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Morgenmagazin vom Mittwoch, 15. Januar 2014

15.01.2014 | 07:24 Uhr |

Berufungsgericht entscheidet gegen Netzneutralität +++ Analyst: 2014 ziehen Apple-Geräte mit Windows-PCs gleich +++ Foxconn liefert über eine Million iPhone 5S an China Mobile +++ Aaron Sorkin: Script für neuen Steve Jobs-Film fertig +++ Google führt Zweiklassengesellschaft für neuen Gmail-Dienst ein +++ Winamp hat einen neuen Besitzer +++ Twitter-Web-App bekommt neues Design +++ Google-Glass-App warnt müde Autofahrer +++ Motorola Moto X ab 1. Februar in Deutschland erhältlich

Berufungsgericht entscheidet gegen Netzneutralität

Befürworter der Netzneutralität, in der jedes Datenpaket gleich behandelt werden muss, egal, von wem es stammt, haben in den USA einen schweren Rückschlag erhalten. Ein Berufungsgericht in Washington hat die diesbezüglichen Regeln der Behörde FCC (Federal Communications Commission) in weiten Teilen für ungültig erklärt. Die Behörde habe schlicht nicht die Autorität, Internet Service Providern vorzuschreiben, als bloße Übertragungsmedien zu dienen und alle Datenpaket blind durchzuleiten. ISP seien keine "öffentlichen Carrier" wie Telefonanbieter, entschied das Gericht.

Das Urteil könnte bedeutende Auswirkungen auf den Traffic im Netz haben, Anbieter wie Disney. ESPN oder Netflix könnten die Carrier dafür bezahlen, ihre Daten bevorzugt zu behandeln und schneller an den Kunden weiter zu leiten als die Daten der Konkurrenz. Enttäuscht vom Urteil zeigt sich der CEO der Verbraucherschutzorganisation Free Pass, Craig Aaron. ISPs könnten Kunden nun beliebig gegen deren Willen diskriminieren. Von der Open Internet Order der FCC bleibt nach dem Urteil nur wenig übrig, die Provider müssen lediglich offen legen, welche Daten sie bevorzugt behandeln und welche nicht.

Analyst: 2014 ziehen Apple-Geräte mit Windows-PCs gleich

In den letzten zwanzig Jahren sah sich Apple meist einer Übermacht von Windows-Rechnern auf dem PC-Markt gegenüber, die Zeiten haben sich nun endgültig geändert, erklärt der Analyst Horace Dediu von Asymco. Zählt man alle Apple-Geräte zusammen, wurden im Jahr 2013 nur noch 1,18 Millionen Windows-PCs mehr verkauft, in diesem Jahr werde Apple gleichziehen und de Konkurrenz überholen. Der Vergleich hinkt ein wenig: Auf Seiten Apples schlägt Dediu iPads und iPhones hinzu, ignoriert aber Windows-Tablets und -Smartphones. Deren Verkaufserfolg ist jedoch bisher eher marginal. Wie in der eindrucksvollen Analyse Dedius zu erkennen ist, hat der Umschwung bereits Jahre vor Vorstellung des iPhones begonnen. Den Peak hatten Windows-PCs im Jahr 2004 erreicht, als sie mehr als 50 mal so oft verkauft wurden wie Macs. In diesem Jahr setzte jedoch der Halo-Effekt des iPods ein und nahm die Verschiebung hin zu mobilen Geräten deutlich Fahrt auf. Schon 2007 war der PC-Faktor auf 38 gesunken und nähert sich nun der 1 an.

Foxconn liefert über eine Million iPhone 5S an China Mobile

Seit 25. Dezember nimmt China Mobile Bestellungen entgegen, ab diesem Freitag wird der größte Provider des Landes Apples Smartphones an Kunde ausliefern. Die Nachfrage insbesondere nach dem iPhone 5S scheint schon zu Beginn der Kooperation recht hoch zu sein, berichtet der Blog des Wall Street Journals unter Berufung auf Quellen beim Zulieferer Foxconn: Mehr als eine Million iPhone 5S habe Apples Vertragsfertiger bereits an den Provider geliefert. Man habe jedoch keinen tieferen Einblick, in welchen Umfängen China Mobile in den nächsten Monaten iPhones bekommen werde. Analysten rechnen damit, dass Apple über China Mobile in diesem Jahr zehn bis 30 Millionen zusätzliche iPhones verkaufen werde. Die Zahl von einer Million iPhones im Monat hält Gartner-Analystin Sandy Shen für "signifikant", bisher verkaufe Apple in China zwei Millionen iPhones im Monatsdurchschnitt über die Carrier China Unicorn und China Telecom.  China Mobile hat rund 760 Millionen Kunden.

