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Morgenmagazin vom Mittwoch, 13. Mai 2020

13.05.2020 | 07:06 Uhr | Peter Müller

iPad Pro 2020 im Macworld-Test +++ Sofia Coppola verfilmt Romanklassiker für Apple TV+ +++ Apple bereitet Rückkehr der Angestellten in Büros vor +++ Logic Pro X 10.5 mit Live Loops und Quick Sample +++ Apple patentiert nicht-invasive Blutdruckmessung für die Apple Watch +++ Whatsapp ist für alle Bundesbehörden verboten +++ Microsoft: Neue Family Safety App für iOS und Android +++ Schwarzes Loch in unserer Nachbarschaft entdeckt

13. Mai: Münzeinwurf

Macwelt wünscht Guten Morgen! Schon wieder Mittwoch – und es ist kalt, zu kalt für die Jahreszeit. Dennoch heute mal wieder ins Büro aufgemacht, wir haben uns so weit organisiert, dass ausreichend Abstand bleibt und die Sicherheit gewahrt. Sonst geht uns nichts über öffentliche Verkehrsmittel, in dem Jahr aber vielleicht nicht mehr, so lange es die Verkehrsbetriebe nicht schaffen, ausreichend Züge auf die Gleise zu bringen und so manche Pendler das mit der Maske entweder nicht verstehen oder nicht akzeptieren oder sogar beides. Dann also mit dem Auto - die Spritpreise sind derzeit verlockend niedrig, was aus Gesichtspunkten der noch größeren und langfristigeren Krise an sich keine gute Idee ist, aber was will man machen?

Eine Parkgelegenheit finden wir doch tatsächlich in der Nähe des Büros, leider kostenpflichtig. Da heißt es aufpassen: Wenn der Münzeinwurf in den für den Münzeinwurf vorgesehenen Münzeinwurf unterbleibt, begeht man an Parkautomaten eine Ordnungswidrigkeit, die im schlimmsten Fall zum temporären Verlust des Fahrzeugs führen kann. Lange wird es leider nicht mehr dauern, bis keiner mehr den Loriot-Sketch mit der verzweifelnden Politesse - von Evelyn Haman genial dargestellt - versteht, denn auch münzgetriebene Parkuhren werden Opfer der Digitalisierung und von Parkscheinautomaten oder ganz anderen Lösungen aus dem Straßenbild verdrängt.

Die Parkuhr hat auch schon etliche Jahre auf dem Buckel, heute vor 85 Jahren ging beim US-Patentamt die Anmeldung der Erfindung des Coin Controlled Parking Meters ein, das erst gut drei Jahre danach dem Erfinder Carlton Cole Magee gewährt wurde. Dennoch möchten wir heute der Parkuhr ein "Happy Birthday!" entgegen schleudern. Dabei greifen wir selbstverständlich auf den Song von Stevie Wonder zurück und merken erfreut, dass der Soulmusiker das heute auch für sich selbst singen kann, an seinem 70sten.  Und das am 13ten. Hören wir uns danach also gleich noch „Superstition" an …

Lesetipps für den Mittwoch

Pro forma: Mit Testgeräten ist es derzeit ein wenig schwierig, so hat Kollege Leif Johnson von der Macworld auch erst jetzt den Test des iPad Pro fertig stellen können, kurz nachdem er schon die neue Tastatur auf den Prüfstand stellte. Sein Fazit gleicht dem vieler Tester: Das neue iPad Pro ist das beste iPad, das Apple bisher gemacht hat. Ob man dessen volle Leistung aber auch benötigt, sei dahingestellt. Wenn man nicht sehr viel Videoschnitt auf dem iPad erledigen möchten, würde ein iPad Air vollkommen ausreichen - dem fehlt aber die pfiffige Tastatur. Und was das Lidar betrifft: Apple kann bisher noch nicht so recht klar machen, wozu man das braucht. Aber in Sachen AR ist ja die Software entscheidend, gut möglich, dass Apple schon bald das fehlende Puzzlestück liefert.

Klassiker: Oscar-Preisträgerin Sofia Coppola soll für Apple TV+ den Roman "The Custom of a Country" von Edith Wharton als TV-Serie verfilmen, berichtet Variety. Für Coppola wäre das die erste Produktion einer Fernsehserie. Der sozialkritische Roman erzählt die Geschichte der jungen Frau Undine Spragg aus dem Mittleren Westen die versucht, in der New Yorker Gesellschaft ihren Platz zu  finden. Undine Spragg sei ihre liebste Anti-Heldin und sie freue sich darauf, sie auf den Schirm zu bringen, erklärt die Regisseurin. Für Apple TV+ hat sie mit dem Studio A24 bereits den Film "On the Rocks" mit Bill Murray gedreht.

