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Morgenmagazin vom Freitag, 9. Mai 2014

09.05.2014 | 07:34 Uhr |

Was heute wichtig wird: 9. Mai 2014 +++ Apple will Beats für 3,2 Milliarden US-Dollar kaufen +++ Apple legt offen, welche Informationen an Behörden gehen +++ Seagate: Wireless Plus-Festplatte mit bis zu 2 TB +++ Internet zählt fast drei Milliarden Nutzer +++ E-Mails verschlechtern Teamarbeit +++ Facebook greift auf Nutzerdaten von Moves zu

Was heute wichtig wird: 9. Mai 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Heute vor 69 Jahren, am ersten Tag der Nachkriegszeit in Europa, wurde in Mönchengladbach Josef Heynckes geboren, den die Fußballwelt nur als "Jupp" oder wahlweise "Don Jupp" kennt. Viele Arbeitnehmer mögen seinem Beispiel folgen, aus dem Berufsleben auszuscheiden. Denn von der Rente mit 67 hielt Heynckes nichts, stattdessen ging er mit 68 nach einem dreifachen Knall in den Ruhestand. Das größte Werk der Berufslaufbahn an deren Ende vollbringen, das wär's! Der Nachfolger kann die Erfolge allenfalls noch weiterführen oder wiederholen, aber eigentlich nicht übertreffen. Solch ein Vermächtnis hinterließe wohl jeder Arbeitnehmer gern!

Das heutige Google-Doodle ist aber einer anderen Persönlichkeit gewidmet, einer historisch weit wichtigeren: Sophie Scholl. Geboren am 9. Mai vor 93 Jahren hatte sie die Nachkriegszeit nicht erlebt, verhaftet am 18. Februar 1943 im Lichthof der Universität München, ermordet vier Tage später im Gefängnis Stadelheim. Der Mut der Sophie Scholl und ihrer Mitstreiter der Weißen Rose gibt noch heute ein großes Vorbild. Das Flugblatt, das Sophie Scholl wegen eines stramm nationalsozialistischen Uni-Hausmeisters zum Verhängnis wurde, versuchte die vom "Endsieg" träumenden Landsleute die Augen zu öffnen, welch verbrecherisches Regime sie in das Verderben führte. Kaum einer der "Volksgenossen" wollte davon hören, weswegen der 8. Mai 1945 den meisten nicht als Tag der Befreiung galt, sondern als der des Zusammenbruchs. Deswegen wurde der 8. Mai niemals gesetzlicher Feiertag, auch nicht nach der bemerkenswerten Rede des damaligen Bundespräsidenten zum 40jährigen Kriegsende. Lediglich in der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten ist der 9. Mai seit dem Kriegsende ein Feiertag mit Militärparaden zur Erinnerung an den Sieg. Aber das ist eine andere Geschichte, von der man heute viele Bilder in den TV-Nachrichten sehen wird.

Lesetipps für heute Morgen:

Fünf Tipps zur Vermeidung dämlicher Fehler im Internet ( Macworld )

Neues im iTunes Store: ESC, ein posthumes Werk von Michael Jackson und jede Menge Filmtipps ( Macwelt )

Apple und die Wearables: Auf die Software kommt es an ( Computerworld )

Samsung rechnet mit baldigem Ende im Patentkrieg, Apple werde aufgeben ( Cnet )

Weitere Nachrichten:

Apple will Beats für 3,2 Milliarden US-Dollar kaufen

Apple will den unter anderem vom Hip-Hopper Dr. Dre gegründeten Musikspezialisten Beats Electronics für 3,2 Milliarden US-Dollar übernehmen, berichtet die Financial Times. Bestätigt sich die Nachricht, würde es sich um die bisher größte Übernahme Apples handeln. Beats stellt unter anderem modische Kopfhörer her, die eher hochwertig sind und auch in der Preisklasse oben zu finden sind. Weit interessanter dürfte für Apple aber der Musikstreamigdienst von Beats sein. Der Trend im Musikgeschäft geht immer mehr von Downloadservices wie iTUnes hin zu Streamingangeboten wie Spotify, der Beats Streaming Service könnte Apple dabei weiter auf die Sprünge helfen. Zwar ist der eigene Dienst iTunes Radio laut Berichten in den USA bereits Nummer drei, Apple hatte sich aber wohl mehr erwartet und gehofft, die Lücke zu Spotify schneller schließen zu können. Was Beats von anderen Diensten unterscheidet ist dessen kuratiertes Musikangebot. Nicht nur Algorithmen zeigen dem Hörer neue Musik, auch Musikredakteure stellen Neuheiten vor und wissen, was bestimmten Hörergruppen sonst noch gefallen könnte.

Weder Apple noch Beats haben den Bericht der Financial Times kommentiert.

