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Morgenmagazin vom Freitag, 4. September 2015

04.09.2015 | 07:02 Uhr |

4. September 2015 +++ Apple sieht Handlungsbedarf bei Apple Music +++ iWork auch für Windows? +++ Wasserdichte Apple-Watch-Cases +++ Street View als eigene App für Android und iOS +++ Neue Funktionen für Google Docs +++ IFA 2015: Erster Bluray-Player für 4K-Inhalte +++ Ärzte-Lied gegen Nazis stürmt wieder die Charts

Was heute wichtig wird: 4. September 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Schon wieder Freitag, die Woche ging dahin wie nix. Nächste Woche wird's in Sachen Apple wieder hochspannend, am Mittwoch kommen neue iPhones, ein neues Apple TV und vielleicht doch schon das iPad Pro. Mit Funktionen, die wichtig, richtig und nützlich erscheinen, aber zu Preisen, bei denen man sich die Anschaffung durchaus überlegen muss. Wenn es ein iPhone aber sein muss, kann man durchaus zu einem älteren Modell oder einem Gebrauchtgerät greifen, was dabei zu beachten ist, haben wir hier dargelegt .

Oder Sie versuchen am Wochenende nochmal, ihre Kasse aufzubessern, etwa mit den Zahlen 3, 12, 13, 16, 23 und 41. Das waren die sechs Gewinnzahlen der ersten Ziehung der Lottozahlen im Oktober 1955. Oder Sie setzen darauf, dass wieder die 13, 21, 35, 36, 45 und 46 kommen, so wie am 4. September 1965, als die Ziehung der Lottozahlen erstmals live im Fernsehen zu sehen war und die Moderatorin Karin Dinslage zur Lottofee wurde. In den 50 Jahren seither hat es mit Karin Tietze-Ludwig und Franziska Reichenbacher nur zwei weitere Lottofeen gegeben, diverse Vertretungsfeen mal außer Acht gelassen. Man kann sagen, dass die Lottofee bei den meisten Deutschen sehr beliebt sein dürfte, trotz aller Unwahrscheinlichkeit, die von ihr genannten Zahlen seien die, die einem ein sorgenfreies Leben versprechen. Lotto ist eben auch nur Hoffnungssteuer.

Lesetipps für den Freitag

Keynote auch für Windows : Die Keynote kommenden Mittwoch streamt Apple erstmals auch in einem für Windows 10 verständlichen Format. Nun dürften sich auch PC-Nutzer für das iPhone interessieren, doch könnte das Windows-10-Streaming ein Hinweis darauf sein, dass Apple am Mittwoch auch Software für PCs zeigt. Dabei würde es sich aber eher um Desktop-Versionen von Pages, Numbers und Keynote handeln und nicht um die Freigabe von OS X für alle Rechner mit Intel-Chip. Die Zeit der Mac-Klone ist ein für alle mal vorbei.

Wasserdicht: Die Apple Watch trägt sich prima zum Sport - solange es kein Wassersport ist. Zwar sollte Spritzwasser der Apple Watch nichts ausmachen und auch beim Plantschen im Baggersee dürfte sie noch keinen Schaden davontragen, doch empfiehlt der Hersteller, die Uhr nicht mit ins Wasser zu nehmen und sie auch besser beim Duschen oder Spülen abzulegen. Wassersportler bekommen nun aber die ersten dichten Apple-Watch-Gehäuse, das Unternehmen Catalyst zeigt seine wasserdichten Cases derzeit auf der IFA in Berlin. Schön sind sie nicht, sie bedecken die gesamte Uhr, lassen aber digitale Krone und den Knopf an der Seite nutzen und die Rückseite mit dem Pulsmesser und der induktiven Ladestation frei. Ein Nylon-Armband ist mitgeliefert. Kosten für das 42-mm-Modell: Etwa 60 Euro. Besitzer der 38-mm-Apple-Watch schauen noch in die Röhre. Das Case soll die Uhr bis zu 30 Minuten in fünf Metern Wassertiefe schützen. Der kapazitive Screen funktioniert unter Wasser jedoch nicht, auch die Pulsmessung arbeitet wenig zuverlässig.

Hausaufgaben: Nicht ganz vier Wochen, dann ist für early adopter die Probezeit für Apple Music abgelaufen und es entscheidet sich, wie viele der kostenlosen Abos als kostenpflichtige verlängert werden. Apple Music hat jede Menge Kritik abbekommen, vor allem iTunes und die Musik-App von iOS, die nicht gerade durch Übersichtlichkeit und einfache Bedienbarkeit glänzen.So räumt Apples Vice President iTunes International Oliver Schusser gegenüber dem Guardian ein, Apple habe noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen, um den Dienst zu verbessern. Dabei helfe das umfangreiche Feedback der Anwender. Ein Lichtblick: Schon in iOS 9 wird die Musik App wesentlich aufgeräumter sein. Im Herbst werde Apple die App auch für Sonos-Anlagen und Android-Geräte bringen, ebenso ist für das neue Apple TV eine Lösung zu erwarten.

Firefox für iOS: Mozilla bringt seinen Browser Firefox nun auch auf iPhone und iPad. Der erste Test mit Firefox for iOS ist in Neuseeland angelaufen, bis zum Ende des Jahres soll die App weltweit erhältlich sein.

Daten über Fahrten: Sucht man über Google spezifisch auf der Site trip.uber.com, erhält man tausende Ergebnisse über Fahrten des privaten Mitfahrdienstes, hat ZDnet herausgefunden. Auf einer Karte sind genau der Beginn und das Ende der Fahrt sowie die Route zu sehen, zudem lässt sich herausfinden, wer da wen chauffiert hat. Sogar das Nummernschild des Uber-Fahrzeugs lässt sich ermitteln. Laut einer Pressesprecherin handelt es sich dabei nicht um ein Datenleck, im Gegenteil hätten die Fahrgäste die Informationen über die Trips geteilt.

