2484432

Morgenmagazin vom Freitag, 31. Januar 2020

31.01.2020 | 06:59 Uhr |

Neue Apple Maps mit Umsicht und Sammlungen kommen später nach Europa +++ Nummer zwei: Huawei überholt Apple +++ Sensible Bildschirm-Schutzschicht: „Mit einem Wisch ist alles weg“ +++ Teuer für Apple? EU-Parlament stimmt für einheitliches Ladekabel ab +++ Nur Platz 38: Deutschland surft langsamer als viele Nachbarn +++ Lime will E-Scooter-Fahrer vom Bürgersteig vertreiben +++ Netflix arbeitet an Live-Action-Serie zu One Piece

31. Januar: Vorwärts, wir blicken zurück

Macwelt wünscht Guten Morgen! Schon wieder ein Jahr vorbei. Nein, nur der erste Monat, aber der 31. Januar, der letzte Tag des janusköpfigen Monats, der zu Beginn des Jahres steht und sowohl nach vorne als auch nach hinten blickt und der daher auch als Rückwärtstag in Kalender der inoffiziellen Feier- und Gedenktage steht.

Schauen wir auf die ersten 31 Tage des Apple-Jahres zurück, sehen wir da nicht viel. Vor allem, weil gerade ein Ereignis aus dieser Woche viel überstrahlt: Apples Bilanz für das Weihnachtsgeschäft war derart überragend, dass sich Wall Street wieder schier vor Freude überschlägt. Und Analysten Apple wieder auf derartige Höhen heben, dass die Fallhöhe bedenklich wird.

Ansonsten? Die ersten Updates, auf iOS und iPadOS 13.3.1, macOS 10.15.3 und watchOS 6.3.1, die wir eher für Ende Februar erwartet hätten - eine kritische Sicherheitslücke hatte Apple vermutlich ein wenig in Zugzwang gebracht. Das Jubiläum des iPad, das uns diese Woche noch weiter zurückblicken ließ, zehn Jahre genau – alles dazu heute Nachmittag in unserem Special.

Vor gut zwei Wochen eine interessante Premiere auf Apple TV+: Little America, das erzählt, wie Immigranten den Amerikanischen Traum leben - trotz aller Widerstände. Und dann wäre noch der Widerstand Apples zu erwähnen, der gegen erneut vom FBI und dem Weißen Haus vorgetragene Begehrlichkeiten nach einer Hintertür in iOS, die angeblich mehr Sicherheit bedeuten würde, aber letztendlich die Freiheit kostete.

Dafür sind noch keine neuen Produkte in Sicht, seitdem Apple der Macworld Expo den Rücken gekehrt hat, ist der Januar nur in Ausnahmefällen für eine Show gut. Damals, vor zehn Jahren die für das iPad und keine zwei Jahre danach die im Guggenheim Museum in New York, die sich um Bildungsinhalte und das iPad drehte.

Okay, eine Hardware hat Apple dann doch noch im Januar herausgebracht, aber nur als Nachhall aus dem Dezember: Den Mac Pro gibt es seit diesem Monat auch in einer Version für das Rack - gewissermaßen Apples erster Server für den Schrank, seit heute vor neun Jahren der Xserve aus dem Handel ging.

