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Morgenmagazin vom Freitag, 27. November 2015

27.11.2015 | 06:50 Uhr |

27. November 2015 +++ Cloud-Speicher-Alternative Upthere +++ Drehbuch von "Steve Jobs" gratis im Netz +++ Monday Night Football bald auf Apple TV? +++ Panasonics Post Focus macht Lytro Konkurrenz +++ Google Loon – so weit ist das Internet per Ballon +++ Macwelt Plus: Das Abo zum Spar-Preis +++ Optische TĂ€uschung – „Maus“ auf dem Mars gesichtet +++ Gema gewinnt – Provider zu Netzsperren verpflichtet

Was heute wichtig wird: 27. November 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wĂŒnscht einen Guten Morgen! Nein, es stimmt ganz einfach nicht, dass in Berlin und Anderswo die Advents- und WeihnachtsmĂ€rkte auf Druck muslimischer Zuwanderer in religionsneutrale "WintermĂ€rkte" umgewandelt werden. Derart benannte Ramsch-, Kitsch- und GlĂŒhweinveranstaltungen gibt es zwar vereinzelt - etwa am MĂŒnchener Flughafen - dass sie aber so heißen, hat unterschiedliche GrĂŒnde. Der Flughafen MĂŒnchen veranstaltet etwa seinen Markt von November bis weit in den Januar, wenn Weihnachten lĂ€ngst vorbei ist. Und ehrlich gesagt: Was Weihnachts-, Advents- und ChristkindlmĂ€rkte mit der Besinnung auf die Religion und christliche Werte zu tun haben, erschließt sich wirklich nicht so leicht. Wenn diese MĂ€rkte irgend etwas beleidigen, dann ja wohl noch am ehesten das Fest, auf das sie sich berufen.

An diesem Wochenende geht also der Wahnsinn wieder los, den Auftakt macht der Black Friday. In den USA hat der eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung, weil viele Einkommensschwache diesen Tag nutzen, um lange benötigte grĂ¶ĂŸere Anschaffungen zu tĂ€tigen. Seien es Waschmaschinen, Informationstechnik oder Unterhaltungselektronik: Der Black Friday fĂŒhrt in manchen Gegenden zu wahren VerteilungskĂ€mpfen. Hierzulande kennen wir das noch von den SchlussverkĂ€ufen im Sommer und Winter, der Einzelhandel hat hier aber schon lĂ€ngst deutlich mehr Freiheiten bei der Rabattierung, es konzentriert sich nicht alles auf den einen Tag.

Also sehen wir den Beginn der Adventszeit gelassen, gönnen uns einen ĂŒberteuerten und ĂŒberzuckerten GlĂŒhwein an einem Stand oder machen uns in der Innenstadt auf die Suche nach weniger kitschigen oder ramschigen Angeboten. Denn es gibt sie sehr wohl in der Adventszeit, die MĂ€rkte mit Charme. Vollkommen egal, ob die nun Christkindl-, Weihnachts-, Advents- oder Wintermarkt heißen. Peter MĂŒller

Lesetipps fĂŒr den Freitag

Lesestoff fĂŒr das Wochenende: Auch die Sorkin-Boyle-Verfilmung des Lebens von Steve Jobs scheint an den Kinokassen zu floppen, der Film mit Michael Fassbender in der Titelrolle lief in den meisten Kinos nur kurz. Noch schlimmer hat es "jOBS" mit Ashton Kutcher in der Titelrolle erwischt, das haben die Leute aber auf eben den Darsteller und das Drehbuch geschoben. Das von Oscar-PreistrĂ€ger Aaron Sorkin (The Social Network) verfasste Drehbuch des Films mit dem Fassbender-Jobs basiert bei den Fakten zwar auf der Biographie von Walter Isaacson, erlaubt sich aber an den notwendigen Stellen kĂŒnstlerische Freiheiten. Wer den Film im Kino verpasst hat und die DVD (oder die Ausleihe im iTunes Store) nicht mehr erwarten kann, der hat nun Gelegenheit, das Drehbuch zu lesen. Dieses steht als PDF kostenlos zum Download zur VerfĂŒgung - Universal Pictures hat es offiziell frei gegeben.

