1896459

Morgenmagazin vom Freitag, 31. Januar 2014

31.01.2014 | 07:27 Uhr |

Analysten sehen kaum Einflüsse auf Apple durch Motorola-Verkauf +++ Facebook Paper: Nachrichten aus dem sozialen Netz +++ Maclocks: Diebstahlsicherung für den Mac Pro +++ iOS-App für Tomtom-Sportuhr +++ NSA-Affäre macht Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten misstrauisch +++ On-Ear-Kopfhörer Bowers & Wilkins P5 Maserati Edition +++ Dell verkauft 3D-Drucker +++ Facebook meldet hohen Umsatz und Gewinn

Analysten sehen kaum Einflüsse auf Apple durch Motorola-Verkauf

Google verkauft die Handy-Sparte von Motorola an Lenovo weiter und will sich auf Software konzentrieren, die Geräte kommen zukünftig von Lenovo. Hatte die Übernahme vor allem der Patente vor zwei Jahren einen starken Einfluss auf den Markt und die Patentschlachten um ihn, sehen Analysten durch die Übernahme durch Lenovo kaum Auswirkungen auf Apple. Der Gartner-Analyst Tong Nguyen erklärte unseren Kollegen der Macworld zwar, dass sich die Dynamik im Gesamten verändert habe, das bei Apple aber niemandem schlaflose Nächte bereiten werde. "Für Lenovo geht es darum, außerhalb Chinas einen Fuß in den Markt zu bekommen. Apple spielt aber im High-End-Bereich. Ich kenne keine Lenovo-Marke, die in diesem Preisbereich angesiedelt wäre und Apple bedrohen könnte", beruhigt Nguyen. Lenovo war im letzten Jahr der fünftgrößte Hersteller weltweit und konnte sich im letzten Quartal auf Platz vier setzen. Apple steht auf Platz zwei und Samsung mit mehr als 30 Prozent Marktanteil auf Platz eins. Die Marke Motorola würde Lenovo zwar gewisse Aufmerksamkeit in Nordamerika bescheren, Samsung und Apple liegen jedoch mit weitem Abstand vorn. Apple und Samsung fahren auch die meisten Gewinne im Markt ein, Google hatte Motorola nach der Übernahme in Richtung Low-End entwickelt, wo die Margen gering sind.

Ben Bajarin von Creative Strategies teilt die Einschätzung: "Das könnte Lenovo in Nordamerika auf die Sprünge helfen, allein die Marke Motorola gibt dafür keine Garantie." Lenovo müsse weiter in Marke und Technologien investieren, um erfolgreich zu sein. Allenfalls in den USA werde ich der Wettbewerb verstärken, meint Bajarin. Dort liegt Sasmung als stärkster Android-Anbieter auf dem zweiten Platz hinter Apple, verfüge aber weiterhin über eine "starke Marke".

Samee Singh von Tech Thoughts hingegen erwartet nicht nur stärkeren Wettbewerb in den USA, gerade in Europa, wo Android dominiert, könnte Lenovo-Motorola den Markt aufmischen. Nur dort hätten auch Windows-Smartphones einen signifikanten Anteil.

Dass der Low-End-Bereich schwierig ist und dort wenig zu holen, musste wohl auch Apple im vergangenen Quartal erfahren. Zwar hat der Hersteller keine konkreten Zahlen genannt, doch dürfte der Löwenanteil der 50 Millionen im Quartal verkauften iPhones auf das iPhone 5S entfallen. Das bunte iPhone 5C hat sich unter den Erwartungen verkauft, räumte Apple auf der Bilanzpressekonferenz in dieser Woche ein.

Als Gefahr für Apple stuft Avi Greengart von Current Analysis gegenüber Cnet die Situation ein. Ohne Motorola könne sich Google besser auf seine Software konzentrieren und diese Hersteller übergreifend optimieren. Eine solcherart verbesserte Anwendererfahrung wäre starke Konkurrenz für Apple.Lenovo dürfe man zudem nicht unterschätzen, die chinesische Firma habe schon vor einem Jahrzehnt nach der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM den Markt aufgerollt.

Neil Mawston von Strategy Analytics wirft zudem einen weiteren Blick auf den Low-End-Bereich. Apple habe es mangels Präsenz darin versäumt, deutlich höhere Volumina zu verkaufen. in China, wo Lenovo schon vorher stark gewachsen seim ist Apple bis auf den sechsten Platz zurück gefallen.

Facebook Paper: Nachrichten aus dem sozialen Netz

Facebook hat angekündigt, bald eine neue Infoapp in den App Store zu bringen. "Paper" soll eine konfigurierbare Informationsquelle sein. Hier werden Nachrichten und Fotos verschiedener Quellen gut lesbar aufbereitet werden. Facebook deutet in einer Onlinevorschau an, wie der Dienst funktionieren soll. Der Nutzer wird die Themenbereiche auswählen können, für die er sich interessiert. Dazu gibt es offenbar auch Inhalte zu sehen, die unsere Freunde auf Facebook geteilt haben.

Facebook Paper soll mehrere Themenfelder bieten, die man konfigurieren kann.
Vergrößern Facebook Paper soll mehrere Themenfelder bieten, die man konfigurieren kann.

