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Morgenmagazin vom Mittwoch, 1. September 2021

01.09.2021 | 07:14 Uhr | Peter Müller

Achte Beta von iOS 15, sechste Beta von macOS Monterey erschienen +++ Diskussion über gleiche Bezahlung: Apple schließt internen Slack-Kanal +++ Weniger Android-Nutzer als im Vorjahr wollen auf iPhone umsteigen +++ Samsung: Akkuschutz-Feature für Falt-Smartphones +++ Google: 1 Milliarde Euro für Deutschland +++ Instagram-Nutzer müssen nun Geburtstag angeben

1. September: The Sound of Musik

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Meteorologen sind schon ein komisches Völkchen, definieren einfach den 1. September zum Beginn des Herbst, wo doch noch drei Wochen hin ist bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche. Stattdessen sagt ab heute der Sommer noch einmal für ein paar Tage "Hallo!", als ob er seinen Einsatz um exakt die drei Monate verpasst hätte, die ihm an sich im Kalender zustehen. Warum tun Meteorologen das? Im Prinzip aus Gründen der Statistik, halbe und ganze Monate in den Daten zu mischen, ist nicht sonderlich elegant. Zudem verschiebt sich der astronomische Herbstanfang immer zwischen den 22. und 23. September, der meteorologische Sommer ist über die Jahre hinweg gut vergleichbar.

Und auch wenn wir mit einem Blick auf die Daten unseren Augen nicht trauen, aber auch heuer war es schon wieder zu warm in unseren Breiten. Zwar lag der August nur ganz knapp über dem 30-Jahres-Mittel und hatte dafür gut sieben Prozent weniger Sonne und dafür mehr als 30 Prozent mehr Regen als im Durchschnitt zu bieten, außergewöhnlich kühl war er aber nicht.

Und wenn wir mal an den 1. September des Jahres 2010 zurückdenken, erinnern wir uns an wenig freundliche Tage im Nordstau der Alpen. Früher war eben nicht alles besser. Aber früher war einiges früher, so etwa Apples erste Herbstkeynote. Heute vor 11 Jahren sollte es sich um das letzte "Musik-Event" handeln, Musik ist zwar auch heute noch wichtig und bekommt immer wieder große Aufmerksamkeit bei Apple-Shows, aber in jenen späten iPod-Jahren, die gleichzeitig die frühen iPhone-Jahre waren, gab es immer rechtzeitig vor der Einkaufssaison zum Jahresende neue iPods. iPhones, die nun den frühen Herbst bestimmen, hatte Apple seinerzeit noch zur WWDC im Juni neu vorgestellt, seit 2011 dann im September oder Oktober.

Der iPod war zu jener Zeit zwar schon von iPhone und iPad angezählt, aber noch höchst vital, zehn Jahre nach seiner Premiere. Zum letzten Mal aber sollte Apple am 1. September 2010 gleich die gesamte Palette erneuern, iPod Shuffle, iPod Nano, iPod Touch und selbst den iPod Classic mit Festplatte, den aber zum allerletzten Mal. Das Konzept des Apple TV als "iPod für das Wohnzimmer" schickte Apple an jenem Mittwoch in Rente: Die zweite Generation des Apple TV wurde zu dem Streaminggerät wie man es heute kennt und war nicht mehr eine Art von Medienserver. Und noch etwas Neues, das auch mit Musik zu tun hat, stellte Apple an jenem Tag vor: Das in iTunes integrierte soziale Netz "Ping". Das war aber wenig anschlussfähig und an sich noch rudimentärer als die heutige Apple-Music-Funktionen "Freunde hören gerade". Aber auch das macht Apple aus: Was nicht funktioniert, verabschiedet man recht bald wieder. Oder was nicht mehr so funktioniert, weil anderes besser geht. Immerhin - den iPod Touch gibt es nach wie vor. Den kann man zwar schmähen als "iPhone, das nicht telefonieren kann", aber das mag genau das sein, was seine Käufer:innen schätzen: Musik hören, Arcade-Spiele spielen oder eine Apple-TV+-Serie anschauen, ohne dass lästige Anrufe stören.

