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Morgenmagazin vom Freitag, 8. März 2019

08.03.2019 | 06:55 Uhr |

Apple verliert Zeugen im Qualcomm-Prozess +++ Fragen zu Marzipan +++ Tim Apple nimmt's mit Humor +++ Deutsche IT-Presse hat ein Frauen-Problem +++ Problem für Apple? Samsung S10 wird offenbar in China ein Erfolg +++ Reputations-Ranking: Microsoft landet vor Apple +++ Urteil: Amazon gegen bezahlte Produktbewertungen +++ BVMI: Musik-Streaming in Deutschland beliebter denn je

8. März: Noch ein weiter Weg

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Und Berlin einen schönen, neuen Feiertag. Dieser ist nur fair: Im Vergleich zu Bayern mit seinen 14 Feiertagen kam Berlin bisher recht spärlich weg. Während sich aber andere diesbezüglich zu kurz gekommene Bundesländer wie Sachsen-Anhalt für den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag entschieden, beschloss der Senat des Stadtstaates, den Internationalen Frauentag als arbeitsfrei zu begehen. 100 Jahre erst haben Frauen in Deutschland Wahlrecht, seit gut 60 Jahren dürfen ihre Ehemänner oder Väter nicht mehr über ihre Arbeitsverträge bestimmen, in Berlin (sic!) bestimmt eine Kanzlerin die Richtlinien der Politik, während es ebenso eine Frau ist, der die größten Chancen auf die Nachfolge der Regierungschefin zugesprochen werden. Kann man sich ja über all die Errungenschaften freuen und zurück lehnen, gerade jetzt am Freitag und Feiertag. Kann man nicht.

Denn trotz unbestrittener Fortschritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung bleibt noch ein weites Stück Weg zu gehen. Auch und gerade hier, in der liberalen Demokratie, die – in etwa zeitgleich mit dem Frauentag – vor rund 100 Jahren hierzulande erst mühsam erstritten werden musste. Da gibt es zum Beispiel das hässliche Wort "gender pay gap", das die ebenso hässliche Tatsache beschreibt, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten. Oder die noch viel hässlichere Tatsache, dass die meisten weiblichen Gewaltopfer von häuslicher Gewalt betroffen sind, die also von nahestehenden, in der Regel männlichen Personen ausgeht. Oder dass sich Aktivistinnen selbst auf weniger kontroverse Aussagen in den asozialen Medien so ziemlich jedes Schimpfwort anhören müssen, einschließlich Gewalt- und Todesdrohungen. Richtet man den Blick außerhalb die Landesgrenzen, wird es noch schlimmer.

Anlässlich des Weltfrauentags unternimmt Apple zusammen mit der Sängerin Annie Lennox in einem Kurzvideo einen solchen Blick. Nein, auch heute sind Frauen nicht gleichberechtigt. Eine von dreien erlebt (sexuelle) Gewalt in ihrem Leben, 2,7 Milliarden dürfen nicht in bestimmten Berufen arbeiten, zwei von drei Analphabeten sind weiblich, dafür sind es nur 22,8 Prozent aller Parlamentarier weltweit. Starker Tobak.

Was aber reitet Apple, zum Weltfrauentag dieses Video zu verbreiten? Dazu eine Wiedergabeliste mit Songs von starken Frauen und/oder über starke Frauen ? ( Annie Lennox ist zwar mit ihrer ehemaligen Band Eurythmics vertreten, es fehlt aber das Duett mit Aretha Franklin. Anm. d. Musikredaktion ) Schon anfangs der Woche hatte Apple (junge) Frauen dazu ermutigt , mehr zu programmieren, in IT-Berufen fehlt es doch besonders am weiblichen Touch. Schaut man sich aber Apples Vorstandriege an: Nur fünf Frauen unter den Top 17, eine davon wird bald aus dem Unternehmen ausscheiden. Dann sind es vier von 16, 25 Prozent. Kaum mehr als Parlamentarierinnen. Betreibt Apple also eine Art von Greenwashing, nur in Sachen Feminismus?

