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Morgenmagazin vom Freitag, 28. Oktober

28.10.2016 | 06:49 Uhr |

Macbook Pro 2016 mit Touch Bar +++ Nur noch Thunderbolt 3: Konsequenter Verzicht auf Schnittstellen +++ App TV dient als Programmguide +++ Satan 2: Russland baut Atomrakete mit 16 Sprengköpfen +++ Wer haftet bei Identitätsdiebstahl im Internet +++ Tesla macht 22 Mio. US-Dollar Gewinn +++ Apps im iTunes Store zurückgeben

28. Oktober: Neues aus dem Apple Store

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Mal sehen, wie lange es dauert, bis das Internet, Abteilung Apple-Bashing, das Escape-Gate ausruft. Denn das ist die schlechte Nachricht, die von gestern übrig bleibt: Die neuen Macbook Pro mit Touch Bar haben keine fest stehende esc-Taste mehr. Diese ist für alle nützlich, für viele Anwender sogar lebensnotwendig und wenn Apple sie ohne Not einfach gestrichen hätte, wäre das in der Tat ein Grund dafür, "Skandal!" zu rufen. Aber sie ist nicht weg. Erstens gibt es das neue Macbook Pro 13 Zoll noch mit den festen Funktionstasten, zweitens tauchen links oben in der Touch Bar die drei vertrauten Buchstaben immer dann auf, wenn man sie benötigt. Die Gerüchte vom Tod der Escape-Taste sind also übertrieben, und sogar den uralten analogen Audio-Ausgang in Form einer Klinkenbuchse hat Apple behalten.

Natürlich mussten Tim Cook, Phil Schiller und Craig Federighi kräftig auf die Pauke hauen, aber die Touch Bar in eine Reihe zu setzen mit spektakulären Neuerungen wie dem Trackpad, Wi-Fi oder dem Unibodygehäuse, wie sie Apple zuerst in seine Mobilrechner einbaute, ist nicht verkehrt. Das neue Bedienkonzept mag endlich die Lösung dafür sein, wie man das einfache und intuitive Touch mit Hochleistungscomputer und -programmen verknüpft. So malt man nicht mit seinen dicken Fingern direkt in einem Bild herum, von dem man dann gar nichts mehr sieht, sondern bekommt Werkzeuge in unmittelbarer Nähe des Bildschirms in die Hand. Gleichwohl werden wir viel zu lernen haben, um aus der Touch Bar das Maximum dessen herauszuholen, was in ihr steckt. Leider hat der Spaß seinen Preis, 2000 Euro muss man mindestens ausgeben, um in den Genuss der neuen Computerevolution (genau, ohne zweites "r") zu kommen. Das kann sich aber durchaus lohnen. Wir hatten ja schon gestern an dieser Stelle beschlossen, am heutigen Weltspartag das Sparschwein nicht auf der Bank zu schlachten, sondern besser im Apple Store... Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Die Kunst des Weglassens I: Am neuen Macbook Pro findet man nur noch vier Thunderbolt-3-Buchsen, die aussehen wie USB-C-Ports. Wie schon im Fall des Verzichts auf die Klinkenbuchse im iPhone 7 hat das Konsequenzen für bestehende Peripherie. Einen Adapter UBS-C auf USB 3 hat Apple schon seit Frühjahr 2015 im Angebot, nun kommt noch einer für die Verbindung von Thunderbolt 3 auf Thunderbolt 2 hinzu. Im Lieferumfang des neuen Macbook Pro ist er freilich nicht enthalten, sondern kostet 49 US-Dollar extra.

Die Kunst des Weglassens II: Nicht nur die Kosten für den Thunderbolt-Adpater muss man also bei der Neuanschaffung eines Macbook Pro mit einkalkulieren, sondern auch noch die für weitere Peripherie. Dam Macbok Pro hat Apple noch weitere Schnittstellen gestrichen, vor allem der fehlende SD-Karten-Slot wird viele Fotografen vor Probleme stellen. Aber auch andere Technologien, die ihre Freunde hatten, hat Apple weggelassen. Etwa den Magsafe-Stecker oder den HDMI-Ausgang (Adapter notwendig!). Wer auf starre Funktionstasten besteht, kann immerhin noch das Modell ohne Touch Bar kaufen, aber auch das Macbook Air 11 Zoll und sogar das Macbook Pro 13 Zoll mit DVD-Laufwerk und ohne Retina-Display ist nun doch aus dem Angebot verschwunden.