Aaron Sorkin: Script für neuen Steve Jobs-Film fertig

Der neue Versuch , das Leben von Steve Jobs auf die Leinwand zu bringen, basiert auf dem Buch ”Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers” von Walter Isaacson. Sorkin sagte, dass Steve Jobs ein extrem komplizierter Mensch gewesen sei und sein Entwurf für den Film eher einem Gemälde als einem Foto ähneln sollte. Der Vertrag für das Drehbuch wurde von dem Autor bereits 2012 unterschrieben. Auch Mitbegründer Steve Wozniak soll als eine Art Mentor für den Film mitwirken.
Sorkin will laut dem Bericht den filmischen Schwerpunkt auf drei Kernprodukte des Apple-Mitbegründers legen: den originalen Macintosh, den Next-Computer sowie den iPod. Offenbar sollen dabei besonders die charismatischen Auftritte von Steve Jobs während der Vorstellung der Produkte bei seinen legendären Keynotes eine wichtige Rolle spielen. Fans von Apple-Produkten und der Geschichte von Steve Jobs werden besonders kritisch den Vergleich zum unter Experten und Kennern als misslungen geltenden ersten Biopic über Steve Jobs nach dessen Tod ”Jobs” mit Ashton Kutscher in der Hauptrolle (2013) ziehen.
 

Google führt Zweiklassengesellschaft für neuen Gmail-Dienst ein

Google führt Zweiklassengesellschaft für neuen Gmail-Dienst ein (c) Google
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© Google

In dieser Woche führte Google eine neue Funktion für all diejenigen Nutzer ein, die auf Google+ registriert sind und ein Gmail-Konto haben. Die automatische Voreinstellung erlaubt es dabei jedem Google+-Mitglied, Ihnen eine Email über Gmail zu schreiben, obwohl er gar nicht im Besitz ihrer Mail-Adresse ist.

Die entsprechende Option findet sich in den Gmail-Einstellungen unter „E-Mail über Google+“ und „Allgemein“. Auf die Frage "Wer darf mir über mein Google+ Profil E-Mails senden?" ist dort seit Einführung des Features standardmäßig "Jeder auf Google+" voreingestellt. Wer von Fremden keine Mails bekommen möchte, muss die Funktion händisch auf "Erweiterte Kreise", "Kreise" oder "Niemand" eingrenzen. Diese Vorgehensweise gilt zumindest für „normale“ Google+-Nutzer.

Die 17 besten Gmail-Addons

Wie nun bekannt wurde, hat Google für die neue Mail-Option anscheinend eine Zweiklassengesellschaft eingeführt. Denn bei so genannten High-Profile-Google+-Mitgliedern, also Personen des Öffentlichen Lebens oder Nutzer mit besonders vielen Google+-Freunden, sehen die Voreinstellungen anders aus. Anstatt von jedem Google+-Mitglied kann dieser spezielle Nutzerkreis nur von Personen per Gmail kontaktiert werden, die vorher händisch in Kreise einsortiert wurden. Bei Datenschützern und Nutzern stößt diese Trennung auf Kritik, da Google damit augenscheinlich nur die Privatsphäre von bestimmten Nutzern respektiert.

Winamp hat einen neuen Besitzer

Winamp hat einen neuen Besitzer (c) IDG/IDG
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AOL hat für Winamp und Shoutcast einen Käufer gefunden. Das belgische Unternehmen Radionomy , Anbieter einer Radioplattform, übernimmt den Mediaplayer Winamp und die Internet-Streaming-Plattform Shoutcast, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilen . Ein Geheimnis machen die beiden Parteien darüber, wie viel Radionomy an AOL zahlt.

Der Ankündigung zufolge soll Winamp weiterentwickelt werden und für alle Plattformen inklusive Desktop, Mobile, Autosystemen und vernetzten Geräten angeboten werden. Winamp-Nutzer erhalten außerdem den vollen Zugriff auf alle von Radionomy angebotenen Internet-Radiostationen.

Twitter-Web-App bekommt neues Design

Twitter-Web-App bekommt neues Design (c) twitter.com
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© twitter.com

Der Mikroblogging-Dienst Twitter führt derzeit ein Update durch, welches das Aussehen der Webseite an den Look der Apps für Android und iOS anpassen soll. Das Redesign steht jedoch derzeit noch nicht für alle Anwender zur Verfügung, soll jedoch in Kürze weltweit angeboten werden.

