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Morgenmagazin vom Freitag, 26. März 2021

26.03.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Theater im Steve Jobs Theater: Stream auf Apple TV+ +++ Apple übernimmt die meisten AI-Firmen +++ Studie: iPhone und Apple Watch zur Überwachung von Herz-Kreislauf-Patienten +++ Tesla: Immer mehr Supercharger auch in Deutschland +++ Spotify-Nutzer erhalten neuen Desktop- und Web-Player

26. März: Vulkanische Grüße

Macwelt wünscht einen Guten Morgen! Der Weltraum - unendliche Weiten. Erst zu Beginn dieser Woche feierte Captain Kirk, pardon, William Shatner, seinen 90sten Geburtstag - er scheint noch bei recht guter Gesundheit zu sein. Leider nicht mehr auf der irdischen Welt unterwegs ist Spock, pardon, Leonard Nimoy, der heute 80 Jahre alt geworden wäre, vor sechs Jahren aber an der Lungenkrankheit COPD verstorben ist. Shatner, so hieß es in den Würdigungen des kanadischen Schauspielers mit ukrainisch-deutschen Wurzeln, habe seinen Frieden mit der Tatsache gemacht, stets auf die Rolle des Weltraumdraufgängers James T. Kirk reduziert zu werden. Leonard Nimoy hatte seine erste Autobiographie noch trotzig "I am not Spock" betitelt, den zweiten Band dann doch resigniert "I am Spock". Im Neustart der Serie spielte Spock ja dann auch wieder sich selbst, nach einem Zeitsprung in eine alternative Zeitlinie gespült. Und traf auf sein jüngeres Ich, nunmehr gespielt von Zachary Quinto, mit dem er auch noch in einer Autowerbung auftrat, vulkanischer Betäubungsgriff, den der alte einfach besser beherrscht, inklusive. Zu Ehren des US-Schauspielers mit ukrainischen Wurzel steht seit wenigen Jahren der "Live long and prosper"-Tag im Kalender, so spreizen wir doch gerne Mittelfinger und Ringfinger auf vulkanische Art. Im Star-Trek-Universum war Spock unverwüstlich, auf dem Planeten Genesis kehrte er von den Toten zu den Lebenden zurück. Musste so sein, denn Nimoy, der nach dem zweiten Star-Trek-Film "Der Zorn des Khan" an sich keine Lust mehr hatte, Spock zu sein, wollte sich dann doch für Star Trek III wieder spitze Ohren ankleben lassen.

Kehren wir aus dem fiktiven Weltraum aber wieder zurück auf die reale Erde, die zwar nicht in der Gefahr steht, wie der Heimatplanet der Klingonen zerfetzt zu werden, auf dem die dominante Spezies aber immer mehr an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Am Samstag Abend ist mal wieder die Earth Hour angesetzt, die uns daran erinnern soll, dass unsere Ressourcen begrenzt sind und wir die Natur nicht ausbeuten können, weil wir selbst ein Teil von ihr sind. Für eine Stunde das Licht auszumachen, vor allem dann, wenn es nur der Zierde dient, wie etwa der Beleuchtung markanter Bauwerke, ist zwar nur ein Symbol, das ebenso wenig bringt, wie die in der Nacht danach beginnende Sommerzeit oder Daylight Saving Time. Aber besser ein Zeichen setzen, als die ernste Lage vollkommen ignorieren.

Sie ist sehr fragil, unsere kosmische Heimat, nur ein kleiner Felsbrocken, auf dem Wasser in flüssiger Form existieren kann, weil er einen unspektakulären, aber lange stabil leuchtenden Stern im richtigen Abstand umkreist. Und eben nicht das Zentrum allen Seins, wie es der eher unabsichtlich zu Bewusstsein gekommene nackte Affe namens Homo Sapiens so lange dachte.