Dies sind laut der ersten Informationen so genannte "Stories". Nutzer können demnach speziell für Paper gedachte Beiträge mit Bildern und Texten erstellen. Facebook Paper soll am 3. Februar erscheinen, die Ankündigung nennt bisher jedoch nur das Datum für die USA.

Maclocks: Diebstahlsicherung für den Mac Pro

Nach Angaben des Herstellers Maclocks ist sein Mac Pro Lock die erste Diebstahlsicherung für das neue Flaggschiff unter den Apple-Computern, den Mac Pro. Dieses wird mit einer Art Klammer und Stahlblende unten an der Rückseite des Computer auf Höhe des Netzteilausgangs mit einer Einfassung für das Stromkabel am Mac Pro angebracht, an der man wiederum das Sicherheitskabel befestigt. Dieses ist zwei Meter lang und sollte um einen schweren Gegenstand wie um das Bein eines Schranks oder Schreibtischs geschlungen werden. Zum Lieferumfang gehören auch zwei Schlüssel für die Verriegelung. Optional lässt sich ein Verankerungspunkt sowie ein Kabelschloss hinzu bestellen. Die Kosten bei Vorbestellung betragen zurzeit gut 66 Euro, hinzu kommen Versandkosten. Als frühester Versandtag ist der 25. Februar angegeben.

iOS-App für Tomtom-Sportuhr

Mit der neuen Mysports-App können Nutzer der Tomtom-Uhren ihre Trainings jetzt direkt per Bluetooth mit dem iPhone oder iPad synchronisieren. Bisher war dafür ein Computer und ein Datenkabel nötig. Über die App kann der Nutzer zum einen seine absolvierten Trainings speichern und archivieren. Gleichzeitig laden App oder PC beim Abgleich die aktuellen Umlaufbahnen der GPS-Satelliten auf die Uhr, damit diese die Position schneller finden kann.

Sportler können über App und Webseite Trainingsrunden als Favorit markieren, damit diese dauerhaft im Trainingsverlauf auf der Uhr sichtbar bleibt. Dies ist dafür gedacht, beispielsweise seinen besten Lauf immer als virtuellen Gegner beim Training nutzen zu können, nicht nur die letzten Trainings. Die Mysports-Plattform erlaubt es auch, seine Trainingsdaten zu exportieren und mit Trainingssoftware von Drittanbietern zu nutzen.

Auf der Sportmesse ISPO zeigt Tomtom die Mysport-App im Einsatz.
Vergrößern Auf der Sportmesse ISPO zeigt Tomtom die Mysport-App im Einsatz.

Um die neue App nutzen zu können, müssen die Besitzer der Sportuhr zunächst ein Update der Firmware verpassen. Diese gibt es über die Mysports-Plattform und per Verbindung zum Computer via Datenkabel.

Info: App Tomtom Mysports

NSA-Affäre macht Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten misstrauisch

NSA-Affäre macht Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten misstrauisch (c) bitkom.de
Vergrößern NSA-Affäre macht Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten misstrauisch (c) bitkom.de
© bitkom.de

Die NSA-Affäre sorgt auch in Unternehmen für Verunsicherung darüber, ob Cloud-Systemen vertraut werden kann. Am Trend hin zu dieser Technik könne dies jedoch nach Angaben des Branchenverbands Bitkom wenig ändern. So stieg die Nutzung von Cloud-Anwendungen in Unternehmen im Jahr 2012 noch um neun Prozentpunkte, im vergangenen Jahr fiel der Anstieg mit drei Prozent geringer aus.

Die Beratungsgesellschaft KPMG kommt in einer repräsentativen Umfrage zu dem Ergebnis, dass bereits 40 Prozent der Gewerbetreibenden auf Cloud-Computing setzen. Die NSA-Affäre hätte jedoch dazu geführt, dass 31 Prozent der befragten Unternehmen ihre Sicherheitstechnik ausgebaut hätten, zurückgestellt wurden die Ambitionen in der Cloud von 13 Prozent der Firmen. Nur 11 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihre Cloud-Aktivitäten aufgrund des Skandals komplett aufgegeben zu haben.

Cloud Computing – Die wichtigsten Cloud-Begriffe erklärt

Nach ihren konkreten Ängsten befragt, gaben 77 Prozent an, mit einen unerlaubten Zugriff auf sensible Daten zu rechnen. Datenverlust wird von jedem zweiten Unternehmer befürchtet. 49 Prozent der Teilnehmer gaben zudem an, dass sie ihre Haltung zur Cloud aufgrund der Ausspähaktionen verändert hätten.

On-Ear-Kopfhörer Bowers & Wilkins P5 Maserati Edition

Die Diskrepanz zwischen dem persönlichen Traumwagen und der bitteren Realität der heimischen Garage ist manchmal beträchtlich. Wer sich ein wenig darüber hinweg trösten möchte, kann sich zukünftig mit der Bowers & Wilkins P5 Maserati Edition wenigstens Kopfhörer im Sportwagen-Design gönnen.

