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Morgenmagazin vom Freitag, 5. August 2016

05.08.2016 | 06:53 Uhr |

Apple belohnt Bug-Jäger +++ TV-Guide-App statt Streamingservice +++ Blogger verliert iPhone - und tappt beinahe in Falle +++ Privates Unternehmen Moon Express darf auf dem Mond landen +++ Gegen Smartphones: Bar-Besitzer schirmt mit Faraday-Netz ab +++ Dropbox Paper: Offene Beta ist gestartet +++

5. August: Dabei sein ist eben nicht alles

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! So lasst denn die Spiele beginnen. Erst weit nach Mitternacht unserer Zeit wird das Olympische Feuer in Rio brennen und für zwei Wochen ein gewaltiges Spektakel beleuchten, das sich immer mehr von seinen Idealen entfernt. Es trifft sich keineswegs die Jugend der Welt, um in friedlicher Manier ihre Kräfte zu messen und ihre Begegnung zu feiern. Nach Ansicht von Experten stehen die gedoptesten Spiele der Geschichte an, nicht nur, weil das IOC äußerst lax gegen staatlich organisiertes Doping vorgeht. Weltweit und in allen Sportarten gehören Spritzen und Tabletten zum Programm, um den Sportler und die Sportlerin zu Höchstleistungen zu bringen. Zu viel Geld ist im Spiel und Nationen messen ihr Prestige am Medaillenspiegel. Zwei Wochen lang werden jedoch bunte Bilder aus einer zwar geplagten aber lebensfrohen Stadt übertünchen, dass es sich beim Sport um ein riesiges Geschäft handelt, das nicht immer mit fairen Mitteln abgewickelt wird.

Aber war Olympia je anders? Schon in der Antike zählte nur der Sieg, für das eigene wirtschaftliche Wohlergehen und für das Ansehen seiner Stadt. Auch konnten sich die Wettkämpfer schon damals mit mehr oder minder erlaubten Mitteln zu einer besseren Leistung verhelfen. Wenigstens ruhten in der Antike während der Spiele die Waffen, um den Athleten eine gefahrlose An- und Abreise zu gewährleisten. Davon kann in der Moderne leider keine Rede sein, die von den Herren der Ringe beschworene völkerverbinde Kraft des Sportes ist nur ein Mythos.

Sport spielt bei Apple bekanntlich keine besondere Rolle, in dem Sinne, dass der Mac-Hersteller als Sponsor auftreten würde. Das hat natürlich Konsequenzen für die iPhone-Nutzer unter den Sportlern und Funktionären, die im Bereich der Stadien zumindest öffentlich auf andere Telefon ausweichen mussten, von Herstellern, die dem IOC dafür viel Geld bezahlt haben.  Apple macht bei diesem Spiel nicht mit und tritt auch sonst nicht als Mäzen der Sportunterhaltungsbranche auf. Das ist zwar ein bisschen schade, denn zu sehr gefällt uns die Vorstellung, dass von Cupertino finanzierte Golden State Warriors in ihrem Apple Dome in Oakland die Steve Ballmer gehörenden Los Angeles Clippers mal so richtig mit 127:65 vermöbeln... Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Optimierter Speicher: Vor allem auf mit SSDs ausgestatteten Macbooks wird der Speicher schnell knapp, der Kampf um jedes Gigabyte ermüdet Mac-Anwender. Mit macOS Sierra zieht die Speicheroptimierung in das System ein, Apple verspricht, dass man mit einem Klick sich wieder mehr Platz verschaffen kann. Dabei setzt die Technologie nicht nur darauf, überflüssige Dateien zu löschen, sondern verlagert auch Dokumente in die iCloud. Macworld erklärt detailliert, was passiert und wie man die Speicheroptimierung nutzt.

Prämien versprochen: Apples Sicherheitschef Ivan Krstic hat auf der Blackhat-Konferenz angekündigt, dass nun auch Apple Bug-Jäger monetär belohnen werde. Wer an Apple Sicherheitslücken in macOS und iOS melde, können Prämien bis zu 200.000 US-Dollar erwarten, je nachdem, wie ernst die Lücke ist. In der Regel sollten die Belohnungen aber deutlich geringer ausfallen. Mit dem Programm will Apple verhindern, dass Hacker von ihnen entdeckte und an Apple gemeldete Lücken veröffentlichen, ehe Apple mit einem Patch reagieren konnte. Apple stuft Sicherheitslücken in fünf unterschiedliche Kategorien ein, die maximale Belohnung unterscheidet sich von Kategorie zu Kategorie.

