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Morgenmagazin vom Freitag, 7. Februar 2020

07.02.2020 | 07:07 Uhr | Peter Müller

Wie Apple Reparturbetriebe bevormundet +++ Milliardenbusiness Airpods +++ Hinweise auf neues Apple TV +++ Telekom: Smarte Unterwäsche hilft Paaren auf die Sprünge +++ Google Maps feiert 15. Geburtstag mit neuen Tabs und Funktionen +++ Netflix streamt auf Android nun mit AV1-Codec +++

7. Februar: Schenkt man sich Rosen

Macwelt wünscht Guten Morgen! Manche Dinge sind einfach nur profan, wenn man sie konsequent zu Ende denkt. So soll es etwa helfen, eine Liebesbeziehung zu beginnen oder zu vertiefen, indem man der oder dem Angebeteten abgeschnittene Geschlechtsteile – noch dazu solche von Zwittern – schenkt und diesen in den Tagen danach gemeinsam oder nicht beim Vertrocknen zusieht. Aber natürlich kann man zu Beginn der Valentinswoche auch davon sprechen, dass man dem oder der Geliebten einen Strauß frisch geschnittene und himmlisch duftende Rosen schenkt als Zeichen der Zuneigung.

Blumenhändler erfreut der Valentinstag am 14. Februar von Jahr zu Jahr mehr, aber nicht nur diese. In einer heteronormativen, patriarchalischen und konsumfreudigen Welt ist der Feiertag des Heiligen Valentin längst umgedeutet. "Er" soll "ihr" verdammt noch mal etwas schenken, muss ja nicht mal so romantisch sein wie die fünfblättrige Blüten, die Basis für viele Parfüms sind. Kann auch gleich das Parfüm sein. Oder irgendwas mit Technik, damit kennt sich "er" ja aus. Hauptsache, das Teil für "sie" ist rosa oder plüschig, am Besten beides.

Wir denken da mit gewissem Schaudern an den rosafarbenen iPod Nano 3G zurück, den Apple einst anlässlich des Valentinstags im Frühjahr 2008 auflegte, aber auch an gewisse andere Sünden, die "ihr" angeblich gefallen. Küchenmaschinen, Kosmetikgeräte und dergleichen eben, wir berichteten immer wieder mal .

Es ist noch eine Woche hin und da wir nicht verleugnen können, dass es da draußen durchaus Damen und Herren gibt, die sich anlässlich des Valentinstags über eine Aufmerksamkeit ihres Herren oder ihrer Dame freuen würden, kann man sich ja schon heute Gedanken darüber machen, was das sei. Heute also eventuell Rosen – die zu dieser Jahreszeit bekanntlich besonders umweltfreundlich aus fernen Ländern eingeflogen wurden – so belassen wir es besser bei Bildern davon. Aber morgen geht es in die Vollen und wird dabei immateriell, es sei denn, "sie" besteht am Proposal Day, dem Tag des Heiratsantrags, auf einen Klunker von "ihm". Es folgen bis zum nächsten Freitag noch weniger teure Tage, die der Schokolade, dem Teddybären, dem Versprechen, der Umarmung und dem Kuss gewidmet sind, aber damit lässt sich wenig Geschäft machen.

Weitere Nachrichten:

Knebel: Im letzten August hatte Apple angekündigt mehr Originalteile und Reparaturanleitungen an Dritte auszugeben, im Rahmen des Programms für Independent Repair Provider (IRP) wollte Apple damit jenen entgegen kommen, die ein Recht auf Reparatur fordern. Seither hat man wenig davon gehört, nun hat aber Motherboard einen Vertrag zugespielt bekommen, den Unternehmen unterzeichnen müssen, wollen sie sich bei Apple als IRP-Partner qualifizieren. Dieser Vertrag sei jedoch restriktiv und beinahe verrückt, wie sich Juristen zu diesem Papier äußern. So sollen die Partner unangekündigten Kontrollen zustimmen, sollten dabei nicht genehmigte Bauteile gefunden werden, drohen hohe Strafen. Selbst für fünf Jahre nach Ausscheiden aus dem Programm würde Apple sich das Recht auf Inspektionen einräumen. Was hinsichtlich des Datenschutzes, für den sich Apple so rühmt, aber hoch problematisch ist: Die Reparaturshops sollen mit Apple Kundendaten teilen, also Name, Anschrift, Mail und Telefonnummer. Bevor man aber überhaupt einen Vertrag zugesandt bekommt, müsse man eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen. Motherboard spekuliert angesichts des vorliegenden Vertrages, Apple wolle vermeiden, dass seine Kunden IRPs mit autorisierten Service Providern verwechseln, die schon heute unter bestimmten Voraussetzungen unter Nutzung von Originalersatzteilen und Diagnose-Tools Apple-Produkte reparieren und auch solche verkaufen. IRP-Betriebe müssten in ihren Schaufenstern die Kunden unzweideutig darüber informieren, dass sie keine Apple Authorized Service Provider sind, Kunden müssten unterschreiben, dass sie sich dessen bewusst sind, ebenso über die von Apple nicht auf die Reparatur gegebene Garantie.

