2207633

Morgenmagazin vom Freitag, 8. Juli 2016

08.07.2016 | 06:55 Uhr |

Public Betas für macOS Sierra, iOS 10, tvOS 10 und watchOS 3 sind da +++ So hält der iPhone-Akku länger +++ Schweizer Verbraucherschutz klagt gegen Apple Pay +++ Pokémon Go: Erster Blick auf den AR-Hit +++ Google arbeitet an zwei runden Nexus-Smartwatches +++ Weltgrößtes Teleskop in China soll bei Suche nach Aliens helfen +++ Simyo stirbt: Kunden müssen zu Blau wechseln

8. Juli: Seltsame Symmetrien

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! 25 Jahre ist es nun her, dass die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien zu zerfallen begann, in heute sechs unabhängige Staaten und einem Protostaat - dem Kosovo. Am 7. Juli 1991 trat nach einem 10-tägigen bewaffneten Konflikt im Norden des Bundesstaates - dem heutigen Slowenien - das Brioni-Abkommen in Kraft, das im wesentlichen die noch jungen unabhängigen Staaten Slowenien und Kroatien dazu verpflichtete, ihre am 25. Juni 1991 erklärte Unabhängigkeit zu verschieben. In Slowenien konnte dieses Abkommen immerhin weiteres Blutvergießen verhindern, der Krieg eskalierte dann in Kroatien und später weit heftiger in Bosnien. Nun ist eine Unabhängigkeitserklärung erst einmal nicht viel wert, solange nicht Dritte oder gar der Mutterstaat diese anerkennen. Die Regierung in Belgrad dachte nicht im geringsten daran, schon allein aus wirtschaftlichen Gründen (Industrie in Slowenien, Tourismus in Kroatien) wollte sie den Bundesstaat zusammenhalten. Doch war es vor allem die Bundesrepublik Deutschland und deren Außenminister Hans-Dietrich Genscher, die mit der Anerkennung der Unabhängigkeit der Sache eine nicht vorhersehbare Dynamik verliehen.

Heute vor 240 Jahren wurde in Philadelphia erstmals die nur vier Tage zuvor gefasste Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Läuten der Liberty Bell verlesen, das ferne Mutterland dachte nicht im Traum daran, diese anzuerkennen. Es war hingegen die Republik Ragusa, die schon seinerzeit gute wirtschaftliche Beziehungen mit den englischen Kolonien jenseits des Atlantik unterhielt, die den neuen Staat vermutlich als allererste anerkannte. Ein genaues Datum ist nicht überliefert, vermutlich geschah das aber noch im Jahr 1776. Interessant: Aus der Gegend von Ragusa stammt der weiße Kalkstein, mit dem der Regierungssitz des US-Präsidenten in Washington verkleidet ist - das Weiße Haus besteht aus Steinen von der Insel Brač. Und tragisch: Die Republik Ragusa, nach ihrer verlorenen Unabhängigkeit 1806 zunächst an Frankreich und 1814 an Österreich-Ungarn fiel, hatte als eine der ersten Gegenden unter dem aufziehenden Jugoslawienkrieg zu leiden. Dubrovnik, die Perle der Adria und ehedem als Ragusa bekannt, geriet schon im Spätsommer 1991 unter Beschuss. 25 Jahre später sind noch längst nicht alle Wunden verheilt.

Die Natur liebt Symmetrien, der Fußball anscheinend auch. Deutschland bei der EM: Dreimal gar nicht dabei, dreimal in der Vorrunde raus, dreimal das Finale verloren, dreimal das Finale gewonnen und jetzt dreimal im Halbfinale raus. Wie geht es weiter? In vier Jahren bricht die Mannschaft die Symmetrie. Aber jetzt könnten die Franzosen zum dritten Mal das Heimturnier gewinnen, dann gäbe es drei Rekordeuropameister mit je drei Titeln. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Los geht's: Apple hat den Zeitraum zwischen Ankündigung der neuen Betriebssysteme auf der WWDC und Start der Public Beta in diesem Jahr um eine weitere Wiche verkürzt. Seit dieser Nacht stehen für die Öffentlichkeit macOS Sierra, iOS 10, tvOS 10 und watchOS 3 in Vorabversionen zur Verfügung. Bei macOS Sierra wird insbesondere interessieren, wie sich Siri auf dem Mac macht. Jason Snell hat mit seinem Rechner bereits gesprochen.

