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Morgenmagazin vom Mittwoch, 10. Februar 2021

10.02.2021 | 06:58 Uhr | Peter Müller

Update auf macOS 11.2.1 behebt einige Fehler +++ Nikkei: Apple baut mit TSMC Micro-OLEDs +++ Studie: Corona-Warn-App in UK wirkt +++ Whatsapp: Neue Funktion schaltet Videos vor dem Versenden stumm +++ Tödlicher Youtube-Streich: Mann schießt auf Messerangreifer +++ Hacker stehlen Interna und Spiele-Quellcodes von CD Project RED

10. Februar: Ein bunter Strauß

Macwelt wünscht Guten Morgen! Schon 40 Tage vorbei in diesem 2021 und außer ein paar Updates und neue Betas hat es von Apple noch nichts gegeben. Wir können es kaum erwarten, schon bald sollte der Produktreigen beginnen. Erst einmal mit ein paar Updates, aber da stecken wohl auch noch ein paar neue Sachen in der Pipeline. Immer schön verteilt über das Jahr, das wäre schön.

So erinnern wir uns einerseits gern und andererseits mit einem gewissen Schaudern an den bunten Strauß von neuen Produkten, die Apple am 10. Februar 1993 präsentierte. Gleich sechs unterschiedliche Mac-Modelle in einer großen Preisvarianz stellte der Mac-Hersteller vor. Damals war der Cupertino in einer kaum vergleichbaren Drucksituation und musste dringend liefern. Eine neue Prozessorplattform stand mit dem PowerPC bereit, und der langjährige Kassenschlager Apple II sollte im November des gleichen Jahres endgültig eingestellt werden.

Der 10. Februar vor 28 Jahren brachte also den letzten großen Rundumschlag von 68k-Macs. Der Macintosh LC III setzte die populäre LC-Reihe (LC stand für low cost) fort, der Color Classic brachte der kompakten Form des Ur-Macintosh erstmals Farbe und war damit eine Art Zwischenstation auf dem Weg zum iMac, das Powerbook 165c war der erste Mobilrechner Apples mit Farbbildschirm. Die Modelle Centris 610 und 650 versuchten ihrerseits eine Mittelklasse zwischen Low-End- und High-End-Macs zu definieren, in der der Quadra 800 das Angebot ergänzte. Ein bisschen viel auf einmal, der 10. Februar 1993 trug zu einem Modellwildwuchs bei Apple bei, den erst Steve Jobs nach seiner Rückkehr deutlich reduzierte. Immerhin hießen die Centris schon bald Quadra, was aber die Übersichtlichkeit nicht gerade steigerte.

So gehörte es etwa vier Jahre später zu den ersten Maßnahmen von Steve Jobs die Produktpalette auf das Wesentliche zu reduzieren - mit seiner Rückkehr begann aber auch die Abkehr von jenem PowerPC, der gerade erst auf der Bildfläche erschienen war. Bis zum Umstieg auf die Intel-Plattform sollte es dann aber doch noch ein paar Jahre dauern.

Lesetipps für den Mittwoch:

Schnelles Update: Nach der großen Updaterunde von letzter Woche hat Apple in Sachen macOS nochmal nachgelegt und macOS Big Sur 11.2.1 veröffentlicht. Laut der Releasenotes behebt das Update ein Problem mit manchen Macbook-Pro-Modellen der Baujahre 2016 und 2017, deren Batterie sich nicht mehr aufladen ließ. Laut 9to5Mac ist auch der erst kürzlich entdeckte Sudo-Bug behoben,  es gebe zudem einige Fixes für Intels Grafik-Treiber.

Schnelles Modem: Qualcomm hat mit dem Snapdragon X65 das erste Modem vorgestellt, dass der Spezifikation 3GPP Release 16 entspricht und die zweite Phase der 5G-Ära einläuten soll. Eine der wesentlichen Neuerungen ist die Spitzengeschwindigkeit von 10 Gbps, die aber nur im Idealfall bei optimal ausgebauten Netzen erreicht werden kann. Doch bringt das neue Modem auch einige Effizizentricks bezüglich Stromverbrauch und Funkfrequenz mit, ebenso soll eine AI erkennen, wie das Smartphone gehalten wird und so die ideale Antenne für mmWave auswählen. Für das iPhone des Jahres 2021 (iPhone 13?) kommt das neue Modem aber vermutlich zu spät, Qualcomm wird es erst in einigen Monaten produzieren können. Für das iPhone 14 im Jahr 2022 wäre es aber der Top-Kandidat, der Liefervertrag mit Apple läuft erst später aus.

