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Morgenmagazin vom Freitag, 7. Februar 2014

07.02.2014 | 07:11 Uhr |

Apple sucht Spezialisten für Fitness-Hardware +++ Apple verlängert Lizenzvertrag mit Chipdesigner Imagination +++ Keine Bitcoin-Apps im App Store +++ iPadWelt auf iPad lesen +++ Yandex: Internetkonzern will in Berlin entwickeln +++ New Yorker Polizei testet Google Glass +++ Youtube erhält neue "respektlose" Chefin +++ Sony trennt sich von PC-Sparte und gliedert TV-Sparte aus +++ Jobs wollte Mac-OS X für Sony Vaio lizenzieren +++ IBM entwickelt selbstzerstörenden Chip

Apple sucht Spezialisten für Fitness-Hardware

Gerüchte über eine iWatch verdichten sich immer mehr. Eine laut 9to5Mac kurzfrisitg bei Apple erschienene Stellenanzeige soll weitere Hinweise darauf geben, dass die Veröffentlichung eines Gerätes unmittelbar bevorsteht, das unter anderem die Fitness des Anwenders kontrolliert. Ausgeschrieben war eine Stelle als "User Studies Exercise Physioligist", der Erfahrung mit Fitness-Hardware einbringen solle. Zu den Aufgaben gehöre es, Hardware-Designs von Produkten zu testen und anhand von Anwenderstudien zu optimieren. Die Anzeige ist kurz nach Veröffentlichung der Story bei 9to5Mac wieder von Apples Site verschwunden, Gründe sind dafür nicht bekannt.

Apple verlängert Lizenzvertrag mit Chipdesigner Imagination

Apple kann auch in künftigen Prozessorgenerationen für iPads und iPhones auf das Design der Grafikcores von Imagination Technologies zurückgreifen, eine entsprechende Lizenzvereinbarung hat der Hersteller verlängert. Dies hat laut IDG News Service Imagination bekannt gegeben, ohne weitere Details zu nennen als eine langjährige Laufzeit der Vereinbarung. Die PowerVR-Grafikcores finden ihren Einsatz in Chips von Apple, Samsung, Intel und anderen. Wie der Analyst Jim McGregor von Trias Research erklärt, hat Apple in Imagination Technologies investiert und will sich trotz eigener Experten auf die Entwicklungen Dritter in dem Sektor verlassen.

Keine Bitcoin-Apps im App Store

Apple hat die App Blockchain, mit der man Bitcoins aufbewahren und mit der virtuellen Währung bezahlen kann, aus dem App Store entfernt. Laut des gleichnamigen Herstellers aus Großbritannien sei eine "ungeklärte Angelegenheit" für den Rückzug ursächlich. Für Blockchain kommt das überraschend, denn eine Warnung seitens Apple habe es nie gegeben. Anscheinend will Apple jedoch den App Store frei von Bitcoin-Apps machen, denn auch Apps wie Coinbase und Gliph seien jüngst aus dem Angebot verschwunden. "Diese Maßnahmen Apples zeigen erneut die wettbewerbsfeindliche und launenhafte Natur des App Store," ärgert sich Blockchain in einer Presseerklärung. Apple hat die Vorgänge bisher nicht kommentiert. Bitcoins werden zwar im Internet von immer mehr Anbietern akzeptiert, bleiben aber weiter umstritten. Die virtuelle Währung wird von keiner Zentralbank ausgegeben und entzieht sich jedweder staatlicher Kontrolle. Zudem sollen Bitcoins bei vielen illegalen Geschäften zum Einsatz kommen

iPadWelt auf iPad lesen

In der neuen Ausgabe der iPadWelt dreht sich alles um das Thema Kreativität: Wir zeigen Ihnen, welches Zubehör und welche Apps Sie brauchen, um tolle Bilder zu zeichnen, Webseiten zu bauen und 3D-Figuren zu gestalten. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie mehrere Apple-IDs auf Ihrem Gerät nutzen können und wie Sie iTunes und iTunes Match optimal nutzen.

Besser ist es, wenn man all diese Dinge gleich auf dem iPad ausprobieren kann. Die iPadWelt 2/2014 gibt es zwar erst ab Dienstag, 11. Februar, am Kiosk. Die digitale-Version können Sie sich schon heute auf das iPad laden und dabei Geld sparen: Während das Heft 7,90 Euro kostet, zahlen Sie für das PDF nur 6,99 Euro. Öffnen Sie hierfür Ihren Zeitungskiosk und suchen Sie im Store nach "iPadWelt" .

