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Morgenmagazin vom Mittwoch, 15. Januar 2020

15.01.2020 | 07:03 Uhr |

Hintertür für iOS gefordert: Trump schaltet sich mit Drohung in Pensacola-Fall ein +++ iPhone SE 2 doch mit FaceID? +++ Rack-Version des Mac Pro ab 7.200 Euro +++ "Little America" geht am Freitag auf Sendung +++ Whatsapp-Kettenbrief warnt vor vermeintlichem Hacker "Tobias Marthis" +++ McDonald's-App gehackt: 15 Burger für 0 Euro +++ Grindr: Verbraucherschützer reichen Beschwerde ein +++ Amazon will schneller gegen Produktfälscher vorgehen

15. Januar: 12 Jahre ändern viel – aber nicht alles

Macwelt wünscht Guten Morgen! Sie erinnern sich gewiss noch an die Zeit von vor etwa zwölf Jahren? Apple hatte sich gerade aufgemacht, mit dem iPhone die Welt der Informations- und Telekommunikationsindustrie umzukrempeln, in den USA ließ ein bis dato unbekannter Senator aus Illinois Hoffnung wachsen und in Berlin regierte Angela Merkel mit Hilfe der SPD. In der PC-Industrie hieß der ganz heiße Trend „Netbook“. Damit waren kleine und recht günstige Notebooks genannt, die man bequem überall mit hin nehmen konnte und die fast so viel konnten wie ein richtiger Computer. Im Jahr 2020 mischt Apple die Branche immer noch auf, in den USA verbreitet nun ein Präsident alles andere als Hoffnung und in Berlin regiert immer noch Angela Merkel – mit Hilfe der SPD. Von Produkten der Kategorie Netbook spricht aber niemand mehr. Es sei denn, im historischen Zusammenhang.

Wann genau das erste Netbook auf den Markt kam, ist nicht so eindeutig zu klären. Schon im Jahr 2000 hatte Psion ein kleines Notebook so genannt, so richtig Fahrt nahm die Kategorie aber im Jahr 2007 auf. Den Garaus bereitete Apple der Sparte aber am 15. Januar 2008 mit dem ersten Macbook Air.

Es gab einen Markt für ein ultramobiles Notebook, mit dem man die ein oder andere Mail schreiben oder die ein oder andere Website besuchen konnte. Nur zeigte bereits das iPhone im Jahr 2007 und ab 2010 das iPad, dass man für solch eingeschränkte Nutzungsszenarien keine Tastatur und kein Trackpad benötigte - sondern den Client erstens noch schlanker bekäme und zweitens wesentlich leistungsfähiger. An Kameras hatte bei Netbooks niemand gedacht und auch nicht daran, dass man die Geräte gerne auch außerhalb des eigenen WLAN nutzen möchte.

Was ein richtiger Computer aber können sollte, konnte damals nicht einmal Apple auf Smartphone oder Tablet darstellen, die Netbook-Hersteller aber auf ihren Geräten auch nicht. Dass der Bedarf für ein noch leichteres und kleineres Notebook als es das Powerbook 12 Zoll gewesen war, aber besteht, war Apple sehr wohl klar. Nur wehrte sich Steve Jobs schon lange im Vorfeld der Macworld Expo 2008 gegen die Erwartung, dass ein solches Apple-Gerät nur um die 500 US-Dollar kosten würde. Cupertino kann nicht billig und will das auch nicht.

Was ein scheinbar gesunder und fitter Steve Jobs da aber auf der vorletzten Macworld Expo in San Francisco zeigte, war ein echter Mac. Nur eben deutlich dünner und leichter, so dünn und leicht, dass man ihn am liebsten in einem Luftpostumschlag packen wollte, wie der erste Werbespot für das Macbook Air suggerierte.

Das „Air“ stand aber keineswegs für „Air Mail“, sondern für drahtlose Konnektivität des Gerätes. Will man so klein und flach bauen, muss man eben auf ein paar Dinge verzichten. Auf ein optisches Laufwerk etwa. Ersatzlos gestrichen, der erste Mac, bei dem das der Fall war.  Auf Schnittstellen mit Ausnahme eines USB-Ports, einer Audio-Buchse, einem Micro-DVI-Ausgang und dem Magsafe-Anschluss für das Netzteil.

Aber kein Firewire, kein Ethernet, keine weiteren USB-Buchsen. Dafür eben drahtlose Verbindungen: WLAN und Bluetooth. Wer benötigt schon mehr als eine Peripherie, etwa für das Time-Machine-Backup? Oder wer will Akku, SSD oder Arbeitsspeicher schon austauschen oder erweitern? Also kann man alles schön fest miteinander verlöten und verkleben. Kein Gerät für Bastler, gewiss nicht.

