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Morgenmagazin vom Freitag, 29. April 2016

29.04.2016 | 06:58 Uhr |

Trend geht zum konvertiblen Tablet +++ Auch andere Smartphone-Hersteller verlieren +++ Update für iMovie +++ Patent zur Autokorrektur soll Missverständnissen vorbeugen +++ Deutsche Telekom: Stärke Sicherheitsmaßnahmen für Industrieanlagen +++ Facebook und WhatsApp melden neue Rekorde +++ Bitcoins: Steam akzeptiert Kryptowährung als Zahlungsmittel +++ Gefälschte Seite täuscht Jailbreak für iOS 9.3.2 vor +++ Pilot statt Computer fliegt nächsten Bundeswehr-Kampfflieger

29. April: Tanz in den Mai

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Endlich Freitag, endlich zieht sich der Winter endgültig in raue Berge zurück. Die Schauer körnigen Eises, die er in der zu Ende gehenden Woche fliehend nur über die grünende Flur geschickt hat, haben doch arg genervt. Wetterlagen wie diese Ende April sind wir anscheinend gar nicht mehr gewohnt. Aber auch in der Vergangenheit waren sie glücklicherweise eher selten aufgetreten. Wir erinnern uns aber an ein Bundesligaspiel im Jahre 1980, das für Ende April in München angesetzt war und einem halben Meter Schnee auf dem Dach des Olympiastadions zum Opfer fiel. Das Derby Bayern gegen Sechzig wurde auf den 10. Mai verschoben, an dem die Roten mit einem 6:1 einen großen Schritt zu ihrer sechsten Meisterschaft machten. An diesem Wochenende keine 36 Jahre später könnte für die Bayern Titel Nummer 26 anfallen, das Spiel am Samstag muss ja nicht gleich 6:1 ausgehen. Eine Wetter bedingte Absage wird es aber nicht geben.

So tanzen wir beschwingt in den Mai, auch dann, wenn wir einem anderen Verein die Daumen drücken oder uns Ballsport gar nicht interessiert. Schon heute feiern Tänzer in Erinnerung an den Gründer des modernen Balletts Jean-Georges Noverre, der am 29. April 1727 zur Welt kam, den Welttag des Tanzes. Morgen dann steigt der Welttag des Jazz, jener einzigartigen Weltmusik, die nur im Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Kulturen entstehen konnte und die nicht nur die Herzen anrührt und den Kopf erfrischt, sondern auch in die Beine geht. Oder sogar den ein oder anderen Hexenbesen beseelt, der in der Nacht auf den Sonntag auf dem Brocken den Mai begrüßt. Wir wünschen ein beschwingtes, sonniges Wochenende und sehen uns am Montag an gleicher Stelle wieder. Wie unsere Wetter-Apps verkünden, wird der Wochenbeginn ja eher wieder mau. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Alle Wetter: Am besten schätzt man das aktuell Wetter ein, wenn man aus dem Fenster schaut oder gleich vor die Tür geht. Aber was ist mit der Lage in ein paar Stunden oder morgen und übermorgen? Hier liefern unterschiedliche Apps unterschiedlich zuverlässige Prognosen. Welche Apps glaubwürdiger sind als andere und warum es Meteorologen schwer haben, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Überraschungserfolg : Das iPhone ist kein singuläres Produkt mehr, sondern zu einer Produktreihe angewachsen, mit dem iPhone SE besetzt Apple zudem einen neuen Preispunkt. Tim Cook selbst räumt ein, dass sich das neue Modell besser als erwartet verkauft. Womöglich wird Apple daher sein Angebot nochmals ausweiten, meint Jason Snell.

Patent: Der Erfinder der Autokorrektur ist bekanntlich ein Astloch, aber mit missverständlichen Korrekturen, die harmlose Worte mit oder auch ohne Tippfehlern in den Sinn entstellenden Neologismen oder Beleidigungen verwandeln, soll nach einem Apple-Patent bald Schluss sein. In einer iMessage soll künftig der Empfänger sehen können, ob eines der Worte automatisch korrigiert wurde. Dieses ist markiert und mit einem Tipp darauf lässt sich das Original wieder hervorholen oder andere Korrekturvorschläge sehen.