Zurück: Während andere Firmen aus dem Technologiebereich noch bis Ende des Jahres mit Home Office rechnen, bereitet sich Apple auf die allmähliche Rückkehr seiner Mitarbeiter in deren Büros vor, berichtet Bloomberg unter Bezug auf informierte Quellen. In einer ersten Phase sollen diejeigen, die zu Hause nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten arbeiten können, wieder an ihre Arbeitsplätze zurück kehren, die soll im Mai und Juni geschehen, beziehungsweise ist in einigen Regionen bereits angelaufen. Ab Juli sollen mehr Angestellte zurück kehren, Apple will jedoch keine festen Schemata etablieren, sondern sich flexibel der Situation anpassen und gegebenenfalls die Leute wieder zurück ins Home Office schicken. Ab dieser Woche sollen Abteilungsleiter ihre Mitarbeiter darüber informieren, ob sie in der ersten oder der zweiten Welle der Rückkehrer einsortiert sind.

Dunkelheit: Den Dunkelmodus auf iOS gibt es seit dem letzten Herbst, es hat einige Zeit gedauert, bis Entwickler die Option annahmen und ihre Apps auch in einer Version mit schwarzen statt weißen Hintergründen anboten. Selbst Apple hatte noch nicht alle seine Anwendungen von Beginn an für den Dark Mode bereit, in dieser Woche erst kam der Apple Store dazu. Nun ist es aber möglich, auf Shopping-Touren durch Apples virtuelles Kaufhaus auch den Dunkelmodus zu nutzen.

Klage : Apple hat in der zweiten Folge der Amazing Stories "The Heat" auf Apple TV+ einen Song als Soundtrack ohne gültige Lizenzierung genutzt, behauptet ein Kläger vor dem Gericht von Nordkalifornien. Der Produzent Darrell Jackson will weiter die Rechte an dem Song "Side Show" des Interpreten Richie Rich halten, Jackson habe im Jahr 1989 das Album "41Fivin" produziert auf dem "Side Show" enthalten ist. Der Distributor Nakamiche Muzic Publishing habe gegenüber Apple und anderen Lizenznehmer fälschlicher Weise behauptet, die Distributionsrechte an "Side Show" zu halten - aus Sicht Apples war alles sauber, der Song rechtzeitig für die Verwendung in der Neuauflage von Steven Spielbergs legendärer Serie lizenziert. Nakamiche will im Auftrag von Daryl Anderson gehandelt haben, der "41Fivin" mitproduziert hat. Die Klage schließt auch Anderson und Nakamiche wegen falscher Urheberrechtsbehauptungen ein. Apple habe jedoch nach Vorlegen von Beweisen der fehlenden Lizenz "Side Show" weiterhin verwendet. Der Song ist recht prominent in der Folge zu hören, in der es um einen mysteriösen Todesfall und einen Zeitsprung zurück ins Leben geht.

Weitere Nachrichten:

Logic Pro X 10.5 mit Live Loops und Quick Sample

Logic Pro X bekommt ein Update auf die Version 10.5, das Apple als das umfassendste und größte seit der Einführung von Logic Pro X bezeichnet – trotz des Versionssprungs nur hinter dem Punkt. Die letzte Version war 10.4.8.

Doch hat Apple der Software zur Musikproduktion einige funktionale Neuerungen verpasst, die Musiker unterschiedlichster Genres ansprechen. So bekommt nun auch die Profi-Software die Live Loops, die Apple schon seit geraumer Zeit in Garageband angeboten hatte, gewissermaßen der Light-Version von Logic. Mit Live Loops lässt sich Musik auf nichtlineare Weise erstellen, wie Apple erklärt. Dabei wird die Musik in einem für Logic neuartigen Raster organisiert, die spontanen Arrangement-Ideen lassen sich mit Logic Pro X dann weiter verfeinern. Effekte wie Bitcrusher, Filter, Gater und Repeater lassen sich in Echtzeit auf einzelnen Spuren oder im gesamten Song-Mix anwenden: Remix FX. Besonders mit iPhone und iPad als Fernbedienung und Eingabegerät mit der Gratis-App Logic Remote sind Live Loops gut zu nutzen.

Sampler, das EXS24-Plug-in zur Klangerzeugung bekommt eine verbesserte Oberfläche, neu ist der Quick Sampler, mit dem sich Geräusche aller Art zu mit MIDI-Instrumenten spielbaren Sounds machen lassen, etwa aus dem Finder oder Sprachmemos importiert oder direkt mit den internen Mikrofonen des Mac aufgenommen – vor allem das Macbook Pro 16 Zoll hat hochwertige Hardware an Bord.