Hinweis: Wie zu erwarten, finden sich im Code von den in dieser Woche veröffentlichten Betas von Apples Betriebssystemen Hinweise auf neue Hardware. Den Anfang macht eine Referenz auf ein neues Apple TV in tvOS 13.4. Neben den aktuellen Geräten Apple TV 4K (J105a) und Apple TV 4 (J42d) ist ein weiteres Gerät mit der Codenummer T1125 zu finden, anscheinend noch ein Testmodell. Features lassen sich aus der Software nicht schließen, doch bestehen an ein neues Apple TV vor allem zwei Wünsche: Apple müsste kräftig an der Preisschraube drehen, um noch mehr Kunden auf seinen Dienst Apple TV+ zu locken und vor allem die Fernbedienung verbessern, die viele Anwender für ein ergonomisches Desaster halten, das man im Dunklen des Fernsehzimmers nur schlecht bedienen kann.

Wearable : Airpods sind das erste großartige Wearable, schreibt Robert Fabricant begeistert für Fast Company, Airpods Pro kann Apple aufgrund hoher Nachfrage nur schlecht liefern. Analysten rechnen mit bis zu sechs Milliarden Umsatz mit den drahtlosen Hörern, die Apple im Jahr 2020 erzielen könnte. Die Gründe für den Erfolg sieht Fabricant in der leichten Bedienbarkeit, Apple habe einige gute Ideen dafür entwickelt, etwa, dass die Musik stoppt, nimmt man einen Hörer aus dem Ohr. Hier habe Apple vieles besser gemacht als Google mit seinem vorerst gescheitertem Glass-Projekt. Doch könnten vor allem die AirPods Pro noch weitere Zwecke erfüllen, nämlich die einer Hörhilfe für Schwerhörige. Technologie und Unterstützung für Gehörlose widersprechen sich nicht, schließlich habe Thomas Edison das Telefon auch als Unterstützung für Schwerhörige entwickelt und Vint Cerf auch deshalb die E-Mail mitentwickelt, weil sie die Kommunikation mit seiner gehörlosen Frau erleichterte. Für das erste Halbjahr 2020 hat Apple nach einem Bericht von Nikkei 45 Millionen Paar Airpods bei seinen Produzenten bestellt, die Vorräte besonders der AirPods Pro werden allmählich knapp und Apple kann sie bald nur noch in den eigenen Kanälen vertreiben. Doch der Ausbruch des Coronavirus könte diese Pläne behindern.

Zahlende Kundschaft: Apple TV+ hat nach Zahlen von Digital TV derzeit 2,6 Millionen zahlende Abonnenten, hinzu kommen die Leute, die nach Kauf eines neuen Apple-Gerätes den Dienst ein Jahr lang kostenlos nutzen können, dies würde die Gesamtzahl verdreifachen. Bis Ende des Jahres 2020 kämen kaum noch neue zahlende Kunden hinzu, im Jahr 2025 könnte Apple TV+ jedoch 26 Millionen Abonnenten zählen. Das sind im Vergleich zu dem ebenfalls im Noemeber in den USA gestarteten Streamingdienst Disney+ aber erschreckend wenige, schon jetzt haben laut Disney-CEO Bob Iger 28,6 Millionen Kunden den Sender mit der Maus abonniert. Hochgerechnet auf 2025 werden das 126 Millionen Kunden sein und somit gut viermal so viele wie bei Apple TV+.

Telekom: Smarte Unterwäsche hilft Paaren auf die Sprünge

Die Deutsche Telekom legt zum Valentinstag am 14. Februar einen ihrer Klassiker neu auf: Die Love Magenta Connected Underwear. Die intelligente Unterwäsche bringt das Smartphone vorübergehend zum Schweigen und soll den Fokus auf mehr Zweisamkeit legen. Und das nicht nur am Tag der Liebenden, wie die Deutsche Telekom betont.

Die Telekom stellte die Unterwäsche erstmals im Oktober 2019 vor. Die Erstauflage war laut Telekom in kurzer Zeit ausverkauft. Nun bietet das Unternehmen eine zweite Auflage an, die ebenfalls wieder limitiert ist.

