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Morgenmagazin vom Mittwoch, 12. Februar 2014

12.02.2014 | 07:29 Uhr |

Apple muss Kartellwächter behalten +++ Asymco: iTunes wäre 130ter in Fortune 500 +++ Standard für drahtloses Laden kommt voran +++ O2: Aktionäre bereiten Weg zur E-Plus-Übernahme +++ Zehn Internet-Mythen: Wann der Provier-Wechsel schwierig wird +++ Nokia stellt Android-Smartphone demnächst vor +++ Android dominiert weltweiten Tablet-Markt +++ Intel Xeon Ivytown hat 15 CPU-Kerne +++ Leerer Homescreen auf dem iPad +++ Test: Buffalo Drivestation Mini Thunderbolt

Apple muss Kartellwächter behalten

Apple wird sich weiter mit einem gerichtliche bestellten Kartellwächter arrangieren müssen, der die Regelungen im E-Books-Urteil gegen Apple überwacht, hat ein Berufungsgericht entscheiden. Dessen Arbeit sind jedoch  Grenzen gesetzt. Wie das US-Berufungsgericht der zweiten Instanz bemerkte, habe die Regierung erklärt, der Wächter würde bei Apple darauf achten, dass es ein Programm gebe, das dem Urteil wegen Kartellbildung folge und sich die leitenden Angestellten daran hielten. Der Watchdog dürfe laut Berufungsgericht jedoch nicht untersuchen, ob sich das Personal sich an andere Gesetze halte. Apple waren die Maßnahmen des vom Gericht bestellten Wächters Michael Bromwich zu weit gegangen und beklagte Einmischung, Bromwich seinerseits beklagte, er würde keinen Zugriff auf leitende Angestellte und wesentliche Dokumente erhalten. Die Regierung hingegen unterstellt, Apple störe sich daran, die Überwachungsmaßnahmen nicht selbst steuern zu können. Wenn der Kartellwächter seine Kompetenzen überschreite, könnte Apple allenfalls dessen Ablösung fordern aber nicht das Ende der Überwachung.

Asymco: iTunes wäre 130ter in Fortune 500

Der Analyst Horace Dediu von Asymco hat ausgerechnet, wie gut Apples iTunes-Geschäft läuft. Demnach handelt es sich bei den Umsätzen mit Apps, Musik und Filmen um den wohl am schnellsten wachsenden Geschäftszweig des Unternehmens. iTunes habe Apple im vergangenen Jahr 23,5 Milliarden US-Dollar in die Kassen gespült, die an Entwickler abgeführten Anteile sind dort nicht eingerechnet. Das Umsatzwachstum habe gegenüber dem Vorjahr 34 Prozent betragen, der Gesamtumsatz von iTunes sei inzwischen bereits halb so hoch wie der des Kerngeschäfts von Google - ohne Motorola und andere Konzernbestandteile. Würde Apple das iTunes-Geschäft in eine eigene Firma ausgliedern, würde sich auch diese in der Fortune-500-Liste platzieren, im letzten Jahre wäre das auf Rang 130 gewesen. Dediu hat seine Zahlen aus der 10-Q-Eingabe Apples an die Börsenaufsicht SEC ermittelt, in der Apple unter anderem dargelegt hat, dass die Preise für sein Mac-Betriebssystem und die iWork-Programme auf Null gefallen sind. Die Umsätze mit Software und Services sind dennoch so stark gestiegen.

Standard für drahtloses Laden kommt voran

Bis Smartphone- und Tabletnutzer komplett auf Ladekabel verzichten könnten, wird es noch eine Weile dauern, zwei Industriegruppen haben aber am Dienstag beschlossen, ihre Standards miteinander kompatible zu machen. An unterschiedlichen Techniken gearbeitet haben bisher die Alliance for Wireless Power (A4WP) und die Power Matters Alliance (PMA). Die PMA hat in den USA ein Pilotprojekt in Stabucksfilialen laufen, wo Kunden ihre Smartphones auf Matten der Baureihe Powermate legen können, die die Akkus der Geräte induktiv aufladen. Die A4WP setzt bisher auf resonantes Laden, Produkte sind unter der Marke Rezence auf dem Markt. Beide Gruppen wollen nun gegenseitig ihre Spezifikationen annehmen, die beiden Techniken werden weiter nebenher existieren. Ebenso gibt es noch die Technik Qi zum drahtlosen Aufladen von Smartphones, die etwa in Nokias Lumia 920 zum EInsatz kommt sowie in einigen Geräten von HTC und LG. In Zukunft könnten Mobilgeräte mehrere der Techniken in einem Gerät unterstützen und so an jeer drahtlosen Ladesation zu neuer Energie kommen.