Zur flüssigen Erstellung von Beats besonders für Hip-Hop bringt Logic eine Reihe neuer Werkzeuge, wie etwa den Step Sequencer oder Drum Synth mit zahlreichen Sunds von Kick- und Snaredrums. Den Drum Machine Designer hat Apple zu diesem Zweck angepasst.

Zudem will Apple die Leistungsfähigkeit der Software mit Optimierungen für die eigene Hardware und das Betriebssystem macOS angepasst haben, "tausende von Spuren" in Projekten sollen etwa auf dem Mac Pro möglich sein.

Logic Pro X 10.5 kostet 230 Euro im Mac App Store , für Bestandskunden der Software ist das Update kostenlos. Logic Remote liegt in Version 1.4 vor.

Apple patentiert nicht-invasive Blutdruckmessung für die Apple Watch

Apple hat heute ein Patent zugesprochen bekommen, dass eine nicht-invasive Blutdruckmessung beschreibt. Die Erfindung von drei Apple-Ingenieuren setzt auf die richtig geniale Idee, eine Methode aus der Augenheilkunde anzuwenden. Für die Druckmessung im Augenapfel wird seit Jahren die sogenannte Applanatiostonometrie verwendet. Dabei wird gemessen, wie viel Kraft ein spezielles Gerät benötigt, um die Hornhaut abzuplatten. Der Druck ist der Bruch der angewendeten Kraft durch den Durchmesser der Fläche, die durch diese Kraft verformt ist. So ähnlich soll die Apple Watch wie im Patent beschrieben verfahren. Als eine passende Stelle für solche Druckmessung wird am Handgelenk die Speichenarterie ausgesucht: Diese liegt an der Vorderseite des Unterarms und im Bereich des Handgelenkes ziemlich nah an der Oberfläche.

Ein neues Armband soll auf der Unterseite aus einer dünnen Schicht bestehen, auf der die kapazitiven Sensoren kreuzweise in zwei Schichten eingerichtet sind. Diese Schicht mit Sensoren wird durch eine Einrichtung im Armband in die Haut des Nutzers gedrückt. Durch den Druck berühren sich die oberen und die unteren Sensoren just an der Stelle, wo sie sich kreuzen, so entsteht ein elektrisches Signal, das an die Uhr weitergeleitet und dort ausgewertet wird. Apple verspricht sich so die Pulsschläge auszufiltern und zumindest den medianen Blutdruck genau zu messen. Der Druck im Armband kann laut Apple auf unterschiedliche Weise erzeugt werden: Durch eine Luftpumpe oder direkt durch einen kleinen Motor, hier ist wohl eine Abwandlung der Taptic Engine gemeint, ersetzt doch die Vorrichtung im iPhone den physischen Knopf und simuliert dessen Verhalten auf einer unbeweglichen Glasfläche.

Was bei diesem Patent auffällt, dass Apple offenbar ausdrücklich auf einen Armband als dezidiertes Gerät für die Blutdruckmessung setzt. Es ist gut vorstellbar, dass Apple die Technologie getrennt von der neuen Apple Watch genehmigen kann und womöglich als Fitnesszubehör für ältere Modelle verkaufen kann. Wie immer bei den Patenten ist jedoch Vorsicht geboten: Eine patentierte Technologie bedeutet noch nicht, dass sie es jemals in die Produktion schafft, geschweige denn auf die Regale in einem Apple Store.

Whatsapp ist für alle Bundesbehörden verboten

Infolge der Coronakrise sind auch viele Mitarbeiter von Behörden in das Home Office ausgewichen. Doch das darf nicht dazu führen, dass deshalb der für die behördliche Kommunikation erforderliche Datenschutz vernachlässigt wird. Insbesondere die Verwendung des Messengers Whatsapp ist in Bundesbehörden ausdrücklich untersagt. Das hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) in einem Schreiben an alle Bundesministerien und oberste Bundesbehörden ausdrücklich festgestellt. Das gilt sowohl für die Kommunikation innerhalb der Behörde als auch für die Kommunikation zwischen Behörde und Bürgern.