Der Appel und'n Ei : Die US-Football-Liga NFL schreibt die Übertragungsrechte fĂŒr den Monday-Night-Football neu aus, fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre werde die Rechte fĂŒr um die 4 Milliarden US-Dollar weggehen. Peter Kafka von Recode bringt Apple las neuen Rechteinhaber ins Spiel, der Forbes-Autor Eric Jackson sieht fĂŒr Apple darin eine Umsatzmöglichkeit von 24 Milliarden US-Dollar. Noch mĂŒsse man skeptisch sein, ob die NFL traditionelle GeschĂ€ftspartner aus dem TV-Business verlĂ€sst und auf das Internet als Übertragungsmedium setzt, aber Apple hĂ€tte anders als etwa Yahoo eine Reichweite zu bieten, die Rechteinhaber und - verwerter gleichermaßen zufrieden stellt.

Cloud-Speicher: Will man seine Daten ĂŒber mehrere GerĂ€te und Plattformen synchron halten geht nichts ĂŒber Apples iCloud. Die kostenlos angebotenen 5 GB sind aber mehr als mager. Mit Upthere bietet sich seit Herbst ein alternativer Service fĂŒr alle Nutzer von Macs, iPhone und iPads an, der Daten bislang in beliebiger Menge speichert - sie aber nicht synchronisiert. Hinter Upthere steckt Apples langjĂ€hriger Softwarechefentwickler Bertrand Serlet. Noch ist Upthere im Betastatus und komplett kostenfrei, was das Unternehmen spĂ€ter fĂŒr seinen Service verlangen wird, ist noch nicht bekannt.

Gegen den Trend: Der klassische PC ist zwar nicht tot, verliert aber immer mehr an Boden. Digitimes legt Zahlen fĂŒr den Gesamtmarkt 2015 vor: Demnach schrumpft dieser um zehn Prozent. WĂ€hrend MarktfĂŒhrer Lenovo seine VerkĂ€ufe einigermaßen stabil halten kann, legt Apple jedoch im Jahr 2015 um fĂŒnf Prozent zu, auch Dell kann noch ein leichtes Plus ausweisen und HP sein Niveau halten.

Panasonic-Kameras: Post Focus macht Lytro Konkurrenz

Per Firmware-Update bekommen die Bridge-Kamera FZ300 und die Systemkameras G70 und GX8 in dieser Woche von Hersteller Panasonic eine neue Funktion spendiert. Das so genannte Post-Focus-Feature soll Nutzern die nachtrĂ€gliche Änderung des Fokusbereichs erlauben.

Was bislang nur bei so genannten Lichtfeldkameras wie der Lytro möglich war, realisiert Panasonic ĂŒber einen Trick. Dabei nimmt die 4K-Videofunktion der Kameras 30 Serienbilder pro Sekunde auf. Die Fotos bieten eine Auflösung von acht Megapixeln und bis zu 49 unterschiedliche SchĂ€rfeschnitte.

Die Systemkamera mit der besten BildqualitÀt

Die Auswahl des gewĂŒnschten Fokusbereichs erfolgt ĂŒber das Touchscreen-Display der Kamera. Mit Post Focus lassen sich nicht nur Bilder retten, bei denen der Fokus ganz knapp am Ziel vorbeischießt. Über die Funktion können auch Fotos mit Focus-Stacking angefertigt werden. Hierbei wird ein Motiv mehrmals hintereinander jeweils mit leicht verĂ€ndertem SchĂ€rfepunkt fotografiert. Im Anschluss werden die Aufnahmen zusammengesetzt und ergeben eine Aufnahme mit großer SchĂ€rfentiefe.

Die neue Panasonic-Firmware steht auf der Website des Herstellers zum Download bereit . Sie kann per Speicherkarte auf die Kamera ĂŒbertragen werden. Mit der GH4 stellt Panasonic zudem eine weitere Kamera in Aussicht, die Post Focus bekommt. Das Update wird allerdings erst Anfang 2016 veröffentlicht.

Google Loon – so weit ist das Internet per Ballon (Update)

Google plant laut Businessinsider eine großrĂ€umige Erprobung von Project Loon in den USA. Das soll aus einem Antrag bei der Federal Communications Commission hervorgehen. Demnach beantragt Google die dafĂŒr nötige Funklizenz fĂŒr 50 US-Bundesstaaten und Puerto Rico. Die Erprobung soll am ersten Januar 2016 beginnen und 24 Monate dauern. In dem Antrag erwĂ€hnt Google aber Loon nicht explizit.

Bereits im Oktober hatte Google mitgeteilt, dass man Google Loon im Jahr 2016 in Indonesien testen wolle. In Kooperation mit örtlichen Telekommunikationsunternehmen.

Google Project Loon heißt das seit rund zwei Jahren laufende ambitionierte Projekt von Google fĂŒr die Internetanbindung von Regionen, in den man bisher kein Internet nutzen kann. Dazu werden Sender und EmpfĂ€nger an Gasballons befestigt, die mit Smartphones und Access Points auf der Erde kommunizieren.

