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Morgenmagazin vom Mittwoch, 13. April 2016

13.04.2016 | 07:11 Uhr |

Das fast perfekte Display des iPad Pro 9,7 +++ Premiere Pro CC kann auch VR und 8K +++ Intego warnt erneut vor Fake-Flash +++ AirPlay für HTC +++ iPhone SE: Ärger mit Bluetooth-Freisprechanlagen +++ Neue Festplatten-Technologie erhöht Speicherdichte +++ Amazon Kindle Oasis: Viele Infos zum neuen Ebook-Reader geleaked

13. April: Keine Langeweile in der Deutschstunde

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Schon komisch, jeden Tag passiert in der Welt so viel, dass es genau in die Zeitung passt. Also müssen die Gazetten am 12. April 1954 sehr dünn gewesen sein, denn nach Ansicht einiger Historiker war der Tag zuvor, der 11. April 1954 der langweiligste des Jahrhunderts. Können wir nicht beurteilen, es gab da zu unseren Lebzeiten schon auch sehr langweilige Tage, die es mit dem 11. April 1954 hätten aufnehmen können. Aber hoffen wir einmal, dass der 13. April 2016 nicht so langweilig ist, wir haben schließlich auch heute eine Website zu füllen. Es ist nämlich genau umgekehrt, selbst in digitalen Zeiten: Das Papier will bedruckt werden, die Websites und Newsletter gefüllt, die zahlende Kundschaft wartet.

Da kann man sich nicht darauf berufen, "Ja gut, gestern war nix los und heute ist es auch recht fad". Sondern man muss dann eben in tieferen Schichten schürfen, um dort spannende Nachrichten oder präzise Analysen zu Tage zu fördern. Das sind die Freuden der Pflicht aus der Sicht des Chronisten. Über die Freuden der Pflicht der Nachkriegsgeneration, die so sehr mit sich selbst und noch mehr mit ihren Vätern haderte, hat Siegfried Lenz ein epochales Werk geschrieben, das man nicht nur dann lesen kann, wenn sich die Zeitungslektüre als langweilig erweist: Deutschstunde.

Wer sich an das Buch gerade nicht erinnern kann: Es geht um den in einer Besserungsanstalt eingesperrten Jugendlichen Siggi Jepsen, der an dem gestellten Aufsatzthema "Die Freuden der Pflicht" in der titelgebenden Deutschstunde scheitern muss. Denn genau diese freudig von seinem Vater im Auftrag der Nationalsozialisten erfüllte Pflicht hat ihn hierher gebracht. Wie soll man das in 45 Minuten zu Papier bringen? So ist der Roman die Lebensbeichte des Ich-Erzählers, in der Karzerhaft über Wochen niedergeschrieben. Kaum verschlüsselt geht es darum, wie der Landpolizist Jepsen Senior das gegen den Maler Emil Nolde (im Roman "Nansen" genannt) verhängte Malverbot durchsetzt. Nolde (der echte wie auch der Nansen aus dem Roman) hat in der Zeit von 1941 bis zum Kriegsende viele "ungemalte Bilder" als Aquarelle angefertigt und diese erst später in Öl auf Leinwand gebannt. Ein wenig Zeit war dem im Dritten Reich verfemten Expressionisten dafür noch geblieben, Emil Nolde verstarb am 13. April 1956.

In Siegfried Lenz' (verstorben im Oktober 2014) Nachlass wurde erst kürzlich ein Roman gefunden, den er bereits im Jahr 1952 geschrieben hatte, 16 Jahre vor der "Deutschstunde". "Der Überläufer" ist erst in diesem Frühjahr erschienen, die Lektüre wird dem Autoren dieses Beitrags eine freudige Pflicht sein, aber erst wenn die Zeitung für heute gefüllt ist. Dann kann man sich auch noch mal durch das Gesamtwerk von Günther Grass ackern, der heute vor einem Jahr verstarb. Der 13. April, an dem die USA an ihren dritten Präsidenten Thomas Jefferson - geboren im Jahr 1743 - erinnern, ist also alles andere als langweilig... Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