Der Bundesbeauftragte erklärt in dem uns vorliegenden Schreiben: „Aus gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass der Einsatz von Whatsapp für eine Bundesbehörde ausgeschlossen ist. Das gilt für sämtliche Formen und Adressaten der Kommunikation.“ Und weiter: „Allein durch die Versendung von Nachrichten werden jedes Mal Metadaten an Whatsapp zugeliefert. Es ist davon auszugehen, dass diese dann unmittelbar an Facebook weitergegeben werden. Allein aus der Tatsache, dass zum Beispiel ein Bürger mit einer Bundesbehörde kommuniziert hat, sowie der Häufigkeit der Nachrichten lassen sich Rückschlüsse ziehen. Diese tragen – wenn auch nur als kleiner ‚Mosaikstein‘ – zur verstärkten Profilbildung bei Facebook bei.“

Offensichtlich war dieses Verbot nicht allen Mitarbeitern der Bundesbehörden klar gewesen, denn in dem Schreiben, das vom 14. April 2020 datiert, steht wie oben zitiert die Formulierung „aus gegebenem Anlass“.

Der obersten Datenschützer Deutschlands kann sich in seinem Rundschreiben einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, wenn er schreibt: "Ich sehe das Bedürfnis der Bundesregierung, zeitnah und unmittelbar mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren und diese jenseits von Kettenbriefen und Falschmeldungen in sozialen Netzwerken verlässlich zu informieren. Wenn hierzu aber auf Whatsapp zurückgegriffen wird, zeigt dies in erster Linie, dass bislang versäumt wurde einen datenschutzfreundlichen Dienst zu etablieren".

Anfang März 2020 hatte bereits die EU-Kommission ihren Mitarbeitern empfohlen auf Whatsapp zu verzichten und stattdessen Signal zu verwenden.

Microsoft: Neue Family Safety App für iOS und Android

Nach der Ankündigung Ende März hat Microsoft heute ein Preview-Programm für seine neue App Microsoft Family Safety gestartet. Dabei kann die Software von ausgewählten Nutzern auf iOS- und Android-Geräten getestet werden. Interessierte können sich über ein Formular anmelden und bekommen dann mit ein wenig Glück einen Zugang von Microsoft.

Microsoft Family Safety soll helfen, die App-Nutzung und Nutzungsdauer von Kindern zu organisieren. Eltern können sich über die App beispielsweise benachrichtigen lassen, wie viel Zeit ihre Kinder mit dem Smartphone, dem PC oder der Spielkonsole verbringen. Die Standort-Übermittlung kann ebenfalls aktiviert werden. Die App stellt das Nutzungsverhalten auf den unterschiedlichen Plattformen in einer übersichtlichen Grafik dar. Erlauben Eltern ihrem Kinde beispielsweise täglich 60 Minuten Minecraft, kann sich der Nachwuchs dieses Zeitlimit auf Smartphone, PC und Konsole aufteilen. Ist die Zeit aufgebraucht, können Tochter oder Sohn ihre Eltern um eine Zugabe bitten.

Microsoft sucht für die aktuelle Testphase von Family Safety nach Familien mit Kindern. Wann die finale Version der App für iOS und Android verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt.

Schwarzes Loch in unserer Nachbarschaft entdeckt

Schwarze Löcher sind aufgrund ihrer Eigenschaft, Licht in ihrer Umgebung zu verschlingen, nur schwer im Universum auszumachen. Nun haben Forscher zufällig ein schwarzes Loch entdeckt , welches sich mit 1000 Lichtjahren Entfernung sehr nah in unserer Umgebung befindet. Dies führt dazu, dass die Begleitsterne des Systems HR 6819 sogar mit bloßem Auge sichtbar sind. Gefunden wurde das schwarze Loch durch eine Gruppe von Astronomen, die am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile nach Doppelsternsysteme fahndeten. Einer der beiden  von der Erde aus sichtbaren Sterne des Systems umkreist demnach alle 40 Tage ein unsichtbares Objekt. Dabei handelt es sich um das schwarze Loch, welches mindestens viermal so groß sein muss wie unsere Sonne.

In den vergangenen Jahren haben Astronomen in unserer Galaxie nur wenige schwarze Löcher entdeckt. Nun drängt sich vielen Forschern der Verdacht auf, dass es deutlich mehr schwarze Löcher in unserer Umgebung geben könnte. Das neu entdeckte schwarze Loch könne demnach nur „die Spitze eines aufregenden Eisbergs“ sein. Im System LB-1 könnte sich ebenfalls ein schwarzes Loch verstecken, für dessen Nachweis seien aber noch weitere Untersuchungen nötig. Schwarze Löcher können Astronomen Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung von Sternen geben. Viele enden nach einer Supernova-Explosion als schwarzes Loch.

Größte Explosion im Weltall mit riesiger Röntgen- & Radiostrahlung

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