Die Zusammenfassung der gestrigen Keynote und weitere Meldungen:

Hello again

Wie üblich hat die Keynote erst einmal langsam begonnen, doch bevor Tim Cook einige Updates zum iPhone, iOS 10 und dem jüngsten Update auf iOS 10.1 (mit dem Portrait-Modus für die Kamera des iPhone 7 Plus) gegeben hat, eröffnete die Veranstaltung mit dem obligatorischen Promo-Video. Doch diesmal griff aber Apple ein wichtiges Thema auf, das sonst immer nur kurz kommt: Apple legt großen Wert auf Accessibility, also das Prinzip, das seine Geräte auch von Menschen mit Behinderungen aller Art bedienen lassen. So hat die Apple Watch seit watchOS 3 auch die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern im Blick, Apple-Software lässt sich barrierefrei bedienen, niemand wird ausgeschlossen. Zwar ist das Video eindeutig werblich, doch zeigt es eindrucksvoll, wie Apple auch die Bedürfnisse von Behinderten im Auge hat. Apple hat zudem eine neue barrierefreie Website ins Leben gerufen. Doch vor allem drehte sich der Abend um eine neue TVSoftware und beeindruckende neue Hardware.

Die Zukunft des TV sind Apps, dieses Dogma hat Apple im letzten Jahr ins Leben verkündet. Anscheinend hat Apple die Verhandlungen mit Fernsehsendern und Kabelbetreibern über einen IP-basierten TV-Service aufgegeben  und lässt nun Fernsehschaffende und Rechteinhaber ihre Inhalte in alle mögliche Apps einfließen. Das Problem ist nun: Wie findet man seine gewünschten Inhalte, wenn man nicht mehr weiß, welcher Sender sie in welche Apps einspeist? Die universale Suche von tvOS 10 ist ein erster Schritt, doch wer sagt mir, was wo läuft und sich das Einschalten lohnt? Auch dazu hat Apple als Lösung eine App vorgesehen, die schlicht TV heißt. Die App lässt sich in etwa als ein Programmguide verstehen, der übersichtlich alle Serien und Filme zeigt, für die sich der Anwender interessiert. Das passiert so ähnlich schon in der Musik-App, nur greift die App TV auf Apps von Dritten zu und leitet den Nutzer dort hin, wenn er sich für einen bestimmten Inhalt interessiert. TV zeigt auch Inhalte, die in Apps verteilt werden, die noch gar nicht installiert sind - ein Klick spielt die gefragte App auf und führt zur Anmeldung. TV ist nicht nur für das Apple TV gedacht, sondern lässt sich auch auf iPad und iPhone installieren. Natürlich lässt sich TV auch mit Siri bedienen. Siri hat auch dazu gelernt, was Live-TV betrifft. Über die Fernbedienung kann man einfach dem Apple TV sagen, dass man nun die CBS-News sehen möchte und das Apple TV holt den Stream auf den Bildschirm. Das funktioniert auch für Sport-Events, doch ist das auf US-Sport konzentriert. Für Eindhoven gegen Bayern nächsten Dienstag kommt das zu früh... Das Apple-TV entwickelt sich aber immer mehr zur Ernst zu nehmenden Alternative für Cord-Cutter, die der überbordenden Angebote der Kabelprovider längst überdrüssig geworden sind: 57 Channels and nothing on. Die App TV wird es ab Dezember geben, für tvOS 10 und iOS 10. Mehr zu TV lesen Sie hier...

