind dem Versprechen von Microsoft nachgegangen, wonach der Surface Laptop 3 sehr einfach zu öffnen sei. Im Gegensatz zu früheren Surface-Laptops, bei denen die Tastatur mit Gewalt vom Rest des Geräts getrennt werden musste, sei das neue Modell tatsächlich reparaturfreundlicher . Im Gegensatz zum Surface Laptop 1 und 2, die von iFixit lediglich 0 von 10 Punkten bei der Reparaturfreundlichkeit erhielten, sichert sich der aktuelle Surface Laptop 3 immerhin 5 von 10 Punkten .

Die Abdeckung der Tastatur lässt sich laut iFixit mit dem Lösen von sechs Torx-Schrauben entfernen. Mit einem weichen Hebelwerkzeug kann danach die obere Abdeckung angehoben werden. Diese ist nur mit Magneten und einem einzelnen Flexkabel mit dem Rest des Gerät verbunden. CPU und RAM sind jedoch wie bei den Vorgängern mit dem Mainboard verlötet, ein Austausch ist demnach nicht möglich. Lediglich die verbaute M.2 2230 SSD kann relativ einfach getauscht werden. Microsoft empfiehlt dies aber nur erfahrenen Technikern, zudem bleibt unklar, ob dies die Garantie erschwert. Im Falle eines Defekts können auch kaputte Tastaturen, der Kopfhöreranschluss oder das Display getauscht werden. Ein Upgrade mit mehr RAM ist hingegen leider nicht möglich. Dennoch scheint Microsoft im Vergleich zu früheren Modellen mit dem Surface Laptop 3 deutlich mehr Wert auf die Reparierbarkeit gelegt zu haben.

Ausprobiert: Surface Pro 7, Surface Laptop 3 und Surface Pro X

Fortnite: Black Hole Event bricht Twitter- und Twitch-Rekorde

Am 13. Oktober verschwand der beliebte Battle-Royale-Titel Fortnite für zwei Tage aus dem Internet. Das sogenannte Black Hole Event verschluckte die gesamte Spielwelt und läutete Fortnite Chapter 2 ein. Epic Games hat heute die Zuschauer-Zahlen zum Event bekannt gegeben . „The End“ wurde demnach von mehr als sieben Millionen Menschen auf drei Plattformen verfolgt.

Auf Twitch schauten 1,7 Millionen Fans entweder beim offiziellen Fortnite-Stream oder bei beliebten Fortnite-Streamern zu. Laut Epic Games war das Black Hole Event eines der meistgeschauten Gaming-Events auf der Plattform. Bei Twitter war „The End“ sogar das Gaming-Event mit dem meisten Zuschauern. 50,7 Millionen Minuten fielen auf 42,8 Millionen Views. Zu den Spitzenzeiten schauten laut Epic Games mehr als 1,4 Millionen Twitter-Nutzer gleichzeitig zu. Die meisten Zuschauer zählte das Black Hole Event jedoch auf YouTube. Laut dem Plattform-Betreiber verfolgten „The End“ mehr als 4,3 Millionen YouTube-Nutzer gleichzeitig. Wie viele Spieler sich ingame in das Live-Event einschalteten, ist bislang noch nicht bekannt.

Erscheinen Macbook Pro und Mac Pro erst am 8. November?

Für den Oktober hatten viele fest mit einem zusätzlichen Apple-Event gerechnet: Ein neues Macbook Pro 16-Zoll gilt als sicher, auch der neue Mac Pro verdient eine angemessene Vorstellungs-Zeremonie. Einladungen zu einem Event hätten aber schon längst verschickt werden müssen – Apple verschickt sie üblicherweise eine Woche vor dem Temin, müssen die Gäste und Journalisten doch aus der ganzen Welt anreisen.

Rene Ritchie hat aber wohl mit seiner Vermutung recht, dass sich Apple aktuell voll auf die Vorstellung des neuen Video-Dienstes Apple TV+ konzentriert. Ab ersten November ist der für Apple sehr wichtige neue TV-Dienst abrufbar, Nachrichten-Konkurrenz durch andere Produkte ist für die Milliarden-Investition ins Video-Geschäft vielleicht nicht erwünscht?

Eine interessante Theorie hat aber Mac Generation: Die Mac-Seite erinnert daran, dass es am 8. November noch ein anderer Termin in Cupertino ansteht. Vom 7. bis 9. November findet dort nämlich die Final-Cut-Pro-Messe FCPX Creative Summit statt. So weist auch Alex Gollner darauf hin, dass am 8. November hier ein Besuch im Apple Campus und eine Produktpräsentation auf dem Plan stehen.

Das Macbook Pro richtet sich zwar nicht nur an Final-Cut-Pro-Nutzer, vor allem der Mac Pro ist aber ein sehr spezielles Produkt und wird wohl zum größten Video-Profis ansprechen. Da wäre es fast schon unverständlich, den neuen Mac Pro nicht spätestens bei dieser Spezial-Messe zu präsentieren, könnte man die potentiellen Käufer und wichtigsten Vertreter der Branche doch besonders einfach erreichen.

Macwelt Marktplatz

2464303