O2: Aktionäre bereiten Weg zur E-Plus-Übernahme

Telefónica Deutschland ist einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Übernahme von E-Plus gegangen. In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre nahezu einstimmig einer Kapitalerhöhung von insgesamt über vier Milliarden Euro zugestimmt, meldet das Unternehmen. Zuvor hatten bereits die Aktionäre der niederländischen Gesellschaft KPN der Übernahme zugestimmt. E-Plus gehört derzeit KPN.

Telefónica, der spanische Mutterkonzern von O2, will E-Plus für fünf Milliarden Euro plus einem Anteil von rund 17 Prozent von Telefónica Deutschland von KPN kaufen. Die Vereinbarung dazu hatten die Unternehmen bereits im Juli 2013 getroffen. Derzeit muss die Europäische Kommission der Fusion noch zustimmen. Telefónica rechnet laut eigenen Aussagen damit, dass die Übernahme im Sommer 2014 abgeschlossen sein wird. Zur E-Plus-Gruppe gehören Marken wie Base und Simyo.

Laut Bundesnetzagentur hatte E-Plus 2013 einen Marktanteil von 22 Prozent im deutschen Mobilfunk, O2 17 Prozent. Gemeinsam hätte die Gruppe mehr Kunden als die Telekom (33 Prozent) und Vodafone (28 Prozent).

 

Zehn Internet-Mythen: Wann der Provier-Wechsel schwierig wird

Stimmt es etwa, dass ein neuer Provider die Leitung sofort freischalten muss, oder hat man unter Umständen wochenlang kein Internet? Seit 2012 ist es gesetzlich geregelt, dass die Umschaltung eines Anschlusses innerhalb von 24 Stunden vorzunehmen ist, sonst kann man sich an die Bundesnetzagentur wenden, die auch Bußgelder erlassen kann, erklärt das Portal Schlaubi.de in seiner Liste von zehn Internetmythen.
Weitere ”Mythen”: Ob Videos online zu streamen illegal ist, liegt auch für Rechtsexperten bisher noch in einer Grauzone – der Fall RedTube hat die Diskussion darüber weiter befeuert. Haustiere, wie manche meinen, stören das WLAN-Signal im Allgemeinen nicht, große Aquarien allerdings, die in der Nähe des Routers aufgestellt sind, können in der Tat das WLAN-Signal blockieren und die Internetgeschwindigkeit reduzieren: Elektromagnetische Strahlung wird in Wasser abgebremst. Was wirklich das WLAN beschleunigt oderbremst, haben wir hier dargelegt .
 
Mehr Mythos als Wahrheit: Handystrahlung legt den Flugverkehr nicht lahm. In den USA ist es seit kurzem möglich, während des Fluges das Handy weiterhin zu nutzen, um im Netz zu surfen und Telefonate zu führen. Von Problemen oder gar Abstürzen, die seitdem bei den amerikanischen Fluglinien zugenommen hätten, ist jedenfalls nichts bekannt. Wie sieht es damit aus, dass Laptops und WLAN-Strahlung unfruchtbar machen? Unfug, mit einer Einschränkung: Immerhin scheint es so zu sein, dass eine ausgiebige Benutzung eines Laptops auf dem männlichen Schoß vorübergehend zu einer geschwächten Zeugungskraft führen kann – die Wärme ist daran schuld.
 
Umzug ist nicht immer ein Sonderkündigungsgrund für den Provider, behauptet das Portal weiter. Nur wenn am neuen Wohnsitz der bisherige DSL-Provider nicht verfügbar ist, kann Umzug zur Sonderkündigung führen.
Manchmal ist auch zu hören, dass man nach Vertragsende den vom Provider zur Verfügung gestellten Router behalten darf – dies ist jedoch vom konkreten Vertrag abhängig, den man zu Beginn abgeschlossen hat. Dieser regelt, ob der Router  vom Kunden gemietet oder bezahlt wurde. Nur in letzterem Fall darf der Nutzer das Endgerät in seinen Besitz übernehmen.