DatenĂŒbertragung per LTE

Bei Google Loon kommt die Mobilfunktechnologie LTE zum Einsatz: Die Smartphones auf der Erde funken ihre Daten via LTE zu den Gasballons, diese geben die Daten untereinander ebenfalls ĂŒber LTE, eventuell aber auch ĂŒber eine andere Funk-Technologie, weiter, bis sie schließlich von einem der Ballone wieder zur Erde ĂŒbertragen und dort ins Netzwerk eingespeist werden. Neben Smartphones können auch andere LTE-GerĂ€te als Sender und EmpfĂ€nger zum Einsatz kommen. Die DatenĂŒbertragung zwischen den Ballons erfolgt laut Google mit 4 Gbit/s wĂ€hrend die DatenĂŒbertragung zur Erde mit um die 30 Mbit/s.

Die meisten Ballone nutzen dafĂŒr die weit verbreiteten FrequenzbĂ€nder 2,2 GHz und 2,6GHz. Jeder Ballon soll laut Google einen Radius von 40 Kilometern auf der Erde abdecken können. Mit dem 700-MHz-LTE-Band bereitet Google aber gerade einen Testlauf vor, um damit eine grĂ¶ĂŸere Abdeckung zu erreichen.

Eisige KĂ€lte

Die Gasballons befinden sich in rund 18,3 Kilometer Höhe ĂŒber der Erde. Die enorme Höhe bringt aber extrem eisige Temperaturen mit sich: Um die -65 Grad ist es dort kalt. Das mĂŒssen die in den Ballons verbaute Mobilfunktechnik und die Batterien aushalten.
Deshalb verbaut Google die gesamte Elektronik in einem durch Styropor isolierten Container, damit die Technik warm bleibt und die Akkus möglichst lange halten.

Die enorme KÀlte setzt aber dem Nylonmaterial des Ballons zu und lÀsst es spröde werden. Schmierstoffe wiederum werden bei diesen Temperaturen zÀh und schmieren nicht mehr richtig. Zudem sind die Ballons starker ultravioletter und kosmischer Strahlung ausgesetzt und deutlichen Druck-Unterschieden wÀhrend ihrer gesamten Reise. Durch die Druckunterschiede zieht sich das Helium in den Ballons zusammen beziehungsweise dehnt sich aus.

Die Steuerung erfolgt dadurch, dass man die Ballone steigen und sinken lÀsst, damit sie einen Windstrom erwischen, der sie in eine andere Richtung blÀst. Sie fliegen in einer doppelt so hohen Höhe wie kommerzielle Transportflugzeuge und werden vom Wind angetrieben.

100 Tage als Standard-Einsatzdauer

Die Ballone können mittlerweile sechs Monate ununterbrochen am Himmel schweben und funken, wie der bisherige Rekordhalter mit 187 Tagen Einsatzdauer beweist. StandardmĂ€ĂŸig plant Google aber mit einer Einsatzdauer von 100 Tagen pro Ballon am StĂŒck. Die Experimente laufen mit Vodafone in Neuseeland, mit Telstra in Australien und mit Telefonica in SĂŒdamerika (Argentinien und Chile). Und ĂŒber dem US-Bundesstaat New Mexico.

Damit Google die Position der einzelnen Ballons jederzeit kennt, funken diese ihre exakten Standortdaten ĂŒber das Iridium-Satelliten-Netzwerk an Google.

Neuerdings besitzt Google sogar ein automatisches Startsystem fĂŒr die Ballons. Das ist auch dringend nötig: Wenn Google aber tatsĂ€chlich alle Gebiete der Erde mit seinen Ballons an das Internet anschließen will, dann mĂŒssen Zehntausende Ballons zeitgleich in der Luft sein. Und bei einer Einsatzdauer von 100 Tagen pro Ballon mĂŒssen jeden Tag mehrere Hundert Ballons starten.

Wirtschaftlicher Nutzen fĂŒr Google

Angesichts dieses enormen Aufwands stellt sich die Frage nach dem kommerziellen Nutzen fĂŒr Google. Google Ă€ußert sich dazu nicht. Google will Loon aber offensichtlich nicht fĂŒr Endkunden zugĂ€nglich machen, sondern sucht stattdessen Mobilfunkprovider als Partner. Unter dem Gesichtspunkt Wirtschaftlichkeit spielen natĂŒrlich auch die Kosten pro Ballon eine große Rolle: Google will nach eigener Aussage die Produktionskosten fĂŒr einen serienreifen Ballon auf 10.000 US-Dollar drĂŒcken. Dieses Ziel habe man noch nicht ganz erreicht, sei ihm aber schon nahe gekommen.