Lesetipps für den Mittwoch

Mal schauen: Eine Umfrage des Online-Händlers Sell Cell unter Android-Nutzern hat ergeben, dass deren Begehr, in diesem Jahr auf das iPhone zu wechseln, deutlich geringer ausfällt, als es noch vor einem Jahr war. Damals gaben 33 Prozent der Befragten an, sie würden den Wechsel auf das neue iPhone-Modell in Betracht ziehen, heuer überlegen das nur 18 Prozent. Als Grund für die Zurückhaltung haben die Teilnehmer am häufigsten den Punkt "Fehlen eines Fingerabdruckscanners" genannt (31,9 Prozent), 16,7 Prozent stören sich an fehlender Anpassbarkeit von iOS und 12,8 Prozent daran, dass man Apps nicht aus anderen Quellen als den App Store laden kann. Immerhin 12,1 Prozent sind der Ansicht, dass Android-Smartphones die bessere Hardware aufbieten würden, was für einige Modelle gelten könnte, aber kaum für die Gesamtheit, nach der gefragt war. Die jüngste Kontroverse um Apples Ankündigung, KI-Algorithmen auf den iPhones nach kinderpornografischem Material zu suchen, ist für 10 Prozent der Befragten der wesentliche Ausschlussgrund. Dass den meisten aber eine Touch-ID fehlt, kommt nicht von ungefähr, die Gesichtserkennung funktioniert mit Masken nur bedingt, zumindest, wenn man keine Apple Watch zum iPhone trägt. Mal sehen, ob das in einem Jahr noch ein Thema sein wird. Die Fragen nach den Gründen für den Wechsel sehen mit 51,4 Prozent klar die längere Unterstützung von Software vorne, gefolgt von der nahtlosen Integration in das Apple-Ökosystem (23,8 Prozent). Auf den besseren Datenschutz legen nur 11,4 Prozent wert, das Ergebnis könnte von Apples genannten Scans nach verdächtigem Material beeinflusst sein.

Auf der Zielgeraden I : Apple hat gestern Abend die achte Beta von iOS 15 veröffentlicht, zeitgleich die Versionen für registrierte Entwickler und die für den Public-Beta-Test. Es handelt sich hier womöglich bereits um die letzte Vorabversion, die Apple als Beta bezeichnet, schon die nächste könnte der Release Candidate sein, der letztlich in die finale Fassung mündet. Neuheiten gegenüber der siebten Beta sind daher nicht zu erwarten. Die Veröffentlichung von iOS 15 hatte Apple für den Herbst versprochen, aller Voraussicht nach stellt der Konzern in gut zwei Wochen neue iPhones vor. Bevor diese - mit iOS 15 - dann gegen Ende September in den Handel kommen, sollte iOS 15 für alle veröffentlicht sein.

Auf der Zielgeraden II: Ein klein wenig länger könnte es noch bis zur finalen Fassung von macOS 12 Monterey dauern, seit gestern liegt die sechste Public Beta vor. Ebenso hatte Apple zur WWDC im Juni den Herbst als Zeitraum genannt, da neue Macs vermutlich erst im Oktober kommen, könnte es auch noch bis fast dahin dauern, bis macOS 12 Monterey fertig ist.

Verzögert: Apple muss womöglich seine Pläne für Produkteinführungen in diesem Herbst noch ein wenig anpassen, die Apple Watch Series 7 kann sich laut Berichten von Nikkei und Bloomberg etwas verzögern. Seit letzter Woche gebe es Probleme bei dem Zusammenbau der Komponenten der in einem neuen Design gestalteten Apple Watch Series 7, von Covid-19 bedingte Einschränkungen würden die Qualitätskontrolle des Produktionsprozesses behindern. Geplant sei der Beginn der Massenproduktion für Mitte September gewesen.

