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Morgenmagazin vom Freitag, 9. Dezember 2016

09.12.2016 | 06:54 Uhr |

Apple verhandelt mit NHL über iPad-Ausstattung +++ Bluetooth 5 final verabschiedet +++ Mario rennt auf dem iPhone +++ Samsung dreht Note 7 den Saft ab +++ Mars One: Umzug zum Mars verzögert sich - erneut +++ Bully: Rockstar-Spiel jetzt für iOS und Android erhältlich

9. Dezember: Grüne Grüße

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Was ist denn das schon wieder, 17 Grad am Donnerstag in Wernigerode, 12 Grad am Freitag in Garmisch-Partenkirchen, nur in Rovaniemi in der Nacht zum Sonntag standesgemäß vorweihnachtliche -16 Grad? Ach ja, es ist ja wieder Vorweihnachtszeit, gemäß einer alten Bauernregel eine der beiden Warmzeiten im Jahr. Dabei hatten wir uns doch so gefreut, als uns am Schwabinger Weihnachtsmarkt schier die Füße einfroren und morgesn darauf Industrieschnee unsere Vorgärten bedeckte. Wird wohl wieder nichts mit weißer Weihnacht...

Haben wir eben das Stichwort "Klimawandel" gehört? Ist zwar nicht ganz falsch, trifft das konkrete Wetterphänomen aber auch nicht richtig. In Mitteleuropa waren weiße Weihnachten schon in vorindustriellen Zeiten eher selten, Warmwetterphasen dagegen recht häufig, daher auch die alte Bauernweisheit. Es ist der Golfstrom der unseren Teil des eurasischen Kontinents oft noch bis nach der Wintersonnenwende mit ein wenig Restwärme versorgt, schneereich und kalt sind hier seit jeher eher Januar und Februar. Und weiße Ostern gar nicht mal so selten, vor allem dann, wenn die Feiertage in den März fallen.

Warum träumen wir aber von Weißer Weihnacht? Daran sind vor allem die Amerikaner schuld, aber nicht der olle Bing Crosby mit seinem Schmachtfetzen, sondern eher Ostküstenmigranten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die in Mode gekommenen Weihnachtskarten an die in Europa gebliebenen Verwandten und Bekannten schickten. Darauf waren natürlich tief verschneite Landschaften zu sehen, logisch, der Golfstrom fließt ja weit an New York, Massachusetts und Maine vorbei, und die Gebirge verlaufen eher in Nord-Süd-Richtung, was den Einfall polarer Luft deutlich erleichtert.

Wenn wir uns aber recht entsinnen, stand die Krippe nicht in einer verschneiten Alpenkulisse und neben Ochs und Esel waren keine Gämsen oder Rehböcke zugegen. Auch wenn es in Bethlehem um die Wintersonnenwende herum ziemlich kalt sein kann, Schnee fällt da noch seltener. Weihnachten ist also eher grün als weiß, schon immer so gewesen. Vielleicht sollten wir also mal den Spieß umdrehen und den Nachkommen unserer entfernten Vorfahren entsprechende Weihnachtskarten über den Atlantik senden. Und zwar heute noch. Denn der 9. Dezember gilt in den USA als Christmas Card Day. Etwas mehr als zwei Wochen vor dem Fest war es in den Zeiten der Postreiter ja auch allerhöchste Zeit gewesen, die Post zu verschicken, sollte sie noch rechtzeitig ankommen. Heute wäre sie auf elektronischem Wege binnen eines Wimpernschlags zugestellt, bleibt uns also mehr Zeit für die Gestaltung. Irgendwo in unserer Fotomediathek muss doch noch ein Bild von Edeltännleins grünem Wipfel sich verbergen. Zur Not tut's auch eine Fichte... Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Schutz vor Neugierigen : Wenn nicht schon eine Facetime-Kamera integriert ist (Macbook, Macbook Air, Macbook Pro, iMac), dann gehört eine Webcam zum Standardzubehör - und zu einem potentiellen Einfallstor für Spione. Dem kann man mit einer einfachen Methode abhelfen, etwa indem man das Objektiv abklebt - schließlich kann man sich ja nicht sicher sein, ob der Hacker nicht die Statusleuchte außer Betrieb gesetzt hat. Doch gibt es für den Mac auch Software, die den Monitor und das Kamerabild überwacht und einen Angriff identifizieren und melden könnte. Bei iPad und iPhone jedoch sind die Möglichkeiten begrenzt, aber auch das Maß an Sicherheit höher.