Bleibt der Rest des Jahres umso spannender, Ming-Chi Kuo hat uns dieser Tage ja wieder die Zähne lang gemacht. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal darauf, den Mac Pro aus nächster Nähe zu begutachten, da sich wird hoffentlich bald etwas ergeben. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Neue Karten: Was Apple schon für 2019 versprochen hatte, liefert der Konzern nun Ende Januar 2020 nach und hebt seine Karten-App auf ein neues Niveau - vorerst in den USA. Die Neuerungen will Apple im Laufe des Jahres auch auf Europa ausweiten, doch zunächst sind in der Vereinigten Staaten exklusiv detaillierte Bodenbedeckung und neue Funktionen wie Umsehen oder Sammlungen erhältlich. Navigation soll nun besser und schneller erfolgen, Siri in natürlichen Worten ("an der nächsten Ampel links") den Weg weisen. Besonders Fußgänger sollen von den Neuerungen profitieren, wir hoffen, dass das auch für Radfahrer der Fall sein wird, obwohl Apple diese Gruppe von Verkehrsteilnehmern in seiner Pressemitteilung nicht einmal erwähnt. Dafür soll es aber akkurate Fahrpläne für den öffentlichen Personennahverkehr geben. Seitdem Apple mit iOS 6 im Jahr 2012 eine eigene Karten-App auf das iPhone brachte und nicht mehr Google Maps mit den Telefonen auslieferte, steht Apple Maps in der Kritik, oft zu Recht. Ungenaue Ortsangaben, fehlgeleitete Navigation, seltsame Ansichten von Häusern, Straßen und Brücken, kein ÖPNV und keine Streckenführung für Radler – Apple hat in den letzten Jahren viel unternommen, um die Mängel zu beheben und hat dazu eigene Vermessungsfahrzeuge auf die Straßen geschickt. Die Funktion "Umsehen", die realistische Ansichten von Ortschaften in alle Blickrichtungen ermöglicht, ist Folge davon, zunächst aber nur für New York City, die San Francisco Bay Area, Los Angeles, Las Vegas, Houston und Oahu verfügbar, weitere Orte sollen mit der Zeit folgen. Worin Apple Maps aber stark ist, ist die Indoornavigation, welche die App für viele Flughäfen und einige große Einkaufszentren zur Verfügung stellt. Und vor allem stellt Apple erneut seinen Datenschutz heraus: Wo etwa Google Maps in der Lage ist, persönliche Profile anhand von Navigationsdaten zu erstellen und diese an Dritte zu verkaufen, randomisiert und anonymisiert Apple diese Daten konsequent. Sofern das zu Lasten der Navigations- und Informationsqualität gegangen sein sollte, wäre das ein Nachteil, den man gerne in Kauf nimmt. Nur Radfahrer kommen eben immer noch zu kurz - für deren spezielle Zwecke gibt es im App Store aber Apps von Dritten, die eben auch Apples strenge Datenschutzrichtlinien einhalten müssen.

Neue Platzierung: Das vierte Kalenderquartal war für das iPhone ein unerwartet starkes, Apple hat sich wieder an die Spitze als wltweit größter Hersteller gesetzt. Das gilt aber nicht für das gesamte Jahr 2019, melden übereinstimmend die Marktforscher von IDC, Strategy Analytics und Counterpoint Research. Mehr noch: Apple hat demnach seinen zweiten Platz hinter Samsung an den aufstrebenden Hersteller Huawei abgeben müssen und ist auf Platz drei zurück gefallen. Nach Canalys verkaufte im Jahr 2019 Samsung mit 298,1 Millionen Geräten die meisten, Huawei folgt mit 240,6 Millionen Stück und Apple mit 198,1 Millionen iPhones. Gegenüber dem Vorjahr hat Apple dabei 7 Prozent an Verkäufen verloren, das vierte Quartal hat es also nicht herausgerissen. Samsung legte um zwei Prozent zu, Huawei gar um deutliche 17 Prozent und ist drauf und dran, Samsung von der Spitze zu verdrängen. Insgesamt war der Markt um zwei Prozent rückläufig.

Wider die Kritik : Apple TV+ steckt noch in den Kinderschuhen und muss erst noch heranwachsen, merkt Kollege Leif Johnson auf Macworld an. Weshalb er ein wenig irritiert ob der jüngsten Kritik an Apples Streamingangebot ist: Arstechnica fragt rhetorisch, ob es der Dienst über das (für viele Nutzer) kostenlose Probejahr schafft und Forbes rät gar, den Service gleich wieder einzustellen (wir berichteten). Würden die Kritiker den Eltern eines Kleinkindes ebenso raten, besser gleich aufzugeben, weil das ja eh' nichts werde? Aber klar, das kann man nicht vergleichen, so zieht Johnson auch eher die Beispiele von anderen Streaminganbietern heran, die ebenso einen langsamen Start hatten, wie etwa Amazon Studios, die im Jahr 2013 mit gerade einmal zwei Original-Shows begannen, die bezeichnender Weise Alpha House und Betas hießen und heute zurecht vergessen sind. 2014 gewann Seattle mit "Transparent" zwar seine ersten Golden Globes (Apple blickt bisher nur auf drei erste Nominierungen zurück), richtig Fahrt aufgenommen hat Amazon Prime Video aber erst 2015 mit der dystopischen Serie "The Man in the High Castle" im Jahr 2015. Im Gegensatz zu Apple TV+ streamt Amazon Prime Video aber auch Inhalte von Dritten: Filme und Serien, es sind nur die Originale und deren Rezeption miteinander vergleichbar - und da steht Apple mit "The Morning Show", "See", "Dickinson" oder "For All Mankind" gar nicht so schlecht da. Einen langsamen Start, der zu schlechten Ratschlägen aus der Presselandschaft führte, hatte Apple zuletzt auch mit anderen Produkten, man denke nur an die Apple Watch, für die Cupertino selbst auch die richtige Nische nach der Markteinführung 2015 noch finden musste. Auch Apple Music hatten manche von Anfang an als kommenden Flop bezeichnet, der Dienst liegt aber auf einem soliden zweiten Platz hinter Spotify und beschert Apple nennenswerte und wiederkehrende Umsätze. Woran es Apple TV+ in seinen Jugendtagen noch fehle ist eine umfangreiche Bibliothek - und trotz bemerkenswerter Shows noch ein spektakulärer Erfolg wie The Man in the High Castle oder Game of Thrones, das HBO kräftig pushte. Johnson sieht in den kommenden Amazing Stories von Steven Spielberg eine  starken Kandidaten dafür.

