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Morgenmagazin vom Mittwoch, 14. Mai 2014

14.05.2014 | 07:31 Uhr |

Was heute wichtig wird: 14. Mai 2014 +++ Update für Logic Pro X +++ Samsung will Gear Glass zur IFA bringen +++ Fotos in Ölgemälde verwandeln mit Akvis Oilpaint 3.0 +++ Applied Materials sieht Kobalt als Schlüssel zu künftigen Chips +++ Bringt iOS 8 Split-Screen auf Apples iPad? +++ Office für iPad: Über 27 Millionen Downloads in 46 Tagen +++ Urteil: Rundfunkbeitrag mit Verfassung vereinbar +++ Test: Bildschirm-Fotos und -Videos erstellen mit Voila 3.7.1

Was heute wichtig wird: 14. Mai 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Die Zeitungen und Websites, die sich zumindest am Rande mit Technik beschäftigen, widmend sich heute einem prominenten Geburtstagskind, das in jungen Jahren bereits ein Milliardenvermögen erwarb. Wir widmen uns heute einem beinahe prominenten Geburtstagskind, das aber noch nicht einmal sein Teenager-Alter erreicht hat - und auch sonst nicht viel. Die Rede ist von Apples erstem und einzigen 19-Zoll-Rack-Server Xserve, den Apple heute von 12 Jahren in der Version mit G4-Prozessor auslieferte. Wie so vieles von Apple war der Xserve elegant einfach: in dem nur eine Höheneinheit hohen schlanken Gehäuse ließen sich bis zu vier Festplatten einstecken und im laufenden Betrieb wechseln - der Xserve G5 musste jedoch einen Festplatteneinschub für die Lüftung in Anspruch nehmen. Mit Mac-OS X Server ausgeliefert, war der Xserve der leistungsfähigste Mac seiner Zeit und eigentlich zu schade, um in Rechenzentren zu versauern. Es soll ambitionierte Heimanwender gegeben haben, die sich extra für den Xserve einen Serverschrank für das Wohnzimmer angeschafft haben. Weit sinnvoller war jedoch der Xserve in Clustern aufgehoben, wie die Universität von Virginia schon mit herkömmlichen Power Mac G4 einen betrieben hatte. Die Xserve-Variante war lange Zeit in den Top Ten der Supercomputer der Welt zu finden, nicht weniger als 1.100 Xserve G5 in der speziellen Node-Version mit nur einer Festplatte und ohne die überflüssige Grafikkarte taten darin ihren Dienst. Im Jahr 2006 kam natürlich eine Xserve-Fassung mit Intel-Chips, um den Server wurde es dann aber ruhig. Im Jahr 2011 kam dann das Aus für den Rechner, anscheinend war ihm kein kommerzieller Erfolg beschieden. Apple hat aber weiterhin noch seine Netzwerkstoragesoftware Xsan im Angebot, empfiehlt aber Server anderer Hersteller für das Rechenzentrum. Auch die eigenen Rechenzentren hat Apple niemals mit Macs betrieben.

Mit einigen im Mac App Store erhältlichen Komponenten lässt sich OS X zwar zu einem Serverbetriebssystem aufrüsten und der Mac Pro könnte sich als Hochleistungsrechner im Rechenzentrum durchaus auch sehen lassen, mit dem zylindrischen Formfaktor zeigt Apple aber, das es an solch einer Verwendung nicht interessiert ist. Der Traum vom Mac als Server lebt am 12. Geburtstag des Xserve aber weiter fort, der Rechner war gerade erst angekündigt, da hatte ein erster Anbieter schon eine Lösung dafür parat. Wie in einem Weinregal sollen im Mac Pro POD von Macstadium bis zu 270 Mac-Pro-Zylinder zum Liegen kommen, warme Luft wird zur Seite hinausgeblasen. Das Rack ist zwar nach wie vor nur ein Konzept und kein im Handel erhältliches Produkt. Und ehrlich gesagt: Wie lange wäre wohl die Wartezeit, bis Apple 270 Mac Pro ausliefern kann? Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Teardown der Ladegeräte: Warum Fälschungen brandgefährlich sind ( Righto.com )

Urteil: Gericht zwingt Google zum Vergessen ( Süddeutsche.de )

Apple beliebtester Angeklagter in Patentprozessen ( Bloomberg )

