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Morgenmagazin vom Freitag, 6. Juni 2014

06.06.2014 | 07:24 Uhr |

Was heute wichtig wird: 6. Juni 2014 +++ Protonet schafft rasantes Crowdfunding für Server in Rekordzeit +++ Tizen-Entwickler bekommen 100 Prozent ihrer App-Einnahmen +++ Intel träumt vom kabellosen PC +++ Street View zeigt die WM-Stadien +++ Zeigt Amazon sein 3D-Smartphone am 18. Juni? +++ Tipp: Bewertung am Fließband +++ Test: Speedlink Token Portable

Was heute wichtig wird: 6. Juni 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Neun Jahre ist es nun her, dass Apple-CEO Steve Jobs den in San Francisco im Moscone Center versammelten Entwicklern eingestand: "Ja, die Gerüchte sind wahr, wir stellen auf Intel um. Heute in einem Jahr (am 6.6.06!) werden wir die ersten Macs mit Intel-Prozessor ausliefern." Schon seit Jahren hätten bei Apple Software-Ingenieure den Kern des Betriebssystems umgebaut, damit es auch mit Intel-Prozessoren arbeite, nun seien die Entwickler gefordert, ihre Software anzupassen. Hilfe bekamen sie von einer Schicht im System, die Apple Rosetta nannte und dazu diente, für PPC-Prozessoren gedachte Befehle für die Intel-Chips zu übersetzen. Dass dies nur ein Zwischenlösung war, machte Apple in der WWDC-Woche den Entwicklern klar, die baldmöglichst ihre Programme auf nativen Code umstellen sollten. Für 999 US-Dollar konnte man bei Apple eine Entwicklerversion jenes Mac kaufen, der gut ein Jahr später als Mac Pro in den Handel kam.

Den Grund für den Wechsel des Prozessorlieferanten nannte Apple in der besseren Energieeffizienz der Intel-Chips und ihrer Roadmap. Manche Produkte, die Apple plante, waren mit den G5-Chips von IBM nicht umzusetzen. Ein Powerbook G5 war schlichtweg undenkbar, zu heiß wurde der Prozessor bei den geforderten Leistungen. Im Towergehäuse des Power Mac musste ein raffiniertes Strömungssystem die Wärme abführen, damit die Lüfter nicht so brüllen mussten wie bei den letzten G4-Modellen. Und der iMac G5 war zwar schlank und elegant, die Prozessorleistung ließ aber zu wünschen übrig. Schließlich erhoffte man sich mit Intel-Chips auch etwas günstigere Preise.

Manche Entwickler und Apple-Fans waren von der Nachricht entsetzt und schworen, der Plattform den Rücken zu kehren. Wer dabei blieb, wurde jedoch belohnt. Kaum ein Paradigmenwechsel bei Apple ging so unkompliziert voran wie der Intel-Umstieg. Schon sieben Monate nach der Ankündigung kamen mit einem neuen iMac und dem Macbook Pro die ersten Intel-Macs auf den Markt, ein Jahr nach der WWDC 2005 war die Umstellung abgeschlossen. Ironischerweise begann Apple zu der Zeit an Projekten zu arbeiten, für die wiederum die Intel-Chips zu träge und ineffizient waren, für iPhone und iPad sind auf der ARM-Architektur aufbauende Prozessoren weit besser geeignet.

Die WWDC des Jahres 2014 hat keinen derartigen Knaller gebracht, Entwicklern von iOS-Apps jedoch völlig neue Möglichkeiten beschert. Wir sind gespannt, wie sich die neuen Techniken auf die Produkte auswirken, die da in den nächsten Monaten herauskommen.

Lesetipps für heute Morgen:

G-Drive Pro Thunderbolt im Test ( Macworld )

Was der dritte Akt der WWDC für Entwickler und Anwender bedeutet ( Macworld )

Alles, was man über iCloud wissen muss: Wie Apples Internetdienst immer wichtiger wird ( Macwelt )

Streit um Marke iFone in Mexiko: Teilfreispruch für Apple ( Apple Insider )

Einblick in Apples neue Programmiersprache: Was man mit Swift erreichen kann ( Ars Technica )

Weitere Nachrichten:

Protonet schafft rasantes Crowdfunding für Server in Rekordzeit

Damit hat das ”Deutsche Startup des Jahres 2013“ selbst die populären Kickstarter-Projekte von Pebble, KANO und Oculus VR, berichten die Macher und Entwickler von Protonet stolz. Inzwischen ist das Ziel von 1,5 Millionen Euro erreicht worden, 1046 Investoren haben sich auf Seedmatch.de beteiligt. Das neue Produkt ist der Protonet-Server Maya, der mit bis zu 1 TB (SSD) Speicherplatz belegt werden kann und mit einem Intel Celeron-Prozessor sowie 8 GB RAM Arbeitsspeicher zu einem Preis ab 1200 Euro zu haben sein wird. RAID wird dabei nicht unterstützt.

