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Morgenmagazin vom Freitag, 27. Januar 2017

27.01.2017 | 06:58 Uhr |

Apples Bilanz: Worauf zu achten ist +++ iOS 10.3 und macOS 10.12.4 jetzt Public Beta +++ Klage gegen iPhone-Werbung +++ Lästiger Playlist-Fehler in iTunes 12.5.5 +++ Brother stellt Etikettendrucker für Smartphone vor +++ Sophos warnt vor Datenklau durch Smart-Home-Geräte +++ Facebook testet Werbung im Messenger +++ Google: KI kann eigenständig neue KI programmieren

27. Januar: Große und kleine Visionen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Früher war bekanntlich alles besser, sogar die Zukunft. Nun hoffen wir zwar, dass trotz aller angebrachten Skepsis unser aller Zukunft großartig wird, weil wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, wenn man sich aber die Visionen der Anführer der vermeintlich freien Welt von damals und von heute vergleicht, wird es einem Angst und bang. Im Januar 1961 sagte der jüngste ins Amt gewählte US-Präsident John F. Kennedy bei seiner Amtseinführung, in Amerika solle man sich nicht fragen, was das Land für einen tun kann, sondern, was man für das Land tun solle. Ein optimistischer Appell an das Gestalten einer besseren Zukunft. Vor einer Woche malte der bisher älteste ins Amt gekommene Präsident ein düsteres Bild der Gegenwart um seine Vision der Zukunft aufzuzeigen.

Aber während DJT nur von einer Mauer faselte und einem solipsistisch-egoistischen Weltbild das Wort redete, war JFKs Vision eine ganz andere. Dabei ging es auch ihm darum, das Land wieder großartig zu machen und eine verloren gegangene Führungsposition zurück zu holen. Innerhalb dieses Jahrzehnts, versprach der junge Präsident in den frühen sechziger Jahren, werde die Nation einen Menschen auf den Mond und wieder sicher zurück bringen. Dazu seien gigantische Anstrengungen notwendig und Opfer kaum vermeidbar. Kennedy selbst sollte es nicht mehr erleben, aber das nationale Prestige-Projekt glückte tatsächlich und nicht ganz ein halbes Jahr vor dem Ende der Sixties spazierten tatsächlich zwei Amerikaner auf dem Mond herum.

Von den Anstrengungen und ihren stillen Helden berichtet der gestern in den Kinos angelaufene Film "Hidden Figures", der in seinem Titel wunderbar zweideutig von bisher vergessenen Menschen erzählt und wie sie dank einiger überragender Persönlichkeiten höchst aufwendige Berechnungen durchführten, um die Zahlen zu finden, die die Mondfahrer für ihre Abenteuer brauchten. Warum diese stillen Helden auf diese Weise erst halbes Jahrhundert später besungen wurden? Das könnte daran liegen, dass diese menschlichen Computer - man nannte sie tatsächlich Computer - nicht in das Weltbild des Präsidenten von heute und vieler seiner Wähler zu passen scheinen: Schwarze Frauen. Ihre Namen sollte man sich dafür jetzt merken: Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson.

Die Namen dreier weißer Männer sind dafür bestens bekannt, sie hängen eng mit dem Schicksal der "Hidden Figures" zusammen - sie sind jedoch zu Opfern des Apollo-Programms geworden: Virgil Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee. Bei einem missglückten Test der ersten Mondlandekapsel verbrannten die drei heute vor 50 Jahren auf der Startrampe - trotz dieses tragischen Rückschlags ging die Reise zum Mond unaufhaltsam weiter.

Warum eigentlich, fragt man sich aus heutiger Sicht. Weil er da ist? Weil die Sowjets es vorher schafften, einen Menschen in das All und sicher wieder zurück zu bringen und ihrerseits den Erdtrabanten in ihr Visier nahmen? Dabei gibt es dort oben keinerlei verwertbare Bodenschätze, für die Dienste als mögliche Startrampe zu weiteren Flügen durch das Sonnensystem bietet der Mond hingegen nun wirklich ausreichend Platz für Russen, Chinesen, Amerikaner und Mexikaner - falls der Amerikaner nicht schon wieder gleich eine Mauer in Auftrag gibt.

