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Morgenmagazin vom Mittwoch, 13. März 2019

13.03.2019 | 07:08 Uhr |

USB 4 steht vor der Tür +++ Apples Chancen im Gesundheitswesen +++ CorelDRAW Graphic Suite 2019 auch für den Mac +++ Kampf um EU-Richtlinie: Wie Apple seit Jahren einheitliche Ladekabel verhindert +++ Lidl baut eigenes Ladenetz für E-Autos auf +++ YouTube blendet Faktencheck bei grenzwertigen Videos ein +++ Flug-Taxi: Airbus zeigt City Airbus in Ingolstadt +++

13. März: Neun und mehr Felsbrocken

Wir wünschen allseits Guten Morgen! "Ist die Sonne eigentlich ein Stern oder ein Planet?" werden Wissende der Astrophysik und Wissenschaftsgeschichte gerne mal gefragt. Die Antwort lautet: Das hängt davon ab, ob man die Frage physikalisch oder historisch beantwortet. Klar, die Physik ist eindeutig: Die Sonne ist ein Stern, der hellste von allen. Also in scheinbarer Helligkeit, weit draußen im All leuchten noch ganz andere Kaliber. Was man ja auch erst seit gut einem Jahrhundert kennt, ist der Mechanismus, der die Sonne – und die anderen Sterne da weit draußen – zum Leuchten bringt: Kernfusion. Anfangs verbrennen Sterne Wasserstoff zu Helium, später diesen "Sonnenstoff" zu schwereren Elementen. Und je größer und leuchtstärker ein Stern ist, umso schneller ist er ausgebrannt. Was wiederum mit der Gravitation zusammenhängt und dem daraus entstehenden Druck im Sterninneren.

Historisch ist die Sonne indes ein Planet. So bezeichneten die alten Griechen die nicht fest am Himmel stehenden Objekte. Fixsterne heißen ja so, weil sie mit bloßem Auge gesehen zueinander still stehen und einfach nur abends erscheinen und bis zum Sonnenaufgang über den Himmel ziehen. Dass Fixsterne alles andere als fest sind, weiß man auch noch nicht so lange, wenn auch länger, als dass man die Grundlagen der Kernfusion kennt.

Für die Griechen und ihre Zeitgenossen gab es aber nur sieben beweglich Gestirne, nach abnehmender scheinbarer Helligkeit: Sonne, Mond, Venus, Mars, Jupiter, Merkur, Saturn. Wie man erst in der Renaissance begriff und akzeptierte, steht die Sonne im Mittelpunkt dieser Anordnung, als einziger Stern. Merkur, Venus (innen), Mars, Jupiter, Saturn (außen) sind Planeten wie die Erde selbst. Und der Mond ein Mond, der seinen Planeten umrundet und mit ihm zusammen die Sonne.

Mit den von sieben auf sechs reduzierten Planeten – die Erde kam ja dort hinzu, wo Mond uns Sonne sich verabschiedeten – ist es aber noch lange nicht genug, wie man seit dem 13. März 1781 weiß, aber schon zuvor vermutet hatte. An jenem Tag erspähte der Astronom Wilhelm Herschel in seinem Spiegelteleskop bei einer systematischen Untersuchung einen klar "flächigen" Fleck, der also anders als Sterne nicht punktförmig wart - respektive so erschien. Georgsgestirn nannte der Brite den Brocken zunächst, nach dem seinerzeitigen englischen König. Wenn aber der Rest der Reihe nach Göttern benannt ist, kann sich kein weltlicher Herrscher einschleichen, um Himmels Willen! So heißt der Uranus nun eben nach dem altgriechischen Wort für Himmel. Gewissermaßen als Gegenstück stellte sich der zunächst neunte Planet des Sonnensystems vor, auch an einem 13. März im Jahr 1930: Pluto, benannt, nach der Hölle, beziehungsweise dem griechischen Gott der Unterwelt. Zwischendrin machte noch der Meeresgott Neptun seine Aufwartung, der mittlerweile als äußerster Planet gilt.