Abgeschaltet: Apple hat nach einem Bericht von The Verge einen internen Slack-Kanal abgeschaltet, in dem sich Mitarbeiter:innen über gerechte Bezahlung austauschen wollen. Zur Begründung nennt ein Manager, dass Slack-Kanäle dazu dienen sollen, die Arbeit voranzubringen, um die Ziele erreichen zu können. Kanäle für "Aktivitäten oder Hobbys", die nicht explizit als Clubs für Apple-Angestellte oder als Diversity Network Associations geschaffen sind, seien daher untersagt.

Keine Zeit: Mit anderthalb Jahren Verspätung soll ab 30. September endlich der 25ste Bond-Film "No Time To Die"  in die Kinos kommen. Als Appetithappen veröffentlicht MGM eine 45-minütige Retrospektive von und mit Bond-Darsteller Daniel Craig über seine 15 Jahre als Geheimagent seiner Majestät, die von 7. September bis 7. Oktober in der Apple-TV-App verfügbar sein wird. Zu sehen seien auch einige bisher unveröffentlichte Szenen aus dem Archiv, die Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli stehen im Interviews Rede und Antwort.

Weitere Nachrichten:

Samsung: Akkuschutz-Feature für Falt-Smartphones

Elektronik-Hersteller Samsung bringt eine bislang für Samsung-Tablets exklusive Funktion auf seine beiden Falt-Smartphones Samsung Galaxy Z Fold 3 und Galaxy Z Flip 3 . Das Feature „ Protect Battery “ (Akku schützen) sorgt bei Aktivierung dafür, dass der Ladevorgang des Smartphone-Akkus bei 85 anstatt bei 100 Prozent beendet wird. Die Tatsache, dass der Akku auf diese Weise nie auf volle Kapazität geladen wird, soll die Lebensdauer der integrierten Batterie verlängern.

Die neue Funktion findet sich in den Einstellungen unter „Gerätewartung“, dann unter „Akku“ und „mehr Akku-Einstellungen“. Hier verbirgt sich neben der Aktivierung des adaptiven Akkus und den Anzeigemöglichkeiten für den Ladezustand auch die neue Funktion „Akku schützen“. Ist das Feature aktiviert, wird der Akku im Samsung Galaxy Z Fold 3 und im Galaxy Z Flip 3 künftig nur noch auf 85 Prozent geladen. Um die Langlebigkeit des Akkus zu erhalten, opfern Smartphone-Besitzer hier jedoch ein Stück Akkulaufzeit. Die neue Funktion kommt mit dem Update auf One UI 3.1.1 auf die beiden Geräte. Ob Samsung den Akkuschutz auch für weitere Smartphone-Modelle plant, ist nicht bekannt. Bislang war die Funktion nur auf Samsung-Tablets verfügbar.

Google: 1 Milliarde Euro für Deutschland

Google investiert bis 2030 in Deutschland eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner Clouddienste. Das Geld fließt in den Aufbau eines neuen Rechenzentrums im hessischen Hanau und in eine neue Cloud-Infrastruktur samt Rechenzentrum im Raum Berlin-Brandenburg. Google will außerdem von dem Energieversorger Engie Strom beziehen, der dank Windparks und Solaranlagen überwiegend klimaneutral produziert wird, wie die FAZ online berichtet. Laut Spiegel Online soll letzteres sicherstellen, dass ab 2022 durchgehend rund 80 Prozent des Stroms für die Google-Rechenzentren aus CO2-freien Quellen kommt.

Das neu gebaute Rechenzentrum in Hanau liegt in der Marie-Curie-Straße. Es erstreckt sich über vier Stockwerke und ist rund zehntausend Quadratmeter groß. Darin sollen ab 2022 die Daten der Nutzer der Google-Cloud-Dienste verarbeitet werden. Als Cloudservice-Anbieter konkurriert Google mit dem marktführenden Amazon und mit Microsoft, liegt hinter diesen beiden aber auf Rang 3. Durch das Rechenzentrum in Deutschland sollen die Cloud-Dienste für deutsche Kunden besser bei Latenz, Performance und Verfügbarkeit werden. Auch die Nähe zum De-CIX-Internetknoten in Frankfurt spielte eine Rolle bei der Standortwahl, die die FAZ schreibt.