Die Kugelform der Erde ist immerhin seit dem Altertum bekannt, dass sie sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, seit dem 16. Jahrhundert. Einen endgültigen und vor allem leicht reproduzierbaren Beweis der Eigenrotation des Planeten lieferte am 26. März 1851 Léon Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel. Im Panthéon in Paris setzte er ein 67 Meter langes und nur sehr langsam und kaum gedämpft schwingendes Pendel in Bewegung, das auf dem Boden Spuren hinterließ. Da bekannt war, dass sich die Rotationsebene des Pendels nicht ändern könne, aber dennoch auf dem Boden nicht nur ein vom permanenten Hin- und Herschwingen gezeichneter Strich, sondern ein sternförmiges Muster zu sehen war, musste sich die Erde quasi unter dem Pendel hindurch gedreht haben. Wie schnell sich der Boden scheinbar unter dem Pendel bewegt, hängt vom Breitengrad ab. An den Polen würde eine Änderung um 360 Grad, also ein voller Kreis, 24 Stunden dauern, in unseren Breiten etwa ändert sich die Schwingungsebene an einem Tag um rund 270 Grad. Nur direkt am Äquator ist dieser Effekt nicht zu beobachten - und dafür gibt es keine andere Erklärung als die Kugelgestalt der Erde. Flacherdler würden dann vielleicht die These von der Erhaltung des Drehimpulses angreifen, dann sollten sie aber nicht mehr Fahrradfahren, denn genau das würde dann auch nicht mehr funktionieren.

Das Foucault'sche Pendel spielt im gleichnamigen Roman von Umberto Eco übrigens nur eine Nebenrolle, diese aber im Showdown. Die wesentliche Rolle in der Geschichte spielt ein hunderte Jahre alter Zettel, auf den krude Verschwörungstheorien basieren und der sich bei genauerem Hinschauen doch nur als verwaschene Einkaufsliste entpuppt. Und so faszinierend die Story von den Templern auch sein mag, die über Jahrhunderte hinweg ein Geheimnis bewahren wollten und dafür allerhand Aufwand betrieben, auf die Idee, das Logikinstrument des Ockham'schen Rasiermessers einzusetzen und den Zettel auf einfachere Erklärungen linguistische zu überprüfen, lässt Eco kurz vor Schluss eine scheinbare Nebenfigur kommen, die Freundin des Ich-Erzähler,s die ihm bei der Gelegenheit dann auch noch gleich die Zahlenmystik um die Ohren haut.

Lesetipps für den Freitag

Theater: Was wie ein Scherz klingt (und glauben Sie uns, für den 1. April 2018 hatten wir genau das vorbereitet und es dann anders überlegt), wird nun aber wahr: Apple lässt im Steve Jobs Theater ein Stück inszenieren, das aus Gründen nicht vor Publikum vorgeführt werden kann, ab heute aber im Stream auf Apple TV+ zu sehen sein wird. "12 Angry Men … And Women" lautet der Titel der Produktion des Billie Holiday Theater, für das Apple seine Bühne und TV-Technologie zur Verfügung gestellt hat. Das Stück basiert auf einem 2012 erschienen Buch mit authentischen Berichten Betroffener zu einer leider immer noch aktueller Thematik: Polizeigewalt gegen Schwarze.

Sticky Fingers : Die Bedienungshilfen des Mac bergen allerlei nützlich Funktionen, zwei für die Tastatur erläutert Glenn Fleischman in seiner jüngsten Kolumne Mac 911 im Detail: Sticky Keys und Slow Keys. Erstere, auf deutsch "Einfingerbedienung" genannt, erlaubt es, die Tasten Shift, Command, Option und Control gewissermaßen einrasten zu lassen, sodass man für Kombinationen nur einen Finger benötigt. Die Tastenverzögerung hingegen hat zur Folge, dass ein langer Druck auf einen Buchstaben nicht dazu führt, ihn mehrmals im Text zu setzen.

Strategie: Von Zeit zu Zeit, sagt Apple bei sich bietenden Gelegenheiten immer, übernehme man kleinere Firmen und verrate nichts darüber, welche Pläne man habe. Dass aber in Sachen AI etwas im Busch ist, muss Apple nicht weiter kommentieren, allein die Anzahl der Akquisen in den letzten Jahren spricht Bände. Laut Global Data hat Apple zwischen 2016 und 2020 mehr auf künstliche Intelligenz (Artificail Intelligence, AI) spezialisierte Firmen übernommen als die Konkurrenz wie etwa Accenture, Google, Microsoft oder Facebook. Apple hat in der fraglichen Zeit 25 AI-Spezialisten übernommen, an Google gingen nur 14. Insgesamt haben die Großunternehmen 60 AI-Firmen in den fraglichen fünf Jahren übernommen, ergibt die Studie.