Das wäre ein Trugschluss, gewissermaßen ein Ad-hominem-Argument der Firma gegenüber. Man muss keine Frau sein, um die Position des Feminismus einzunehmen und man muss nicht erst das Ziel einer zu 50 Prozent weiblichen Vorstandsschaft erreicht haben, um für Gleichberechtigung und der beruflichen Förderung von Mädchen und Frauen eintreten zu dürfen. Das ist ein leider zu oft bezogener Standpunkt, auch in anderen Diskussionen, in denen es um unbequeme Wahrheiten und Veränderungen geht: "Ändere erst du dich radikal, so muss ich dir nicht zuhören".

Wie auch in Sachen Umweltschutz und Arbeitnehmerrechte: Nicht alles mag schon gut sein bei Apple, das Unternehmen hat sich aber auf den Weg zur Besserung begeben. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag:

Genehmigt: Apple hat in Indien vor allem deshalb einen schweren Stand, weil es vor Ort kaum iPhones produziert. Wenn, dann vor allem ältere Modelle. Das ändert sich aber langsam. Gestern hat das IT-Ministerium in Neu-Delhi die Pläne für eine Fabrik des Fertigers Wistron frei gegeben. Dieser will vor allem iPhone 8 produzieren, im Land will sich aber auch Foxtronn niederlassen, um iPhone XS (Max) "Made in India" zu produzieren. Die vom Ministerium genehmigten Wistron-Pläne müssen noch durch das Kabinett, dann steht der Investition nichts mehr im Wege.

Rückschlag : Apple will im Patentstreit mit Qualcomm vor Gericht beweisen, dass eines der fraglichen Patente eigentlich von Apple selbst stammt, beziehungsweise auf die Ideen eines Ingenieurs aus Cupertino zurück geht. Das könnte nun schwierig werden, wie Cnet berichtet. Denn der fragliche Mitarbeiter Arjuna Siva, der als Miterfinder der Technik bezeichnet wird, will nicht mehr vor Gericht erscheinen und eine Zeugenaussage abgeben, wie Apple am Donnerstag einräumen musste. Siva sei geraten worden, Apples Fragen nicht vor Gericht zu beantworten, heißt es zur Begründung, die Apple Rechtsvertreterin Juanita Brooks in San Diego gab. Siva arbeitet nun für Google und würde lediglich einer offiziellen Vorladung des Gerichts Folge leisten. Apple hat jedoch noch eine Videoaufzeichung mit einer Aussage Sivas in der Hnterhand. Der Verlust eines wichtigen Zeugen ist aber definitiv ein Rückschlag für Apple in der Sache.

Fragen über Fragen: Voraussichtlich zur WWDC Anfang Juni wird Apple sein Projekt Marzipan finalisieren und für Entwickler eine API bereit stellen, die es erleichtert, aus iOS-Apps welche für den Mac zu machen. Bis dahin bleiben aber noch viele Frage offen, der Blog inessential.com hat sie gesammelt. Darunter sind solche zum organistorischen Ablauf, etwa, ob man damit Apps nur für den Mac produzieren kann und ob die im Mac App Store vertrieben werden müssen und ob es universale Binaries mit iOS- und macOS-Anteil geben wird. Auch technische Fragen wären noch zu klären: Wie geht es mit AppKit weiter und AppleScript? Offen sind auch Design-Aspekte zu Toolbars, Split Vie und Tabs - aber um das alles zu klären, hat Apple ja seine Entwicklerkonferenz.

Fair bleiben: Nintendo hat Entwickler seiner mobilen Apps darum gebeten, die Kunden nicht zu sehr mit In-App-Käufen zu nerven und zu melken. In-App-Käufe sind zwar eine Möglichkeit, den Umsatz mit Spielen gegenüber Einmalkäufen deutlich zu steigern und vor allem über die Zeit zu strecken, dich setzen Entwickler oft unschöne Methoden ein, um die Kunden mehr oder minder zum Kauf zu zwingen. Anderenfalls kommt man im Spiel nicht in höhere Level oder muss ewig warten, bis es weiter gehen kann. Nintendo scheint aber lieber auf kurzfristigen Umsatz verzichten zu wollen, als langfristige Schäden an seinen Spielemarken wie Mario zu riskieren.