Weitere Nachrichten:

Street View als eigene App für Android und iOS

Bislang war Google Street View zumindest unter iOS nur als Bestandteil in der Google-Maps-App zu finden. Nun lagert der Suchmaschinenriese diese Funktion in eine eigenständige App für iOS und Android aus. Wenn das eigene Smartphone über Gyroskop-Sensoren verfügt, lassen sich damit auch 360°-Panoramaaufnahmen direkt aufrufen. Somit ersetzt die Street-View-App unter iOS die bislang angebotene Anwendung Photo Sphere Camera.

Google hat zudem viele ungewöhnliche Orte in Street View integriert. So kann der Lauf des Colorado River verfolgt werden, asiatische Zoos zeigen hingegen ihren Bestand an Pandabären.

Wer will, kann Street View mit der Smartphone-Kamera um eigene Fotos oder Panoramaaufnahmen erweitern. Diese lassen sich direkt in der App erstellen und hochladen. Die neue Street-View-App steht ab sofort kostenlos in Google Play sowie dem iTunes-Store zum Download bereit.

Neue Funktionen für Google Docs

Google Docs bekommt per Update neue Funktionen , von denen vor allem Schüler und Studenten profitieren sollen. In der Docs-App für Android findet sich so unter anderem eine neue Recherche-Funktion. Über das Feature können Zitate, Bilder und Fakten direkt aus der Google-Suche ins Dokument integriert werden, ohne dass Nutzer dafür die Docs-App verlassen müssen.

Ebenfalls neu ist die Diktat-Funktion für die Web-Version von Google Docs. Sie kann unter anderem über das Tools-Menü von Google Chrome aufgerufen werden. Die Software unterstützt mehr als 40 Sprachen und soll lange Schreibeinsätze an der Tastatur überflüssig machen. Emails oder längere Texte können einfach über das Mikrofon eingesprochen werden.

Die Google Sheets für Web und Android wurden um eine neue Explore-Funktion erweitert. Diese soll es Nutzern einfacher machen, ihre Daten zusammenzufassen und zu interpretieren. Docs, Sheets, Forms und Slides spendiert Google außerdem neue Templates.

IFA 2015: Erster Bluray-Player für 4K-Inhalte

Im Rahmen der gerade in Berlin stattfindenden IFA 2015 hat Samsung den ersten 4K UHD Bluray-Player angekündigt. Vorerst trägt das Gerät den Namen Ultra HD Bluray Player (UBD-K8500). Er bietet die vierfache Auflösung und das 64-fache an Farben wie ein herkömmlicher Bl-ray-Player. Die Samsung-Hardware unterstützt HDR-Inhalte und spielt UHD-Blurays mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde ab.

Laut Samsung kann der Player zudem niedriger aufgelöste Medien auf 4K-Auflösung hoch skalieren. Er kann weiterhin für 4K-Streaming-Dienste genutzt werden. Das Design des Ultra HD Bluray Players ist an Samsungs gebogene SUHD-Fernseher angelehnt. Den Marktstart in Europa plant Samsung 2016. Ein konkreter Termin sowie ein Preis stehen bislang noch nicht fest.

Verstärkung durch passende Inhalte bekommt Samsung von 20th Century Fox. Das Unternehmen will seine Filme, darunter Kingsmen: The Secret Service, im nächsten Jahr auch im 4K-UHD-Format mit HDR veröffentlichen.

Ärzte-Lied gegen Nazis stürmt wieder die Charts

Unter dem Titel "Aktion Arschloch!" ist eine Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland gestartet. Gerade in Hinblick auf die aktuellen Übergriffe auf Flüchtlingsheime. Die Macher wollen das Lied "Schrei nach Liebe" von "Die Ärzte" wieder zurück in die Charts und ins Radio bringen. Das Lied aus dem Jahr 1993 handelt von einem Neonazi und findet deutliche Worte für ihn. Zitat: "Du bist wirklich saudumm […] Alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt …“. Im Refrain wird teilweise nach einer Erklärung für die Fremdenfeindlichkeit des Besungenen gesucht. Doch endet er stets auf den Ausruf "Arschloch!".

"Schrei nach Liebe" war das erste Lied der Ärzte nach dem Mauerfall und das erste politische Lied der Band, wie etwa auf Wikipedia nachzulesen ist. Bela B. von den Ärzten wird viele Jahre später so zitiert: „Nach Hoyerswerda […] konnten wir halt nicht mehr schweigen!“. Die Stadt Hoyerswerda erlangte traurige Berühmtheit durch mehrere rassistisch motivierte Übergriffe im Jahr 1991. Dabei wurde auch ein Flüchtlingsheim angegriffen.

Die Macher der Aktion betonen, dass es keine Werbeaktion für Die Ärzte sei und dass sie nicht im Auftrag der Band handeln. Sie wollen damit lediglich ein Zeichen setzen. Und haben es eigentlich auch schon geschafft. in iTunes, Amazon und Google Play erklimmt der Jahrzehnte alte Song derzeit die Spitzen der Charts. Und viele Radiosender spielen den Song bereits wieder. Auf Twitter lässt sich der Erfolg der Aktion mittels Hashtag #AktionArschloch mitverfolgen. Zahlreiche Unterstützer kaufen den Song nun, bewerten ihn positiv und treiben ihn so an die Chart-Spitzen.

Achtung: Das Lied "Schrei nach Liebe" in der Originalfassung von "Die Ärzte" gibt es nur auf iTunes, aber nicht in Apple Music. Eine Metal-Variante spielt jedoch Callejon.

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