16 GB sind nicht genug: Auf den ersten Blick sieht das iPhone SE nach einem wirklich günstigen Handy aus, in den USA ist es ab 389 US-Dollar zu haben. Zwei Haken sind an der Sache: In Deutschland kostet das iPhone SE ab 489 Euro und die dafür erhaltenen 16 GB Speicher sind nun wirklich nicht viel. Apple verkauft zwar auch nach wie vor die iPhones der 6er-Generation auch in einer 16-GB-Variante, hat aber immerhin schon einmal die Zwischengröße von 32 GB aufgegeben. Trotz iCloud sind 16 GB einfach nicht genug, Apple sollte aufhören, derart schwach ausgestattete Hardware zu verkaufen, meint nicht nur Oscar Raymundo.

So gut wie perfekt: Auch unser Testcenter war vom iPad Pro 9,7 Zoll und insbesondere seinem Bildschirm begeistert, der Experte Raymond Soneira von DisplayMate Technologies gibt diesem aber nun Höchstnoten. Die Farbgenauigkeit übertreffe jene des Surface Pro 4 deutlich, meint Sonera, sie sei "sichtbar ununterscheidbar von der Perfektion," und so besser als bei jedem anderen Tableet, Smartphone oder HDTV auf dem Markt. Ebenso setze das kleine iPad Pro neue Maßstäbe bei der Reflektivität, Spiegelungen würden kaum noch auffallen, nur noch 1,7 Prozent des Umgebungslichts würden reflektiert. Nur bei der True-tone-Funktion, bei der sich die Farbe des Displays an das Umgebungslicht anpasst, würde sich Sonera aber einen Regler wünschen, mit dem man die Stärke des Effekts steuern könne. Night Shift, jenen Blaulichtfilter, der abends nicht mehr die Melatoninproduktion unterbinden soll, hält der Experte hingegen für einen Placebo-Effekt.

AirPlay auf dem HTC: Für sein neues Flaggschiff-Smartphone HTC 10 hat der gleichnamige Hersteller offenbar bei Apple die Nutzung der Streamingtechnologie Airplay lizenziert. Aus jeder Musik-App auf dem Android-Handy lässt sich mit einer Dreifingergeste die App HTC Connect aufrufen, über die man nun Inhalte auf AirPlay fähige Geräte wie diverse Lautsprecher oder etwa das Apple TV streamen kann. Dabei bietet HTC Conect auch andere Optionen wie Bluetooth, DLNA und Miracast an. AirPlay war auf Android-Smartphones zwar bereits unter Beschreiten einiger Umwege möglich, das HTC 10 ist nun aber das erste Smartphone, das die Technologie nativ unterstützt.

Mit Dropbox-Integration: Facebook bohrt seinen Messenger weiter auf und stellt auf seiner Entwicklerkonferenz F8 eine Lösung vor, wie man noch einfacher Fotos und andere Dateien mit seinen Kommunikationspartnern teilen kann: Über Dropbox. Die Integration geschieht ab sofort, bis sie jeder Messenger-Anwender weltweit nutzen kann, wird es aber noch ein paar Tage dauern.

Virtuelle Realität: Adobe erweitert seine Videoschnittsoftware Premiere Pro CC um die Fähigkeiten, Virtual Reality (VR) darzustellen. Premiere bekommt zudem noch Verbesserungen im Workflow und behandelt auch 8K- und HDR-Material.

Rundumblick: Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook eine 360-Grad-Kamera vorgestellt, die das Unternehmen nicht selbst verkaufen will. Stattdessen soll die Facebook Surround 360 Open Source werden, Facebook will im Verlauf des Sommers die Hardwaredokumentation und die Software auf GitHub bereit stellen. Mit diesem Schritt will Facebook 360-Grad-Videos Schwung verleihen, damit eine Prognose Zuckerbergs leichter in Erfüllung gehen kann. Denn schon in gut zehn Jahren werden VR-Brillen laut dem Facebook-CEO so aussehen wie heute normale Brillen, je mehr 360-Grad-Inhalte aber bereit stehen, desto schneller wird die Entwicklung von VR voranschreiten.