Schnelle Pixel: Nikkei berichtet, dass Apple zusammen mit dem Chip-Hersteller TSMC in einem Joint Venture hoch auflösende Micro-OLED-Displays in einer Fabrik an einem nicht bekannten Ort bauen will. Diese Displays sollen Grundlage für die AR/VR-Brile Apple Glass sein, über die schon länger Spekulationen kursieren. Micro-OLEDs benötigen kein Glassubstrat, sondern werden direkt auf dem Chip angebracht, was zu dünneren Bildschirmen für kompakte Geräte führt. Die Produktion stecke aber noch in der Testphase, es könnte noch Jahre bis zur Massenproduktion dauern.

Kopie: Gemäß einem ersten Blick von XDA Developers auf eine erste Vorabversion von Android 12 könnte das neue Android-Betriebssystem sehr stark dem aktuellen iOS 14 im Look ähneln. So gebe es etwa mehr abgerundete Ecken bei den Benachrichtigungen, ein vereinfachtes Panel für schnelle Einstellungen und deutliche Hinweise auf den Einsatz der Kamera oder des Mikrofons. Doch nach wie vor sieht es wie Android aus, nur eben so, als hätte sich Google bei Apple ein paar Anregungen geholt.

Wirkt: Nicht nur ein Hilfsmittel weist den Weg  aus der Pandemie, nur das Zusammenspiel vieler. Zweifel an den Corona Warn Apps, die auf den im April letzten Jahres von Apple und Google zur Verfügung gestellten APIs basieren, mögen angebracht sein. Der strenge Datenschutz, der an sich die Akzeptanz der Anwendung gewährleisten sollte, verhindert genauere Verfolgung der Infektionsketten. Wie aber Forschende des Alan Turing Institute und der Universität von Oxford herausgefunden haben, zeigt auch der Tracing-Ansatz der UK-Variante der Corna-Warn-App Wirkung. Insgesamt habe diese 1,7 Millionen Warnungen an die landesweit 21 Millionen Nutzer geschickt mit der Empfehlung, sich zu isolieren. Jeder Prozentpunkt mehr an Installationen unter allen Nutzern würden die Infektionen um 2,3 Prozent senken, ergeben die Rechenmodelle. So hätte die App bereits tausende von Leben gerettet. Die Ergebnisse mussten die Forschenden aber über Bande ermitteln, ein echtes Tracking findet nicht statt, Ortsdaten werden aber beim Download und der Erstinstallation ermittelt. Zwischen den Postleitzahlen mit hoher Akzeptanz bestehe eine starke Korrelation zu niedrigen Infektionszahlen. Die Nutzungsrate der App variierte in England und Wales, vo wo die Daten stammen, zwischen 15 und 45 Prozent.

Zusammenarbeit: Adobe bringt Kollaborationstools in seine Programme Photoshop, Illustrator und Fresco, wie das Unternehmen in einem Blogpost kurz mitteilt. Die Kreativwerkzeuge aus der Creative Cloud bekommen die neue Schaltfläche "Invite to Edit", über die man andere zur Arbeit an einem Dokument einladen kann.

Patent: Nicht jeder mag die Touchbar der Macbook Pro und einige träumen schon davon, dass Apple einen Schritt zurück geht und auf die Touchleiste künftig wieder verzichtet. Vielleicht weitet der Mac-Hersteller das Konzept aber einfach nur aus, das lässt zumindest ein Patentantrag vermuten, der "Systeme und Verfahren zur Anpassung der Anzeigemodi für eine berührungsempfindliche Sekundäranzeige" beschreibt. Dabei könnte das Touchpad kontextsensitiv Elemente wie etwa Werkzeuge für Programme darstellen - letztlich wäre aber auch eine große Eingabefläche für einen Apple Pencil denkbar.