Programmguide statt Full Service: Apple hat seine Pläne, ein Pendant zu Apple Music für das Fernsehen zu bringen, auf Eis gelegt. Vorerst gescheitert sind die Verhandlungen an Schwierigkeiten, Lokalsender in das Angebot zu integrieren und vor allem an den auseinanderklaffenden Vorstellungen der Beteiligten über die Finanzen. Die Zukunft des Fernsehens baue auf Apps, wird Apple daher nicht müde, zu betonen. Da nun aber interessante Inhalte quer über die Apps dutzender Anbieter verteilt sind, will Apple nun einen Programmguide für iOS und tvOS entwickeln, berichtet Recode. Das im Juni auf der WWDC vorgestellte Single Sign On für tvOS 10  ist bereits ein erster Schritt, einheitlichen Zugriff auf ein heterogenes Angebot zu erhalten.

Freigabe: Apple Energy LLC, das junge Tochternehmen Apples, hat die behördliche Genehmigung erhalten, Energie aus Apples eigenen Solarkraftwerken und Biogasanlagen auf dem freien Strommarkt zu verkaufen. Wie die Federal Energy Regulatory Commission befindet, stelle Apples Angebot kein Risiko für überhöhte Stromenergiepreise dar. Apple Energy LLC hatte sich erst im Mai dieses Jahres gegründet.

Weitere Nachrichten

Blogger verliert iPhone - und tappt beinahe in Betrügerfalle

Vor rund zwei Wochen machte der finnische Web-Unternehmer und Blogger Jonas Kiminki Urlaub in Turin, Italien. Wie er auf Hackernoon berichtet, wurde ihm vor Ort sein iPhone 6 aus einem Leihwagen gestohlen, woraufhin er sofort die von Apple empfohlenen Schritte über die App „iPhone Suche“ einleitete. Über das Handy seiner Frau konnte Kiminki bereits feststellen, dass sein iPhone abgeschaltet wurde. Sobald sein iPhone wieder eingeschaltet und sich mit dem Internet verbinden würde, wird er über die „iPhone-Suche“-App benachrichtigt.

Solange die Diebe nicht im Besitz der Login-Raten für Kiminkis iCloud Account sind, kann ohnehin niemand das iPhone für seine eigenen Zwecke aktivieren oder auf die persönlichen Daten auf dem iPhone zugreifen.

Elf Tage, nachdem das Handy gestohlen wurde, erhielt Kiminki eine SMS und eine E-Mail, die ihn darüber in Kenntnis setzten, dass sein iPhone wieder aufgetaucht sei.

Die Benachrichtigung sieht auf den ersten Blick wie eine offizielle E-Mail von Apple aus. Auch Apple Mail, Google Inbox und das traditionelle Gmail haben nichts verdächtiges an der Nachricht feststellen können und haben sie deshalb ohne Weiteres weitergeleitet. Auch die in der Mail enthaltenen Links führten alle zu den richtigen Webadressen.

Kiminki bemerkte jedoch die für Apple untypische URL: „show-iPhone-location“ klingt nicht gerade nach etwas, was Apple für ein solch wichtiges Feature wählen würde. Außerdem war die Verbindung zu den Servern nicht verschlüsselt. Dies sollte jedoch eigentlich immer der Fall sein.


Wie sich herausstellte, war der Absender der E-Mail nicht Apple, sondern von icloud.insideappleusa@gmail.de. Die Webseite ist außerdem nicht auf Apple registriert, sondern auf eine unbekannte Firma in Nassau.

Kiminki fand heraus, dass die iCloud Login-Daten als save.php-Datei gespeichert werden. Somit hätten die Diebe Zugriff auf die notwendigen Login-Daten bekommen, das iPhone entsperren und neu Aufsetzen können.

„Soweit ich weiß, war dies das erste Mal, dass ich persönlich von einem Identitäts-Diebstahl betroffen bin. Die Betrüger haben sehr viele Ding sehr richtig gemacht und mich beinahe dazu gebracht, meine Account-Details Preis zu geben. Wenn ich die E-Mail vor der SMS gelesen hätte (in welcher die merkwürdige Adresse etwas offensichtlicher war), hätten Sie mich wahrscheinlich am Haken gehabt“, schreibt Kiminki.