Yandex: Internetkonzern will in Berlin entwickeln

Laut eigenem Blog will Yandex bis Ende des Jahres mit bis zu 130 Mitarbeitern und 30 - 40 Workstations in der Berliner Karl-Liebknecht-Straße einziehen und sich dort auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, ähnlich wie es bereits in Zürich mit dem eigenen Team der Fall ist. Dies wäre laut Yandex das 16. Firmenbüro weltweit und das dritte in Europa.

Yandex ist ein russisches Internet-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Moskau. Laut Wikipedia besteht das Unternehmen seit 1997 und ist in Russland im Bereich der Internetsuche mit 64 Prozent Marktanteil (Stand: Juli 2010) die beliebteste Suchmaschine. Die Firma betreibt auch einen eigenen Browser sowie den Kartendienst Yandex.Maps und hat weitere Angebote im Leistungsumfang.

Die Firma lobt Berlin für seine blühende Hightech-Industrie, ein attraktives Geschäftsumfeld, aber auch eine beeindruckende akademische Szene sowie eine lebendige Startup-Community. Die deutsche Hauptstadt sei auch perfekt, um neue Leute kennen zu lernen, Ideen und Erfahrungen auszutauschen und neue Zugänge für alte Probleme auszuprobieren. Weit nach Moskau sei es von dort aus per Flugzeug ebenfalls nicht.

Zur Belegschaft im Berliner Büro sollen 30 - 40 Software-Ingenieure und Entwickler von Benutzeroberflächen  gehören. Diese werden laut Yandex primär an der kürzlich angekündigten globalen Version des firmeneigenen Kartenservice Yandex.Maps arbeiten.

New Yorker Polizei testet Google Glass

Die New Yorker Polizei testet laut US-Medienberichten derzeit Google Glass. Für die Tests sei die Aufklärungs- und Analytik-Abteilung der New Yorker Polizei zuständig. Geprüft werde dabei, inwieweit Google Glass die Beamten bei Untersuchungen und auf Streife helfen könne. Mehrere Testexemplare von Google Glass würden hierzu genutzt.

Ein Google-Sprecher betonte, dass das Unternehmen nicht mit der Polizeibehörde von New York an dem Testprojekt zusammenarbeite. An die Google-Glass-Exemplare sei die Behörde wohl über das Google Glass Explorer Programm gelangt. Wer sich für Google Glass interessiert, der kann sich nach einer erfolgreichen Anmeldung bei diesem Programm die Vorabversionen von Google Glass für 1.500 US-Dollar zusenden lassen.

Die New Yorker Polizei (kurz: NYPD) ist mit über 33.000 Angestellten und Beamten die größte Polizeibehörde in den USA. Ihre Erfahrungen mit Google Glass könnte auch die Entscheidung anderer Polizeibehörden beeinflussen. Ein Einsatz von Google Glass wäre beispielsweise in Verbindung mit einer Gesichtserkennung die schnellere Erfassung von gesuchten Straftätern oder eine Halterabfrage, nach dem Betrachten eines Autokennzeichen mit der Datenbrille.

Youtube erhält neue "respektlose" Chefin

Youtube erhält neue "respektlose" Chefin (c) Google
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© Google

Youtube wird künftig von der 45jährigen Susan Wojcicki angeführt. Die bisherige Google-Managerin übernimmt den CEO-Posten bei Youtube von Salar Kamangar, der bei Youtube bleibt. Wojcicki gilt als die wichtigste Managerin bei Google, denn sie führte bisher als "Senior Vice President, Ads & Commerce" das Anzeigen- und Commerce-Geschäft bei Google an. Aus diesem Grunde wurde Wojcicki auch bereits als "die wichtigste Person im Werbegeschäft" bezeichnet und landete in der Forbes-Liste der weltweit einflussreichsten Frauen im Jahr 2013 auf Platz 30.

Google-Chef Larry Page lobt in einer Mitteilung den bisherigen Youtube-CEO Kamangar und dessen Team für ihre Arbeit. Die neue Youtube-Chefin Wojcicki habe eine "gesunde Respektlosigkeit vor dem Unmöglichen" und werde Youtube in einer Art verändern, die die Menschen lieben werden. Es wird erwartet, dass Wojcicki sich vor allem darum kümmern wird, dass Youtube mehr Geld über Werbeeinnahmen verdient.

Susan Wojcicki war von Anfang an dabei, als Larry Page und Sergey Brin vor 16 Jahren gründeten und wurde als 16. Mitarbeiterin eingestellt. Sie ist mit Dennis Troper verheiratet, der ebenfalls Google-Manager ist. Ihre Schwester Anne Wojcicki ist die Ehefrau des Google-Gründers Sergey Brin.