Mario auf dem iPhone: Lange hat sich Nintendo dagegen gewehrt, seine Spiele auf Smartphoneplattformen zu portieren, schließlich sieht man sich nach wie vor vor allem als Hardwarehersteller. Mit Super Mario Run kommt nun eine der Legenden nächste Woche auf iOS, Android kommt später dran. Wer Mario auf iPhone oder iPad rennen und springen lassen will, hat dazu bereits in den Apple Stores Gelegenheit. Unsere Kollegen der Gamestar konnten das Spiel bereits vorab ausführlicher testen und kommen zu dem Schluss, dass man trotz einiger Haken für zehn Euro "verdammt viel Spiel für das Geld" bekäme.

Verteidigung: Apple will in China eine Aufhebung des Verkaufsverbots für das iPhone 6 erwirken, das ein Gericht im Juni dieses Jahres verhängt hat. Über seine Anwältin Yang Pu argumentiert Apple, das Design des iPhone 6 unterscheide sich in 13 wesentlichen Punkten von dem des Smartphones des Klägers Shenzen Baili. Dieser ist mittlerweile insolvent, seine Muttercompany hat sich aus dem Smartphonegeschäft zurück gezogen, Apple kämpft gewissermaßen gegen einen Patenttroll, der keine eigenen Produkte anbietet.

Wunschliste: Im kommenden Jahr wird es wieder Zeit für neue iPads, wahrscheinlich dürfte das schon im März passieren. Unser Macworld-Kollege Jason Snell hat eine Wunschliste an den Weihnac..., an Apple geschrieben, die in Cupertino hoffentlich auch gelesen wird. Die neuen Modelle des Jahres 2017 sollten eine einheitliche Technik bringen und ein an das iPad besser angepasstes iOS. Aus den zwei Größen des iPad Pro ließen sich gewiss auch drei oder vier machen und beim Apple Pencil ist Luft nach oben: Warum kann der Stift etwa nicht radieren? Wir werden die Ferien gelassen abwarten und im neuen Jahr verstärkt auf Spekulationen um das iPad schauen...

iPad on Ice: Laut des kanadischen Sportportals TSN steht Apple in Verhandlungen mit der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL, alle 31 Teams ab der nächsten Saison mit iPads auszustatten. Damit sollen die Mannschaften alle auf die gleiche Technologie für ihre Spielanalysen zurückgreifen können. Das Geschäft könnte jedoch noch am Geld scheitern, die NHL will neben den Geräten von Apple auch noch fünf Millionen US-Dollar an Sponsorengeld. Mit den Basketballern der NBA hat Apple bereits einen Deal abgeschlossen, die Nutzung von iPads ist dort aber optional - Steve Ballmer soll etwa seinen LA Clippers die Tablets aus Cupertino verboten haben. Obligatorisch ist jedoch für die Footballteams aus der NFL, Surface-Tablets von Microsoft zu verwenden.

Neue Bilder aus Cupertino: Apple hat an seine Mitarbeiter neue Fotos aus dem Inneren des Campus 2 verteilt, derer die französische Website Mac Generation habhaft wurde. Zu sehen licht durchflutete Flure, faszinierende Details der Fassade und mit letzten Arbeiten beschäftigte Monteure.

Verabschiedet: Die Bluetooth-Interessengruppe hat den neuen Standard Bluetooth 5 nun offiziell verabschiedet. Der Kurzstreckenfunk soll deutlich höhere Datenübertragungsraten und ein schnelleres Pairing von Geräten ermöglichen. Insbesondere für das Internet der Dinge (IoT) ist die neue Standardisierung unerlässlich.

Weitere Nachrichten

Samsung dreht Note 7 den Saft ab

Kanadische Galaxy-Note-7-Besitzer, die nicht an Samsungs Rückrufaktion teilgenommen haben, können ihr Smartphone ab nächster Woche praktisch nicht mehr benutzen. Wie Samsung heute bekannt gibt , funktionieren ab dem 12. Dezember auf dem Galaxy Note 7 keine WLAN- und Bluetooth-Verbindungen mehr. Ab 15. Dezember kann das Gerät schließlich auch nicht mehr auf das Mobilfunknetz zugreifen.

Das zugehörige Update, das die genannten Funktionen unbrauchbar macht, kann von Nutzern wahrscheinlich nicht vermieden werden. In Neuseeland leitete Samsung diesen Schritt bereits vor einem Monat ein. Auch die Akku-Kapazität des Note 7 wurde in einigen Ländern bereits per Update auf 60 Prozent limitiert . Ob das Deaktivierungsupdate auch nach Deutschland oder in die USA kommt, ist bislang noch unklar.