Er vermutet, dass die Täter über den Notfallpass herausfinden konnten, wem das iPhone gehört und somit Kontakt aufnehmen konnten. Sowohl die E-Mail als auch die Webseite sahen sehr professionell aus, die Täter wussten sogar die korrekte Zeitzone in der E-Mail zu nennen.

Sollten auch Sie von einem derartigen Fall betroffen sein, achten Sie bei eingehenden Benachrichtigen stets auf die Absender. Normalerweise sollte dies Aufgabe von Apple sein, doch wie dieser Vorfall beweist, können Täter im Zweifel auch Unternehmen wie Apple umgehen.


Privates Unternehmen Moon Express darf auf dem Mond landen

Die US-Regierung hat erstmals einem privaten Raumfahrtunternehmen die Erlaubnis erteilt, auf dem Mond zu landen. Moon Express will mit der Genehmigung bis zum Ende des Jahres 2017 Roboter auf den Erdtrabanten bringen. Im Vorfeld müssen die nötigen Vehikel gefertigt und getestet werden. Mit welcher Rakete die Roboter auf den Mond geschickt werden sollen, ist ebenfalls noch unklar.

Offenbar wollte Moon Express zuerst die rechtlichen Grundlagen für eine Mondlandung klären. Unternehmen wie SpaceX mussten im Vorfeld ebenfalls mit der US-Regierung, der NASA und der Flugaufsicht FAA einen entsprechenden Deal aushandeln.

Moon Express will nach eigenen Angaben seltene Metalle und Gesteine vom Mond zur Erde bringen. Die kürzliche Entdeckung von Wasser könnte den Mond zudem zur Tankstelle für spätere Unternehmungen zu ferneren Planeten machen.

Gegen Smartphones: Bar-Besitzer schirmt mit Faraday-Netz ab

Immer mehr Bars und Kneipen bieten ihren Gästen kostenlos WLAN an. Steve Tyler, Inhaber des Gin Tub im südenglischen East Sussex, geht den umgekehrten Weg: Er blockiert Mobilfunksignale , um die Atmosphäre in seiner Kneipe zu verbessern.

Laut Betreiber würden soziale Medien die britischen Pubs langsam zerstören. Mit einer in die Wand eingelassenen Abschirmung – einem faradayschen Käfig – verhindert Tyler, dass Handystrahlen den Weg in den Pub finden. Damit will der Betreiber die Besucher seines Pubs dazu zwingen, direkt miteinander in Verbindung zu treten.

Im Gegenzug hat Tyler an den Tischen seiner Bar altmodische Telefone installiert, mit denen sich Gäste gegenseitig anrufen können. Dennoch warnen Experten aus dem Bereich soziale Medien davor, dass diese Einschränkung speziell junge Gäste vom Besuch der Bar abhalten könnte. Rechtlich ist Tylers Vorgehen durch ein Gesetz aus dem Jahre 2006 abgesichert, da er keine Jammer einsetzt, die durch eigene Signale das Mobilfunknetz blockieren.

Dropbox Paper: Offene Beta ist gestartet

Die kollaborative Textverarbeitung Dropbox Paper kann nun von allen interessierten Nutzern im Rahmen einer offenen Beta ausprobiert werden. Dropbox hatte Dropbox Paper vor zehn Monaten offiziell vorgestellt. 

Über Dropbox Paper können Gruppen von Nutzern in der Cloud Dokumente anlegen und gemeinsam bearbeiten. Dabei gibt es auch diverse Komfortfunktionen. So wird Programmcode beispielsweise automatisch erkannt und entsprechend formatiert. Außerdem können auch bequem Youtube-Videos oder Inhalte aus anderen Google-Diensten oder Dropbox selbst in die Dokumente eingebunden werden.

Während der geschlossenen Beta-Phase wurden laut einem Blog-Eintrag von Dropbox von den Testern bereits über eine Million Dokumente in Dropbox Paper erstellt. Zum Start der offenen Beta sind auch die neuen mobilen Apps für Android und iOS verfügbar. Über die Apps werden die Nutzer auf ihrem Smartphone darüber informiert, sobald ein Dokument, an dem sie mitarbeiten, geändert wurde. Über die Apps können die Dokumente auch direkt unterwegs bearbeitet werden.

Google, Microsoft und Co. bieten bereits ähnliche Lösungen an. Mit Dropbox Paper setzt Dropbox nun zum Angriff auf die Platzhirsche an.

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