Souverän: Seit dem Versprecher des POTUS 45 quillt das Internet über vor Memes rund um Tim Apple und seine Mitstreiter wie Angela Stores, Eddy Internet oder Luca Money. Der Apple-CEO selbst, der nicht wie seine Firma heißt, in der er aber eher Koch als Kellner ist ( Dabei haben wir an der Journalistenschule doch gelernt: Keine Namenswitze! Anm. d. Red. ) reagiert nun auch souverän und humorvoll auf den Faux pas des Präsidenten. Bei Twitter änderte Tim Cook seien Namen zu Tim . Im offiziellen Transkript der Ansprache des Präsidenten versucht sich das Weiße Haus mal wieder an alternativen Fakten und setzt an eine entscheidende Stelle einen Gedankenstrich, der das gesprochene Wort im Sinn verändert: "We appreciate it very much, Tim – Apple."

Weitere Nachrichten:

Deutsche IT-Presse hat ein Frauen-Problem

Als sich vorgestern Abend Donald Trump bei einer Beratersitzung im Weißen Haus versprochen hat, und Tim Cook "Tim Apple" nannte, entbrannte in den sozialen Medien ein Shitstorm: Unerhört, wenn der US-Präsident den Namen des Apple-CEO nicht kennt! Dabei war der Versprecher durchaus logisch – nicht die Person war Trump wichtig, sondern ihr Bezug zur Firma, eben deswegen war ja Tim Cook zu dieser Sitzung eingeladen. Unhöflich, ja gar grob, ist eine solche Bezeichnung aber allemal.

Kein Shitstorm brach aus, als Anfang der Woche viele Medien über Laurene Powell Jobs geschrieben hatten: Sie investiert derzeit über ihre Stiftungs-ähnliche Firma Emerson Collective in mehrere renommierte US-Zeitungen und -Zeitschriften, darunter "The Atlantic" und "Axios". Das Problem dabei: Viele deutschsprachigen Webseiten bezeichnen die Frau in ihren Überschriften stur nur als Steve-Jobs-Witwe, manchmal ohne den vollen Namen. Klar ist die Umschreibung ein gewünschtes Stilmittel, soll sich doch der Text flüßig lesen, aber eben im Vorspann und im Fließtext und nicht gleich im Titel.

Der Fall Laurene Jobs ist ein ähnlicher wie bei Donald Trump und Tim Cook – durch die Bezeichnung der Person in Bezug auf eine Firma oder auf eine andere Person werden die Eigenschaften und Errungenschaften dieser Person entwertet. Nicht weil in den Zeiten von "Fake-News"-Aufrufen und Journalisten-Morden Frau Jobs in den seriösen Journalismus investiert und so versucht, zumindest ansatzweise dessen Reputation und Einfluss zu erhalten, wird sie erwähnt, sondern weil sie eine Weile mit Steve Jobs verheiratet war. Klar, Laurene Powell Jobs hat Steve Jobs beerbt und kann wohl sehr viele Tätigkeiten des Emerson Collective alleine durch Apples Dividenden finanzieren. Sie ist in diesem Bereich aber schon seit den Neunzigern aktiv.

Dass das Problem ein allgemeines ist und sich nicht nur auf die jüngste Berichterstattung beschränkt, verrät übrigens Google. Sucht man nach " Jobs+Witwe ", erkennt die Suchmaschine momentan knapp 1.130.000 Treffer, bei " Laurene+Powell+Jobs " sind das aber nur knapp 411.000 Treffer auf den deutschsprachigen Seiten. 