Es ist gewissermaßen eine bittere Ironie der Geschichte, dass genau am Todestag von Grissom, White und Chaffee der Weltraumvertrag unterzeichnet wurde, genau gesagt der "Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper". Die schon damals eher zerstrittenen als vereinten Nationen einigten sich darauf, den Weltraum friedlich zu nutzen und keine Himmelskörper zu okkupieren. Zudem sollten keine Kernwaffen in den Weltraum verbracht werden. Der Mond bleibt also für alle da, einen Krieg um ihn wird es nicht geben. Es sei denn, der im Weißen Haus kündigt irgendwann einmal alle internationalen Verträge. Mit dem Mann im Mond ist es jedoch sehr schwer, Deals abzuschließen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Aus Forschung und Technik: Was man auf dem Mond und anderswo im erdnahen Weltraum aber findet, sind Antworten auf die Frage nach Entstehung unseres blauen Planeten. Warum es hier Wasser gibt, ist eine der zentralen Fragen und ein Ergebnis von Forschern der Uni Münster bringt uns eine wesentliche Teilantwort. Denn eine der Theorien des Wassers besagen, dass erst mit ihr kollidierenden Kometen den wichtigen Stoff auf die Erde brachte. Mit genauen Isotopenanalysen von auf Kometen gewonnenen Material konnten die Forscher aber nachweisen, dass das irdische Wasser schon in der Frühphase der Planetenentstehung vorhanden war, die Erde wurde als nicht erst durch einen später erfolgenden Kometenschauer zum Wasserplaneten. Die Argumentation ist ein wenig trickreich, vordergründig zeigten die Analysen, dass das im Erdmantel erhaltene Edelmetall Ruthenium nicht von Asteroiden stammen kann, sondern aus dem Inneren des Sonnensystems gekommen sein muss. Damit wäre aber auch der Mechanismus hinfällig, nachdem erdnahe Asteroiden und Kometen Wasser auf die fast fertige Erde gebracht hätten. Stattdessen muss das wasserreiche Material bereits in der Frühphase der Erdbildung eingebaut worden sein, von der Schwerkraft des Gasriesen Jupiter aus den Außenbezirken des jungen Sonnensystems in das Innere gezogen.

Worauf zu achten ist: Kommenden Dienstag gegen 22.30 Uhr MEZ wird Apple die Bilanz für sein erstes Quartal 2016/17 vorlegen. Schon jetzt lässt sich abschätzen, dass der iPhone-Hersteller neue Rekorde erreichen wird, das hatte Apple bereits im Oktober bei der Präsentation der Bilanz für das Septemberquartal angedeutet. Details werden aber interessant: Wie hoch ist der vom iPhone 7 (Plus) begünstigte Anstieg im Detail? Was macht das iPad, das heute übrigens seinen 7. Geburtstag feiert? Wie geht es dem Mac, geben CEO Tim Cook und Finazchef Luca Maestri wenigstens dezente Hinweise auf die Zukunft des einstigen Kerngeschäfts? Und kann man aus den Zahlen und Aussagen eine halbwegs valide Berechnung für die Verkäufe der Apple Watch herleiten? Jason Snell hat das Wichtigste zusammengefasst.

Jetzt öffentlich: Apple hat die erste Beta-Version von iOS 10.3 in den öffentlichen Beta-Test gestellt. Eine der wesentlichen Neuerungen der nächsten Fassung des Betriebssystems für iPhone und iPad ist "Find My AirPods". Über die App "iPhone- Suche" lassen sich nun auch die drahtlosen Kopfhörer aufspüren, indem sie einen Pfeifton ausgeben oder ihren letzten Standort nennen. Im Public-Beta-Programm erhältlich ist nun auch macOS 10.12.4, das unter anderem einen Night-Shift-Modus auf den Mac bringen wird.

Seltene Klage: Apple hat wegen der Verwendung eines kurzen Musikausschnittes in einer iPhone-Werbung in Kalifornien eine Klage am Hals. Es geht um den Song "I Know There's Gonna Be (Good Times)" von Jamie xx, der in der kurzen Werbung Verwendung findet. Es geht hier aber nicht um verletzte Urheberrechte, sondern um Persönlichkeitsrechte. Denn der Song ist ein Sample eines Persuassion-Hits aus dem Jahren 1971 "Good Times". Der Sänger der Band  Jerome Lawson sieht sich fälschlicherweise als Testimonial für Apple herangezogen, da man seine Stimme erkenne, entstehe der Eindruck, er würde das iPhone empfehlen. Das Sample als solches ist urheberrechtlich geklärt, die Plattenfirma Universal Music hatte sich von der Persuasions die Erlaubnis dafür längst eingeholt. ZUdem gilt in den USA ein bundesweites Copyright erst seit 1972.