Zu der bis 2022 geplanten "Cloud-Region" Berlin-Brandenburg gibt es dagegen noch keine so konkreten Angaben. So nennt Google nicht einmal den Standort von dessen Rechenzentrum, wie die Wirtschaftswoche schreibt. Auch bei dem Rechenzentrum in der Region Berlin-Brandenburg geht es um möglichst niedrige Latenz und gute Performance und Verfügbarkeit.

 

Instagram-Nutzer müssen nun Geburtstag angeben - der Grund

Instagram verlangt nun zwingend die Angabe des Geburtsdatums von seinen Nutzern. Das teilt Instagram in einem Blogpost mit. Damit wolle das soziale Netzwerk jüngere Nutzer schützen. Jede Altersgruppe soll die für sie richtigen „Erfahrungen“ bekommen und es soll zudem verhindert werden, dass jüngere Nutzer unpassende Werbung angezeigt bekommen. Deshalb sei es wichtig, dass Instagram das Alter aller Nutzer wisse.

Seit Dezember 2019 müssen Nutzer, die ein neues Instagram-Konto anlegen, ihr Geburtsdatum angeben. Wer ein Facebook-Konto mit seinem Instagram-Konto verbunden hat, bei dem übernahm Instagram die Angabe des Geburtsdatums von Facebook. Doch wer bereits vor diesem Stichtag ein Instagram-Konto angelegt hatte, musste sein Geburtsdatum bisher nicht angeben. Damit soll nun aber Schluss sein.

Instagram beginne nun damit den Nutzer beim Öffnen der Instagram-App nach dessen Geburtstag zu fragen. Diese Anfrage würde eingeblendet werden, lasse sich aber zunächst noch übergehen. Nachdem man sie aber ein paar Mal ignoriert habe, lasse sich Instagram nicht mehr öffnen. Diese Information sei nun einmal wichtig für neue Funktionen, die Instagram zum Schutz junger Nutzer entwickeln würde, wie das soziale Netzwerk betont.

In der Instagram-App auf unserem Smartphone wurde diese Neuerung noch nicht umgesetzt. Wir können Instagram immer noch nutzen und bekommen kein Hinweisfenster angezeigt, obwohl wir kein Geburtsdatum angegeben haben.

Die zweite Neuerung sind Warnhinweise vor „sensiblen“ Inhalten. In diesem Fällen verlangt Instagram die Eingabe des Geburtsdatums, bevor es die gewünschten Inhalte anzeigt. Neu ist hierbei nicht die generelle Anzeige solcher Hinweisfenster – diese gibt es schon länger – sondern die damit verbundene Aufforderung das Geburtsdatum anzugeben. Natürlich fragt Instagram nur dann nach dem Geburtsdatum, wenn man es nicht bereits in der App hinterlegt hat.

Instagram weiß, dass einige Nutzer vermutlich ein falsches Geburtsdatum angeben werden. Dafür wolle Instagram neue KI-basierte Systeme entwickeln, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Mithilfe von KI, die etwa Geburtstagsglückwünsche auf Instagram analysiert, soll das tatsächliche Alter von Nutzern ermittelt werden. Sollte Instagram dann zu dem Ergebnis kommen, dass das tatsächliche Alter eines Nutzers niedriger ist als angegeben, dann werde Instagram ein Menü mit Optionen anzeigen, mit denen der Nutzer sein Alter verifizieren soll. Das sei derzeit aber noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Erst im März 2021 hatte Instagram Veränderungen vorgenommen, die dazu führten, dass Erwachsene an Jugendliche unter 18 Jahren keine Nachrichten mehr schicken können, wenn diese ihnen nicht folgen. Seit Juli 2021 werden standardmäßig neu angelegte Instagram-Konten von Nutzern, die jünger als 16 Jahre sind, auf „privat“ gesetzt.

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