Doch, Apple ist nach wie vor auch der Mac-Hersteller aus Cupertino, Tim Cook rühmt erneut das jüngste Betriebssystem macOS Sierra, das natürlich "das beste bisher" ist. Und doch greift Tim Cook auf die Geschichte zurück und erinnert an Apples erstes Powerbook, das vorgestern vor 25 Jahren herausgekommen war. Apple sei aber noch bei anderen Technologien Pionier gewesen: Das erste Trackpad, das erste Notebook mit Wi-Fi und das erste Notebook mit Retina-Display gehen auf Cupertinos Konto. Nicht weniger als eine weitere Revolution in der Tradition von Powerbook, iBook und Unibody-Macbook soll also das Gerät von heute sein. Und schon das Promo-Video mit den Vorgängern ist beeindruckend: Das neue Macbook Pro ist "absolut unglaublich", wie Phil Schiller näher auszuführen gedenkt. Das dünnste und leichteste Macbook Pro der Geschichte kommt in 13 und 15 Zoll in den Farben Silber und Spacegray. Das 13-Zöller: 17 Prozent dünner, 24 Prozent weniger Volumen, nur noch drei Pfund schwer, ein halbes Pfund eingespart: "Absolut erstaunlich und schön". Das 15er ist auch noch 14 Prozent dünner und 20 Prozent weniger voluminös, das Gewicht beträgt nur gut zwei Kilogramm.

Das Force-Touch-Trackpad wird doppelt so groß, die Tastatur bekommt den vom Macbook bekannten Schmetterlingsmechanismus. Und natürlich sind die Funktionstasten verschwunden und werden durch eine OLED-Leiste ersetzt. Die starren Funktionstasten sind ein Relikt aus der Computergeschichte, wie Phil Schiller anhand einer IBM-Workstation aus den Siebzigern zeigt. Im Übrigen hat die Touch Bar genannte Leiste sehr wohl eine esc-Taste, sie ist eben links oben eingeblendet, aber nur dann, wenn man sie braucht und sie Sinn ergibt. Die Touch Bar blendet immer nur die Befehle ein, die man in einer bestimmten Situation auch benötigt. Und das ist nicht nur hilfreich, sondern eröffnet völlig neue Bedienkonzepte. Die Maus, respektive das Trackpad ist damit nicht abgeschafft, wirkt aber auf einmal als ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Mit Touch wird die Interaktion mit dem Computer viel unmittelbarer.

Den Mac kann man künftig auch mit seinem Fingerabdruck entsperren, rechts oben ist die Elektronik für die von iOS-Geräten bekannte Touch ID eingebaut. Die Toch Bar versteht sich beispielsweise auch auf Quicktype, was beim Verfassen von Mails beispielsweise recht praktisch ist. Selbst Emoji blendet die Touch Bar bei Bedarf ein. Sogar die Navigation über offene Tabs in Safari und die Favoriten des Browsers ist möglich. In Fotos übernimmt die Touch Bar mittels Darstellung von Thumbnails die Navigation durch die eigenen Bilder, die damit mehr Platz auf dem Bildschirm bekommen. Sogar Werkzeuge zur Bildbearbeitung lassen sich über die Touch Bar nutzen. Jede Werkzeugleiste in der Touch Bar lässt sich zudem konfigurieren und somit seinen eigenen Workflows anpassen.

Besonderer Clou der Touch ID: Mit einem Tipp auf die Touch Bar rechts oben lässt sich der schnelle Benutzerwechsel einleiten, wenn mehrere User ihre Fingerabdrücke hinterlegt haben. Bisher sind aber die Möglichkeiten der Touch Bar auf Apples eigene Apps beschränkt, Entwickler können ihre Programme aber daran anpassen - erste haben das schon getan.

Welche Möglichkeiten die Touch Bar hat, zeigt Apple etwa anhand der Videoschnittsoftware Final Cut und auch Adobe hat Photoshop bereits angepasst. Und dabei unter anderem auch alte mit neuen Welten zusammengeführt. So kann man etwa mit der einen Hand über das Trackpad einen Pinsel führen und mit der anderen währenddessen die Farbe anpassen. Fertig ist das allerdings noch nicht, Adobe will die neuen Funktionen bis Ende des Jahres in ein Update für die Creative Cloud bringen.