Trend: IDC hat schlechte Nachrichten für die Hersteller von Tabletcomputern. Demnach werde der Absatz auch noch weiter zurück gehen und das beinahe schon  "klassische" Tablet in den Low-End-Bereich verdrängt. Wachstum werde es nur noch für Convertibles geben, also Tablets, die dank einer angestöpselten Tastatur auch als Laptops durchgehen wie das Surface Pro 4 oder auch das iPad Pro. Neue Kunden außerhalb des Convertible-Marktes werden die Hersteller nach Einschätzung der Marktexperten kaum noch erreichen, sondern Bestandskunden nur noch für Upgrades interessieren.

Nicht allein: Der von Apple im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres ausgewiesene Rückgang bei den iPhone-Verkäufen fügt sich in einen allgemeinen Trend ein, auch andere Hersteller verlieren. Wie Strategy Analytics ausgerechnet hat, schrumpfte der weltweite Absatz von Smartphones im März-Quartal um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr von 345 Millionen auf 334,6 Millionen Stück. Die Hauptgründe dafür seien Sättigungseffekte in einst stark wachsenden Märkten wie in China sowie allgemeine Kaufzurückhaltung aus Sorge um die Wirtschaftslage.

Update: Apple hat gestern Abend ein Update seiner Videoschnittsoftware für den Mac iMovie veröffentlicht. Version 10.1.2 bringt laut Releasenotes einige kleinere Verbesserungen, wie etwa größere Thumbnails der Projekte oder neue Tastenkürzel. Die Vorschua-Auflösungen beziehen nun auch das iPad Pro (1600 x 1200 Pixel) und das Apple TV (1920 x 1080 Pixel) mit ein.

Gesperrt: Amazon kalkuliert Retouren zwar in seine Preise mit ein, wer aber übermäßig von der Möglichkeit der kostenfreien Rücksendung innerhalb von 14 Tagen Gebrauch macht, stört die Berechnung. In einem Fall in Berlin hat der Versender laut Express nun nach mehreren Mahnungen ernst gemacht und das Konto eines langjährigen Kunden wegen übertriebener Rücksendungen gesperrt - lebenslang.

Deutsche Telekom: Stärke Sicherheitsmaßnahmen für Industrieanlagen

Mit der Vorstellung eines neuen Prototypen eines Monitoringsystems will die Telekom auf der Hannover Messe zeigen, wie verschiedene Komponenten, Anwendungen und Systeme geschützt werden können. Schließlich muss der voranschreitende Technikstand auch durch ein angemessenes Sicherheitssystem geschätzt werden.

„Mit dem Monitoringsystem schaffen wir eine digitale Alarmanlage für hoch kritische Anwendungen und Prozesse. Der neue Prototyp ist eine klassische „Plug&Play-Lösung“ - einstecken, einschalten, digitaler Wachhund ist scharf. Sicherheit einfach gemacht“, erklärt Ferri Abolhassan, der Geschäftsführer T-Systms, IT-Division und Telekom Security. 

Dieser „digitale Wachhund“ trägt den Namen „Scada Scurity“ und soll laut Hersteller durch Cyberkriminelle verursachte Störungen und Manipulationen an Industrieanlagen erkennen und melden. Dabei soll sich die Arbeit auf Analysen unterschiedlichster Daten stützen und somit nicht nur „Störungen aufgrund technische Defekte“ erkennen, sondern auch „Manipulationen an Soft- und Hardware“.

So soll beispielsweise die Leistungen einer Windradsteuerung überprüft werden, indem die eingehenden Daten überprüft und mit Modellen klassischen Maschinenverhaltens abgeglichen werden. Hierbei wird nicht nur „die tatsächliche Rotation der Räder mit der erzeugten Strommenge“ überwacht, sondern gleichzeitig auch, „ob die Rotationsgeschwindigkeit mit der gemessenen Windstärke korreliert“, so die Telekom.