Nach dem Update lässt sich das Twitter-Profil noch weiter personalisieren. So können auch die Akzentfarben der Oberfläche an die eigenen Wünsche angepasst werden. Die Navigationsleiste hat darüber hinaus neue Farben spendiert bekommen und lehnt sich somit an das Aussehen der mobilen Twitter-Apps an.

Icons wurden ebenfalls überarbeitet. Auf dem Startbildschirm warten das Profilbild und der Hintergrund in Zukunft auf der linken oberen Seite, darüber wird die Anzahl der Tweets angezeigt.

Aktienkurs: Twitter-Aktie legt starken Börsenstart hin

Neue Funktionen hat Twitter seiner Webseite leider nicht spendiert. Das optische Update ist aktuell noch auf wenige Anwender beschränkt, um die Funktion vor der weltweiten Auslieferung überprüfen und gegebenenfalls anpassen zu können.

Google-Glass-App warnt müde Autofahrer

Google-Glass-App warnt müde Autofahrer (c) IDG/IDG
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Mit DriveSafe ist eine App für Google Glass erschienen, die das Autofahren sicherer machen soll. Der Google-Glass-Träger kann die App mit dem Sprachbefehl "OK Glass, keep me awake" ("OK Glass, halt mich wach") aktivieren. Anschließend kommen zwei Sensoren zum Einsatz, um den Wachzustand des Trägers zu überwachen.

Mittels des Infrarot-Sensors der Brille wird überprüft, ob und wie die Augen blinzeln. Der Neigungssensor ermittelt die Neigung des Kopfes. Anhand dieser Daten versucht die App zu bestimmen, ob der Anwender einzuschlafen droht. Ist das der Fall, dann weist die App den Anwender per Ton und Einblendung darauf hin. Mit einem Doppelklick an das Gestell der Brille kann sich dann der Anwender von der Google-Glass-App zur nächsten Parkmöglichkeit navigieren lassen.

Die App-Entwickler von DriveSafe weisen auf ihrer Website ausdrücklich darauf hin, dass sich DriveSafe noch in der Beta-Phase befindet und die App nicht garantiert davor schütze, am Steuer einzuschlafen.

Aber auch ein weiterer wichtiger Grund spricht gegen die Nutzung von DriveSafe. Es ist weiterhin unklar, ob das Tragen der Brille beim Autofahren legal ist. Eine Frau in Kalifornien hatte Ende 2013 einen Strafzettel erhalten, weil sie Google Glass beim Autofahren trug.

Wer oft lange Meetings oder Vorlesungen über sich ergehen lassen muss, der könnte DriveSave vielleicht ebenfalls nützlich finden.

Motorola Moto X ab 1. Februar in Deutschland erhältlich

Motorola Moto X ab 1. Februar in Deutschland erhältlich (c) Motorola
Vergrößern Motorola Moto X ab 1. Februar in Deutschland erhältlich (c) Motorola
© Motorola

Das zu Google gehörende Unternehmen Motorola hat die Veröffentlichung seines Smartphone-Flaggschiffs Moto X in Deutschland angekündigt. Das bereits seit einigen Monaten in den USA erhältliche Android-Smartphone wird hierzulande ab dem 1. Februar für 399 Euro (UVP) in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich sein. Zu den Besonderheiten des Moto X gehört die Möglichkeit, es komplett per Stimme zu bedienen, wie Motorola auch im folgenden Video demonstriert.

Zur Ausstattung des Moto X gehören ein 4,7 Zoll großes AMOLED-Display mit HD-Auflösung (720p), eine 10 Megapixel-Kamera auf der Rückseite, eine 2-MP-Kamera auf der Vorderseite, der mobile Qualcomm-Prozessor Snapdragon S4 Pro (1,7 GHz, Dual-Core) mit Adreno 320 GPU, 2 GB RAM, 16 GB interner Speicher, LTE/UMTS, Android 4.4.2 (Kitkat) und 2200-mAh-Akku. Das Moto X ist 65,3 mm x 129,4 mm groß und bringt 130 Gramm auf die Waage.

Auffällig: Das Moto X ist für 399 Euro nicht so gut ausgestattet, wie beispielsweise die vom Preis her vergleichbaren Geräte Nexus 5 oder das aktuell für 399 Euro erhältliche HTC One . Abzuwarten bleibt, ob das Smartphone im Handel nicht doch zu einem niedrigeren Preis erhältlich sein wird.

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