Nokia stellt Android-Smartphone demnächst vor

Seit Wochen machen sich im Web die Gerüchte breit, dass Nokia angeblich unter dem Codenamen "Nokia Normandy" ein Android-Smartphone entwickelt. Es gab aber auch Zweifel, denn schließlich gehört die Smartphone-Sparte von Nokia mittlerweile Microsoft und da könnte man davon ausgehen, dass hier weiterhin Smartphones mit Windows Phone hergestellt werden sollen.

An den Gerüchten scheint aber tatsächlich etwas dran zu sein. Laut Informationen des Wall Street Journal wird Nokia tatsächlich sein erstes Android-Smartphone noch im Februar vorstellen. Genauer: Auf der MWC 2014 in Barcelona soll der Nokia-Androide präsentiert werden. Die Zeitung bezieht sich dabei auf "gut informierte Quellen". Demnach entwickelt Nokia das Android-Smartphone bereits seit längerer Zeit und bevor Microsoft die Übernahme der Mobiltelefon-Sparte verkündete.

Die Informationen der Zeitung dämpfen aber auch etwas die Erwartungen der Android-Fans. Bei dem Nokia-Androiden soll es sich um ein sehr preisgünstiges Gerät handeln, das in Schwellenländern auf den Markt kommen soll. Dementsprechend ist mit einer eher schwachen Hardware-Ausstattung und einer Low-End-Kamera zu rechnen. Außerdem soll das Gerät auch Google Play nicht unterstützen, so dass ein Download neuer Apps über den Android-App-Marktplatz nicht möglich sein soll.

Auch die sonst bei Androiden üblichen Google-Apps sollen fehlen. Für Nokia soll das Gerät vielmehr die Möglichkeit darstellen, ein vom Preis her konkurrenzfähiges Gerät auch in den boomenden Schwellenländern anzubieten, was mit Windows Phone nicht möglich ist.

Die Pressekonferenz von Nokia beginnt am 24. Februar um 8:30 Uhr und läutet neben der Sony-Pressekonferenz den diesjährigen Mobile World Congress (MWC) in der katalanischen Stadt ein. Wir werden vor Ort sein und Sie über die Nokia-Neuvorstellungen umgehend informieren.

Android dominiert weltweiten Tablet-Markt

Lange war das Apple iPad das Synonym für Tablets - inzwischen muss Apple allerdings die Krone an Android-basierte Tablets abgeben. Laut einer aktuellen Studie der Forscher von Strategy Analytics wurden allein im vierten Quartal 2013 76,8 Millionen Tablets verkauft, das ist ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber 2012.

Den Löwenanteil des Marktes sichert sich dabei Android: 62 Prozent aller verkauften Tablet-Computer nutzen das Betriebssystem von Google, meist in sogenannten White Boxes, also in Geräten, die von einem Unternehmen unter dem Namen eines Anderen produziert und vermarktet werden (ein Beispiel sind etwa die Tablets in Supermärkten, die als Eigenmarken verkauft werden) - diese Geräte machen immerhin 24 Prozent des Android-Marktes aus. Anschließend folgen Samsung, mit 17,7 Prozent und Amazon mit 4,6 Prozent.

Android mag eine weite Verbreitung haben, den größten Umsatz dürfte allerdings noch immer Apple machen. Mit rund 33,9 Prozent Marktanteil übertrifft Apple die meisten Android-Hersteller. Gegenüber dem Q4 2012 konnte Apple sogar um 14 Prozent zulegen.

Matt Wilkins, Director of Tablets and Wearables bei Strategy Analytics, meint zur aktuellen Studie: "2013 war ein extrem gutes Jahr für den Tablet-Markt. Es sind zwar nicht mehr die dreistelligen Zuwachsraten, die wir früher sahen, dennoch handelt es sich um einen signifikanten Markt, der mehr als 200 Millionen Einheiten pro Jahr umsetzt."