Die zweieinhalb Jahre später vorgestellte erste Revision des Macbook Air brachte immerhin noch eine zweite USB-Buchse und eine zweite Größe: Dem ohnehin schon kompakten 13.3-Zoll-Gerät stellte Apple noch eine 11,5-Zoll-Version daneben, der Einstiegspreis blieb aber weit über den 500 Dollar der Netbooks. Dafür hatte das Macbook Air von Anfang an ein vollwertiges Betriebssystem an Bord, eben die aktuelle Version von Mac-OS X, seinerzeit war das Version 10.5 Leopard.

Das Prinzip "Netbook, aber teuer" trieb Apple im Jahr 2015 noch ein Stück weiter: Das 12-Zoll-Macbook hatte nur noch eine USB-C-Buchse und einen Kopfhöreranschluss, sonst nichts. Dafür trieb aber das Retina-Display den Preis in Richtung 1500 Euro, zumindest in der besser ausgestatteten Fassung. Kosten von drei Netbooks, Nutzen aber von deren vielen. Das Macbook Air hatte Apple in jenem Frühjahr nochmals aktualisiert, dann aber auf das Abstellgleis gesetzt: Die Zukunft gehört dem Net-, äh, dem Macbook!

Dachte man, bis Oktober 2018. Dann kam das Macbook Air in einer neuen Fassung zurück, weiterhin auf das Maximum reduziert. Zweimal USB-C/Thunderbolt 3, eine Kopfhörerbuchse, Retina-Display, seit 2019 auch mit True Tone und das Ganze zu einem moderaten Preis, aber eben nicht billig. Nun ist es das Macbook, das im Portfolio fehlt.

Spekulationen zufolge macht das Macbook aber nur eine Pause und könnte noch in diesem Jahr als ARM-Mac zurück kehren, dünner und schneller denn je. Keiner spricht mehr vom Netbook, aber Apple zeigt, wie man so etwas macht. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Größer: Bisher war die allgemeine Erwartung an ein iPhone SE 2 im Frühjahr, dass es Technik der 11er-Generation in ein Gehäuse des iPhone 8 stecken würde. Dabei würde aber Apple weiterhin auf die bewährte TouchID und den Homebutton setzen. MacOtakara berichtet nun aber davon, dass noch mehr 11er-Technik in das Einsteiger-iPhone wandern würde, nämlich auch die FaceID. Dies habe man von Zulieferern erfahren, die auf der CES in Las Vegas ausstellten. Den Platz des 8er-Gehäuses würde an der Vorderseite nun also ein Bildschirm fast komplett ausfüllen, die 3D-Gesichtserkennung in eine Kerbe an der oberen Kante eingebaut. Damit würde das Display 5,4 Zoll in der Diagonale messen, ein deutlicher Zuwchs gegenüber den 4,7 Zoll des iPhone 8 und ein überdeutlicher gegenüber den 4 Zoll des originalen iPhone SE, das Apple im Frühjahr 2016 vorgestellt hatte. Der japanische Blog Mac Otakara ist bisher vor allem durch abenteuerliche Spekulationen aufgefallen, aber weniger mit akkuraten Vorhersagen. Falls Apple überhaupt ein iPhone SE 2 oder iPhone 9 herausbringen wird, dann gegen Ende März - dann wissen wir auch, ob TouchID oder FaceID die Authentifikationsmethode der Wahl sind.

Druck: "Hey, Ale..., nein, ok, Goo, ach was: Siri, mach das Licht an! Siri?" Smart Home mit Sprachsteuerung ist bequem, hat aber auch abseits von Sicherheitsbedenken, die manche Leute hegen, seine Tücken. Es ist ja auch ein lange gelerntes Verhalten, eine etablierte Kulturtechnik: Um das Licht anzuschalten, drückt man auf einen Knopf, der in der Regel in der Nähe der Tür an der Wand angebracht ist. Genau das bringt nun auch Ikeas Trådfri Shortcut-Button zurück: Ein Schalter, den man an der Wand befestigt und der auf Druck Aktionen im  smarten Heim auslöst. Also etwa das Licht anschaltet, den Fernseher aus oder die Musik an. Oder eine Kombination davon, auch in entfernten Räumen. In Ikeas Online-Store ist der Shortcut-Button nun aufgetaucht, bestellen kann man ihn ab dem 2. Februar. Für die Steuerung von Trådfri-Geräten des schwedischen Möbelhauses ist indes auch eine Trådfri-Bridge Voraussetzung. Neu ist das Konzept zudem nicht, Logitech bietet schon  seit Jahren mit dem Pop-Schalter eine derartige Lösung an.