Überzug: Die Touch Bar des Macbook Pro tritt unter anderem mit dem Versprechen an, Tastaturkürzel überflüssig zu machen. Doch gerade Intensivnutzer von Logic Pro X, Final Cut Pro X oder der Creative Suite können und wollen auf ihre Shortcuts nicht verzichten, auch wenn man sich schwerlich alle merken kann. Dafür bietet der Hersteller Editors Keys nun seine Tastataturüberzüge aus Silikon nun auch für das neue Macbook Pro an - die Touch Bar ist ausgespart, ansonsten sind die Tasten aber mit den von ihnen repräsentierten Funktionen "beschriftet". Insgesamt sechs verschiedene Überzüge stehen zum Angebot, sie kosten jeweils 30 US-Dollar plus Versandkosten.

Weitere Nachrichten:

Lästiger Playlist-Fehler in iTunes 12.5.5

Auf einen lästigen Fehler in iTunes 12.5.5 hat der iTunes-Spezialist Kirk McElharn hingewiesen : Befindet man sich in der Playlist-Ansicht, kann man mit der Löschtaste der Tastatur einzelne Einträge in einer Abspielliste löschen. Zu seiner Überraschung interpretierte bei ihm die neue iTunes-Version das Löschen der Playlist-Eintrags als Löschen der Datei – und fragte, ob der Titel in den Papierkorb gelegt werden solle. Mit dem Klicken auf „Abbrechen“ oder „Behalten“ kann man das Löschen des Songs verhindern, trotzdem ist der Fehler natürlich lästig und kann zum versehentlichen Entfernen des Songs führen.

Der Fehler tritt nach unserer Recherche allerdings nur auf, wenn man über das Ausklappmenü in der linken oberen Leiste oder unter Darstellung/Medienart eine anderer Medienart als „Musik“ gewählt hat. Offenbar ist das gerade erst mit iTunes 12.5 eingeführte Ausklappmenü, mit dem man schnell zu Filmen, Podcasts und Hörbüchern wechselt, noch fehlerhaft. Tipp: Das Entfernen eines Playlists-Eintrags per Kontextmenü ist ebenfalls problemlos möglich.

Brother stellt Etikettendrucker für Smartphone vor

Die vier laut Hersteller robusten und widerstandsfähigen Etikettendrucker für den mobilen Einsatz sollen selbst extremen Bedingungen Stand halten. Die Geräte sind IP54-Zertifiziert, das bedeutet, dass sie Erschütterungen, Stürzen und Kollisionen standhalten und gegenüber äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit und Staub geschützt sind.

Die Etikettendrucker schaffen 152 mm pro Sekunde und gehören laut Brother somit zu den schnellsten ihrer Klasse. Alle Geräte nutzen einen Lithium-Ionen-Akku, der für bis zu 4300 Druckvorgänge ausreichen soll. Während das Einstiegsgerät RJ-2030 nur über eine USB-Schnittstelle verfügt, bieten die weiteren Geräte RJ-2050 und die beiden größeren Modelle RJ-2140 und  RJ-2150 zusätzlich Wi-Fi und Bluetooth. So sind sie unter andrem auch Airprint-fähig .

Brother bietet ein Software Development Kit (SDK) für iOS und Android, das es bei allen vier Geräten ermöglicht, Druckaufträge aus einer eigenen App zu starten. So ließen sich die Drucker optimal in eine bestehende Softwareumgebung integrieren, so Brother. Ein im Lieferumfang enthaltene Gürtelclip soll den mobilen Einsatz einfacher machen, da Anwender ihren Drucker so bei sich tragen können. Die Preise liegen zwischen 779,45 Euro und 935,34 Euro . Wie bei Brother-Geräten üblich, gewährt der Hersteller auch auf die Etikettendrucker eine dreijährige Herstellergarantie.

Sophos warnt vor Datenklau durch Smart-Home-Geräte

Auch wenn viele Menschen sich smarten Kühlschränken oder anderen digitalen Assistenten noch strikt verweigern, soll es doch in nur zwei Jahren in Deutschland mehr Consumer-Geräte im Internet der Dinge geben als Einwohner. Zu dieser Prognose ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte im Auftrag des Bitkom im vergangenen Jahr gekommen.

Der Antivirusanbieter Sophos weist jedoch darauf hin, dass "man sich darüber im Klaren sein sollte, dass hier Nutzerdaten gesammelt werden". Auf den ersten Blick erscheine beispielsweise eine Einkaufshistorie harmlos, wie sie durch einen intelligenten Kühlschrank erstellt werden kann. "Doch die großen Datenmengen werden gespeichert, an den Hersteller gesendet, ausgewertet und können mit vielerlei anderen gespeicherten Informationen zu individuellen Profilen verknüpft werden", warnt das Unternehmen.