Warnung: Erneut ist ein gefälschter Flash-Installer unterwegs, der sich mit einem legitimen Zertifikat tarnt, und so den Gatekeeper umgeht, warnt Intego. Der Installer bringt dabei etliche unerwünschte Programme auf den Mac, unter anderem MegaBackup, ZipCloud und MacKeeper. Die Software ist eine Varianten des bereits bekannten Fake-Installers OSX/InstallCore. Auch diesmal gilt: Wenn man schon unbedingt Flash auf seinen Mac installieren will, sollte man den Installer grundsätzlich nur von der Website von Adobe laden.

Weitere Nachrichten

iPhone SE: Ärger mit Bluetooth-Freisprechanlagen

In den ersten Apriltagen, gleich nach Entpacken und Inbetriebnahme, hat ein Nutzer namens Robert im Apple-Forum eine Diskussion gestartet . Nach seiner Beschreibung funktionierte das neu gekaufte iPhone SE nicht richtig. Vor allem im Auto  mit einer  per Bluetooth verbundenen Freisprechanlage wollte das neue Smartphone von Apple seine Dienste nicht leisten: Die Tonqualität sei sehr miserabel, dies betreffe jedoch nur die Anrufe per Freisprechanlage. Direkt mit dem iPhone geführte Telefonate seien von guter Qualität. Auch das Musikstreaming auf die Auto-Anlage per Bluetooth funktioniere demnach einwandfrei, ohne Unterbrechungen und lästige Geräusche. Der Nutzer konnte die gleichen Fehler mit der Freisprechanlage mit drei unterschiedlichen Automodellen feststellen: 2014 BMW 328i, 2011 Kia Optima und 2015 Kia Santa Fe.

Seit dem ersten Post hat die Diskussion momentan 183 weitere Kommentare und nach Angaben von Apple-Webseite mehr als 10.000 Besucher. Das Problem scheint also nicht nur den einen unglücklichen iPhone-SE-Käufer betreffen, sondern deutlich mehr Kreise ziehen. Mittlerweile ist die Liste der betroffenen Auto-Modelle auf gut ein Dutzend gewachsen. Laut unterschiedlichen Berichten von Apple-Support-Terminen wissen die Support-Mitarbeiter von dem Problem Bescheid und haben es eskalieren lassen - Apple-Ingenieure sollen sich darum kümmern. Demnach tritt das gleiche Problem weltweit auf und nicht nur in den USA. Auch die letzte Beta von iOS 9.3.2 hat den Fehler nicht behoben, die Bluetooth-Anrufe mit dem iPhone SE haben nach wie vor eine schlechte Qualität. Bis keine Lösung von Apple geliefert wird, lassen die Genius-Mitarbeiter die iPhones austauschen oder ganz zurücknehmen. Welcher Natur dieser Fehler ist, ist aber nicht klar. Einige Support-Mitarbeiter haben den Nutzern aus dem Forum verlauten lassen, dass es sich wohl um einen Software-Fehler handele, denn die Musik per Bluetooth wird ohne Störungen abgespielt.

Neue Festplatten-Technologie erhöht Speicherdichte

Forschern der Technischen Universität Wien ist es gelungen, die Datendichte magnetischer Festplatten zu erhöhen . Dabei haben die Wissenschaftler in Kooperation mit Festplattenherstellern auf ein rund 60 Jahre altes Konzept zurückgegriffen: Die so genannte Wärme-unterstützte Magnetaufzeichnung (HAMR).

Eine magnetische Festplatte wählt mit Hilfe eines Lasers aus den magnetischen Partikeln auf der Festplattenoberfläche ein einzelnes Korn aus, auf dem ein Bit geschrieben wird. Diese Technik wird Wissenschaftlern zufolge jedoch schon bald an ihre Grenzen stoßen. Um mehr Speicherkapazität zu schaffen, können die Körner auf der Oberfläche verkleinert werden. Das führt jedoch dazu, dass sie instabil werden und die Informationen nicht lange speichern können. Eine Lösung wären magnetisch härtere und damit stabilere Materialien. Um sie zu beschreiben, wird ein stärkeres Magnetfeld nötig. Das kann jedoch nicht auf ein so kleines Korn konzentriert werden und würde beim Beschreiben auch die benachbarten Körner beeinflussen.