Apple legt offen, welche Informationen an Behörden gehen

Apple hat in einem Whitepaper dargelegt , welche Kundendaten der Konzern an Strafverfolgungsbehörden herausgeben kann, wenn eine gerichtliche Anordnung dazu zwingt. Wenig überraschend kann Apple auf Anforderung Daten aus den iCloud-Accounts seiner Kunden offen legen, E-Mails, iWork-Dokumente und Kalenderdaten. Auch ist Apple nach eigenen Angaben in der Lage, bestimmte Daten von iOS-Geräten zu erhalten und weiter zu geben, auch wenn diese mit einem Code gesichert sind. Dazu zählen etwa SMS und Telefonatlisten – welche aber leichter von Provider zu erhalten sind – Fotos, Filme, Adressen und Backups von Geräten.

Apple kann jedoch nicht über "Mein iPhone finden" das Gerät und damit eventuell den Besitzer aufspüren, sofern die Funktion nicht eingeschaltet ist, und auch dann hat Apple eingeschränkt Zugriff und respektiert die Privatsphäre, wie es heißt. Apple kann jedoch im Auftrag von Behörden feststellen, ob "Mein iPhone finden" dazu benutzte wurde, ein beschlagnahmtes iPhone aus der Ferne zu löschen. Auf Kommunikation über Facetime und iMessage hat selbst Apple keinen Zugriff, die Verschlüsselung ist zu stark.

Seagate: Wireless Plus-Festplatte mit bis zu 2 TB

Seagate brachte sein Angebot an drahtlosen Speichermedien erstmals im Jahr 2011 auf den Markt. Die Seagate Wireless Plus kann nicht nur Dateien drahtlos auf mobile Geräte übertragen, sondern umgekehrt können Inhalte und Dateien mittels der aktualisierten Seagate Media-App drahtlos auf die Festplatte gespeichert werden. Außerdem ist es möglich, Dateien mit Cloud-Service-Diensten wie Dropbox und Google Drive zu verknüpfen. Mit der Seagate Media-App lassen sichDateien, die auf der Wireless Plus gespeichert sind, mit einem Cloud-Storage-Anbieter synchronisieren. So kann immer auf die Dateien zugegriffen werden, selbst wenn kein Netzzugang besteht. Die Seagate Media-App erstellt eigene Dropbox- oder Google Drive-Ordner, so dass Dateien jederzeit verfügbar sind. Sobald der Zugang zum Netzwerk wieder hergestellt ist, werden die Dateien automatisch erneut synchronisiert, um sicherzustellen, dass alle Änderungen sowohl in der Cloud als auch auf dem Wireless Plus-Laufwerk gespeichert sind.

Die Seagate Media-App ist verfügbar für iOS und andere mobile Betriebssysteme. Die Wireless Plus baut ihr eigenes Netzwerk auf, so dass es nicht mehr nötig ist, dass sich das Gerät in Reichweite einer bereits bestehenden Netzwerkverbindung befindet. Die Batterie des mobilen Speichers reicht laut Hersteller für bis zu zehn Stunden.

Die Wireless Plus mit USB 3.0-Schnittstelle bietet weitere Funktionen wie die Möglichkeit, Videos, Fotos, Musik und auch Dokumente via Apple Airplay, DLNA oder einer App, die speziell für Samsung Smart-TVs und Bluray-Player entwickelt wurde, auf großen Bildschirmen darzustellen und abzuspielen.

Die Seagate Wireless Plus 500 GB ist ab Mai 2014 zum Preis von 149 Euro erhältlich. Das Modell mit 2 TB Speicherkapazität gibt es ab Mai 2014 für 219 Euro. Die 2,5 Zoll-Festplatte mit 1 TB gibt es im Online-Handel für 170 Euro.

Internet zählt fast drei Milliarden Nutzer

Internet zählt fast drei Milliarden Nutzer (c) intel.com
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© intel.com

Die Vereinten Nationen haben einen Bericht veröffentlicht, der die Anzahl der Internetnutzer weltweit thematisiert. Demnach werden bis zum Jahresende fast drei Milliarden Menschen im Netz unterwegs sein. Dies entspricht 40 Prozent der Weltbevölkerung.

In den Industriestaaten verfügt bereits fast jeder Einwohner über einen Internetzugang. Entsprechend fällt das Wachstum hier nur sehr gering aus. Drei von vier Einwohnern in Europa werden zum Jahresende im Internet unterwegs sein. In Amerika nutzt lediglich die Hälfte das WWW.

In den Entwicklungsländern hingegen kommen immer mehr Anwender hinzu. Bis zum Jahresende wird jeder fünfte Afrikaner online sein. In Asien und der Pazifikregion wird erwartet, dass jeder Dritte Zugang zum Internet haben wird. Die Anzahl der Mobilfunkzugänge soll Ende 2014 fast die 7-Milliarden-Marke knacken. Mobile Internetzugänge werde es dem Bericht zufolge bis zum Jahresende 2,3 Milliarden geben.