Mars One: Umzug zum Mars verzögert sich - erneut

Im August 2012 war das niederländische Projekte Mars One gestartet und suchte Erde-müde Menschen, die mit einem One-Way-Ticket zum Mars befördert werden sollen, um dort den Rest ihres Lebens zu verbringen. Der Zeitplan für die Mission verzögert sich nun erneut. Mars One plante ursprünglich bis 2023 die Errichtung der ersten Siedlung auf dem Mars zu errichten, um diese dann nach und nach mit den anreisenden Menschen zu füllen.

Der Zeitplan wurde immer wieder verschoben. Nun gibt das Projekt eine erneute Verschiebung bekannt, laut derer die erste bemannte Reise zum Mars erst im Jahr 2031 beginnen wird. Der Termin für die erste unbenannte Mission zum Mars verschiebt sich auf 2022. Der Start des Kommunikationssatelliten, der für die Mars-One-Missionen genutzt werden soll, verschiebt sich auf das Jahr 2024. Der erste Rover soll im Jahr 2026 auf den Mars geschickt werden. Mit diesem soll dann der Ort ermittelt werden, an dem die Siedlung dann später errichtet werden soll. Nach und nach sollen dann die für den Bau der Siedlung benötigten Güter auf den Mars befördert werden.

An der ersten bemannten Mars-Reise im Rahmen des Mars-One-Projekts werden im Jahr 2031 vier Astronauten teilnehmen dürfen, die dann sieben Monate von der Erde zum Mars reisen werden. Eine zweite Crew soll dann im Jahr 2034 folgen.

Von allen Bewerbern sind mittlerweile nur 100 Personen übrig geblieben, die für eine Reise zum Mars ohne Rückkehrmöglichkeit geeignet bzw. auch dazu bereit wären. Davon sollen im Jahr 2017 zwischen 12 und 24 Bewerber ausgewählt werden, die Vierer-Gruppen bilden werden. Diese Auserwählten erhalten einen Full-Time-Job bei Mars One und werden für die anstehenden Missionen ausgebildet. Zusätzlich soll im kommenden Jahr aber auch eine neue Bewerbungsphase starten. Denn: Während der Ausbildungsphase werden doch nicht geeignete Bewerber durch geeignetere Bewerber ersetzt.

Bis zu ersten bemannten Mars-Mission im Jahr 2031 sollen im Laufe der 14 Jahre (2017 bis 2013) dann die dafür geeigneten Teilnehmer ermittelt werden. Die endgültige Auswahl der ersten Crew erfolgt dann im Jahr 2031. An diesem Auswahlprozess, so heißt es seitens Mars One, werde dann auch die Öffentlichkeit beteiligt.

Bully: Rockstar-Spiel jetzt für iOS und Android erhältlich

Ein weiteres Spiel von Rockstar Games schafft den Sprung auf die mobilen Plattformen: Ab sofort ist Bully: Anniversary Edition für Android und für iOS erhältlich. Die Download-Größe liegt bei jeweils um die 2,4 Gigabyte. Der Preis: 6,99 Euro.

Bully erschien im Oktober 2006 für die Playstation 2. Später folgten auch Versionen für die Xbox 360, Wii und schließlich den PC.

In Bully übernimmt der Spieler die Kontrolle über Jimmy Hopkins, einem 15-jährigen Rotzlöffel, den man durch ein ganzes Schuljahr an der Privatschule Bullworth Academy begleitet. Jimmy hat ziemlich viel Unsinn im Kopf und muss sich dabei auch gegen Heranwachsende zur Wehr setzen, die die schwächeren Schüler schikanieren. Daher auch der Name des Spiels: Bully. Im Spiel gilt es - ähnlich wie in GTA - viele, viele, teils absurde, Missionen zu bestehen. Wie etwa Frösche zu sezieren oder Vokabelprobleme zu lösen.

Die Anniversary Edition von Bully enthält alle Inhalte des ursprünglichen Spiels (Canis Canem Edit bzw. Bully: Das Klassentreffen) und auch die Inhalte von Bully: Die Ehrenrunde. Die Entwickler haben die Grafik und Technik überarbeitet und die Steuerung für das Spielen auf Touchgeräten angepasst. Hinzu kommt ein um Freundesherausforderungen erweiterter Mehrspieler-Teil.

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