Wenn es tatsächlich zu Unstimmigkeiten kommt, sollen ausgewählte Empfänger eine Mitteilung per Mail erhalten, damit die Verantwortlichen im Notfall die erforderlichen Maßnahmen ergreifen können.

Facebook und WhatsApp melden neue Rekorde

Mark Zuckerberg hat ein Fakten-Update zu Facebook, Whatsapp, Facebook-Messenger und Instagram veröffentlicht. Also zu allen relevanten Social-Media-Plattformen und -Tools des Facebook-Konzerns. Wie erwartet wächst die Zahl der Nutzer.

So hat Facebook jetzt jeden Monat 1,65 Milliarden aktive Nutzer. Das klingt auf den ersten Blick beeindruckend und ist es auch. Doch beweist diese Zahl auch, dass Facebook nur noch langsam wächst. Denn vor einem Jahr hatte Facebook bereits 1,44 Milliarden aktive Nutzer.

Das im Jahr 2014 zugekaufte Messengertool Whatsapp kommt auf eine Milliarde aktive Nutzer pro Monat. Auch hier zeigt sich eine gewisse Stagnation, weil Whatsapp bereits Ende Januar 2016 so viele Nutzer gemeldet hat. Zuvor war das Wachstum stärker: Im September 2015 meldete Whatsapp noch 900 Millionen aktive Nutzer.

Facebooks eigener Messenger – der in Konkurrenz zum aufgekauften Whatsapp steht – kommt nun auf 900 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Im Januar 2016 waren es noch 800 Millionen aktive Nutzer.

Das Foto- und Video-Tool Instragram wiederum kommt nun auf 400 Millionen aktive Nutzer pro Monat.

Mark Zuckerberg liegt mit seinen Produkten voll im Trend: Mit Whatsapp, Messenger, Instagram und Facebook gehören einige der bei Jugendlichen beliebtesten Apps überhaupt zum Facebook-Konzern.

Außerdem geht Zuckerberg auf die jüngsten Starts von neuen Produkten ein: Die Live Videos oder die VR-Brille Oculus Rift. Auch die neuen als „Reactions“ bezeichneten Smileys erwähnt Zuckerberg.


Bitcoins: Steam akzeptiert Kryptowährung als Zahlungsmittel

Auf immer mehr Plattformen können Waren, Dienstleistungen und digitale Inhalte schon mit der Kryptowährung Bitcoin bezahlt werden. Nun zieht auch Valve mit seiner Spiele-Vertriebsplattform Steam nach. Dafür arbeitet Valve mit dem Zahlungsdienstleister Bitpay zusammen.

Die Zahlbarkeit mit Bitcoins auf Steam zielt laut Bitpay primär auf Länder wie China, Indien und Brasilien ab. In diesen Wachstumsmärkten ist die Kryptowährung bereits ein weit verbreitetes und akzeptiertes Zahlungsmittel.

Der Grund dafür liegt darin, dass das Internet in diesen Ländern rasant wächst, klassische Zahlungsmittel wie Kreditkarten aber oft noch nicht zur Verfügung stehen. Bitcoin kommt hier quasi als Universalwährung im Internet zum Einsatz. Microsoft bietet Xbox-Spielern schon länger an, ihre Spiele mit Bitcoin zu bezahlen.


Gefälschte Seite täuscht Jailbreak für iOS 9.3.2 vor

Diese Ungeduld machen sich offenbar auch Verbrecher zu Nutze: Seit einigen Tagen kursiert im Netz eine Webseite mit dem griffigen Namen "3K Jailbreak for iOS 9.3.2, iOS 9.3.1 and iOS 9.3". Angeblich haben es die Inhaber der Webseite geschafft, ein funktionierendes Tool für den Jailbreak selbst am aktuellen iOS 9.3.1 zu entwickeln, auch für die öffentliche Beta von iOS 9.3.2 soll es  funktionieren. Wie immer in solchen Fällen ist das Tool zunächst nur für Windows verfügbar. Klickt man jedoch auf einen von drei Download-Buttons auf der Webseite, kommt eine Fehlermeldung "Download ist angehalten um einen Fehler von 60% zu reparieren". Die Meldung an sich macht keinen Sinn, deswegen haben die ersten Besucher vermutet, die Webseite ist nur dafür da, um Schadsoftware auf die Nutzer-Rechner zu schleusen, dies habe der Browser erkannt und den Download angehalten.