Weitere Internetverbindungs-Projekte: Titan und SpaceX

Neben Google Loon gibt es mit Titan noch ein weiteres experimentelles Projekt zur DatenĂŒbertragung. Bei Titan ĂŒbernehmen solarbetriebene Flugzeuge die Aufgabe der Ballone. Außerdem beteiligt sich Google an der Raumfahrtfirma SpaceX (von Tesla-GrĂŒnder Elon Musk) um ein Netz von erdnahen Satelliten fĂŒr den Internetempfang aufzubauen.

Facebook testet Riesen-Flugdrohne

Facebook wiederum experimentiert mit Riesen-Flugdrohnen zur DatenĂŒbertragung: Aquila. Die 43 Meter breite Drohne soll in rund 20 Kilometern Höhe ĂŒber der Erde schweben und abgelegene Gegenden mit dem Internet verbinden.

Macwelt Plus: Das Abo zum Spar-Preis

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Optische TĂ€uschung – „Maus“ auf dem Mars gesichtet

Nachdem die NASA-Sonde Curiosity Bilder vom Mars ĂŒberliefert hat, glaubt nun ein Hobby-Astronom, einen Beweis fĂŒr Leben auf dem roten WĂŒstenplaneten gefunden zu haben.

Laut dem YouTube-Kanal „ArtAlienTV“ zeigt eins der Bilder eine „riesige Maus“, die sich auf der OberflĂ€che des Mars bewegen soll, aufgenommen am 1. November 2014. WĂ€hrend sich die NASA noch nicht zu dieser „Entdeckung“ Ă€ußern wollte, behauptet Joe White , der GrĂŒnder des YouTube-Kanals, dass diese „offensichtliche“ Kreatur um die „60 bis 90 Zentimeter“ groß sein könnte.

Curiosoty hat dieses Bild an ihrem 509. Mars-Tag aufgenommen, welches in der Fachsprache auch als Sol bezeichnet wird. Ein Sol dauert nur wenige Minuten lĂ€nger als ein Tag auf der Erde: Ein Tag auf dem Mars, also ein Sol, entspricht 24 Stunden und 37 Minuten. In einem Interview mit der Daily Mail gab White zu, dass die vermutete Maus auch „eine optische Illusion sein könnte“. Allerdings soll sie nach der Auffassung von White „große Ohren, Nase und deutlich sichtbare Augen“ haben.

Mit dramatischer Musik unterlegt und mehrfach an das Objekt herangezoomt, kann man sich sehr leicht vorstellen, dass auf dem Mars vielleicht tierÀhnliche Lebewesen leben. Oder aber es sind Mars-Steine, in deren Existenz zu viel hineininterpretiert wird. Aber sehen Sie selbst:

Fehlinterpretationen haben auf dem Mars eine besondere Geschichte. Schon 1877 wollte der Astronom Giovanni Schiaparelli Strukturen erkannt haben, die er "Canali" nannte. Schiaparelli hatte indes nie behauptet, dass diese Strukturen kĂŒnstlichen Ursprungs seien, die Übersetzung "KanĂ€le" ist falsch, mit dem Wort ist eher "Rinnen" gemeint. Die meisten dieser Strukturen erwiesen sich jedoch als optische TĂ€uschungen, die Fantasie von Schriftstellern war damit aber befeuert. Das ist im Falle der Mars-Maus aber eher unwahrscheinlich...

Gema gewinnt – Provider zu Netzsperren verpflichtet

Verloren und doch gewonnen. So könnte man die Konsequenzen aus den jĂŒngsten Urteilen des BGH fĂŒr Gema und die Musikindustrie umschreiben.

Die beiden Verfahren

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in zwei Revisionsverfahren (Aktenzeichen I ZR 3/14 und I ZR 174/14) zwar gegen die KlĂ€ger entschieden. Die KlĂ€ger (in einem Fall die Gema, in dem anderen Fall laut Spiegel online die Musikkonzerne Universal Music, Sony und Warner) hatten von den Internetprovidern (bei der Gema-Klage handelt es sich laut Spiegel um die Deutsche Telekom, bei der anderen Klage um das deutsche Tochterunternehmen von Telefonica) gefordert, dass diese den Zugang zu zwei Webseiten (3dl.am und Goldesel.to) sperren, weil darĂŒber illegale Musikdownloads ermöglicht werden (Störerhaftung).