Für DJs erweist sich die Touch Bar ebenso als sehr nützlich. Kein Herumgefahre mehr mit der Maus, um die gewünschten Werkzeuge aufzurufen und zu nutzen, alles lässt sich mit der Multitouch-Leiste erledigen, wie das Demo von djay Pro beweist. Die Touch Bar kann bis zu zehn gleichzeitige Inputs erkennen und verarbeiten - mehr Finger haben wir ja auch nicht.

Sogar Microsoft hat versprochen, die Unterstützung der Touch Bar in seine Office-Programme zu integrieren, viele weitere App-Entwickler haben Lösungen in Arbeit.

Den Bildschirm hat Apple zudem besser gemacht und natürlich soll auch die CPU so schnell sein wie noch nie zuvor. Im 15-Zöller stecken  i7-Chip der sechsten Generation (Skylake) und erstmals eine AMD-Grafikkkarte der Polaris-Reihe. Leiser sollen die Lüfter werden, die Lautsprecher wegen eines größeren nutzbaren Volumens dafür lauter. Das 13er kommt mit Intel-Iris-Grafik und wahlweise i5- oder i7-Prozessoren.

Befürchtungen, Apple würde nur noch mehr auf USB-C setzen, erfüllen sich nicht - es sieht nur so aus: Jedes Macbook hat vier Thunderbolt-3-Ports, über jeden dieser kann man das Notebook auch aufladen. Thunderbolt 3 bietet dazu Display-Port und Ethernet. Es reiht ein Port, um  5K-Display anzusteuern und darüber auch weitere Peripherie. Sogar zwei große Monitore gelichzeitig kann das Macbook Pro nutzen, wenn auch nur in 4K-Auflösung.

Das Macbook Air, von dem viele dachten, es würde aus dem Handel genommen, wird Apple weiter verkaufen. Doch gibt es das dünne und leichte Macbook Pro auch in der herkömmlichen Varianten mit Funktionstasten und nur mit zwei Thunderbolt-3-Ports. Das Macbook Pro mit Funktionstasten gibt es ab 1700 Euro, das mit Touch Bar ab 2000 Euro und das 15-Zöller ab 2700 Euro. Bestellen kann man die neuen ab sofort, das mit Funktionstasten gibt es auch schon jetzt zu kaufen, die Modelle mit Touch Bar brauchen noch drei bis vier Wochen. Nicht mehr im Angebot sind das Macbook Air mit 11 Zoll und das vor vier Jahren vorgestellte Macbook Pro 13 Zoll mit DVD-Laufwerk. Stattdessen hält Apple ein Einsteiger-Macbook-Pro der bisherigen Modellreihe für Preise ab 1450 Euro bereit. Dieses hat noch die alten Schnittstellen und lässt sich mit zusätzlichem Arbeitsspeicher und SSD auch bis zu einem preis jenseits der 3000 Euro konfigurieren.

Mehr Details zu den neuen Macbook Pro lesen Sie hier

Die Touch Bar ist gewiss ein völlig neues Konzept, das eine eigene Präsentation verdient hat, doch werden einige Zuschauer der mit knapp 90 Minuten nur recht kurzen Keynote etwas vermisst haben. Mac Pro und Mac Mini bleiben unverändert. Kein Wort hat Apple auch über weitere Pläne mit Apple Pay verlauten lassen, Deutschland wird also weiter warten müssen.

Satan 2: Russland baut Atomrakete mit 16 Sprengköpfen

Russland hat Fotos einer neuen Trägerrakete für Atomsprengköpfe vorgestellt, die Länder von der Größe Frankreichs verwüsten können. Die Rakete namens RS-28 Sarmat wird in NATO-Kreisen nur Satan 2 genannt und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 7 Kilometern pro Sekunde. Durch das hohe Tempo soll sie Raketenabwehrschilde überwinden können, auch Radar könne die Bombe nicht orten.

Satan 2 kann 16 nukleare Sprengköpfe mit einer Sprengkraft von 40 Megatonnen transportieren. In Zukunft soll die Rakete die älteren SS-18-Satan ablösen, die schon seit 30 Jahren vorgehalten werden. Entsprechende Verträge wurden bereits 2011 unterzeichnet, in Dienst gestellt wird Satan 2 voraussichtlich erst 2018.