Pluto ist nämlich mittlerweile zum Zwergplaneten degradiert worden. Neben Planeten und Sternen ist da draußen noch jede Menge Anderes versammelt. Und vielleicht doch ein weiterer Planet, lange als "Planet X" spekuliert, nach Plutos Enttarnung als "falsche Neun" dann doch die echte Nummer neun. Nur ist seine Bahn, wenn er denn existiert, derart weit draußen, stark gegen die Ebene des Sonnensystems gekippt und so exzentrisch, dass ihn in absehbarer Zeit nur der Zufall entdecken könnte. Richten wir also in jeder klarer Nacht unsere Spiegelteleskope nach draußen, es gibt noch so viel zu entdecken. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Der nächste Schritt: Noch ist nicht einmal der Standard USB 3.2 final, da steht schon USB 4 vor der Tür. Noch wird es Jahre dauern, doch ist die Definition bereits weit über das Ideenstadium fort geschritten. Auf Macs dürfte der neue Industriestandard weniger Auswirkungen haben, auf Apples iOS-Plattform sehr wohl. Im Wesentlichen sieht es heute so aus, als ob USB 4 die heutigen Standards in sich vereinen wird, USB 3.1/3.2 und Thunderbolt 3. Über USB-C-Kabel wären Datenübertragungsraten von bis zu 40 Gbps möglich, viele verschiedene Daten- und Displaystandards teilen sich die Bandbreite auf und zu USB 3.2, 2.0 und Thunderbolt 3 bestünde Abwärtskompatibilität. Der Vorteil für iOS-Geräte: Über USB 4 ließen sich auch Thunderbolt-3-Displays und andere Peripherie anschließen, mit Apples A-Chips ist bisher nur USB-C möglich.

Zukunftsmusik: Apple werde den größten Einfluss auf das Gesundheitswesen gehabt haben, werden zukünftige Historiker fest stellen, sagte Tim Cook neulich. Mit der Apple Watch hat Apple bereits seinen Fuß in die Tür gesetzt, bald könnten AirPods folgen, die ebenso den Puls messen und auch weitere Wearables sind in Zukunft denkbar - auch wenn das noch Jahre dauern kann. Welche Marktchancen sich für Apple ergeben, haben die Analysten von Loop Ventures Gene Munster und Will Thompson dargelegt. Der Gesundheitssektor macht einen wesentlichen Teil des Bruttoinlandsproduktd der USA aus, rund 18 Prozent. Im wesentlichen ist der Markt in vier Sektoren mit privaten und staatlichen Anbietern von Gesundheitsvorsorge aufgeteilt. Apples Marktchance bestünde darin, die von Apple Watch, AirPods und weiteren Wearables erhobenen Daten zu konsolidieren und mit Hilfe künstlicher Intelligenz für Ärzte nutzbar zu machen, hier würde Apple für sich monetarisierbare Werte schaffen. Nach Schätzung der Analysten hat Apple bis dato 67 Millionen Apple Watches seit 2015 verkauft.

Abwärtstrend: Den fünften Monat in Folge haben auf Chinas wichtigster Suchmaschine Baidu die Suchen nach "iPhone" stark abgenommen, berichtet CNBC. Im Januar war das Suchvolumen um 50 Prozent niedriger als im Vorjahr, im Februar sah es mit einem Minus von 48 Prozent nicht viel besser aus. Der Rückgang des Suchinteresses soll eine Korrelation zu den tatsächlichen Verkäufen zeigen, erklärt der Longbow-Analyst Shawn Harrison. Im Januar gingen die Verkäufe um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, im Februar um fünf Prozent. Keine guten Nachrichten für Apple, das seinen Umsatzrückgang im Dezemberquartal bereits mit Problemen in China begründete.

Vorabveröffentlichung: Auf die nächsten Updates von Apples Betriebssystemen wird man nicht lange warten müssen, iOS 12.2 und macOS 10.14.4 liegen bereits in der fünften Beta-Fassung vor. In nicht ganz zwei Wochen zeigt Apple neue Produkte und Services auf seiner Keynote "It's Showtime" - dass eine Abo-Service für Zeitungen und Zeitschriften mit dabei sein könnte, der Apple News ergänzt, hört man ja seit einiger Zeit. Nun sind erste Hinweise in macOS 10.14.4 aufgetaucht, wie die Umsetzung aussehen könnte. Der Entwickler Steve Troughton-Smith zeigt in einigen Screenshots Dialogboxen von Apple News Magazines, die in der fünften Beta aufgetaucht sind. Demnach könnten die Abonnenten des Dienstes sich aus einer großen Auswahl von Zeitschriften bedienen und eigene Sammlungen anlegen und so immer die neuesten Ausgaben von Interesse auf den Schirm bekommen. Wenn neue Ausgaben erscheinen, meldet sich Apple News Magazines per Benachrichtigung. Da die Publisher angeblich abhänging von der Zeit bezahlt werden, die Leser mit ihren Magazinen verbringen, sind derartige Pop-Up-Nachrichten essentiell, um das Interesse aufrecht zu erhalten.