Fehler: Was einige Nutzer der Airpods Pro im Dezember nur ahnten, hat sich bestätigt: Das Firmware-Update 2C54 hat das aktive Noise Cancelling verschlechtert, Apple hat das Update auch zurück gezogen. Da es sich aber von selbst aufgespielt hat, konnten Käufer der True-Wireless-Hörer die Installation weder verhindern noch rückgängig machen - ein neues Update hat Apple bisher nicht herausgebracht. Das bringt unseren Macworld-Kollegen Leif Johnson auf zwei Ideen: Apple solle bei der Gelegenheit doch gleich dafür sorgen, dass sich die Airpods Pro auch gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Geräten koppeln lassen, so wie das bei vielen anderen Kopfhörer der Fall ist. Man könnte dann beispielsweise Musik und andere Töne vom Mac auf die Ohren streamen und dennoch auf das iPhone eingehende Telefonate mit den Airpods Pro führen. Und nicht zuletzt sei eine Einstellung wichtig, die künftig automatische Firmware-Updates verhindert - nach ersten Berichten über eingetretene Schäden durch fehlerhafte Software könnten die Nutzer dann auf die Installation verzichten.

Ab in den Schrank: Es ist gewissermaßen das erste Produkt, das Apple in den Zwanzigern bringt – angekündigt war es schon seit Dezember. Nun ist aber auch die Rack-Version des Mac Pro bei Apple bestellbar, zu einem Preis ab 7.199 Euro. Die Basiskonfiguration bringt einen 8-Kern-Xeon mit 3,5 GHz Taktrate, 32 GB RAM und 256 GB SSD Speicher und eine Radeon Pro 580X Grafikkarte. Die Aufrüstmöglichkeiten sind die gleichen wie bei der Desktopversion, bis zu 62.000 Euro kann man für den Mac Pro im Serverscharnk ausgeben.

Quid pro quo : Anscheinend baut der US-Präsident das nächste Drohszenario auf, Erpressung oder das Aufzeigen von Alternativen, wie immer man das nennen möchte. Für seine Fans dürfte die Sache anders liegen, die würden seinen Tweet vom Dienstag dahin gehend interpretieren, dass der POTUS das reichste Unternehmen der Welt an seine patriotischen Pflichten als US-Firma erinnert und daran, was er in seiner unvergleichlichen Weisheit und Güte für Cupertino zuletzt unternommen hat. Es geht natürlich um den Fall des Shootings in Pensacola, Florida und darum, dass Apple zwar mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert, dabei aber klare Grenzen zieht: Es gibt keine Hintertür in iOS, durch die Ermittler in gesperrte iPhones spazieren könnten. Denn das Wissen um eine solche Lücke würden auch Kriminelle oder Drittstaaten ausnützen können, das würde ja nicht einmal das stabile Genie im Weißen Haus so wollen. Der Duktus des Tweets lässt aber darauf schließen, dass dem Twitterer dafür das Verständnis fehlt: "Wir helfen Apple die ganze Zeit beim HANDEL und so vielen anderen Themen, und doch weigern sie sich, Telefone freizuschalten, die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen benutzt werden. Sie werden sich an die Arbeit machen müssen und unserem großartigen Land helfen müssen, JETZT! MAKE AMERICA GREAT AGAIN." Man wird den Eindruck zwar nicht los, dass Amerika in einem besseren Zustand war, bevor er auf der Bildfläche auftauchte, doch gehört zur Wahrheit auch, dass Obama noch im Weißen Haus residierte und regierte, als das FBI schon einmal von Apple Hintertüren für die Strafverfolgung forderte. Erpressung hatte die Regierung damals aber keine angedeutet.

Geschichten aus der Geschichte : Während der POTUS Verbündete erpresst, Apple mit erhobenen Zeigefinger an seine vermeintlichen Pflichten erinnert und Immigranten von südlich der Grenze pauschal als Mörder, Drogendealer und Vergewaltiger diffamiert, startet an diesem Freitag bei Apple TV+ eine Serie, die andere Geschichten von Immigranten erzählt. Little America dreht sich um die Stories von Einwanderern aus aller Welt, für die der amerikanische Traum keiner für eine exklusive Oberschicht ist, sondern für alle. Die verfilmten Geschichten basieren auf realen Ereignissen, die bereits im Epic Magazine zu lesen waren. Little America wird unter anderem erzählt vom Stand-Up-Comedian Kumail Nanjiani, der aus dem Irak stammt und so seine eigene Erfolgsgeschichte zu erzählen hat – die how durfte er bereits letzten März auf >Apple Event "It's showtime" vorankündigen. Schon vor dem Start am Freitag hat Apple eine zweite Staffel in Auftrag gegeben und den ausführenden Produzenten Lee Eisenberg längerfristig für TV-Inhalte verpflichtet. Eisenberg ist unter anderem einer der Produzenten der Serie "The Office" gewesen, an der sich der hiesige TV- und Kino-Erfolg "Stromberg" orientierte. Eisenberg gründet für die Produktion für Apple TV+ die Firma Piece of Work Entertainment, Natalie Sandy soll ihn als Vizepräsidentin für Entwicklung unterstützen.