Ferndiagnose: Apple Watch und iPhone sind nach einer Studie der Stanford-Universität, die Apple finanzierte, in der Lage, die Gesundheit von Herz-Kreislauf-Patienten aus der Ferne zu überwachen. Die in der Klinik und zu Hause etwa bei einem sechsminütigen Gehtest erhobenen Daten lassen beidermaßen Schlüsse auf den Gesundheitszustand des Patienten zu, lediglich die Variabilität des Heim-Tests sei größer, nicht aber die Sensorik schlechter.

Simply the best : Für uns kommt es nicht überraschend, dass Consumer Reports das iPhone 12 Pro Max an die Spitze der Liste der besten im Jahr 2021 zu kaufenden Smartphones steht - das hätten wir schon letzten Herbst sagen können. Auch in den vergangenen Jahren war das Verbrauchermagazin Apple gewogen, ein wenig überraschend ist nun lediglich der Umstand, dass die Experten ein Hig-End-iPhone für die breite Masse empfehlen. "Das 12 Pro Max kostet zwar 100 Dollar mehr als sein kleineres Geschwisterchen, das 12 Pro, bietet dafür aber einige Stunden mehr Akkulaufzeit, ein etwas größeres Display und eine 2,5fach-Zoom-Kamera, mit der man etwas näher am Geschehen ist als mit der 2fach-Kamera des 12 Pro," heißt es zur Begründung. Doch müsse man auch beachten: "Auf der anderen Seite ist die Max-Version deutlich schwerer und kann schwer mit einer Hand zu bedienen sein, selbst für Leute mit langen Fingern. Wenn Sie sperrige Telefone scheuen, sind Sie vielleicht mit dem 12 Pro glücklicher." Doch scheint das mit der Größe weniger abschreckend zu sein, so setzt Consumer Reports in seiner Liste das iPhone 11 Pro Max auch noch vor das iPhone 12 Pro, mit 85 zu 84 Punkten. Beim 12er ist es umgekehrt, hier liegt das iPhone 12 Mini mit seinen 79 Punkten knapp vor dem iPhone 12 (78).

Robust: Im kanadischen Bundesstaat Saskatchewan hat ein iPhone einen besonderen und vor allem unfreiwilligen Dichtigkeitstest bestanden. Beim Eis-Fischen verlor Angie Carriere  ihr Telefon und konnte dieses erst einen Monat später vom Grund des immer noch gefrorene Sees bergen. Nach Angaben der Besitzerin würde aber nach wie vor alles funktionieren.

Weitere Nachrichten:

Tesla: Immer mehr Supercharger auch in Deutschland

Tesla baut seine Supercharger-Ladenetz rasant aus. Mittlerweile stehen in Europa 6039 Supercharger an 601 Standorten in 27 Ländern zur Verfügung. Zur Einordnung: Im Juli 2020 gab es weltweit 2000 Superchargerstandorte mit zusammen 18.000 Ladesäulen. In Europa gab es damals wiederum 526 Standorte mit mehr als 5.000 Ladeplätzen.

Tesla stellte den ersten europäischen Supercharger mit dem Eintreffen des Model S in Europa im Jahr 2013 in Norwegen auf. Zum Marktstart des Model X 2016 standen Tesla-Kunden in Europa 1267 Supercharger zur Verfügung. Bei den ersten Auslieferungen des Model 3 2019 verteilten sich 3711 Supercharger über große Teile des Kontinents.

In den letzten zwei Jahren ging der Ausbau des Supercharger Netzwerks sehr schnell voran, bis hin zum jüngsten Meilenstein von über 6000 Superchargern in 27 europäischen Staaten. Von Nordnorwegen bis Südspanien, von Irland bis Bulgarien. Als jüngste Erweiterung kam die griechische Hauptstadt Athen als Superchargerstandort hinzu.