Die Sonder-Edition ist am Bügel in tiefblauem Leder gehalten. Das Maserati-Logo am Bügelende darf natürlich auch nicht fehlen. Für die versprochene exzellente Klangqualität sollen speziell entwickelte Neodym-Magnete und stark optimierte Mylar-Membranen sorgen. Darüber hinaus sollen auch das spezielle Design mit einer stabilen Aluminiumkonstruktion sowie die weichen, innenliegenden Ohrpolster zusätzlich dazu beitragen Details und Dynamik von Musikstücken optimal wiederzugeben.

Für Tragekomfort sorgt ein spezieller Memory-Schaum, der sich der individuellen Ohrform des Trägers anpassen soll.

Der Kopfhörer inklusive des „Made for iPhone“-zertifizierten Kabels soll ab Anfang Februar bei ausgewählten Fachhändlern für UVP 399 Euro zu haben sein. ( tecChannel )

Dell verkauft 3D-Drucker

Dell hat bereits eine Webseite zum Thema 3D-Drucker eingerichtet, auf der die Produkte des Herstellers Makerbot beworben werden. Ab dem 20. Februar 2014 will Dell dann zunächst in den USA damit beginnen, 3D-Drucker wie den Replicator in verschiedenen Versionen, den 3D-Scanner Digitizer und natürlich auch verschiedene Druckmaterialien von Makerbot zu verkaufen. Preise nennt Dell allerdings noch nicht. Bei Makerbot kostet das günstigste angekündigte Modell Replicator Mini allerdings 1.375 US-Dollar.

Zielgruppe von Dell sind zunächst vor allem Ingenieure, die ihre Konzepte schnell testen wollen, Architekten oder auch kleine Unternehmen, die günstige Modelle zur Präsentation herstellen wollen. Während Dell und viele Analysten davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren ein enormes Wachstum des Marktes für 3D-Drucker geben wird, sehen die Marktforscher von Gartner darin vor allem ein riesiges Urheberrechtsproblem.

Es sei so einfach wie nie, viele Dinge zu kopieren und gleichzeitig schwerer, das zu verhindern. Ethische Bedenken beim 3D-Druck von menschlichen Organen könnten laut der Pressemitteilung sogar zu Verbots-Debatten führen, da der Fortschritt schnelle voranschreite als die Akzeptanz der neuen Technik. Insgesamt sieht aber auch Gartner einen starkes Wachstum bei 3D-Druckern und eine neue Dienstleistungsbranche für 3D-Kopien und 3D-Druck voraus, erwartet aber trotzdem Verluste von mindestens 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr weltweit ab 2018.

Facebook meldet hohen Umsatz und Gewinn

Facebook meldet hohen Umsatz und Gewinn (c) iStockPhoto/franckreporter
Vergrößern Facebook meldet hohen Umsatz und Gewinn (c) iStockPhoto/franckreporter
© iStockPhoto/franckreporter

Am 4. Februar feiert Facebook seinen 10. Geburtstag. Wenige Tage vorher hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg schon mal gute Nachrichten zu verkünden. Bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2013 konnte Zuckerberg einen höheren Umsatz als ursprünglich erwartet meldet. Außerdem stieg auch der Gewinn deutlich im Vergleich zum Vorjahresquartal. "Es war ein großartiges Jahresende für Facebook", freut sich Zuckerberg und fügt hinzu: "Wir schauen vorwärts auf die nächste Dekade und wollen dabei mithelfen, den Rest der Welt miteinander zu verbinden."

Im vierten Quartal 2013 konnte Facebook einen Umsatz von 2,585 Milliarden US-Dollar (etwa 1,9 Milliarden Euro) erwirtschaften. Analysten hatten im Vorfeld mit nur 2,33 Milliarden US-Dollar gerechnet. Im Vorjahr hatte Facebook in diesem Quartal noch einen Umsatz von 1,585 Milliarden US-Dollar gemeldet.

Für insgesamt 2,34 Milliarden US-Dollar (2,71 Mrd. Euro) Umsatz sorgten im vierten Quartal 2013 die Werbeeinnahmen. Davon etwas mehr als 1 Milliarde US-Dollar durch auf mobile Geräte ausgelieferte Werbung.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal kann Facebook auch einen satten Zuwachs beim Gewinn melden. So stieg der Netto-Gewinn von 64 Millionen US-Dollar (46 Millionen Euro) im vierten Quartal 2012 auf satte 523 Millionen US-Dollar (382 Millionen Euro) im vierten Quartal 2013.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2013 meldet Facebook damit einen Umsatz in Höhe von 7,872 Milliarden US-Dollar nach knapp über 5 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum konnte der Nettogewinn von 53 Millionen US-Dollar auf 1,5 Milliarden US-Dollar gesteigert werden.

Laut Zuckerberg hat Facebook aktuell um die 1,23 Milliarden aktive Nutzer. Eine Milliarde dieser Nutzer, so betonte es auch der Facebook-Gründer, rufen ihren News-Feed auf Facebook auf einem mobilen Gerät ab. Die Anzahl der täglichen mobilen Facebook-Abrufe stieg im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 556 Millionen.

1896459