Weitere Nachrichten:

CorelDRAW Graphic Suite 2019 auch für den Mac

Die CorelDRAW Graphics Suite gibt es in Version 2019 wieder für das macOS, 17 Jahre nachdem CorelDRAW in Version 11 die letzte Mac-Version auf den Markt gebracht hat. Laut Corel betrug die Entwicklungszeit für die Mac-Version etwa drei Jahre, das Programm sei komplett neu programmiert und in Zusammenarbeit mit Apple speziell auf macOS zugeschnitten. CorelDRAW für Mac unterstützt den Dark Mode von macOS Mojave und die Touch Bar des Macbook Pro. CorelDRAW 2019 unterstützt nun Java, so können auf Mac und Windows Workflows automatisiert werden. Der Funktionsumfang unterscheidet sich nicht von der Windows-Version. Auch die Anordnung und Bezeichnung der Menüs, Fenster, Ansichten, Felder, Beschriftungen und Schaltflächen sind identisch. Mit beiden Paketen kann man zudem die neue Webanwendung CorelDRAW.app nutzen, mit der man auch unterwegs schnell und einfach Grafiken erstellen kann.

 

 

Die CorelDRAW Graphics Suite 2019 umfasst das Zeichenprogramm CorelDRAW, die Bildbearbeitungs-Software Corel PHOTO-PAINT sowie das für Raw-Fotos interessante Programm AfterShot HDR sowie die Schriftverwaltung Corel Font Manager. Außerdem sind unter anderem im Paket das Inhalte-Verwaltungstool Corel CONNECT und das Vektorisierungsprogramm Corel PowerTRACE, das Pixel-Bilder in Vektorengrafiken umwandeln kann.

Mit dabei sind zudem 150 überwiegend neu gestaltete Vorlagen, 1.000 Schriften, 7.000 Cliparts/digitale Bilder und 1.000 hochauflösende Fotos. Im Paket befinden sich allein rund 2.000 Fahrzeugvorlagen.

 

Eine Besonderheit ist LiveSketch, ein Zeichenwerkzeug für Vektorgrafiken, das ein neuronales Netzwerk (KI) nutzt und ein natürliches Zeichenerlebnis bieten soll. Handgezeichnete Striche werden auf intelligente Weise interpretiert, angepasst und mit bereits bestehenden Vektorkurven kombiniert. Dies ermöglicht ein einfaches Skizzieren und Zeichnen komplexer Vektorformen auf Geräten, auf denen der Stift aktiviert ist.

Die CorelDRAW Graphics Suite 2019 gibt es für 699 Euro als Kaufversion oder für 19,95 Euro monatlich im Jahres-Abo. Die Funktionen beider Versionen sind identisch. Die Mac-Version lässt sich wie die Windows-Versionen auf zwei Rechnern installieren, aber nicht gleichzeitig verwenden.

 

 

Kampf um EU-Richtlinie: Wie Apple seit Jahren einheitliche Ladekabel verhindert

Mit dem gleichen Kabel jedes Smartphone aufladen – Das versucht das EU-Parlament seit 2009 zu ermöglichen. Das soll dem Verbraucher nützen und Tonnen an Elektroschrott sparen. Seitdem sind die allermeisten Hersteller auf einen einheitlichen Ladestandard umgestiegen. Lange Zeit war das Micro-USB, die Umstellung auf USB-C wird wohl in den nächsten Jahren vollzogen sein. Doch diese Vereinheitlichung geht größtenteils von den Konzernen aus, denn eine verbindliche Regelung auf EU-Ebene gibt es bis heute nicht. Und laut einem Bericht von Netzpolitik.org ist Apples Lobbyarbeit einer der Hauptgründe dafür.