Die maximale Reichweite der Rakete liegt bei 10.000 Kilometern. Damit könnte eine in Moskau abgeschossene Rakete problemlos London oder andere europäische Städte erreichen. Auch Städte an der US-Küste wären von Russland aus angreifbar.

Wer haftet bei Identitätsdiebstahl im Internet

Hacker verschaffen sich Zugang zu den Servern großer Online-Dienste, etwa zum sozialen Netz Linkedin . Von dort entwenden Sie alle Anwenderdaten, die sie bekommen können und bieten diese Daten in Untergrundforen an. Die meisten Nutzer fürchten nach solchen Diebstählen meist den Zugriff auf eines Ihrer Online-Konten, allen voran das Konto bei der Online-Bank oder bei einem Bezahldienst wie Paypal. Wie viele Konten betroffen sind, hängt meist davon ab, für wie viele Konten das Opfer dasselbe Passwort verwendet hat.

Dramatische Folgen kann ein Identitätsdiebstahl im Internet aber nicht nur nach den Zugriff auf Finanzkonten haben. Kriminelle nutzen gestohlene Identitäten unter anderem auch dazu, einen Online-Shop auf diesen Namen zu erstellen. Die Daten aus dem Identitätsdiebstahl werden dann einfach für das Impressum des Webshops genutzt. Über den Shop verkaufen die Kriminellen zum Beispiel gefälschte Kleidung als Markenware.

Probleme bekommt das Opfer des Identitätsdiebstahls entweder, wenn den Kunden des Shops der Schwindel auffällt, etwa weil die Qualität der Ware schlecht ist, oder wenn der Markenhersteller den nicht autorisierten Shop entdeckt und gegen den vermeintlichen Betreiber vorgeht. Bei einer anderen Masche bestellen die Kriminellen auf den Namen einer gestohlenen Identität bei Onlineshops. Die Ware geht an eine Deckadresse der Betrüger. Das Opfer erhält die Rechnung.

In allen Fällen flattern dem bis dahin völlig ahnungslosen Opfer Forderungen von mehreren Tausend Euro ins Haus. Die Frage, wer für den Schaden haftet, beantwortet Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht und Partner der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke. Auf der Website der Kanzlei finden Sie über www.pcwelt.de/MVt57T die wichtigsten Tipps für Opfer von Identitätsdiebstahl. Zu dem Problem von Online-Shops, die mit gestohlnen Identitäten geführt werden, meint Solmecke: „Wer nachweislich nichts von dem Online-Shop wusste, muss auch nicht haften. Betroffene sollten eine Strafanzeige erstellen, sobald sie von dem Datenklau erfahren. Trudelt eine teure Abmahnung eines Markenrechtsinhabers ins Haus, können die Betroffenen die Strafanzeige vorlegen und damit deutlich machen, dass der Online-Shop nie von ihnen betrieben worden ist.“

Auch für Opfer, auf deren Namen Waren bestellt wurden und die daraufhin eine Rechnung erhalten, sieht Solmecke keine Pflicht zur Bezahlung. Der Rechtsanwalt meint: „Für nicht von Betroffenen veranlasste Bestellungen kann dieser nicht zur Verantwortung gezogen werden. Der Betreiber des Online-Shops muss erst einmal nachweisen, dass die Bestellung vom Nutzer getätigt wurde. Genauso wie beim gefälschten Online-Shop erst einmal nachgewiesen werden muss, dass derjenige, der im Impressum steht auch tatsächlich etwas mit dem Online-Shop zu tun hat“.

Wer eine Rechnung für eine Bestellung erhält, die er sicher nicht getätigt hat, soll sich auch nicht durch ein Inkassounternehmen einschüchtern lassen, das die Onlineshop-Betreiber eingesetzt haben. Hier rät Solmecke: „Die Betroffenen sollten sofort eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten und auch die Auskunfteien, wie die Schufa, darüber informieren, dass sie Opfer eines Identitätsdiebstahl wurden.“

Tesla macht 22 Mio. US-Dollar Gewinn

E-Auto-Hersteller Tesla hat in dieser Woche seine aktuellen Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Mit einem Gewinn in Höhe von 22 Millionen US-Dollar überraschte das Unternehmen dabei sogar die Börsen-Analysten.