Mit der intelligenten Wäsche will die Telekom das Gespräch auf humorvolle Weise auf ein gesellschaftliches Problem lenken. Denn eine repräsentative Umfrage von YouGov Plc im Auftrag der Deutschen Telekom ergab: Knapp die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen checkt das Smartphone im Bett, selbst wenn der Partner daneben liegt. Und 39 Prozent sind der Meinung, dass dadurch ein intimer Austausch verhindert wird.

Alle Liebenden und Interessierten können die Wäsche im Telekom eigenen Online-Shop bestellen und zwar unter diesem Link. Der Preis des Connected Underware-Packet beträgt wie schon im Oktober 25 Euro pro Set. Der Verkauf der zweiten limitierten Auflage startete am 6. Februar 2020. Die Kombination von Größen und Stil (m/w) ist frei wählbar.

So funktioniert die Connected Underwear laut Telekom: Ein Paket enthält ein Paar Unterwäsche und zwei Love-Chips. Die Bluetooth-Sender können in die Unterwäsche integriert werden. Der Love-Chip ist mit der mobilen App Connected Underwear verbunden. Durch Bewegung beim Tragen wird er automatisch aktiviert. Er sendet innerhalb der Love-Zone (Radius von 5 Metern) ein Bluetooth-Signal an das Smartphone des Partners bzw. der Partnerin. Eine Nachricht lädt sie bzw. ihn ein, den Love-Mode einzuschalten. Bei Zustimmung wird eine Love-Mode-Playlist abgespielt. Zudem schaltet sich ein romantischer Bildschirmschoner ein. Nun fragt die App, ob der Nicht-stören-Modus aktiviert werden soll. Danach steht einer ungestörten Zweisamkeit nichts mehr im Wege.

Google Maps feiert 15. Geburtstag mit neuen Tabs und Funktionen

In dieser Woche wird der Navigations- und Kartendienst Google Maps 15 Jahre alt. Um das Jubiläum zu feiern, spendiert Google seinem Maps Service ein neues Icon . Der stilisierte Karten-Ausschnitt wird nun von einem Pin in den Google-Farben auf weißem Hintergrund abgelöst.

Die Google-Maps-App für iOS und Android bekommt in dieser Woche außerdem ein Update mit kleinen Verbesserungen. Diese finden sich in den Tabs am unteren Bildschirmrand. Der Tab „Für dich“ wird nun durch den Tab „Gespeichert“ ersetzt. Neu hinzu kommen außerdem die beiden Tabs „Mitwirken“ und „Updates“. Die beiden neuen Tabs sollen die Funktionen, mit denen Google Maps vor Kurzem erweitert wurde, in den Vordergrund rücken – die Möglichkeit, Nutzern zu folgen und eigene Inhalte bei Google Maps einzuschicken.

Für März hat Google außerdem einige neuen Maps-Features angekündigt. So soll die App um Details zum öffentlichen Nahverkehr auf Basis von Nutzer-Beiträgen erweitert werden. Hier sollen Maps-Nutzer in Zukunft etwa nachschauen können, ob Bus und Bahn rollstuhlgerecht sind oder ob die Fahrradmitnahme gestattet ist. Ebenfalls neu ab März ist eine vereinfachte Version des Augmented-Reality-Features Live View. Der neue Modus zeigt auf Wunsch die Location, ohne in die 3D-Navigation zu wechseln.

Netflix streamt auf Android nun mit AV1-Codec

Wie Netflix in dieser Woche über seinen Netflix Tech Blog bekannt gibt , unterstützt die Android-App des Streaming-Anbieters nun auch Videos, die mit dem lizenzfreien Codec AV1 erstellt wurden. Der Videocodec AV1 versteht sich als Alternative zum kostenpflichtigen H.265 Codec und wurde von der Alliance for Open Media entwickelt, zu deren Gründungsmitgliedern neben Amazon auch Netflix zählt.

Bislang setzte Netflix auf den ebenfalls freien Codec VP9 für seine Inhalte. Langfristiges Ziel sei es nun, auf den Codec AV1 umzusteigen und diesen auf allen Plattformen auszuliefern. AV1 komprimiert Videos laut Netflix um rund 20 Prozent effektiver als VP9. Videos, die über die Netflix-Android-App gestreamt werden, sind also durchschnittlich rund 20 Prozent kleiner und sollen so wertvolles Datenvolumen sparen.

Der Codec AV1 kommt aktuell in der Android-App von Netflix nur bei wenigen Inhalten zum Einsatz. Netflix greift eigenen Aussagen zufolge darauf zurück, wenn in der Software auf dem Mobilgerät die Option „Daten sparen“ ausgewählt wurde. Eine detaillierte Liste mit AV1-Inhalten auf Netflix hat der Streaming-Anbieter bislang noch nicht vorgelegt.

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