Weitere Nachrichten:

Whatsapp-Kettenbrief warnt vor vermeintlichem Hacker "Tobias Marthis"

Ein Virus, der die ganze Festplatte zerstört, und das auf dem Handy! Das drohe jedem, der den Kontakt "Tobias Mathis" annehme oder den Anruf einer bestimmten Nummer entgegennimmt. Zumindest laut einer Nachricht, die aktuell bei Whatsapp die Runde macht, wie Heise berichtet.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine ernst zu nehmende Warnung, sondern um einen "Kettenbrief". Das ist eine Nachricht, meist über soziale Netzwerke verbreitet, deren einziger Zweck es ist, immer weiter verbreitet zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen wird in solchen Nachricht häufig mit negativen Konsequenzen gedroht, wird die Nachricht nicht weitergeleitet, oder sogar eine Belohnung versprochen, sollte man dies eben doch tun. Letztendlich ist es ein Streich, denn in jedem Fall wird nichts weiter geschehen.

Und das bedeutet, dass auch "Tobis Mathis" keine Gefahr für jegliche Menschen darstellt, ist er doch einfach erfunden. Tatsächlich ist der gleiche Kettenbrief schon 2017 aufgetaucht und machte die Runde. Und auch die Nummer, vor der in der Nachricht gewarnt wird, tauchte schon in anderen Kettenbriefen auf.

Es gibt Merkmale, an denen Sie einen Kettenbrief erkennen können:

  • Kettenbriefe sind meist weitergeleitete Nachrichten. Achten Sie auf die entsprechende Anzeige ihrer Messaging-App.

  • Sprache: Manche Kettenbriefe behaupten, von einiger größeren Institutionen verschickt worden zu sein. Finden Sie dennoch Rechtschreibfehler, Grammatikfehler oder ungewöhnliche Formulierungen, seien Sie skeptisch.

  • Grundsätzlich verschicken Behörden, Firmen und Co. keine wichtigen Nachrichten per Whatsapp. Auch können durch einen Anruf keine Viren verschickt werden. Seien Sie stets aufmerksam und lassen Sie sich nicht einschüchtern, wenn Konsequenzen angedroht werden (Virus etc.).

  • Im Zweifelsfall suchen Sie online nach dem Text der Nachricht. So lassen sich Kettenbriefe ganz einfach erkennen, da meist schon vor ihnen gewarnt wird. Im aktuellen Fall würde eine Suche nach "Tobias Mathis" bereits ausreichen.

Die effektivste Methode, Kettenbriefen den Garaus zu machen, ist ganz einfach: Ignorieren. Erhalten Sie eine Nachricht, die Sie als Kettenbrief identifiziert haben, schicken Sie diese auf keinen Fall weiter. Stattdessen informieren Sie die Person, die Ihnen die Nachricht weitergeleitet hat, dass es sich um einen Kettenbrief handelt. Damit haben Sie ihre Bürgerpflicht bereits erfüllt.

McDonald's-App gehackt: 15 Burger für 0 Euro

Seit Mai 2019 ist es bundesweit in McDonald's-Filialen möglich, per Smartphone-App zu bestellen und bezahlen ( wir berichteten ). Drei Deutsche haben in der App Schwachstellen entdeckt und konnten in einer Hack-Demonstration kostenlos bei McDonald's
Burger bestellen, wie Vice berichtet.

Die Schwachstellen im von McDonald's genutzten System erlaubten die Generierung beliebiger Couponcodes am PC, die anschließend für eine Bestellung genutzt werden konnten. Die Schwachstelle steckte in dem Belohnungssystem für die Teilnahme an einer McDonald's Umfrage, über die man über eine personalisierte URL auf den Kassenbelegen teilnehmen konnte und dann als Belohnung einen Geschenkcode für ein Getränk bei McDonald's erhielt. Bei genauerer Untersuchung dieses Systems stellten die Jugendlichen fest, dass das System nicht sonderlich gesichert war und über Server-Anfragen immer wieder neue Geschenkcodes vom Server angefordert werden konnten.