Seit mehr als drei Jahren hatte Tesla mit Verlusten zu kämpfen. Das dritte Quartal lief für das Unternehmen nach langer Durststrecke sehr gut. Tesla verbuchte zum zweiten Mal in der Firmengeschichte einen Gewinn. Der Umsatz stieg auf 2,15 Milliarden US-Dollar. Auch die Produktionszahlen konnte das Unternehmen steigern. Im dritten Quartal rollten insgesamt 25.185 E-Autos vom Band, 24.821 von ihnen wurden an Kunden ausgeliefert. Damit erreicht Tesla im Vergleich zum zweiten Quartal eine Steigerung von 37 Prozent. In den nächsten beiden Quartalen will der Konzern jeweils 25.000 Wagen ausliefern.

Die Geschäftszahlen wirken sich auch positiv auf Teslas Aktienkurs aus. Nach Börsenschluss stieg dieser gestern um sechs Prozent.

Apps im iTunes Store zurückgeben

Wenn Sie im App Store oder im iTunes Store einen Kauf tätigen, egal ob auf dem Mac oder iPhone, dann können Sie diesen innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf wieder rückgängig machen. Der Kaufbetrag wird Ihnen in diesem Fall automatisch zurück erstattet. Gründe für eine Rückgabe gibt es viele: Eine App läuft nicht wie gewünscht oder statt einem Album von Metallica haben Sie aus Versehen ein Album von Justin Bieber gekauft.  

Diese Käufe können Sie Rückgängig machen

Das gilt für alle Käufe von Musik, Filmen und TV-Sendungen, Apps für macOS und iOS sowie für Bücher aus dem iBook Store. Übrigens: Auch In-App-Käufe können Sie so wieder stornieren. Sie brauchen keine Gründe angeben, warum Sie einen Kauf widerrufen möchten.

So bekommen Sie Ihr Geld zurück

Öffnen Sie die Seite https://reportaproblem.apple.com . Sie gelangen zu der Apple-Seite „Problem melden“. Nachdem Sie Ihre Apple-ID angegeben haben, gelangen Sie zu der Übersicht Ihrer Käufe. Rechts vom jeden Kauf können Sie über „Problem melden“ aus mehreren vorgegebenen Problemen wählen. Möchten Sie einen Kauf rückgängig machen, dann wählen Sie je nach Kauf „Ich möchte diesen Kauf stornieren“ oder „Artikel versehentlich gekauft“. Es kann vorkommen, dass ein Mitarbeiter von Apple den Antrag prüft. In diesem Fall erhält man bei der App den Hinweis „Ausstehend“. Ist der Betrag zurückerstattet, dann ist der Kauf mit dem entsprechenden Hinweis „Rückerstattet“.

Innerhalb von sieben Geschäftstage erhalten Sie Ihr Geld auf das Bankkonto zurück, das Sie in Ihrer Apple-ID angegeben haben. Haben Sie keine Kontoverbindung angegeben, sondern verwenden eine Guthabenkarte, dann wird der Betrag als Guthaben Ihres Apple-Accounts gutgeschrieben.

Fazit: iTunes-Käufe einfach rückgängig machen

Apple bietet eine sehr problemlose und leichte Möglichkeit, iTunes-Käufe zu stornieren. Dies muss allerdings innerhalb von 14 Tagen ab dem Kauf geschehen. Diese Storno-Möglichkeit sollte man allerdings nicht über Gebühr beanspruchen. Denn widerruft man all zu oft Käufe von Apps, Filmen oder Musik, kann Apple entsprechend reagieren. Apple bietet auf seiner Seite weitere Informationen zur Rückgabe gekaufter Artikel an, auch für jene aus dem Apple Store: http://www.apple.com/de/shop/help/returns_refund

Serviceseite: https://reportaproblem.apple.com

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