In Deutschland betreibt Tesla aktuell über 850 Supercharger an 84 Standorten. Im Juli 2020 gab es dagegen nur 72 Standorte mit 660 Schnellladeplätzen in Deutschland.

 

Als Tesla das Supercharger-Netzwerk im Jahr 2013 öffnete, lag die durchschnittliche Größe eines Supercharger-Standorts bei rund sieben Superchargern. In den letzten Jahren wuchs diese Zahl deutlich, wie Tesla betont. Heute umfasse Teslas größter Standort in Europa in Nebbenes in Norwegen 44 Supercharger, gefolgt von Rygge und Liertoppen (beide ebenfalls Norwegen) mit 42 beziehungsweise 40 Ladesäulen. Im deutschen Oberhonnefeld südöstlich der Region Köln-Bonn stehen Tesla-Kunden 40 Schnelllade-Säulen zur Verfügung.

 

Tesla steigert zudem stetig die Ladeleistung. Die aktuell europaweit am weitesten verbreiteten V2-Supercharger laden mittlerweile mit 150 kW. Um sicherzustellen, dass die Teslas mit der optimalen Ladetemperatur an den Superchargern ankommen, werden Batterie und System per entsprechender Funktion auf der Langstrecke ideal vorklimatisiert. Das soll die durchschnittlichen Ladezeiten bereits um rund 25 Prozent reduziert haben.

Mit den neueren V3-Superchargern will Tesla die Ladegeschwindigkeit auf bis zu 1600 km pro Stunde nochmals erhöhen. Das Model 3 mit der großen Batterie (Long Range, Performance, wie sie unser Testwagen besaß ) lade in der Spitze rund 120 km Reichweite in 5 Minuten nach. So schnell ging das Laden während unseres Tests im Sommer 2020 allerdings nicht.

Tesla stellt hier eine Liste aller Supercharger zur Verfügung. Diese Liste ist allerdings nicht auf dem aktuellen Stand, so fehlt zum Beispiel Athen als Superchargerstandort. Ein Verzeichnis aller Supercharger in Deutschland finden Sie wiederum auf dieser Seite.

Spotify-Nutzer erhalten neuen Desktop- und Web-Player

Die Nutzer des Musikstreaming-Dienstes Spotify erhalten seit Donnerstag den Zugriff auf den neuen Spotify Desktop- und Web-Player. Wie Spotify mitteilt, wird der Player im neuen Design ab sofort nach und nach an alle Nutzer ausgeliefert. Im Laufe der kommenden Wochen sollten dann alle Spotify-Nutzer (egal ob sie die kostenlose Variante oder Spotify Premium nutzen) den neuen Player erhalten. Die beiden Player sind, so Spotify, nun noch besser aufeinander abgestimmt und "einfacher als je zuvor".

Die Neuerungen laut Spotify:

  • Ein neues, verbessertes Design mit vereinfachtem Zugriff auf besonders beliebte Inhalte: Das "Suchen"-Feld ist jetzt auf der linken Seite der Navigation zu finden. Die Profilseiten der Nutzer wurden aktualisiert und zeigen nun auch die Top-Künstler und -Songs an. Zudem können Hörer ab sofort eine Radio-Session für Songs oder Künstler starten, indem sie auf das "..."-Menü klicken.

  • Einfachere Erstellung von Playlists und mehr Kontrolle: Hörer haben zusätzliche Möglichkeiten, ihre Playlists anzupassen. So können sie Beschreibungen hinzufügen, Bilder hochladen und Titel per Drag & Drop in bestehende Playlists ziehen. Eine neue, eingebettete Suchleiste ermöglicht es zudem, neue Songs und Podcast-Episoden zu finden und diese zu neuen sowie bestehenden Playlists hinzuzufügen.

  • Bandbreite sparen mit Offline-Services: Spotify Premium Abonnenten können ihre Lieblingsmusik und Podcasts herunterladen, indem sie einfach auf den Download-Button in der Desktop-App klicken, und sie so auch offline wiedergeben.

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