Sony trennt sich von PC-Sparte und gliedert TV-Sparte aus

Sony trennt sich von PC-Sparte und gliedert TV-Sparte aus (c) Sony
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© Sony

Sony wird sich nicht nur von seiner PC-Sparte trennen, sondern bis Mitte des Jahres auch von seiner TV-Sparte. Die PC-Sparte mit der "Vaio"-Marke soll noch im März an den japanischen Investment-Fond Japan Industrial Partners verkauft werden. In den darauf folgenden Monaten soll dann auch das TV-Geschäft in ein anderes Unternehmen abgespalten werden. Bis März 2015 sollen vor allem in den beiden Bereichen um die 5000 der weltweit insgesamt 145.000 Stellen abgebaut werden. Künftig will sich Sony auf traditionelle Elektronik-Produkte inklusive Mobiltelefone und Tablets konzentrieren.

Für das vergangene Quartal von Oktober 2013 bis Dezember 2013 hat Sony am Donnerstag einen Gewinn von umgerechnet knapp 200 Millionen US-Dollar gemeldet. Im Vorjahresquartal meldete Sony einen Verlust in Höhe von etwa 80 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 2,4 Billionen Yen (etwa 17,4 Milliarden Euro).

Hauptursache hierfür war vor allem der Start der Playstation 4. So konnte die Gaming-Sparte von Sony ihren Umsatz von 269 Milliarden Yen im Vorjahresquartal auf 442 Milliarden Yen steigern. Der Nettogewinn stieg in diesem Zeitraum gar von 4,6 Milliarden Yen auf 18 Milliarden Yen (etwa 130 Millionen Euro). Die Sparte "Mobile Products & Communications", zu der neben Mobiltelefonen auch PCs gehören, meldete dagegen erneut einen Verlust. Dieses Mal in Höhe von 12,6 Milliarden Yen (Vorjahresquartal: 21,3 Milliarden Yen).

Jobs wollte Mac-OS X für Sony Vaio lizenzieren

Bei Apple gab es anscheinend im Jahr 2001 Sony-Notebooks aus der Vaio-Serie, auf denen Mac OS X lief, doch das Vaio-Team hielt von der Idee nichts. Zwischen Sony und Apple gab es in der Vergangenheit einige Verbindungen, so half das Quicktime-Team beispielsweise dabei, das ATRAC-Audio-Format von Sony zu entwickeln. Ebenso waren die beiden Firmen eng bei der Entwiclung der Firewire-Schnittstelle verbandelt, die Sony i.Link nannte. Der Mitgründer von Sony, Akio Morita, und Steve Jobs schätzen sich gegenseitig sehr und Jobs besuchte auch Kunitake Ando, damals Präsident von Sony, laut einem Interview auf nobi.com oft.

Dabei gab er sogar kostenlose Tipps, als er beispielsweise eine Sony-Cybershot-Kamera in Händen hielt und erklärte, dass GPS sinnvoll wäre, denn dann könne er alles aufnehmen, was in seinem Leben passiere. Viele Sony-Kameras besitzen heute einen GPS-Sensor. Andererseits ließ sich Jobs von Ando Tipps für den Verkauf von Hardware in eigenen Läden statt über Handelsketten geben, da Kunden so besser beraten werden könnten.

Auch an der damals neuen Vaio-Notebook-Serie fand Jobs Gefallen und wollte es laut dem Bericht sogar ermöglichen, darauf Mac-OS X laufen zu lassen. Damit hätte Jobs, der das Betriebssystem eigentlich nur auf Apple-Hardware sehen wollte, eine große Ausnahme für den japanischen Konzern gemacht. 2001 präsentierte Jobs dann zusammen mit einem anderen Apple-Manager solche Vaio-Notebooks einigen Sony-Managern während eines Golf-Ausflugs. Doch Sony hatte die Notebooks eben erst für Windows optimiert Das Vaio-Team stand daher der Idee von Jobs ablehnend gegenüber und bezweifelte, ob sich der Aufwand für Mac-OS X lohnen würde. Damit wurde aus der Idee von Jobs kein gemeinsames Projekt.

IBM entwickelt selbstzerstörenden Chip

Wie Arstechnica berichtet , hat die DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency, eine Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums) an IBM einen besonderen Auftrag vergeben. IBM soll einen Chip fertigen, der sich selbst zerstören kann. Das Projekt heißt VAPR und steht für "Vanishing Programmable Resources". Es geht darum, dass wertvolle Informationen nicht in Feindeshand gelangen können. Wenn die Geräte abhanden kommen oder die Soldaten gefangen werden, sollen die elektronischen Informationen zuverlässig und schnell vernichtet werden können.

IBM kassiert für die Entwicklung 3,45 Millionen US-Dollar, sagt Arstechnica und führt aus, dass IBM auf ein Glassubstrat setze, das zerspringen soll, wenn ein daran befestigtes Metallteil ein Radio-Signal bekommt. Damit könnte man Datenträger mit sensiblen Informationen aus der Ferne vernichten.

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