Intel Xeon Ivytown hat 15 CPU-Kerne

Intel wird voraussichtlich nächste Woche seine 15-Kern-CPU Ivytown vorstellen. Der Xeon-Chip hat 4,31 Milliarden Transistoren und soll in High-End-Servern verbaut werden. Ivytown gehört zum Xeon-E7-Lineup und hat die bislang größte Anzahl an Kernen einer Intel-x86-Server-CPU. Der aktuelle Xeon E5 v2 hat zum Vergleich 12 Kerne. Ivytown basiert auf der Ivybridge-Architektur, welche letztes Jahr eingeführt worden war. Der Chip hat eine Taktzahl zwischen 1,4 und 3,8 GHz und benötigt zwischen 40 und 150 Watt.

Jeder Kern soll Multithreading unterstützen und so bis zu 30 Aufgaben gleichzeitig erledigen können. Die Kerne sind in drei Reihen angeordnet. AMD mit seinem Opteron 6300 übrigens bis zu 16 Kerne pro CPU.

Leerer Homescreen auf dem iPad

Auf dem Startbildschirm vom iPad und iPhone 5S beziehungsweise 5C ist Platz für 20 App-Icons. Zusätzlich gibt es noch vier Icons im Dock. Wem das zu viel wird und wer lieber sein Hintergrundbild in den Vordergrund rücken will, kann seinen Startbildschirm auch vollkommen App-frei machen. Dies hat keinerlei Auswirkungen auf die Apps selbst, sondern betrifft nur die Ansicht.

So funktioniert es: Verbinden Sie Ihr iPhone oder iPad mit iTunes. Wählen Sie das iOS-Gerät aus und klicken Sie auf den Reiter „Apps“. Im Homescreen-Feld haben Sie nun die Möglichkeit, Apps neu anzuordnen und neue Screens zu erstellen. Erstellen Sie einen neuen Screen und ziehen Sie ihn mit der Maus an die erste Position, sodass er die neue „Seite 1“ auf Ihrem iPhone oder iPad wird. Klicken Sie nun auf „anwenden“ und anschließend auf „synchronisieren“. Nun haben Sie einen neuen Startbildschirm nach Ihren Wünschen.

Test: Buffalo Drivestation Mini Thunderbolt

In unserem Testgerät der Drivestation mit 512 GB sind zwei SSDs mit je 256 GB von Toshiba verbaut, die sich mit dem Festplattendienstprogramm als RAID 0, RAID 1 oder als Einzellaufwerke einrichten lassen. Ein eigener Raid-Controller ist in dem Gerät nicht enthalten. Ab Werk ist die Drivestation mit RAID 0 vorkonfiguriert. Im Praxistest, für den wir eine große Filmdatei sowie einen Ordner mit rund 2800 Objekten verwenden, messen wir im RAID-0-Modus 490 MB/s beim Schreiben und 511 MB/s beim Lesen, wobei die Schreibwerte der Filmdatei mit 635 MB/s und die Lesewerte mit 661 MB/s deutlich über den Werten für den Ordner liegen.

Das Programm DiskSpeed Test  von Black Magic Design misst sogar 725 MB/s beim Lesen, liegt mit einem Schreibwert von 645 MB/s aber nahe bei unseren Messwerten für den Film. Im RAID-1-Betrieb entsprechen die Lesewerte im Praxistest in etwa denjenigen für RAID 0, beim Schreiben messen wir 291 MB/s über alle Tests und 330 MB/s bei der Filmdatei. Das deckt sich auch mit den von Disk Speed Test gemessenen Werten. Beim Stromverbrauch gibt sich das Laufwerk bescheiden, über eine Taste lässt sich zudem ein Energiesparmodus aktivieren. Der deutlich hörbare Lüfter verbleibt jedoch im Dauerbetrieb, solange das Thunderbolt-Kabel angeschlossen ist.

Empfehlung und Fazit

Die Drivestation Mini Thunderbolt bietet zu einem konkurrenzfähigen Preis einen guten Datendurchsatz und lässt sich dank geringer Größe und Gewicht auch mobil einsetzen. Der deutlich hörbare und dauernd laufende Lüfter nervt jedoch.

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