38 neue Patente für Apple ( Patently Apple )

Weitere Nachrichten:

Update für Logic Pro X

Apple hat seiner Musikproduktionssoftware Logic Pro X ein wichtiges Wartungsupdate verpasst. Logic Pro X kommt laut Hersteller mit 300 neuen Funktionen und Verbesserungen an der Oberfläche. Wesentlich ist jedoch die Unterstützung des Topmodells der Mac Pro: Logic Pro X kann nun auf alle 12 Rechenkerne zugreifen und bis zu 24 parallele Threads bearbeiten. Apple verspricht sich damit Leistungsverbesserungen bei dynamischen Prozessen, die zusätzliche Leistung soll auch Plug-ins und anderen Prozessor intensiven Aufgaben zu Gute kommen. Apple nennt zudem allgemeine Fehlerbehebungen als Bestandteil des Updates.

Samsung will Gear Glass zur IFA bringen

Samsung will noch in diesem Jahr sein Angebot an Wearables erweitern und zur IFA im September die Datenbrille GEar Glass vorstellen, berichtet Business Korea . Im Gegensatz zum Vorbild Google Glass werde die Lösung von Samsung jedoch nur auf das rechte Brillenglas Bilder projizieren und Töne über einen Ohrstöpsel an das rechte Ohr geben, geht aus einer Mock-Up-Zeichnung hervor. Als Betriebssystem komme wie in Samsungs Datenuhren der Galaxy-Gear-Reihe das Open-Soure-System Tizen zum Einsatz. Samsung wollte die Berichte nicht kommentieren.

Für Ende des Jahres ist der kommerzielle Start der seit längerem erprobten Datenbrille Google Glass vorgesehen, die mit einigen neuen Funktionen aufwarten soll, etwa einem Musik-Player oder drahtloser Verbindung zum Smartphone. Apples CEO Tim Cook hat Datenbrillen bisher als wenig attraktiv für sein Unternehmen bezeichnet, Apple arbeitet anscheinend an anderen Lösungen für direkt am Körper tragbare Mini-Computer, etwa der iWatch.

Fotos in Ölgemälde verwandeln mit Akvis Oilpaint 3.0

Oilpaint 3 stellt eine Reihe von Voreinstellungen bereit, welche die Bedienung erleichtern sollen. Kunstwerke lassen sich personalisieren, indem man eine Künstlersignatur, einen Bildtitel, einen Glückwunsch oder eine andere Aufschrift hinzufügt. Damit der Maleffekt besonders realistisch wird, kann man im Programm eine Leinwand-Textur einfügen. Die Stapelverarbeitung ermöglicht es, eine Reihe von Bildern mit gleichen Einstellungen automatisch zu konvertieren.

Neu in Oilpaint 3.0 ist unter anderem ein Effektparameter - Zusatzstriche. Bei hohen Parameterwerten wird das Bild damit detaillierter und glatter, verspricht der Anbieter. Bei niedrigen Werten werden breite und grobe Pinselstriche erstellt.

Neu ist auch die Flachpinsel-Option des Ölpinsel-Werkzeugs. Dieses Kontrollkästchen kann die Kantenform der Pinselstriche ändern. Das ebenfalls neue 3D-Pinsel-Werkzeug erlaubt es, einem Bild mehr Volumen und Relief zu verleihen. Es malt demnach reliefartige, plastische Pinselstriche ohne Farbänderung. Die Nachbearbeitungswerkzeuge stehen nur für die Lizenzen Deluxe/Business zur Verfügung. Außerdem hat der Entwickler Unterstützung von RAW-Bildern für neuere Kameras in der Standalone-Version hinzugefügt.

Die Software ist für Windows- und Mac-Anwender als eigenständiges Programm sowie als Plug-in für Adobe Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme verfügbar. Oilpoint 3.0 läuft unter Windows XP/Vista/Win7/Win 8 sowie unter Mac OS X 10.4-10.9 (jeweils in der 32- und 64-Bit Version). Die Preisebeginnen bei 39 Euro für die Home-Version . Eine kostenlose Demoversion ist verfügbar. Das Update gibt es für Lizenzinhaber kostenlos.