Der smarte Kühlschrank als Spion im eigenen Netz

Sophos empfiehlt "Lösungen zu entwickeln, die dem Kühlschrank verbieten, Daten an den Hersteller zu senden - sofern man das möchte". Das sei aber nur eine Seite der Misere. "Weitaus kritischer ist zu sehen, dass der Kühlschrank als ein reguläres WLAN-Gerät ins häusliche Netzwerk eingebunden und damit potenziellen Angriffen durch Hacker ausgesetzt ist." Hier stelle sich die Frage, wie der Anwender die offene Türe ins Internet schließen könne.

"Smarte Geräte sind faszinierend und ich denke, dass diese sehr rasch Einzug in unser tägliches Leben halten werden", erläutert Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos in Wiesbaden. Der Schutz von privaten Daten werde für Konsumenten jedoch immer schwieriger. "Im Grunde entwickelt sich der zunehmend smarte Privathaushalt - aus IT-Security-Sicht - in Richtung einer komplexen Infrastruktur, ähnlich einem kleinen Unternehmen", so der Sophos-Mitarbeiter. Er empfiehlt den Einsatz klassischer Systeme zum Schutz der Endpoints in Verbindung mit einer Firewall-Lösung, wie sie ursprünglich für kleine Unternehmen entwickelt worden seien.

Facebook testet Werbung im Messenger

Facebook hat damit begonnen, Werbung im Messenger zu testen. Dabei soll es sich Facebook zufolge um einen „kleinen Test“ handeln, der auf ausgewählte Nutzer in Australien und Thailand beschränkt ist.

Mit der neuen Werbeform sollen Unternehmen auf dem Homescreen des Messengers Werbung anzeigen lassen können. Die Werbung soll Fotos in Thumbnailgröße und Text sowie Links beinhalten. Die Werbung wird unterhalb der Favoriten und oberhalb der gerade aktiven Kontakte platziert. Sie nimmt dort relativ viel Platz ein und wirkt auf den Screenshots recht dominant. Das Bild oben zu dieser Meldung soll die neue Werbeform zeigen. 

Über den Link in der Werbung kann der Nutzer weitere Informationen zum beworbenen Unternehmen beziehungsweise zu Produkten abrufen. Oder sich direkt für die angebotenen Dienste anmelden. Oder via Chat mit den Werbenden in Kontakt treten. Der Werbende soll aber nicht die Möglichkeit bekommen, von sich aus direkt den Messenger-Nutzer anzuschreiben.

Facebook will jedoch keine Werbung innerhalb von Konversationen einblenden. Diese sollen also nicht von Werbung unterbrochen werden. Die Nutzer sollen laut Facebook im Messenger zudem die Möglichkeit haben, bestimmte Werbung auszublenden oder an Facebook zu melden.

Derzeit nutzen im Monat über eine Milliarde Menschen den Messenger von Facebook. Das ist also ein gigantischer Markt für Werbetreibende. Da Facebook zudem auch Whatsapp besitzt, kommt auf dem Messenger-Markt derzeit niemand an Facebook vorbei.

Facebook will die neue Werbeform in den nächsten Wochen an eine ausgewählte Testgruppe von Nutzern in Thailand und Australien ausrollen. Facebook will die dort gemachten Erfahrungen erst in Ruhe auswerten, bevor es über eine Ausweitung der Werbung auf andere Länder nachdenkt.


Google: KI kann eigenständig neue KI programmieren

Spätestens seit dem Kinofilm Terminator fürchten sich Menschen vor einer Künstlichen Intelligenz, die sich selbst weiterentwickeln und andere Maschinen umprogrammieren kann. In der von Google betriebenen Forschungseinrichtung Google Brain ist ein Teil dieser Vision nun Wirklichkeit geworden.

Das neue KI-Programm von Google kann durch maschinelles Lernen eine Software entwickeln, die besser arbeitet als ein von Menschen entwickeltes Programm. Konkret muss die Software unterschiedliche Sprachmodellierungen auswerten und vergleichen. 

Programmierer brauchen dennoch keine Angst zu haben, dass sie in naher Zukunft nicht mehr gebraucht werden. Realisierbar war das Experiment nur durch 800 leistungsstarke Grafikprozessoren sowie die ständige Mitwirkung eines großen Expertenteams. Durch Optimierungsprozesse könnten KI-Systeme dennoch langfristig die Arbeit von Programmierern übernehmen.

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