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Morgenmagazin vom MIttwoch, 16. Juni 2021

16.06.2021 | 07:16 Uhr | Peter Müller

Was nach dem Ende des iPhones von iOS 15 bleibt +++ Apple TV+ nur noch drei Monate gratis +++ Angry Birds Reloaded kommt zu Apple Arcade +++ Sonos sagt gegen Apple und Google aus +++ Switch Pro baut angeblich auf Tegra-Orion-Chip +++ Razer: Atemmaske Project Hazel erscheint erst Ende 2021 +++ 9000 € weg: Gangster räumen Online-Konten ab - so läuft die Masche +++

16. Juni: Bloomsday vor Doomsday

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Schon ist der erste Spieltag der EM vorbei – und wir müssen daran denken, rechtzeitig vor dem Nachmittag unsere Tipps für den zweiten Teil der Vorrunde abzugeben. Die Schweiz hat jetzt zwei Auswärtsspiele vor sich, erst in Rom gegen Italien und dann in Baku gegen die Türkei – wird schwer. Österreich fährt beschwingt zum Auswärtsspiel nach Amsterdam, ein Unentschieden gegen die Niederlande und rot-weiß-rot ist so gut wie im Achtelfinale. Und die Deutschen? Ach … Die können sich noch steigern, ein Punkt gegen Portugal und ein Sieg gegen Ungarn sollten reichen für den dritten Platz in der Gruppe und ein wahrscheinliches Weiterkommen.

Zuvor steigt am Freitag dieser Woche in London eines der Highlights der Vorrunde, das ewige Duell England gegen Schottland. Schon vor 25 Jahren traf man sich anlässlich der Euro in der Vorrunde, Paul Gascoigne schoss dabei eines der legendärsten Tore der EM-Geschichte. Den bisherigen Eindrücken nach dürfte es wieder sehr schwer für die Schotten werden. Die Waliser, die heute in Baku gegen die Türkei spielen, haben es nicht leichter, während die Nordiren anders als vor fünf Jahren, als Will Grigg "on fire" war, gar nicht dabei sind. Den Iren aus der Republik hat die UEFA gar den Gastgeberstatus entzogen. Warum? Weil Iren menschlich sind und die Stadt Dublin nicht garantieren konnte oder wollte, Zuschauer in das Stadion zu lassen. Die UEFA ist manchmal eine Organisation, für die es Verbalinjurien bräuchte, um sie angemessen zu beschreiben.

So wandelt Dublin heute lieber auf den Spuren von Leopold Bloom, dessen 16. Juni 1904 der irische Dichter James Joyce ausführlich in seinem Hauptwerk Ulysses beschrieb. Zum Feiertag für Literaturbegeisterte ist er aber erst seit seiner 50sten Wiederkehr im Jahre 1954 geworden, als erstmals Joyce-Leser sich in Dublin auf die Spuren der Romanfiguren Leopold Bloom oder Stephen Daedalus machten.

Nun wird man heute in Dublin sein Stout oder den Whiskey (ja, die Iren schreiben den mit "e") nicht im Pub genießen dürfen, sondern nur davor, aber das ist allemal verantwortungsvoller als das volle Stadion von Budapest, das wir gestern sahen. Wir für unseren Teil werden uns heute vielleicht das späte Spiel sparen, es wurde gestern spät genug mit all der Aufregung um das Spiel in der zu vier Fünftel leeren Arena von München.

Lesetipps für den Mittwoch

Was bleibt : Jetzt schreibt auch der US-Kollege Michael Simon davon, dass das iPhone irgendwann verschwinden wird, da etwas anderes, besseres die Sache übernimmt. Wie es eben einst dem iPod bei der Ankunft von iPhone und iPad geschah. Doch so wie das Alleinstellungsmerkmal des iPod – 1000 Songs in der Hosentasche und schon bald deutlich mehr – sich in das iPhone integriert hat, werden auch Funktionen, die heute oder morgen das iPhone ausmachen, in den Geräten von übermorgen enthalten sein. Konkret benennt Michael Simon drei Aspekte, die vor allem mit iOS 15 Verbesserungen enthalten, teils wesentliche. Etwa Facetime, das Apple auch für den Mac auf den gleichen Stand bringt. Oder die Wallet, die immer mehr Geldbörse und bald auch Schlüsseltasche überflüssig macht. Und nicht zuletzt das große Zukunftsthema Augmented/Virtual Reality, das künftige Geräte bereits am Horizont erahnen lässt. Das iPhone wird noch eine Weile bleiben und – wie der iPod – nicht völlig verschwinden.

Verkürzt : Allmählich wird es ernst und Apple kann Einnahmen mit seinem Dienst Apple TV+ generieren. Denn bisher konnten Käufer eines neuen Apple-Gerätes ein Jahr lang gratis schauen, für Abonnenten der ersten Stunde hatte Apple das Jahr immer wieder verlängert, sodass die meisten erst ab Juli 2021 zahlen müssen, eine weitere Verlängerung dürfte es nicht mehr geben. Seit gestern ist nun offiziell, dass Neukunden nur noch eine dreimonatige Probezeit bekommen, so wie bei Apple Music. Noch bis 30. Juni bekommt man ein ganzes Jahr freies Apple TV+, wenn man eines der für den Empfang geeigneten Geräte kauft, also Mac, iPhone, iPad oder Apple TV.