Applied Materials sieht Kobalt als Schlüssel zu künftigen Chips

Endura Volta CVD Cobalt Teaser
Vergrößern Endura Volta CVD Cobalt Teaser
© Applied Materials

Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley will künftig Kobalt einsetzen , um die mikroskopischen Kupferdrähtchen voneinander abzuschirmen, welche die immer winzigeren Transistoren auf Chips für Computer und andere Elektronik miteinander verbinden. Zuletzt wurde dafür vor allem Tantal verwendet.

Applied Materials Endura Volta CVD Cobalt, Deckel geschlossen
Vergrößern Applied Materials Endura Volta CVD Cobalt, Deckel geschlossen
© Applied Materials

Das sei der "erste nennenswerte Durchbruch bei der Verbindungstechnik seit 15 Jahren", zitiert das "Wall Street Journal" den Applied-Materials-Manager Sundar Ramamurthy. Die Verkabelung auf den Chips werde durch die fortschreitende Miniaturisierung immer länger und komplexer - die Kupferfäden der Chips auf einem typischen 12-Zoll-Wafer könnten zusammen gut und gern 100 Kilometer lang sein.

Schirme man die Drähtchen mit Kobalt an Stelle von Tantal ab, würden die resultierenden Chips bis zu 80 Mal elektrisch zuverlässiger, sagt Applied. Ein weiterer Vorteil: Kobalt ist im Gegensatz zu Tantal kein sogenannter Konfliktrohstoff .

Applied Materials Endura Volta CVD Cobalt, Deckel geschlossen
Vergrößern Applied Materials Endura Volta CVD Cobalt, Deckel geschlossen
© Applied Materials

Applied Materials hat eine Erweiterung seiner Produktlinie "Endura Volta" angekündigt, mit der Kunden Kobalt vermittels Chemical Vapor Deposition (CVD) auf ihre Halbleiter aufbringen können. 75 solche CVD-Kammern stehen laut Ramamurthy bereits zu Testzwecken bei Kunden. In größeren Stückzahlen dürften sie aber erst kommen, wenn die Chiphersteller ihre Produktion auf noch kleinere Fertigungsprozesse umstellen. Moore’s Law darf also offenbar noch ein Weilchen weitergelten…

Bringt iOS 8 Split-Screen auf Apples iPad?

Bringt iOS 8 Split-Screen auf Apples iPad? (c) apple.com
Vergrößern Bringt iOS 8 Split-Screen auf Apples iPad? (c) apple.com
© apple.com

Apples iPad kann durchaus auch für kleinere Büroarbeiten eingespannt werden. In einem Punkt unterscheidet sich das Tablet jedoch von der Konkurrenz: Echtes Multitasking ist nicht möglich, vielmehr müssen Anwender mühsam zwischen zwei Anwendungen wechseln.

Dies könnte sich in iOS 8 möglicherweise ändern. Anonyme Quellen wollen erfahren haben, dass Apple in das neue Betriebssystem einen Split-Screen-Modus einbauen möchte, mit dem sich zwei Anwendungen auf dem iPad gleichzeitig auf dem Bildschirm anzeigen lassen.

Sollte Apple diese Funktion tatsächlich nachreichen, so bliebe Konkurrent Microsoft ein wichtiges Kaufargument für sein Tablet Surface weniger. Auf Geräten mit Windows 8 lassen sich zwei Apps an die Bildschirmecken schieben, somit hat der Anwender beide Programme gleichzeitig im Blick.

Das richtige Betriebssystem für's Tablet

Darüber hinaus möchte Apple auch die Verzahnung der Apps verbessern. Demnach sollen sich Inhalte mit einer Wischbewegung von einer Anwendung in eine andere übertragen lassen. Interessierte können Multitasking über einen Jailbreak mit dem Tweak OS Experience auf dem iPad ausprobieren.

Office für iPad: Über 27 Millionen Downloads in 46 Tagen

Microsoft kann äußerst zufrieden mit dem Start seiner Office-Apps für das iPad sein. In den ersten knapp zwei Monaten wurden die Office-Apps über 27 Millionen Male vom iOS App Store heruntergeladen. Diese Zahl verriet nun Julia White, Microsofts General Manager für Office bei der Eröffnung der TechEd-Konferenz in Huston (Texas, USA).