Die Idee für eine einheitliche Regelung kam zu einer Zeit, als fast jeder Hersteller über einen eigenen Anschluss verfügte. Mit einem (damals noch beliebten) Sony Ericsson-Ladekabel ließ sich kein Nokia-Handy aufladen. Die EU entschied sich aber dafür, keinen konkreten Ladestandard vorzuschreiben. Stattdessen sollen die Konzerne eine Lösung finden. Noch im selben Jahr unterschreiben zehn Hersteller eine Absichtserklärung (darunter heutige Marktführer wie Samsung und Apple). In dieser Erklärung geloben die Unternehmen eine Vereinheitlichung der Ladeanschlüsse. Außerdem sollen Netzteile und Kabel getrennt sein, damit sich diese auch einzeln nutzen lassen. Doch Apple macht Druck und lässt eine Passage in die Absichtserklärung einbauen.

Die Passage erlaubt den Konzernen die Nutzung eigener Ladegeräte, solange das Unternehmen Adapter im eigenen Sortiment anbietet. Also kann Apple weiterhin auf Lightning setzen, solange im Apple Store Adapter verkauft werden. Die kosten natürlich extra und produzieren Elektromüll.

Diese Klausel erlaubt es Apple, die Absichtserklärung zu umgehen. Bis heute setzt das Unternehmen beim Verkaufsschlager iPhone auf einen eigenen Standard. Eine verbindliche EU-Richtlinie könnte mehr bewirken. Doch Apple lobbyiert erfolgreich dagegen und investiert dafür viel Geld. Im Geschäftsjahr 2016/17 gab Apple mehr als eine Millionen Euro für Lobbyarbeiten aus. Die Interessensvertreter argumentieren, durch die Umstellung von Lightning auf einen anderen Anschluss würden Millionen Kabel und Peripheriegeräte nicht mehr nutzbar. Diese würden entweder entsorgt werden oder um Adapter ergänzt, dadurch entstehe dann noch mehr Elektromüll. Kritiker kontern, diese Situation hätte Apple selber erzeugt, indem der Konzern nicht zeitig mit den anderen großen Herstellern auf einen gemeinsamen Standard umgestellte. Außerdem wird ein iPhone mit dem Lightning-Anschluss und das passende Zubehör nicht automatisch zum Schrott, sobald der Hersteller einen neuen Standard einführt. Schließlich verkauft Apple in seinem Store iPads mit zwei möglichen Anschlüssen – USB-C und Lightning gleichzeitig.

Seit 2014 hat die EU-Kommisionen zusätzliche rechtliche Mittel, europäische Standards vorzuschreiben. Statt einem eigenen Gesetz ist nur noch ein einfacher Rechtsakt nötig. Doch es tat sich nichts. Erst 2018 kam wieder Schwung in die Angelegenheit. Laut Netzpolitik.org plant die EU-Kommission eine Folgeabschätzung. Doch mit den Ergebnissen sei nicht vor September 2019 zu rechnen. Und bis dahin ist auch schon das nächste iPhone erschienen, die meisten Experten rechnen wieder mit einem Lightning-Anschluss.

Lidl baut eigenes Ladenetz für E-Autos auf

Der Einzelhändler Lidl will bis Anfang 2020 bundesweit ein Netz mit Ladesäulen für Elektroautos in seinen Filialen aufbauen. Mehr als 400 Ladesäulen sollen auf den Kundeparkplätzen in den Lidl-Märkten in Deutschland entstehen. Diese sollen die Elektroautos der Kunden während des Einkaufs mit Strom aus erneuerbaren Energien auftanken.

Rund 30 Ladesäulen in den Filialen und Logistikzentren hat Lidl bereits gebaut, 20 weitere Säulen werden derzeit installiert. Die Ausbaugeschwindigkeit will der Einzelhändler ab sofort erhöhen. Wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt, sollen Neubauten und modernisierte Filialen obligatorisch mit einer E-Ladesäule ausgestattet werden. Zusätzliche Ladesäulen plant das Unternehmen außerdem in Autobahnnähe und in ländlichen Regionen. Die maximale Entfernung zwischen zwei Lidl-Ladesäulen soll so kurz- und mittelfristig nur noch zwischen 20 und 50 Kilometern betragen. Die Lidl-Ladeinfrastruktur besteht aus AC- und DC-Ladepunkten. DC-Säulen mit bis zu 50 Kilowatt kommen beispielsweise in Autobahnnähe zum Einsatz. Die Nutzung der Ladesäulen soll für Lidl-Kunden während der Öffnungszeiten kostenlos sein.