HAMR kombiniert die herkömmliche Technik mit Wärme und einem fokussierten Laserstrahl. Dieser kann auch kleinere Körner auswählen. Durch die Wärme-Unterstützung werden zudem die kalten Nachbarn des Korns nicht vom Magnetfeld beeinflusst. Die Körner können so gezielt umgeschrieben werden und behalten die gespeicherte Information.

Im Rahmen einer Simulation haben die Wiener Forscher nachgewiesen, dass mit HAMR theoretisch zehnmal mehr Daten gespeichert werden könnten. Im nächsten Durchgang wollen die Wissenschaftler die Schreibgeschwindigkeit erhöhen. Ob und wann es die neue Technologie zur Marktreife schaffen wird, ist noch unklar.

Amazon Kindle Oasis: Viele Infos zum neuen Ebook-Reader geleaked

Anfang April kündigte Amazon-Chef Jeff Bezos an, einen neuen Kindle E-Reader demnächst vorstellen zu wollen. Nun sind Details zu diesem durchgesickert. Nach Informationen aus China und Kanada, über welche the-digital-reader.com berichtet, heißt der neue Amazon Kindle "Oasis". Auffallend ist seine unsymetrische Form mit Tasten (es soll sich um Tasten zum Umblättern handeln) an einer Seite und einem unregelmäßigen Durchmesser. Der Part mit den Tasten an der Seite ist deutlich dicker als das Display, nämlich 3,4 Millimeter an der dünnsten Stelle im Vergleich zu 7,8 Millimeter an der dicksten. Das behauptet zumindest das angebliche Leak.

Der Oasis soll 131 Gramm wiegen und einen 300-dpi-E-ink-Touchscreen mit 6 Zoll verbaut haben. Ferner soll Amazon dem Oasis mehr LEDs für die Hintergrundbeleuchtung spendiert haben, nämlich 60 Prozent mehr. Eine Besonderheit vom Oasis: Es soll ein spezielles Akku-Case geben. Steckt man den Oasis in diese Hülle, soll der Akku nicht nur Wochen halten, wie Amazon es für die anderen Kindle-Reader auf dem Markt verspricht, sondern sogar Monate. Einen Preis nennt die undichte Stelle übrigens noch nicht. Stattdessen gibt es noch den Platzhalter von 999 Dollar. Oasis soll es - wenig überraschend - sowohl als WLAN- als auch in einer 3G-Variante geben.

Vergleich Kindle Oasis vs. Paperwhite

Der bislang beliebteste Kindle Ebook-Reader dürfte der Paperwhite sein. Hierfür spricht die Zahl der Google-Suchanfragen, aber auch die Tatsache, dass er der erste Kindle mit Hintergrundbeleuchtung war. Nicht zuletzt sprechen Umfrageergebnisse auf pcwelt.de für ihn.

Wir wollen darum kurz Paperwhite und den Oasis (unter Vorbehalt) vergleichen:

Während Paperwhite mit 4 LEDs eine gleichmäßige Ausleuchtung schafft, soll der Kindle Oasis 10 LEDs erhalten. Amazon wolle damit eine noch bessere Ausleuchtung erzielen. Ob das gelingt, wird erst der Test zeigen. Die Auflösung bleibt hingegen gleich bei 300 ppi. Während Paperwhite wochenlang durchhalten soll, will Oasis sogar mehrere Monate ohne Steckdose auskommen. Dafür legt Amazon eine neuartige Akku-Hülle bei. Sowohl Paperwhite als auch Oasis kommen in einer 3G- und einer WLAN-Version daher. Die WLAN-Version ohne Hülle wiegt einmal 205 Gramm (Paperwhite) und einmal nur 131 Gramm (Oasis). Paperwhite ist auch deutlich größer: 169 x 117 x 9,1 Millimeter im Vergleich zu 143 x 122 x 3,4 Millimeter (ohne Hülle). Mit Hülle ist Oasis 8,5 Millimeter dick, sagen die Leak-Quellen. Die Größe des Bildschirms bleibt aber gleich mit 6 Zoll.

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