Wider die Langeweile : Egal, welche Textformatierungen man in einem Pages-Dokument vorgenommen hat wenn man das nächste neue Dokument öffnet, ist wieder Helvetica Neue in 11 Punkt als Standardschrift eingestellt. Die Non-Serif-Schrift scheint so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner zu sein, wirkt auf die Dauer aber ein wenig langweilig. Nur ist es nicht so offensichtlich, wie man die Standardschrift in Pages ändert. Leif Johnson hat auf Macworld eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie.

Weitere Nachrichten:

Sensible Bildschirm-Schutzschicht: „Mit einem Wisch ist alles weg“

Der Tipp klingt absurd, aber er scheint im Prinzip zu funktionieren: Leidet ein Macbook-Bildschirm unter dem sogenannten „Staingate“, bilden sich Flecken bzw. Verfärbungen auf dem Bildschirm. Diese kann man laut Tipps in Web und Youtube auf eine radikale Methode entfernen: Mit dem Auftragen des Mundwassers Listerine oder bestimmten Reinigungsmitteln. Der Hintergrund ist nicht neu, nach unserer Meinung aber recht aufschlussreich: Bei den berüchtigten Displayflecken handelt es sich bekanntlich nicht um „Flecken“, sondern um Beschädigungen einer dünnen Display-Schutzschicht. Macbook-Displays besitzen eine ab Werk aufgebrachte Entspiegelungsschicht, vor allem die Macbooks mit Retina-Displays ab 2012 scheinen für dieses Staingate empfänglich zu sein.

Apple ersetzt diese beschädigten Displays, allerdings nur dann, wenn das Macbook bis zu vier Jahre alt ist. Bei älteren Macs müsste man Austausch und neues Display selber zahlen, was sehr teuer sein kann.

Als „Notlösung“ versuchen deshalb einige Anwender, einfach die beschädigte Schutzschicht zu entfernen – das Display bleibt dabei ja funktionsfähig. Besonders einfach ist dieses „Peeling“ mit dem günstigen Listerine möglich, andere Tipps sind Reinigungsalkohol oder Reinigungstücher wie die W5-Tücher von Lidl (die nebenbei auch Hautreizungen verursachen können). Eine Übersicht haben wir etwa hier gefunden , manche Mittel wie Aceton sind etwa zu aggressiv und beschädigen das Display.

Für das Entfernen der Schutzschicht sollt man aber nur geringe Mengen der Flüssigkeit verwenden, auch auf Youtube wird der Vorgang erklärt. Schnell geht es mit Listerine, mittels Reinigungstuch dauert etwa zehn Minuten. Das Ergebnis kann allerdings nicht ganz überzeugen, denn nach Entfernung der Schicht hat das Display zwar keine störenden Flecken mehr, spiegelt aber weit stärker.

Grundsätzlich können wir vom Entfernen der Schutzschicht nur abraten: Zu schnell kann man bei der Entfernung das Display beschädigen und zudem wird die Funktionalität beeinträchtigt. Schiefgehen kann bei der Prozedur viel: Einige Anwender berichten über milchige Displays, Anwender, die zu viel Flüssigkeit verwendeten, klagten über einen hässlichen Blasen-Effekt. Dringt nämlich Wasser in das Display-Innere, können sich hässliche Flecken bilden.

Ähnlich empfindliche Schutzschichten besitzen schließlich auch iPhone und iPad. So dient eine fettabweisende Schutzschicht dazu, Fingerabdrücke weniger sichtbar machen. Klagen übrigens iPhone-Besitzer über kleine Mikro-Kratzer auf dem Display, handelt es sich wohl meist um Schäden einer Schutzschicht – nicht um Kratzer des Display-Glases.