Hörabo : Die auf der Keynote "Spring Loaded" im April vorgestellten Podcast-Abonnements sind seit gestern nun über die Podcast-App erhältlich. Anders als bei anderen Apple-Services gibt es keine Flatrate für alle, sondern man muss jeden Podcast einzeln beziehen. Die Preise beginnen bei 49 Cent, können aber auch bis zu 4,99 Euro für einzelne Angebote gehen.

Bleibt dabei: Disney behält seine Strategie für seinen Streamingdienst Disney+ bei und bietet diesen weiterhin werbefrei für einen Premiumpreis an. Etwaigen Plänen, mit einem teilweise von Werbung finanzierten und günstigeren Angebot die Abonnentenzahlen deutlich zu steigern, erteilte der CEO des Unternehmens  Bob Chapek auf der Communications Conference der Credit Suisse eine Absage. Man sei glücklich mit dem Modell, das man jetzt habe, schließe für die Zukunft aber nichts aus. Die jüngste Preiserhöhung von 7 auf 8 US-Dollar habe laut Chapek den Abonnentenzahlen nicht geschadet.

Kommt bald: Die zornigen Vögel kehren bald zurück  – als "Angry Birds Reloaded" für den Aboservice Apple Arcade. Der Hit aus der Frühzeit der iPhone- und iPad-Ära war auch ein gutes Beispiel dafür, wie man eine einst gute Idee totreiten und per In-App-Käufen als Free2Play-Titel quasi unspielbar machen kann. Für Apple Arcade geht Rovio offenbar zu den Ursprüngen des Spiels zurück, alte und neue Charaktere tauchen auf und diesmal kann man als Spieler auch die Schweine steuern - alles ohne nervige In-App-Käufe und Werbung dafür. Ebenfalls in der Sektion "Coming Soon" von Apple Arcade sind zwei weitere Spieleklassiker in exklusiver Neuaufmachung zu sehen, "Altos Odyssey: The Lost City" und "Doodle God Universe". Was "bald" für Apple bedeutet, lässt sich nicht genau sagen, die Metadaten der Spiele weisen aber auf das Datum 16. Juli hin. Bis dahin gilt es eben, die Steinschleuder zu wienern und die Stimme zu ölen: "Ahhhh-heeeeee!"

Aussage: Ein von Amy Klobuchar geleiteter Unterausschuss des US-Senats untersucht die Marktdominanz von Apple, Google und Amazon im Samrt-Home-Sektor und bekam vom Rechtsvorstand des Lautsprecherherstellers Sonos, Eddie Lazarus, gestern in seiner Anhörung Interessantes vorgetragen. Lazarus kritisierte Apple etwa dafür, dass es Siri nur an Dritte lizenziere, wenn diese den Homepod als zentrale Instanz für die Verknüpfung von Geräten im Smart Home akzeptieren – Sonos müsste also mit der direkten Konkurrenz zusammenarbeiten. Google hingegen hat in seinen Lizenzbedingungen stehen, dass der Google Assistant als einziger smarter Assistent genutzt werden dürfe. Auch an dem aufkommenden Standard zur Interoperabilität namens Matter lässt Lazarus kein gutes Haar. Dieser basiere auf Code von Google und Apple, die eben die Entwicklung kontrollierten.

Switch Pro baut angeblich auf Tegra-Orion-Chip

In der Switch verbaut Nintendo seit 2017 den Nvidia Tegra X1. Mit dieser Wahl sind die Japaner bislang gut gefahren, doch so langsam kommt die Hardware an ihre Grenzen. Mit einem Pro-Modell mit schnellerer APU will Nintendo anspruchsvollen Spielern eine leistungsfähigere Version seiner Hybrid-Konsole anbieten. Weiteren Gerüchten zufolge soll die Switch Pro über einen OLED-Touchscreen verfügen und gleichzeitig Unterstützung für UHD-Bildschirme und die Skalierungstechnik DLSS bieten. In der Switch Pro soll dem Leaker „kopite7kimi“ zufolge ein Tegra-Orin-Chip von Nvidia zum Einsatz kommen . Dieser hört auf die Modellnummer „T239“ und sei speziell für die Nintendo-Konsole entwickelt worden. Grundsätzlich basiert der Chip aber auf dem Orin T234 von Nvidia. Dieser Chip soll deutlich leistungsstärker sein als der Tegra X1, der bislang in der Switch verbaut ist. Im als Grundlage für die Switch Pro gehandelten Chip T234 sollen sich dem Leaker zufolge 12 ARM-Cortex-A78AE-Kerne (Hercules) befinden. Die Grafikeinheit soll zudem 2.048 CUDA-Kerne bieten, die auf der aktuellen Ampere-Architektur aufbauen. Da es sich bei der Switch aber um eine Sonderanfertigung handelt, könnten die Werte letztlich auch leicht abweichen.