YouTube blendet Faktencheck bei grenzwertigen Videos ein

Auch das Video-Portal YouTube wird zur Verbreitung von Fake-News genutzt. Viele Inhalte zielen auf Verschwörungstheoretiker und Impfgegner ab, ohne dass die zugrundeliegenden Fakten hinterfragt werden. Dies will YouTube mit einem Faktencheck ändern, der bei problematischen Videos automatisch angezeigt werden soll. Zu Beginn soll hierfür in den Suchergebnissen ein Hinweis angezeigt werden, der auf eine Falschmeldung hindeutet und zusätzliche Informationen zum Thema verlinkt. Der Testlauf hierfür soll zuerst in Indien erfolgen. Später soll der Hinweis auch in anderen Ländern zu finden sein.

Als Prüfer hat YouTube mehrere Organisationen gewonnen, die die zugrundeliegenden Fakten eines fragwürdigen Videos prüfen. Indien wurde offenbar als Testlauf gewählt, um die Gerüchte und Falschmeldungen rund um das Nachbarland Pakistan zu reduzieren. In den USA sind hingegen Impfgegner ein gesellschaftliches Problem. Als Reaktion hat Amazon in diesem Monat Anti-Impf-Dokumentationen von seinem Marktplatz verbannt. YouTube will derartige Videos schwerer auffindbar machen, gleichzeitig lassen sich mit diesen Videos keine Werbeeinnahmen mehr erwirtschaften . Von einer Sperrung derartiger Videos distanziert sich YouTube aber, da sie häufig die Grenzen des Erlaubten ganz knapp nicht überschreiten würden. 

Flug-Taxi: Airbus zeigt City Airbus in Ingolstadt

Airbus Helicopters und Siemens haben den City Airbus bei Ingolstadt offiziell vorgestellt (mit Video). Dabei handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes „Flugtaxi“ – oder besser: um eine Flugdrohne - für vier Passagiere, das in der finalen Version wohl auch zumindest teilweise autonom fliegen soll.

Vier Doppelrotoren (mit insgesamt acht Propellern, jeder mit einem eigenen 100-kW-Elektromotor von Siemens) treiben den 2,2 Tonnen schweren, 8 Meter langen und bis zu 120 km/h schnellen City Airbus an ( allein die 11-kWh-Batterie wiegt laut Welt Online 650 Kilogramm ). Seine Reichweite soll bei rund 50 Kilometern und die Flughöhe bei bis zu 300 Metern liegen. Ein Pilot sitzt nicht im City Airbus, das Gefährt startet senkrecht, fliegt und landet senkrecht und wird dabei von einer Bodenstation überwacht. Das Flugtaxi fliegt also vermutlich überwiegend autonom. Statt vier Passagiere kann der City Airbus auch 350 Kilogramm Nutzlast transportieren.

Airbus will das Flugtaxi bei Ingolstadt testen. Mitte Mai 2019 sollen laut Spiegel Online die Testflüge beginnen. Dabei soll der City Airbus zunächst 150 Meter hoch, maximal 80 Kilometer schnell und 15 Kilometer weit fliegen. Anfangs muss noch ein Pilot in der Drohne sitzen, später soll der City Airbus dann ohne Pilot an Bord fliegen.

Vorerst darf der City Airbus aber nicht über bebautes Gebiet fliegen, die Testflüge finden über einem Testgelände in Manching statt. Dort unterhält Airbus eine große Niederlassung. Um das Jahr 2025 könnte der City Airbus dann im Alltagseinsatz fliegen. Sofern dann die gesetzlichen Rahmenbedingungen existieren und sich der Betrieb für die Unternehmen lohnt.

Flugtaxis sind nicht erst seit der entsprechenden Bemerkung von Staatsministerin Dorothee Bär ein häufiges Thema, wenn davon die Rede ist, wie in der Zukunft Menschen in den Ballungszentren transportiert werden sollen. Typischerweise dürften derartige Flugtaxis in der serienreifen Version also in Großstädten zum Einsatz kommen und nur auf fest vorgegebenen Routen fliegen. Man kann damit nach der derzeitigen Planung also nicht nach Belieben in den Städten herumfliegen. Insofern sind diese Flug-Taxis also eigentlich eher Flug-Busse.

Airbus will bei diesem möglichen Zukunftsmarkt mit seinem City Airbus mitmischen, doch auch andere Unternehmen wie Boeing oder Volocopter sowie Kitty Hawk entwickeln längst ähnliche Lösungen. Volocopter hat seine Flugdrohne längst fliegen lassen. So weit ist Airbus mit seinem City Airbus noch nicht.

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