Teuer für Apple? EU-Parlament stimmt für einheitliches Ladekabel ab

Mit einer großen Mehrheit hat heute das EU-Parlament für die Resolution RC9-0070/2020 gestimmt, wie der Grünen-Politiker Sven Giegold auf Twitter berichtete. Gibt der EU-Rat nach dieser ersten Lesung sein Einverständnis, könnte die Kommission noch dieses Jahr ein Gesetz beschließen : Vor allem für Apple ein teures  Problem, verlangt das Gesetz doch ein einheitliches Ladekabel für Handys, Tablets und andere Mobilgeräte – was Geräte mit Lightning-Schnittstelle wie manche iPads und alle iPhones bisher nicht erfüllen. Apple könnte gezwungen werden, zumindest einen USB-Adpater beizulegen. „Unternehmen wie Apple sollten sich einheitlichen Ladekabeln nicht länger versperren dürfen“ so Giegold in einer offiziellen Stellungnahme . Weitere Forderungen der Grünen, etwa einen Mindeststandard für die Haltbarkeit der Kabel festzulegen, wurde allerdings nicht übernommen.

Das Ziel ist es laut dem Antrag, dass „Verbraucher nicht länger verpflichtet sind, mit jedem neuen Gerät ein neues Ladegerät zu kaufen“. Zweifel gab es im Parlament offenbar kaum, von 659 Abstimmenden stimmten 582 für die Resolution. Apple hatte noch zuletzt versucht, die Parlamentarier umzustimmen, laut der eine einheitliche Schnittstelle Innovationen behindern würde . Das wurde aber etwa vom CSU-Abgeordneten Markus Ferber zurückgewiesen , „Wer sich weigert, einen einheitlichen Standard für Ladegeräte zu akzeptieren, dem geht es rein um sein Geschäftsmodell“ und verwies auf Milliardengewinne Apples und Steuertricks. „Wer sich vom europäischen Steuerzahler dergestalt subventionieren lässt, kann auch kostenlose Adapter springen lassen.“ 

Unsere Meinung: Die EU-Kommission hat nicht unrecht, zusätzliche Lightning-Kabel und Adapter sind auch für Apple-Fans oft lästig. Der Vorwurf, Apple wolle seine Geräte damit abschotten, ist aber nur teilweise richtig. Apple hatte bei der Einführung von Lightning gute Gründe, statt auf USB-Micro auf einen eigenen Standard zu setzen. Damals war Lightning wirklich innovativ, was allerdings heute weniger gilt. Schließlich setzt Apple bei den iPads Pro bereits selbst auf USB-C. Für Apple vielleicht ebenfalls ungünstig: Die Abstimmung fand einen Tag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen  statt, bei denen Apple Rekordgewinne meldete.

Nur Platz 38: Deutschland surft langsamer als viele Nachbarn

Die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der in Deutschland im Festnetz und Mobilfunk gesurft wird, hat sich seit unserem letzten Beitrag zu diesem Thema im August 2019 verbessert. Die schlechte Nachricht: In den anderen Ländern haben sich die Internet-Verbindungen in der gleichen Zeit stärker verbessert, sodass Deutschland noch weiter im internationalen Vergleich abgerutscht ist.

Das ist jedenfalls die Erkenntnis, wenn man sich den Speedtest Global Index vom Dezember 2019 genauer anschaut. Im Mobilfunk landet Deutschland mit 36,41 Mbps auf Platz 46 und verliert damit im Vergleich zum Vormonat drei Plätze. Im Festnetz liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 76,53 Mbps. Wie im Vormonat landet Deutschland damit nur auf Platz 38.

Die globale Durchschnittsgeschwindigkeit liegt im Mobilfunk bei 32,01 Mbps im Download (12,02 Mbps im Upload) und im Festnetz bei 73,58 Mbps (Upload: 40,39 Mbps). Im Dezember 2018 lag die globale Durchschnittsgeschwindigkeit noch bei 25,06 Mbps mobil und 54,33 Mbps im festen Breitband.

Laut dem Speedtest-Ranking surfen die Nutzer mobil in vielen europäischen Ländern weiterhin deutlich schneller als in Deutschland (36,41 Mbps). Etwa in den Niederlanden (Platz 7, 67,08 Mbps), Norwegen (Platz 8, 66,91 Mbps) und Bulgarien (Platz 9: 63,98 Mbps). Auf Platz 1 landet unverändert Südkorea mit 103,18 Mbps.