Was vor der Beta zu tun ist: Auch Apple rät dazu, die Beta von iOS 10 auf ein Zweitgerät zu installieren, für Stabilität und Funktionalität kann man zu diesem Zeitpunkt nicht garantieren. Wer lieber gefährlich lebt, sollte aber auf alle Fälle an seinem Rechner über iTunes ein verschlüsseltes Backup erstellen, um im Notfall wieder zu iOS 9 zurück zu kommen. Dann erst kann man sich bei Apple für die Teilnahme am Betaprogramm anmelden .

Nicht wirklich versteckt: Das Problem eines Lesers, auf einem mit dem Mac synchronisierten iPad nicht so viele Bilder wie in der Original-Fotobibliothek auf dem Mac zu finden, hat unseren Macworld-Kollegen Glenn Fleishman zu einer erstaunlichen Erkenntnis gebracht. Denn die fehlenden Fotos hatten auf dem Mac den Status "versteckt" - logisch, dass sie nicht synchronisiert wurden. Nur bedeutet "versteckt" auf dem Mac eher "schlecht versteckt", denn sie sind weiter in der Übersicht aller Fotos und in den Alben zu sehen, in denen sie einsortiert sind. Sie fehlen nur in den Ansichten "Momente", "Jahre" und "Sammlungen". Seltsame Art, sich zu verstecken...

Von hinten durch die Brust ins Auge: Erst in dieser Woche hatten wir Ihnen ein paar Tipps gegeben, wie Sie den Stromverbrauch Ihres iPhone reduzieren und so die Laufzeit des Akku verlängern . Im Wesentlichen geht es immer darum, im Moment nicht benötigte Funktionen abzuschalten. Viel gewinnt man, reduziert man die Helligkeit des Bildschirms, denn der braucht nun mal am meisten Energie. Einen irren Tipp, wie man auf die Schnelle den Bildschirm abdunkelt, haben die Kollegen von Chip entwickelt. Zwar käme man auch mit dem Kontrollzentrum zum Ziel, aber mit einem schnellen Dreifachtipp auf den Homebutton geht das noch flotter. Dazu ist aber ein wenig Konfigurationsarbeit von Nöten - und Sinn ergibt das nur, wenn man auf die in iOS integrierten Bedienungshilfen verzichten kann. Denn diese missbraucht der Kniff gewissermaßen, konkret den Zoom, den Sehbehinderte nutzen, um Details auf dem Bildschirm erkennen zu können. Bei der Konfiguration des Zoom ist die Vergrößerung frei wählbar, setzt man den entsprechenden Regler in den Einstellungen der Bedienungshilfen ganz nach links, wird der Inhalt des Bildschirms nicht vergrößert. Dafür lässt sich aber ein Filter namens "Dunkle Umgebung" einsetzen, der quasi den Restbildschirm verdunkelt. Richtet man nun noch bei den Kurzbefehlen den Zoom ein, erreicht man durch einen dreifachen Klick auf den Homebutton diese Art der schnellen Verdunkelung. Nochmals dreimal klicken macht das iPhone wieder hell. Warum einfach, wenn's kompliziert auch geht?

Weitere Nachrichten:

Schweizer Verbraucherschutz klagt gegen Apple Pay

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat noch vor dem angekündigten Marktstart von Apple Pay Klage gegen Apple eingereicht. Laut iPhone-Ticker soll die Wettbewerbskommission überprüfen, ob Apple seine „marktbeherrschende Stellung“ in der Schweiz missbrauche. Der Konsumentenschutz erklärt:



„Mit Apple Pay bringt Apple sein eigenes mobiles Wahlsystem auf den Markt. Diese App funktioniert, wie sämtliche vergleichbare Bezahlsysteme, über die sogenannte Near Field Communication (NFC). Diese Technologie ist schweizweit nahezu flächendeckend verfügbar. Der Marktriese Apple trifft somit beste Startvoraussetzungen für sein neues Produkt an.“

Aufgrund der Tatsache, dass Apple auf den iPhones alternative Zahlensysteme, wie beispielsweise Twint, nicht zulässt, fordert der Schweizer Verbraucherschutz nun, dass die digitale Infrastruktur auch für Drittanbieter geöffnet wird.