Mit Protonet können Nutzer laut Anbieterjederzeit auf ihre Daten zugreifen . Ob direkt am Arbeitsplatz über LAN-Kabel, im Bürogebäude per WLAN sowie unterwegs per Internetzugang. Auf diese Weise könne man jederzeit mit Mitarbeitern kommunizieren und wichtige Dokumente austauschen.

Herzstück der Protonet-Server ist die Software Protonet Soul, welche die Entwickler als ”soziales Betriebssystem” bezeichnen. Es bietet demnach eine Benutzeroberfläche, die sich in jedem gängigen Browser bedienen lässt. Damit soll die Nutzung des Protonet Servers kinderleicht und komfortabel vonstatten gehen. Protonet Soul vereine die Funktionalitäten vieler Cloud-Dienste in einem Fenster und sei intuitiv und selbsterklärend. Nutzer von Protonet Soul brauchen keine Schulung – jeder kann direkt loslegen, versprechen die Entwickler. Außerdem weisen sie in ihrem Video geschickt auf die Privatsphäre und den Schutz gegenüber externen Ausspähern hin, da sich die Protonet-Cloud nicht irgendwo in einem fernen Land befinde, sondern im eigenen Büro oder Wohnzimmer.

Die neue Produktreihe Maya wendet sich speziell an kleine Unternehmen und Privatanwender. Auch diese Geräte seien mit einem Knopfdruck, ohne Installation oder Konfiguration, einsetzbar. Apps für den mobilen Zugang auf oder von iOS-Geräten aus sind bereits verfügbar, ebenso wie für die Android-Plattform. Auf der Homepage des Entwicklers kann man sich über die Fertigstellung und Lieferbereitschaft des neuen Maya-Servers informieren lassen.

Tizen-Entwickler bekommen 100 Prozent ihrer App-Einnahmen

Tizen-Entwickler bekommen 100 Prozent ihrer App-Einnahmen (c) Tizen
Vergrößern Tizen-Entwickler bekommen 100 Prozent ihrer App-Einnahmen (c) Tizen
© Tizen

Tizen ist ein noch relativ junges mobiles Betriebssystem. Elektronik-Hersteller Samsung setzt das OS bereits in seinen Smart Watches und Fitness-Trackern ein, in einigen Monaten soll mit dem Samsung Z ein erstes Smartphone folgen. Smart-TVs mit Tizen sind ebenfalls bereits geplant.

An entsprechenden Apps fehlt es dem Betriebssystem jedoch noch. Diesen Umstand will das Tizen-Konsortium nun ändern. Im Rahmen der Tizen Developers Conference, die in dieser Woche in San Francisco veranstaltet wurde, kündigte man eine spezielle Aktion an, mit der die Plattform für Entwickler attraktiver gemacht werden soll.

Wie das Magazin Tizenexperts.com berichtet, plant das Konsortium, App-Entwicklern für ein Jahr 100 Prozent ihrer App-Einnahmen auszuzahlen. Bei den Konkurrenz-Stores von Apple und Google müssen Programmierer rund 30 Prozent der Einnahmen an den Store-Betreiber entrichten – das Tizen-Konsortium will für zwölf Monate darauf verzichten. Den Angaben zufolge betrifft die Regelung nicht nur die eigentlichen Apps, sondern auch In-App-Käufe.

Intel träumt vom kabellosen PC

Auf der Computex in Taiwan hat Chiphersteller Intel auch über die Zukunft klassischer PCs gesprochen. Langfristiges Ziel sei die Eliminierung aller Kabel, die einzelne Komponenten heute noch miteinander verbinden. Angestrebt werden müsse daher ein kabelloser Betrieb von Bildschirmen, Stromversorgung und Peripherie.

Der WiGig-Standard soll dafür sorgen, dass die Geräte in Reichweite miteinander Verbindung aufnehmen können. An diesem Standard wird bereits seit Jahren gearbeitet, die Vielzahl an drahtlosen Übertragungsformen bereitet den beteiligten Ingenieuren jedoch noch Kopfzerbrechen.

Dennoch könnte es schon im Jahr 2016 Geräte geben, die ohne Kabel auskommen. Ein Vorstoß in diese Richtung ist die unter anderem von Intel unterstützte Rezence-Technik. Dabei handelt es sich um Oberflächen wie Tische oder Ablagen im Auto, die bei dort platzierten Geräten automatisch den Ladevorgang auslösen, auch wenn die Gadgets unterschiedliche Ladeströme benötigen.

Mobiles Zubehör: Smartphone immer und überall unterwegs aufladen

Die für den Standard verantwortliche Organisation will den Ladestrom künftig auch 50 Watt anheben, damit ließen sich auch Laptops oder Tablets auf den Oberflächen aufladen. Das folgende Video gibt einen Einblick in die Technik.

Street View zeigt die WM-Stadien

Am 12. Juni findet in der Arena de Sao Paulo das Eröffnungsspiel der WM 2014 statt. Wer sich die Schauplätze der diesjährigen WM bereits vorab anschauen möchte, kann dies ab sofort über den Google-Dienst Street View tun. Der Suchmaschinen-Riese hat in dieser Woche alle zwölf WM-Stadien für Street View freigeschaltet.