Mit dieser ersten Schwachstelle war es schon mal möglich, beliebig oft Getränke bei McDonald's gratis zu erhalten. Bei einer genaueren Untersuchung wurde aber auch noch eine weitere Sicherheitslücke entdeckt. Die zweite Lücke erlaubte es dann, aus den Geschenkcoupons für Getränke auch Geschenkcoupons für Essen zu generieren. Für einen praktischen Test gingen die Jugendliche in eine Hamburger McDonald's Filiale, informierten die Filialleiterin über ihren Fund und konnten dann insgesamt 15 Burger im Wert von 106 Euro gratis bestellen. Die Filialleiterin stornierte dann die Bestellungen, ehe die Burger zubereitet wurden. Denn die Jugendlichen betonen, dass sie sich mit der Aktion nicht bereichern wollten.

Grindr: Verbraucherschützer reichen Beschwerde ein

Der norwegische Verbraucherschutzverband Forbrukerrådet hat in einer Untersuchung zahlreiche Apps und deren Umgang mit vertraulichen Nutzerdaten unter die Lupe genommen. Dabei stellte der Verband fest, dass sowohl Dating- als auch Social-Media-Apps persönliche Angaben, wie etwa die sexuellen Vorlieben, an Werbepartner und Werbenetzwerke weiterleiten. Diese erstellen mit den Nutzerdaten umfangreiche Profile, die für gezielte Werbung genutzt werden. Laut Finn Myrstad, Direktor für Digitale Strategie des norwegischen Verbraucherschutzverbands, sind „diese Geschäftspraktiken sind vollkommen außer Kontrolle geraten und voller Verletzung des europäischen Rechts.“

Aufgrund der erschreckenden Untersuchungsergebnisse hat der norwegische Verbraucherschutzverband gemeinsam mit dem europäischen Datenschutzzentrums noyb eine formelle Beschwerde gegen die Gay- und Bi-Dating-App Grindr sowie die Adtech-Unternehmen MoPub, AppNexus, OpenX, AdColony und Smaato eingereicht. „Im Fall von Grindr erscheint besonders problematisch, dass Dritte nicht nur die GPS-Ortung oder Gerätekennungen erhalten, sondern auch die Info, dass eine Person eine Dating-App benutzt, die als ‚ausschließlich für die Gay/Bi-Community‘ beschrieben wird. Das offenbart klar die sexuelle Orientierung des Nutzers,” erklärt Ala Krinickytė, Datenschutz-Juristin bei noyb. 

Der norwegische Verbraucherrat fordert Unternehmen auf, für ihre digitale Werbung nach Alternativen zum aktuellen Adtech-System zu suchen. App- und Website-Betreiber sollten auf Technologien setzen, die nicht auf der Weitergabe von sensiblen Nutzerdaten an Dritte beruhen. Ob die Verbraucherschützer mit ihrer Beschwerde Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten.

Amazon will schneller gegen Produktfälscher vorgehen

Online-Händler Amazon steht in der Kritik, Produktfälschungen, die auf der E-Commerce-Plattform Amazon Marketplace verkauft werden, auf die leichte Schulter zu nehmen. Bisher hatte der Konzern Produktfälschungen erst an die europäischen und US-amerikanischen Behörden gemeldet, wenn genügend Beweise gesammelt wurden, um ein Verfahren einzuleiten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus einer firmeninternen Quelle erfahren haben will, soll dieser Prozess nun beschleunigt werden. Amazon will Produktfälschungen in Zukunft umgehend an die zuständigen Behörden in Europa und den USA melden, sobald eine Produktfälschung von einem Kunden gemeldet wurde. Neben dem Namen des Account-Inhabers, will Amazon außerdem den Firmennamen, Kontakt-Informationen und Details zur mutmaßlichen Produktfälschung an die Behörden weiterleiten. Kann sich der Account-Inhaber gegenüber Amazon nicht erklären, schließt das Unternehmen dessen Marketplace-Account.

Warum Amazon ausgerechnet jetzt härter gegen Fälschungen vorgeht, ist nicht bekannt. Eine offizielle Bestätigung des Reuters-Berichts steht ebenfalls noch aus. 2018 hatte Amazon einen Deal mit Apple geschlossen, alle Verkäufer von Apple-Produkten von seiner Plattform zu entfernen, die nicht von dem US-Unternehmen autorisiert wurden. Amazon launchte außerdem ein neues Tool, mit dem Unternehmen mögliche Fälschungen ihrer Marken schneller melden können.

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