Wir würden uns wünschen, zumindest an dem einem Tag pro Jahr, wenn man schon eh den Gleichberechtigungstag begeht, würden die Redakteure und Journalisten in sich gehen und fragen, ob man vielleicht den eigenen Lesern schon eine gewisse Lernfähigkeit und Intelligenz zutraut und darauf hofft, dass sie in der Überschrift den Namen "Jobs" erkennen, selbst wenn davor kein "Steve" steht, und auf den Link klicken. Schließlich wurde aus dem Apple-CEO und Steve-Jobs-Nachfolger schon längst Tim Cook. Aber er ist ja ein Mann …

Problem für Apple? Samsung S10 wird offenbar in China ein Erfolg

Die beiden iPhones XS und XS Max waren in China kein großer Erfolg – das hat viele Gründe, laut Tim Cook lag es aber auch am Handelskonflikt und der schwachen Wirtschaftslage in China. Die Theorie : In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wären chinesische Konsumenten beim Kauf teuer Smartphones etwas zögerlich. Diese Theorie wird allerdings durch die Erfolge von Apple größtem Konkurrenten Samsung nun in Frage gestellt: Trotz Rezession scheint nämlich die neue S10-Linie, der größte Konkurrent der High-End-Smartphones von Apple, zum Renner zu werden.

So hat der namhafte Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities gerade seine Verkaufsprognosen für das Samsung S10 um 30 Prozent angehoben, wie mehrere Medien berichten . Das Gerät kommt gerade erst auf den Markt, die Vorbestellungen für das neue Samsung-Smartphone lägen aber bereits über den Erwartungen. Weltweit soll die Nachfrage um 30 bis 40 Prozent über denen des Vorgängers S9 liegen. Statt 30 bis 35 Millionen Geräte könnten 2019 zwischen 40 bis 45 Millionen Geräte verkauft werden. Vier Gründe macht der Analyst dafür aus: Weiterhin hohe Nachfrage nach High-End Smartphones, unerwartet hohe Nachfrage in China, Trade-In-Programme und Samsung konnte sich technisch vom iPhone abheben: So kann sich das neue S10 vom iPhone durch neue Funktionen wie einen Fingerabdruckleser hinter dem Display und eine Dreifach-Kamera absetzen. Ebenfalls neu: Man kann mit dem Smartphone andere Geräte drahtlos aufladen.

Unsere Meinung:

Keine gute Nachricht für Apple: Beim S10 scheint es nach ersten Berichten offenbar keinen „Rezessions-Effekt“ zu geben. Endgültige Zahlen gibt es zwar erst in einigen Quartalen, ein Erfolg von Samsung scheint sich aber abzuzeichnen. Es liegt wohl nur begrenzt am hohen Preis der iPhones, so kostet das Galaxy S10 Duos mit 900 Euro nicht viel weniger als ein iPhone XS oder XR. Im Unterschied zu Amerikanern und Japanern sind Chinesen eben keine treuen Kunden: Dank in China verbreiteten plattformunabhängigen Apps wie Wechat ist es für chinesische Kunden einfach kein Problem zwischen einem iPhone und einem interessanteren S10 zu wechseln. Beim nächsten iPhone kann sich die Lage dafür schnell wieder ändern.

Reputations-Ranking: Microsoft landet vor Apple

In einer Partnerschaft haben Axios und Harris Poll eine Top-100-Reputations-Ranking-Liste der bekanntesten Marken in den USA ermittelt. Dabei flossen neben der aktuellen Befragung von Personen zu den Firmen auch Daten, basierend auf einer 20-jährigen Harris-Poll-Forschung, mit in das Ergebnis ein.

Die Studie kommt zu interessanten Ergebnissen. Auf Platz 1 landete die private Supermarkt-Kette Wegmans aus den USA. Die schlechteste Reputation konnte das U.S. Goverment, mit Platz 100 einfahren. Weitere Schlusslichter: die Trump Org. landet auf Rang 98 und der Tabak-Konzern Philip Morris auf Rang 99.

Aber wie sieht es mit den Tech-Firmen und IT-Firmen aus? Auch hier kommt die Studie zu einigen einleuchtenden, manchmal auch überraschenden Resultaten. Den Thron schnappt sich hier Amazon mit Rang 2. Microsoft schneidet auch recht gut im Ranking ab und belegt Platz 9 im Gesamtranking, während Konkurrent Apple nur auf einem deutlich schlechteren Platz 32 landet. Electronic Arts konnte bei den Kunden wohl etwas Boden gutmachen und landet im Ranking auf Rang 51. Weit schlechter trifft es die Social-Media-Plattformen, Twitter landet auf Rang 89, Facebook gar nur auf Platz 94.