„Die Schweiz darf nicht vor Weltkonzernen wie Apple kuschen. Apple sperrt für andere Zahlensysteme den Zugriff auf die NFC-Vorrichtung des iPhones. Das ist unseres Erachtens ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Da mit dem Verhalten von Apple ein krasser Fall unzulässigen Verhaltens eines marktbeherrschenden Unternehmens zu befürchten ist, kann sich die Wettbewerbskommission nicht um die Eröffnung eines Verfahrens drücken“, erklärt Sara Stalder, SKS-Geschäftsleiterin. 


Apple hat den aktuellen Fall bis jetzt noch nicht kommentiert. Die Wettbewerbskommission will jedoch erst nach Markteinführung von Apple Pay über zukünftige Maßnahmen beraten.

Pokémon Go: Erster Blick auf den AR-Hit

Nicht ohne Grund ist das neue Spiel Pokémon Go in den amerikanischen iTunes-Charts auf dem ersten Platz und dominiert die Spiele-Blogs: Das Nintendo-Game ist erstklassig gemacht und übt eine ganz eigene Faszination aus.

Offiziell ist das von Niantic für Nintendeo entwickelte AR-Game in Deutschland noch nicht verfügbar, mit einem US-Account kann man das Spiel aber bereits ausprobieren. Zu unserer Überraschung ist es bereits komplett lokalisiert und auch die deutschen Karten stehen anscheinend bereits zur Verfügung. Man muss nur auf die Straße treten und kann mit dem Spiel beginnen.
Simpel ist das Spielprinzip, das wie alle Pokémon-Spiele aus den beiden Elementen Sammeln und Wettkampf besteht: Das Spiel zeigt eine interaktive Karte der unmittelbaren Umgebung auf dem iPhone-Bildschirm und informiert, wo sich Pokémons und  sogenannte Poké-Stops befinden. Man muss sich nämlich bewegen, um Pokémon spielen zu können. In München-Schwabing müssen wir nur wenige Meter gehen um mehrere Pokémons und Poké-Stops zu finden. Dabei handelt es sich um unzählige Sehenswürdigkeiten, die das System offenbar per GPS ortet und meldet.

Geht man beispielsweise zu einem Weltkriegsdenkmal, blendet sich ein Foto des Ortes ein und man kann Pokébälle und andere Items sammeln. In unregelmäßigen Abständen trifft man auch auf Pokémons, kleine Wesen die man einfangen und trainieren kann. Hier wird die App zur echten Augmented Reality-Anwendung und blendet das Pokémon in das Kamerabild ein. Direkt vor einem Antiquitätengeschäft finden wir so den laut Pokédex 30 Zentimeter großen Pokémon Taubsi, einen noch schwachen und kleinen Kleinvogel-Pokémon. Fangen müssen wir ihn nun mit einem Pokéball, den wir auf Taubsi "werfen". Die Aufgabe des Spielers ist ab sofort das Trainieren des Pokémon um in verschiedenen Arenen gegen Gegner zu kämpfen. Achtung: Es kann passieren, dass man seine Spielgegner auch wirklich auf der Straße trifft.  Verfügbar ist das von Spiel auch für Android, per In-App-Kauf können weitere Gegenstände erworben werden.

Google arbeitet an zwei runden Nexus-Smartwatches

Google wird noch in diesem Jahr zwei eigenes Smartwatches mit Android Wear und rundem Display vorstellen. Das will der Blog Android Police aus brancheninternen Quellen erfahren haben. Die beiden Gadgets sollen den Angaben zufolge kurz nach der nächsten Nexus-Generation enthüllt werden.

Die größere der beiden Smartwatches trägt den Codenamen Angelfish und bietet ein rundes Display ähnlich wie das der Moto 360. Angelfish soll ein dezentes und sportliches Design bieten. Das Display hat den Gerüchten zufolge einen Durchmesser von 43,5 Millimetern. Das Smartwatchgehäuse ist 14 Millimeter hoch. Ein Herzschlagsensor, ein 3G-Modul, drei frei belegbare Knöpfe und GPS sind ebenfalls an Bord.

Die zweite Uhr läuft derzeit noch unter dem Codenamen Swordfish und fällt mit einem Display-Durchmesser von 42 Millimetern und einer Gehäuse-Höhe von 10,6 Millimetern kleiner aus als das Angelfish-Modell. Das Gadget verfügt zudem nur über einen Bedienknopf. Auf GPS und 3G müssen Käufer leider verzichten. Beide Smartwatches werden voraussichtlich mit Android Wear 2.0 ausgeliefert.