Wir haben uns den Quellcode der Seite angeschaut. Hier wird klar, dass die Entwickler nie vorhatten, irgendwelche Tools zur Verfügung zu stellen. Die Fehlermeldungen sind in die Webseite fest programmiert und erscheinen immer nach dem Klick auf die Download-Buttons. Wir vermuten, die Webseite ist zu reinen Werbezwecken erstellt worden. Die Macher wollen wohl damit die aktuell populäre Suchanfragen bei Google belegen. Hätte jemals so ein Jailbreak für iOS 9.3.1 erschienen, würde die Seite auf den Top-Plätzen bei Google Suche erscheinen und so mehrere Nutzer-Klicks abstauben.

Wer die Macher der Webseite sind, lässt sich nur vermuten, denn laut den Domain-Tools ist die Seite in den USA bei einem Provider mit Anonymitäts-Dienstleistungen registriert. Einer der auf der Webseite nicht sichtbaren Links, der aber im Quellcode vorkommt, führt auf die Seite kuaiyong.com. Das ist eine chinesische Plattform für die halblegale Apps außerhalb des App Store, die sich direkt auf dem iPhone installieren lassen.

Pilot statt Computer fliegt nächsten Bundeswehr-Kampfflieger

Als Mitte Januar 2016 das Bundesverteidigungsministerium seine neue „Militärische Luftfahrtstrategie 2016“ vorgelegt hat, war in dem Konzeptpapier von einem NextGenWS (Waffensystem der nächsten Generation alias Future Combat Air System) die Rede, das sowohl unbemannt als auch bemannt fliegen können soll. Das konnte man so interpretieren, dass das nächste Kampfflugzeug der Bundeswehr/Luftwaffe, der Advanced Command Fighter, auch ohne Pilot in den Feindeinsatz fliegen könnte.

Luftwaffeninspekteur Karl Müllner hat diesen Punkt nun näher erläutert, wie der auf Verteidigungspolitik, Wehrtechnik und die Bundeswehr spezialisierte Weblog augengeradeaus schreibt. Mit dem Ergebnis: Im Advanced Command Fighter sitzt auch künftig ein Mensch als Pilot.


Der Advanced Command Fighter soll sowohl selbst Waffen tragen und Feindziele bekämpfen als auch unbemannte fliegende Systeme koordinieren können. [Link auf http://www.pcwelt.de/news/Bundeswehr-Panzern-Schiffen-und-Fliegern-fehlen-moderne-Raketen-Keine-Hightech-Waffen-9699454.html]

Das Konzeptpapier „Militärische Luftfahrtstrategie 2016“ beschreibt unter anderem die Fähigkeiten, die die Flugzeuge und Hubschrauber von Luftwaffe, Marine und Heer künftig zu leisten haben. Wobei „künftig“ hier sehr langfristig zu verstehen ist. Bei der Bundeswehr geht bekanntlich alles nicht so schnell...

Computer Netzwerk Operationen (CNO): Die Hackertruppe der Bundeswehr

Doch während einige schlaue Köpfe im Verteidigungsministerium bereits über den Kampflieger der Zukunft grübeln, hat die Bundeswehr aktuell ganz andere Probleme: Die technischen Probleme beim neuen Transportflugzeug Airbus A400M reißen nicht ab, die neuen Hubschrauber heben mitunter gar nicht erst ab, der Panzertruppe fehlen Panzer und obendrein sinkt die Zahl der Soldaten. Obwohl die Aufgaben der Bundeswehr immer umfangreicher werden; so soll die Bundeswehr ja auch eine Cyberstreitmacht werden. Nur um das G36 ist es mittlerweile ruhig geworden.



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