Microsoft hatte im März nach langer Wartezeit seine Office-Apps für das iPad veröffentlicht. Seit dem sind die drei Office-Apps Microsoft Excel für iPad , Microsoft Word für iPad und Microsoft Powerpoint für iPad erhältlich. Ende April folgten neue Versionen der Apps mit Verbesserungen und neuen Funktionen.

Mit den Gratis-Versionen der Office-Apps für iPad lassen sich existierende Dokumente öffnen und betrachten. Zum Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen ist ein Office-365-Abo erforderlich. Günstigste Variante für ein solches Abo ist das seit einigen Tagen verfügbare Office 365 Personal . Das für Einzelanwender gedachte Abo kostet 7 Euro im Monat beziehungsweise 69,99 Euro im Jahr. Anwender erhalten eine Lizenz für alle Office-Anwendungen und können diese auf einem Rechner (in Form von Office 2013) plus einem Tablet nutzen.

Urteil: Rundfunkbeitrag mit Verfassung vereinbar

Der Koblenzer Verfassungsgerichtshof hat am Dienstag seine Entscheidung zu einer Verfassungsbeschwerde eines Unternehmens gegen den Rundfunkbeitrag verkündet. In dem 65-seitigen Urteil (VGH B 32/12) kommen die Richter zum Ergebnis, dass der Rundfunkbeitrag mit der in Rheinland-Pfalz geltenden Verfassung konform ist und weisen die Verfassungsbeschwerde daher ab.

Ein Unternehmen hatte geklagt, weil es Rundfunkbeiträge selbst für Baufahrzeuge zahlen soll, in denen sich überhaupt keine Radios befinden. "Die Verfassungsbeschwerde ist unbegründet", heißt es in dem Urteil. Der zulässige Beitragsgrund sei bereits die Möglichkeit des Rundfunkempfangs und zur Rundfunkfinanzierung können auch Beiträge im nicht privaten Bereich erhoben werden.

In dieser Woche wird auch ein ähnlicher Fall vor dem Münchner Verfassungsgerichtshof verhandelt. Hier klagt eine große Drogeriekette, die den Rundfunkbeitrag für unverhältnismäßig hält.

Test: Bildschirm-Fotos und -Videos erstellen mit Voila 3.7.1

Bildschirmvideos für Lehrvideos kann man mit dem Quicktime Player erstellen, für Bildschirmfotos ist mit „Bildschirmfoto“ ein eigenes Tool vorinstalliert. Voila bietet aber deutlich mehr: Bei der Erstellung eines Bildschirmfotos kann man neben dem kompletten Bildschirm und einzelnen Fenstern per Freihand-Tool, Kreis- oder Rechteckwerkzeug einen Bildschirmbereich auswählen und gezielt Menüs abfotografieren. Ein Spezialtool kann komplette Webseiten aufnehmen, die erstellten Fotos verwaltet das Programm in einer

übersichtlichen Minivorschau-Übersicht. Intelligente Sammlungen helfen bei der Sortierung, auf Wunsch landet das Bildschirmfoto in der Zwischenablage. Der Export ist per FTP, Flickr, Tumblr, Youtube, Evernote und Dropbox möglich. Neben den Verwaltungsfunktionen sind die umfangreichen Bearbeitungsfunktionen eine Stärke von Voila. Dafür steht eine ansehnliche Anzahl an Bildbearbeitungsfunktionen zur Verfügung, etwa für das Ergänzen von Text, Formen und Filtern. Es gibt sogar einen 3D-Effekt für das Neigen des Bildes, die Qualität ist allerdings mittelmäßig. Verzichten muss man außerdem auf zeitgesteuerte Aufnahmen. Recht brauchbar ist die Bildschirmvideo-Funktion, das Tool kann zusätzlich zum Bildschirm die Mikrofonspur und den Systemton aufnehmen. Als Format sind JPEG und H264 wählbar. Mit der Bildqualität der teuren Konkurrenten Camtasia und Screenflow kann das Programm jedoch nicht mithalten und das Schneiden der Videos ist ebenfalls nicht möglich.

Empfehlung Voila

Voila bietet einen guten Funktionsumfang, bei der Erstellung von Bildschirmvideos kann es aber nicht mit Camtasia und Screenflow mithalten. Gut sind die Funktionen für Aufnahme und Verwaltung der Bildschirmfotos, die Effekte sind allerdings nur mittelmäßig.

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