Weltgrößtes Teleskop in China soll bei Suche nach Aliens helfen

China mausert sich mehr und mehr zur Raumfahrernation und auch von der Erde aus soll die Forschung vorangetrieben werden. Nun hat das Land das weltgrößte Radioteleskop nach fünf Jahren Bauzeit fertiggestellt. Das FAST (Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope) getaufte Teleskop ließ sich die chinesische Regierung 180 Millionen US-Dollar kosten.

Es besteht aus 4.450 reflektierenden Panels, die auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern Radiowellen empfangen. Das Teleskop hat einen Durchmesser von 500 Metern, die effektiv nutzbare Fläche beträgt jedoch nur 300 Meter. Zum Bau mussten neben einem kleinen Dorf mit 65 Einwohnern auch über 9.000 Menschen in der näheren Umgebung umgesiedelt werden.

Seinen Betrieb wird FAST wohl erst im September 2016 aufnehmen. Ab diesem Zeitpunkt soll es bei der Suche nach außerirdischen Lebensformen helfen und ungewöhnliche Signale aus dem Weltraum empfangen. Die Reichweite des Teleskops beträgt bis zu 1.000 Lichtjahre.

Warum haben wir noch keine Aliens gefunden? - Sie sind alle tot!

Simyo stirbt: Kunden müssen zu Blau wechseln

Telefonica Deutschland führt bereits seit einiger Zeit E-Plus und dessen Tochtermarken zu O2 über. Mit dem Ziel, nur noch einige wenige einheitliche Marken für seine Kunden bereitzustellen. Diese Zusammenlegung wurde durch die Übernahme von E-Plus durch Telefonica Deutschland im Jahr 2014 erforderlich. Die Mobilfunknetze von O2 und E-Plus hat Telefonica Deutschland bereits teilweise zusammengelegt. Und dabei auch etliche Sendemasten verkauft.

Simyo wird zu Blau

Jetzt ist die Billigmarke Simyo an der Reihe. Der Mobilfunk-Discounter-Pionier Simyo bot seit 2005 preiswerte Mobilfunktarife für preisbewusste Handybesitzer an. Simyo nutzte dafür das E-Plus-Mobilfunknetz.
 
Simyo wird nun in die Marke Blau überführt. Blau nutzte, als es noch ein eigenständiges Unternehmen war, ebenfalls das Mobilfunknetz von E-Plus, zu dem es seit 2013 gehörte. Mit der Übernahme von E-Plus kam also auch Blau zu Telefonica Deutschland.
 
Die Überführung von Simyo zu Blau soll schrittweise in den kommenden Monaten erfolgen. Simyo-Nutzer erhalten laut Telefonica Deutschland zum bisherigen Preis die gleiche Leistung. Rufnummer, Vertragslaufzeit und auch die sonstigen Tarifkonditionen sollen unverändert bleiben.

Blau wird die Discountermarke von Telefonica Deutschland
 
Telefonica Deutschland will Blau „als zentrale Marke des Unternehmens im sogenannten Value-Segment positionieren“. Damit meint Telefonica Deutschland, dass Blau die Einsteigermarke des Konzerns werden soll. Mobilfunknutzer, die besonders aufs Geld schauen, sollen mit Blau bedient werden. O2 dagegen soll als Marke für anspruchsvollere Mobilnutzer positioniert werden, die auch bereit sind, mehr Geld für Mobilfunk auszugeben.

Telefonica Deutschland will die Kunden von simyo über die bevorstehende Umstellung rechtzeitig informieren. Die Umstellung soll bis Jahresende 2016 vollzogen werden.

Die aktuellen simyo-Tarife laufen zum Ende des Monats aus. Anschließend nutzt das Unternehmen die simyo-Online-Plattform für Aktionsangebote.

Die im Februar angelaufene Überführung der Privatkunden von BASE und E-Plus auf die Marke O2 soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen sein. In den kommenden Wochen will Telefonica Deutschland auch Geschäftskunden von BASE und E-Plus auf die Marke O2 überführen. Tarifkonditionen und Leistungen sollen bei gleichem Preis unverändert bleiben.
 

2207633