Illegale Musikdownloads verlinkt

So gab es auf 3dl.am Linksammlungen, „die das Herunterladen urheberrechtlich geschĂŒtzter Musikwerke ermöglichten, die bei Sharehostern wie RapidShare, Netload oder Uploaded widerrechtlich hochgeladen worden waren“, wie der BGH schreibt. Auf goldesel.to wiederum konnte „auf eine Sammlung von zu urheberrechtlich geschĂŒtzten Musikwerken hinfĂŒhrenden Links und URLs zugegriffen werden, die bei dem Filesharing-Netzwerk eDonkey widerrechtlich hochgeladen worden waren.“

Der BGH lehnte beide Forderungen ab. Weder die Deutsche Telekom noch Telefonica mĂŒssen als Access-Provider den Zugang auf die besagten Webseiten sperren.

Netzsperren grundsÀtzlich möglich

Aber: Der BGH entschied keineswegs generell gegen Netzsperren: “Ein Telekommunikationsunternehmen, das Dritten den Zugang zum Internet bereitstellt, kann von einem Rechteinhaber grundsĂ€tzlich als Störer darauf in Anspruch genommen werden, den Zugang zu Internetseiten zu unterbinden, auf denen urheberrechtlich geschĂŒtzte Werke rechtswidrig öffentlich zugĂ€nglich gemacht werden.“

Störerhaftung fĂŒr Internetprovider

Zur Störerhaftung stellte der BGH fest: „Als Störer haftet bei der Verletzung absoluter Rechte (etwa des Urheberrechts oder eines Leistungsschutzrechts) auf Unterlassung, wer - ohne TĂ€ter oder Teilnehmer zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adĂ€quat-kausal zur Verletzung des geschĂŒtzten Rechtsguts beitrĂ€gt, sofern er zumutbare PrĂŒfungspflichten verletzt hat. Das deutsche Recht
muss deshalb eine Möglichkeit vorsehen, gegen Vermittler von InternetzugĂ€ngen Sperranordnungen zu verhĂ€ngen.“

Zumutbare Anstrengungen sind Voraussetzung fĂŒr Netzsperren

Der BGH verlangt aber, dass die KlĂ€ger ernsthaft versuchen mĂŒssen (wörtlich heißt es: „zumutbare Anstrengungen“ unternehmen mĂŒssen), um die IdentitĂ€t der Betreiber der illegalen Downloadwebseiten oder deren Host-Providern zu ermitteln. DafĂŒr könnten die KlĂ€ger beispielsweise Detekteien beauftragen oder staatliche Ermittlungsbehörden einschalten. FĂŒhren diese Maßnahmen aber nicht zu einem Erfolg und entstehe dadurch eine RechtsschutzlĂŒcke, dann hĂ€lt es der BGH fĂŒr zumutbar, dass Zugangsprovider wie Telekom, Vodafone oder O2 im Rahmen der Störerhaftung verpflichtet werden, den Zugriff auf die besagten Webseiten zu sperren.

In den beiden jetzt verhandelten FĂ€llen hatten Gema und die Musikunternehmen diese „ernsthaften“ Schritte eben nicht unternommen. Deshalb lehnte der BGH in diesen FĂ€llen die Netzsperren ab. Doch das Urteil ist eben keine generelle Entscheidung gegen Netzsperren.

In den Vorinstanzen waren Gema und die Musikunternehmen ebenfalls gescheitert.

Der BGH stellte zudem fest, dass Webseiten nicht nur dann gesperrt werden mĂŒssen, „wenn ausschließlich rechtsverletzende Inhalte auf der Internetseite bereitgehalten werden, sondern bereits dann, wenn nach dem GesamtverhĂ€ltnis rechtmĂ€ĂŸige gegenĂŒber rechtswidrigen Inhalten nicht ins Gewicht fallen“.

Stellungnahme der Gema

Die Gema schreibt in einer Stellungnahme: „Wir begrĂŒĂŸen das Urteil des BGH. Diese Grundsatzentscheidung war lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig, denn sie ist wegweisend fĂŒr den Schutz der Rechte unserer Urheber im digitalen Musikmarkt. Endlich haben wir Rechtsklarheit darĂŒber, dass Zugangssperren von Webseiten, die illegal urheberrechtlich geschĂŒtzte Musikwerke massenhaft anbieten, zulĂ€ssig sind. Ein wichtiger Schritt zur BekĂ€mpfung der Internetpiraterie.“

Antwort vom Rechtsanwalt: Was im Internet erlaubt ist

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