Die Anzahl der mit dem Internet verbunden Geräte fällt noch höher aus. Cisco geht derzeit schon von 10 Milliarden Geräten aus, die mit dem Web verbunden sind.

E-Mails verschlechtern Teamarbeit

social enterprise, team
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E-Mail-Kommunikation und Videokonferenzen sparen uns eine Menge Zeit, aber sie machen unsere Arbeit nicht unbedingt besser. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der amerikanischen University of Illinois , die auf Betriebswirtschaft spezialisiert sind.

Gregory Northcraft, Professor für Executive Leadership, sagt: Weil High-Tech-Kommunikation die persönliche Interaktion unterbindet, entsteht kein Vertrauen unter Mitarbeitern. Aber genau das wäre die Voraussetzung dafür, dass alle an einem Strang ziehen.

"Die Technologien haben uns effizienter, aber viel weniger effektiv gemacht", weiß er. Was wir an Zeit gewinnen, büßen wir bei der Qualität der Beziehungen ein.

Vor allem bei der Projektarbeit sei die Qualität der Beziehungen entscheidend. Wenn Teilnehmer ihren Kollegen nicht vertrauen, sinkt schnell auch das eigene Verantwortungsgefühl. Und wenn alle so an die Aufgaben herangehen, falle schnell die Leistungsbereitschaft des Teams ab.

Um seine Thesen zu untersuchen, ließ Northcraft zwei Studentengruppen Teamaufgaben lösen. Die einen kommunizierten von Angesicht zu Angesicht, die anderen nur via E-Mail und Videokonferenzen.

Einsatz von E-Mails und Videokonferenzen überdenken

Die Ergebnisse waren eindeutig: Das größte Teamvertrauen spürten die Teilnehmer bei persönlichen Besprechungen. An zweiter Stelle lagen die Videokonferenzen, an dritter die Mails. Auch im Projektergebnis erreichten die direkt kommunizierenden Teilnehmer ein höheres Niveau. Frühere Studien bestätigen dieses Ergebnis.

Aus den Resultaten heraus empfiehlt Professor Northcraft Unternehmen, ihren hohen Einsatz von Technologien zu überdenken. Wer sich nur auf die Technologien beschränke, limitiere die Teamarbeit. Im schlimmsten Fall werden die Aufgaben nicht zufriedenstellend gelöst.

Wer nicht auf Technologien verzichten kann, sollte zumindest Kompromisse einplanen. Die könnten zum Beispiel so aussehen, dass Projektteams sich regelmäßig begegnen und in der Zwischenzeit elektronisch per Mail und über Videokonferenzen kommunizieren.

Facebook greift auf Nutzerdaten von Moves zu

Facebook greift auf Nutzerdaten von Moves zu (c) IDG/IDG
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Als bekannt wurde, dass Facebook die Fitness-App Moves übernimmt, versprachen deren Moves-Entwickler noch, dass es keine Pläne gäbe, die Nutzerdaten der App dem Facebook-Datenpool zuzuführen. Das war am 25. April 2014. Heute haben wir den 8. Mai - und Facebook hat gegenüber der englischen Tageszeitung “The Guardian” bestätigt, dass man die Nutzungsbedingungen von Moves geändert habe, um auf die Nutzerdaten zugreifen zu können.

Dabei betont Facebook aber spitzfindig, dass „Daten teilen“ nicht das Gleiche sei wie „Daten zusammenführen“. Facebook wolle durch einen Vergleich der Moves- mit den Facebook-Nutzerdaten abklären, welche Moves-Nutzer auch bei Facebook angemeldet sind. Die Moves-App solle damit weiter verbessert werden. Die Nutzerdaten würden jedoch weiterhin getrennt behandelt und nicht zusammengeführt .

Das Vertrauen etlicher Moves-Nutzer in diese Erklärung von Facebook hält sich aber in Grenzen, wie zahlreiche Twitter-Mitteilungen beweisen, in denen die Moves-Nutzer mitteilen, dass sie die App wegen der Übernahme durch Facebook nicht mehr weiter verwenden würden. Damit wiederholen sich die Ereignisse nach der Übernahme von Whatsapp durch Facebook. Auch hier zeigten sich viele App-Nutzer um ihre Daten besorgt und suchten nach Alternativen. Und die gibt es für Whatsapp reichlich.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch für Moves-Benutzer. Wer nicht damit einverstanden ist, dass seine Moves-Daten nun für Facebook zugänglich sind, kann jederzeit zu einer anderen Fitness-App wechseln und dem Datenkraken Facebook damit ein Schnippchen schlagen.

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