Weitere Nachrichten:

Whatsapp: Neue Funktion schaltet Videos vor dem Versenden stumm

Die auf Neuerungen bei Whatsapp spezialisierte Nachrichtenseite wabetainfo.com hat eine spannende Entdeckung in der Beta 2.21.3.13 von Whatsapp gemacht. Demnach scheinen die Whatsapp-Entwickler eine Funktion in den beliebten Messenger integrieren zu wollen, mit der man den Ton von Videos abschalten beziehungsweise entfernen kann, die man via Whatsapp verschicken möchte.

Die neue Funktion trägt den naheliegenden Namen „Mute videos“. Sie ist laut wabetainfo.com in der Beta bereits aktiviert beziehungsweise wird nach und nach in der betreffenden Betaversion freigeschaltet.

Und wozu das Ganze? Gerade wenn man das Video mit dem Smartphone selbst aufgenommen hat, befinden sich oft störende Geräusche oder sinnfreie Kommentare mit auf dem Video. Diesen unerwünschten Audio-Ballast will man nicht immer mitversenden, der Nonsens-Sound stört beim Betrachten des Videos oder ist mitunter sogar peinlich für den Versender. Genau dieses Problem löst die neue Funktion „Mute videos“: Man kann das gerade eben erst aufgenommene Video sofort verschicken, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob nicht doch ein peinlicher Kommentar mit auf das Video gerutscht ist.

Wann "Mute videos" in der finalen Version von Whatsapp freigeschaltet wird, ist noch unbekannt.

Whatsapp ist nach wie vor der wohl beliebteste Messenger. Doch es gibt Alternativen, falls Sie nicht alle Ihre Daten Facebook in den Rachen werfen wollen: Die besten Whatsapp-Alternativen - Signal, Telegram, Threema etc.

Besonders Signal ist für Whatsapp-Benutzer eine spannende Alternative, wenn die Privatsphäre und der Datenschutz verbessert werden sollen. Unser How-to: Umstieg von Whatsapp auf Signal zeigt, wie der Wechsel klappt.

Tödlicher Youtube-Streich: Mann schießt auf Messerangreifer

Ein 20 Jahre alter Mann ist zusammen mit einem Freund vergangene Freitagnacht (5.2.2021, 21.20 Uhr US-Ortszeit) auf eine Gruppe von Menschen zugerannt. Beide hielten lange Fleischermesser in ihren Händen.

Ein Mann aus der Gruppe fühlte sich bedroht, zückte seine Waffe und schoss auf die potenziellen Angreifer. Der 20 Jahre alte „Angreifer“ wurde tödlich getroffen. Hier finden Sie Fotos vom Tator auf dem Parkplatz des Familien-Trampolinfreizeitparks.

Die Tragik das Vorfalls: Die beiden Angreifer wollten offensichtlich niemanden wirklich ausrauben oder gar töten, sondern planten einen Youtube-Streich. Die vorgetäuschte Messerattacke sollte also als „Prank“, der einen Überfall vortäuscht, gefilmt und auf Youtube gezeigt werden. Laut BBC erklärte der Begleiter des Erschossenen, dass sie einen Streich für ein Youtubevideo drehen wollten. Dieser Mann war ebenfalls mit einem Messer bewaffnet gewesen. Derartige Prank-Videos sind auf Youtube aber unerwünscht: Youtube verbietet gefährliche Challenges und Pranks .

Der tödliche Zwischenfall ereignete sich auf dem Parkplatz eines Trampolin-Abenteuerparks für Familien in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee, wie NBCNews berichtet .

Der 23 Jahre alte Schütze sagte den Polizeibeamten, dass er nicht wusste, dass es sich um einen Streich handeln sollte. Er habe in Notwehr geschossen. Das teilte das Metropolitan Nashville Police Department am Samstag in einer kurzen Stellungnahme mit. Der Schütze wurde bis jetzt nicht angeklagt oder festgenommen, die Untersuchung des Vorfalls läuft noch.

Ob auch der zweite vorgebliche Angreifer verletzt wurde, ist unbekannt. Ebenso ist unbekannt, ob der Todesschütze eine Lizenz zum Führen der Waffe besitzt. Um welche Waffe es sich handelt, geht aus den Berichten ebenfalls nicht hervor. In diesem Bericht ist nur allgemein von einer Pistole beziehungsweise Handfeuerwaffe die Rede.