So oder so würde die Switch Pro deutlich mehr Rechenleistung bieten, um aufwändige Spiele in einer höheren Auflösung auf den Bildschirm zu bringen. Techniken wie DLSS würden die Anforderungen an die Hardware zudem weiter reduzieren, da hier Spielszenen in niedrigen Auflösungen berechnet und anschließend auf die Bildschirmauflösung hochskaliert werden können. Nintendo hat die Existenz einer Switch Pro bislang allerdings noch nicht bestätigt.

Switch Pro: Neue Details zur verbesserten Version

Razer: Atemmaske Project Hazel erscheint erst Ende 2021

Peripherie-Hersteller Razer hat im Rahmen der E3 2021 neue Details zu seiner Atemmaske Project Hazel veröffentlicht . Die Maske soll demnach im vierten Quartal 2021 in einer ersten Charge bestellbar sein. Dieses Kontingent ist Razer zufolge begrenzt, auf wie viele Einheiten, ist jedoch nicht bekannt. Auf der Website zum Produkt können sich interessierte Kunden nun in ein E-Mail-Formular eintragen. Razer will sie dann benachrichtigen, wenn es neue Informationen zum Marktstart von Project Hazel gibt. Wie viel die smarte Maske zum Launch kosten wird, ist noch immer nicht bekannt.

Bis zum Launch im vierten Quartal will Razer eigenen Aussagen zufolge auch noch einige Verbesserungen an Project Hazel vornehmen. So will das Unternehmen etwa die LED-Beleuchtung der Maske ausweiten. Waren bislang nur die Belüftungseinheiten mit LED unterlegt, sollen nun auch innen LEDs angebracht werden, die das Gesicht des Trägers bei Dunkelheit beleuchten. Das transparente Mundteil würde dies ermöglichen. Feuchtigkeitsablagerungen in der Maske sollen zudem durch eine neue Anti-Dunst-Beschichtung vermieden werden. Anhand eines neuen Instagram-Filters will Razer auf die smarte Maske aufmerksam machen. Per Augmented Reality können Nutzer Project Hazel also schon einmal vorab anprobieren.

9000 € weg: Gangster räumen Online-Konten ab - so läuft die Masche

Der folgende Fall ist der aktuelle Anlass, weswegen die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein vor TAN-Betrügern warnt: Ein Betrüger rief eine junge Frau aus Lübeck an und gab sich als Mitarbeiter der Volksbank Lübeck aus. Der fremde Anrufer behauptete, Hacker hätten sich Zugang zu dem Konto der Frau verschafft. Um das Konto abzusichern, müsse sie jetzt seine Anweisungen befolgen, eine TAN (Transaktionsnummer) generieren und ihm diese am Telefon durchgeben. Der Betrüger konnte sein Opfer unter anderem deshalb überzeugen, weil er die Kontodaten der Betroffenen kannte, wie die Verbraucherschützer ergänzen. Dieselbe Masche kursiert auch in Form von Phishing-Emails, vor denen die Volksbank Lübeck ihre Kunden aktuell warnt.

Mit der derart gestohlenen TAN räumte der Betrüger sofort 9000 Euro von dem Konto der Frau ab. Die Verbraucherschützer sagen aber nicht, wie sich der Betrüger überhaupt bei dem Konto einloggen konnte, denn dafür ist ja noch eine PIN erforderlich. Möglicherweise hatte er diese via Phishing bereits herausgefunden, da die Volksbank Lübeck vor derzeit kursierenden Phishingmails warnt. Clevere Gangster bereiten sich zudem auf ihren Trickbetrug vor: „Betrüger finden etwa die Namen der örtlich zuständigen Filialmitarbeiter heraus“, warnt ein Verbraucherschützer. Damit erschleichen die Betrüger sich das Vertrauen der Opfer.

TANs und PIN dürfen Sie nie an Dritte weitergeben und Ihre Bank wird Sie auch nie darum bitten. Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „In den Bedingungen zur Teilnahme am Onlinebanking ist klar geregelt, dass PIN und TAN geheim zu halten sind und insbesondere nicht an Dritte weitergegeben dürfen.“

So schützen Sie sich

  • Vorsicht vor fremden Anrufern. Vertrauen Sie diesen nicht, auch wenn diese persönliche Daten wie die eigene Kontoverbindung kennen.

  • Der auf dem Telefondisplay angezeigten Nummer des Anrufers sollte man nicht trauen, diese lässt sich manipulieren.

  • Legen Sie ein Limit für Online-Überweisungen fest. Falls Sie einmal einen höheren Betrag überweisen müssen, lassen Sie für kurze Zeit das Limit anheben und nach erfolgter Überweisung wieder absenken.

  • Betrüger versuchen oft Druck und Eile zu erzeugen. Bei Anrufen oder Emails mit vermeintlichen Notfällen ist schnelles Handeln aber gefährlich. Im Zweifel rufen Sie am besten selbst die offiziell bekannte Nummer des angegebenen Unternehmens an und fragen nach, ob die geschilderte Geschichte stimmt.

  • Wer Banking-Apps nutzt und sein Smartphone verliert, sollte auf jeden Fall die Bank informieren.

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