Wie die weiteren Tech-Unternehmen im Ranking abschnitten, listen wir hier für Sie auf:

Die Umfrage wurde von November 2018 bis Januar 2019 in den USA durchgeführt. Dazu wurden repräsentativ 6.118 Personen befragt, von welchen Unternehmen sie denken, dass sie den besten bzw. schlechtesten Ruf haben. Danach wurden die 100 stärksten Unternehmen von einer zweiten Gruppe von 18.228 Personen im Bezug auf die wichtigsten Merkmale der Firmenreputationen bewertet.

 

Urteil: Amazon gegen bezahlte Produktbewertungen

Immer häufiger finden sich auf Amazon Produktbewertungen, für deren Erstellung die Nutzer einen vermögenswerten Vorteil erhalten haben. Sprich: Drittanbieter lassen sich die Lieferung durch eine positive Produktbewertung bezahlen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) kam nun zu dem Urteil , dass solche „gekauften“ Kundenrezensionen nur mit dem Hinweis auf die Entgeltlichkeit erlaubt sind. Geklagt hatte Amazon selbst gegen eine Anbieterin von Kundenrezensionen. Diese hatte auf Wunsch Tester für Drittanbieter auf Amazon vermittelt. Über ihr Portal wurde die Rezension automatisiert bei Amazon eingestellt. Der Käufer erhielt sein Wunschprodukt als Gegenleistung meist kostenlos oder gegen einen kleinen Eigenanteil.

Die so entstandenen Rezensionen dienen laut Gericht einem kommerziellen Zweck. Dies sei für Kunden nicht klar und eindeutig zu erkennen. Der Durchschnittsverbraucher erwarte zwar keine objektive Bewertung, gehe aber davon aus, dass die Bewertung auf einem eigenständigen Kaufentschluss beruht und nicht „gekauft“ sei. Verboten seien derartige Rezensionen gegen ein Entgelt zwar nicht, aber sie müssen laut Gericht klar als solche gekennzeichnet werden. Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig. Die Antragsgegnerin kann gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.

BVMI: Musik-Streaming in Deutschland beliebter denn je

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat heute aktuelle Zahlen für 2018 bekannt gegeben . Mit Musikverkäufen über Downloads, Streaming-Anbieter oder physische Datenträger konnte die Branche demnach einen Gesamtumsatz in Höhe von 1,58 Milliarden Euro generieren. Diese Zahl liegt nur mit 0,4 Prozentpunkten hinter den Einnahmen im Vorjahr – der Musikmarkt ist laut dem BVMI damit stabil.

Größter Umsatztreiber sind laut dem Bundesverband Musik-Streaming-Anbieter, die in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von 46,4 Prozent einnehmen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser um 33,5 Prozent noch einmal kräftig gewachsen. Der zweitstärkste Umsatzbringer ist nach wie vor der physische Datenträger CD mit 36,4 Prozent Marktanteil. Weit abgeschlagen folgen Musik-Downloads mit 7,8 Prozent und die Vinyl-Alben mit 4,4 Prozent. Während die klassische Schallplatte in den vergangenen Jahren ein konstantes Wachstum zeigte, fiel ihr Marktanteil 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 5,2 Prozent.

Laut dem BVMI wird Musik per Streaming aktuell zu gleichen Zeitanteilen über Audio- und Video-Streaming-Angebote konsumiert. „Während Audio-Streaming inzwischen für bald 50 Prozent der Brancheneinnahmen steht, fließen durch die über Video-Dienste gestreamte Musik gerade einmal 2,4 Prozent an die Kreativen und ihre Partner zurück,“ erklärt BVMI-Vorstandsvorsitzender Florian Drücke. Hier sieht der Bundesverband Nachbesserungsbedarf.

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