Die 360-Grad-Ansicht in der Google-Maps-Erweiterung erlaubt dem Betrachter einen Rundumblick in den Spielstätten der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Mit dabei sind unter anderem die Arena da Baixada, die Arena Pantanal oder die Arena Pernambuco.

Wer noch mehr WM-Luft schnuppern will, kann mit Street View auch einen Streifzug durch die bunt geschmückten Straßen mehrerer brasilianischer WM-Städte starten. Zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten wurden ebenfalls in Street View integriert.

Zeigt Amazon sein 3D-Smartphone am 18. Juni?

Mit diesem Twitter-Tweet lädt Amazon zu einem Launch-Event ein. Wer dem Link folgt , landet auf einer Webseite, auf der man sich für eine Einladung registrieren kann. Dort muss man seine Mailadresse, seinen Namen und seine Telefonnummer sowie das Land angeben. Teilnehmen können Kunden, Entwickler und Journalisten. Niemand anderes als Amazon-Gründer Jeff Bezos soll durch den Event führen, der am 18. Juni, einem Mittwoch, in Seattle stattfindet.

Twitter-Tweet und Webseite sind mit einem Foto illustriert, das ein flaches schwarzes Gerät mit dem Amazon-Schriftzug zeigt. Dabei könnte es sich um das lange erwartete Amazon-Smartphone handeln. Genauer gesagt: Um das 3D-Smartphone, von dessen Besonderheiten schon lange gemunkelt wird.

Dazu passt auch das Video, das sich auf der Webseite befindet. Es zeigt einige Menschen, die ganz begeistert nach unten auf etwas starren, das sie offensichtlich in den Händen halten.

Angeblich kann man das Amazon-Smartphone auf eine neuartige Art und Weise bedienen. Nämlich durch kippen und neigen. Der Benutzer muss für bestimmte Funktionen also keine Tasten mehr drücken. Möglicherweise besitzt das Amazon-Smartphone auch Sensoren zur Überwachung der Augen des Benutzers. 3D-Inhalte soll man wohl auf dem Smartphone auch ohne 3D-Brille betrachten können.

Zur weiteren Hardware-Ausstattung des 3D-Amazon-Smartphones liegen nach unbestätigten Gerüchten folgende Informationen vor: 4-Kern-CPU, 2 GB Arbeitsspeicher, 13-Megapixel-Hauptkamera und noch fünf weitere Kameras, 4,7 Zoll Bildschirm mit 720p. Die vielen Kameras sind unter anderem dafür nötig, um den Kopf beziehungsweise die Augen des Benutzers verfolgen zu können.

Tipp: Bewertung am Fließband

Ein Bild lässt sich in Lightroom mit den Tasten „1“ bis „5“ sowie „0“ (Null) schnell per Tastendruck bewerten. Zum nächsten Bild wechselt man dann mit der „Pfeiltaste“. Bei zehn Bildern mag es noch nicht stören, nach jeder Bewertung die „Pfeiltaste“ zu drücken. Doch Sie können Lightroom etwas automatisieren. Denn wenn die „Feststelltaste“ aktiviert ist, wechselt Lightroom nach dem Bewerten automatisch zum nächs­ten Bild. Den gleichen Effekt erzielen Sie, indem Sie die „Umschalttas­te“ („shift“) gedrückt halten.

Der mobile Lautsprecher Token Portable von Speedlink ist schön kompakt und tönt trotzdem mit beachtlicher Lautstärke. Er ist gut verarbeitet und hat für den perfekten Halt Gummifüße. Deshalb ist er sehr gut zum Mitnehmen geeignet, falls man in den Biergarten gehen will und das Handy kein angemessenen Klang hat. Einmal verbunden braucht man sein Handy nicht mehr rausholen, weil sich der Lautsprecher mit Knöpfen an der Vorderseite Knöpfe bedienen lässt. Die Anlage verbindet sich über Bluetooth mit dem iPhone - der Hersteller gibt eine Reichweite von über 10 Metern an. Eine Art von Stereo-Anlage entsteht, verbindet man einen zweiten Lautsprecher gleicher Bauart mit einem mitgelieferten Doppelinput-Audiokabel. Es kann auch mal passieren, dass man im Biergarten sein Handy nicht findet und plötzlich ruft der Chef an. Mit dem eingebauten Mikrophon dient der Lautsprecher als Freisprechanlage für das Telefon. Der Speaker kostet je nach Anbieter zwischen 25 und 30 Euro. Wer einen Lautsprecher für unterwegs sucht, der gut funktioniert und günstig ist, ist hier genau richtig.

Vergrößern
© Speedlink

Preis: 30 €

Note: 1,8 Gut

Vorzüge: kompakt, schöner Klang, stabiles Gehäuse, Bluetooth, Freisprechanlage, Tasten für Play/Stop und gutes Aussehen

Nachteile: Geringer Bass und lange Ladezeit

Alternativen: Bose® SoundLink® II, Raikko Lautsprecher

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