Im festen Breitband ist Singapur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 200,12 Mbps unverändert auf Platz 1. Mit etwas Abstand und 164,88 Mbps landet Hongkong auf dem zweiten Platz, gefolgt von Monaco mit 148,91 Mbps. Auch in Rumänien (Platz 4, 144,92 Mbps) wird im Schnitt deutlich schneller als in Deutschland (76,53 Mbps) gesurft.

Die Schweiz landet im Mobil-Ranking auf Platz 11 mit 58,57 Mbps und im Breitband-Ranking sogar auf Platz 6 mit 144,31 Mbps. Österreich kann sich ebenfalls mit Platz 21 (48,94 Mbps) zumindest im Mobil-Internet vor Deutschland platzieren. Im Festen-Breitband-Internet landet Österreich aber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51,91 Mbps nur auf Platz 54.

 

Lime will E-Scooter-Fahrer vom Bürgersteig vertreiben

In den USA und Europa dürfen elektrisch betriebene Tretroller eigentlich nur auf Fahrradwegen fahren. Fehlt es an diesen, weichen E-Scooter-Fahrer gerne auf den Bürgersteig aus – zum Ärger der Fußgänger. Dieses Problem geht der E-Scooter-Verleiher Lime nun im Rahmen eines Pilotprogramms in der kalifornischen Stadt San José an.

In Kooperation mit der Stadtverwaltung erfasst das Unternehmen bei jeder Fahrt seiner ausgeliehenen E-Scooter die GPS-Koordinaten, die Geschwindigkeit und die Daten des Beschleunigungssensors. Letzterer registriert unter anderem die Vibration, die unterschiedliche Untergründe auslösen. Die sind auf der Straße anders als beispielsweise auf dem Bürgersteig. Eine von Lime entwickelte KI wertet im Anschluss die Route aus und stellt fest, welche Streckenabschnitte auf der Straße und welche auf dem Bürgersteig zurückgelegt wurden.

Der Lime-Kunde erhält nach Abgabe seines E-Scooters eine detaillierte Streckenauswertung. Die Abschnitte, die er widerrechtlich auf dem Bürgersteig gefahren ist, sind rot markiert. Lime weist in einer zusätzlichen Meldung in der App und per E-Mail zusätzlich darauf hin, dass das Fahren auf dem Bürgersteig verboten ist und bittet den Kunden, das bei seiner nächsten Fahrt mit Rücksicht auf seine Mitmenschen zu unterlassen. Ob das Programm Wirkung zeigen wird und wann es nach Europa kommen wird, bleibt abzuwarten.

Netflix arbeitet an Live-Action-Serie zu One Piece

Fans der Manga- und Anime-Serie One Piece dürfen sich auf eine Live-Action-Serie auf Netflix freuen. Der Streaming-Anbieter hat die Produktion einer zehnteiligen Serie angekündigt. Mit der Live-Adaption zu Death Note hatte Netflix allerdings einige Fans verschreckt. Die neue Serie zu One Piece soll daher in enger Zusammenarbeit mit dem Erfinder Eiichiro Oda entstehen, der auch als leitender Produzent auftritt. Außerdem handelt es sich um eine Koproduktion mit Tomorrow Studios, die auch schon für die Adaption von Cowboy Bebop verantwortlich zeichneten. Als Showrunner konnte Steven Maeda (CSI: Miami, Lost, The X-Files) gewonnen werden. Die Story hingegen wird von Matt Owens (Agents of S.H.I.E.L.D., Luke Cage, The Defenders) geschrieben.

One Piece hat eine lange Tradition. Erstmals trat die Reihe 1997 in Erscheinung. Die TV-Serie läuft bereits seit 1999. Die Geschichte von One Piece dreht sich um Monkey D. Luffy, einen Piraten, dessen Körper die Eigenschaften von Gummi hat. Er befindet sich auf der Suche nach dem legendären Schatz namens One Piece und will Piratenkönig werden. Für Fans dürfte es spannend sein, wie Netflix die dehnbaren Körperteile von Luffy in der Live-Action-Serie realisieren wird. Einen konkreten Starttermin für One Piece hat Netflix noch nicht genannt. Fans müssen sich also noch ein wenig gedulden.

Macwelt Marktplatz

2484432