Hacker stehlen Interna und Spiele-Quellcodes von CD Project RED

Wie CD Project RED auf Twitter bekannt gab, wurde das polnische Entwickler-Studio wohl Opfer eines tief greifenden Datendiebstahls. Die Hacker haben allerdings auch eine Nachricht hinterlassen. So haben Sie die Quellcodes verschiedener Spiele wie etwa "Cyberpunk 2077" und "The Witcher 3: Wild Hunt" des Studios gestohlen. Weiterhin sollen die Hacker die Studio-Server verschlüsselt haben und in den Besitz von Interna gelangt sein.

Die Hacker haben dem Studio 48 Stunden Zeit gegeben, um diese zu kontaktieren. Sonst wollen Sie Daten an Gaming-Journalisten weiterreichen, das Studio-Image werde noch weiter leiden und die Aktienkurse würden noch tiefer fallen. Den gesamten Text lesen Sie hier:

"Hallo CD-Projekt, ihr wurdet episch geowned!!

Wir haben vollständige Kopien der Quellcodes von eurem Server für Cyberpunk 2077, Witcher 3, Gwent und die unveröffentlichte Version von Witcher 3 gestohlen!

Wir haben auch Dokumente in Bezug auf Buchhaltung, Verwaltung, Recht, HR, Investor-Relation und mehr.

Außerdem haben wir alle eure Server verschlüsselt, aber wir verstehen, dass ihr diese höchstwahrscheinlich aus Backups wiederherstellt.

Wenn wir nicht zu einer Einigung kommen, dann werden die Quellcodes verkauft oder online geleakt und Interne-Dokumente werden an unsere Kontakte im Spielejournalismus geschickt. Eurer öffentliches Image wird noch mehr in den Keller gehen und die Leute werden sehen, wie beschissen eure Firma funktioniert. Die Investoren werden das Vertrauen in Ihre Firma verlieren und die Aktien werden noch tiefer fallen!

Sie haben 48 Stunden Zeit, uns zu kontaktieren."

CD Project RED werde nicht mit den Hackern verhandeln

Das Studio hat die Nachricht der Hacker zeitgleich mit einer Stellungnahme veröffentlicht. So seien die Backups des Unternehmens weiterhin intakt und die IT-Infrastruktur gesichert. Auf alle Parteien, die Schaden durch eine etwaige Veröffentlichung nehmen könnten, sei man zugegangen. Verhandeln wolle man mit den Hackern nicht und so habe man sich an Behörden gewandt. Das Statement lesen Sie hier:

"Gestern haben wir festgestellt, dass wir Opfer eines gezielten Cyber-Angriffs geworden sind, durch den einige unserer internen Systeme kompromittiert wurden.

Ein nicht identifizierter Akteur verschaffte sich unberechtigten Zugang zu unserem internen Netzwerk, sammelte bestimmte Daten, die der CD PROJEKT Capital-Group gehören, und hinterließ eine Lösegeldforderung, deren Inhalt wir der Öffentlichkeit zugänglich machen. Obwohl einige Geräte in unserem Netzwerk verschlüsselt wurden, sind unsere Backups noch intakt. Wir haben bereits unsere IT-Infrastruktur gesichert und mit der Wiederherstellung der Daten begonnen.

Wir werden den Forderungen nicht nachgeben und auch nicht mit dem Akteur verhandeln, da wir uns bewusst sind, dass dies letztendlich zur Freigabe der kompromittierten Daten führen kann. Wir ergreifen die notwendigen Schritte, um die Folgen einer solchen Veröffentlichung abzumildern, insbesondere indem wir auf alle Parteien zugehen, die durch den Verstoß betroffen sein könnten.

Wir untersuchen den Vorfall noch, können aber zum jetzigen Zeitpunkt bestätigen, dass die kompromittierten Systeme - nach unserem besten Wissen - keine persönlichen Daten unserer Spieler oder Nutzer unserer Dienste enthielten.

Wir haben uns bereits an die zuständigen Behörden gewandt, einschließlich der Strafverfolgungsbehörden und des Präsidenten des Amts für den Schutz personenbezogener Daten, sowie IT-Forensiker kontaktiert und wir werden eng mit ihnen zusammenarbeiten, um diesen Vorfall vollständig aufzuklären."

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