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Morgenmagazin vom Mittwoch, 15. Juli 2015

15.07.2015 | 06:59 Uhr |

15. Juli 2015 +++ Warum Flash sterben muss +++ Die Hintergründe zu Taylor Swifts Brief +++ Erste Beta von OS X 10.10.5 +++ Zehn Mac-Apps im Juli-Bundle von Creatable +++ Schnäppchen-Ticker zum Amazon Prime Day +++ 60fach USB-Ladegerät kostet 120 Euro +++ UK: WhatsApp, Facebook Messenger & Co. droht Verbot +++ Google verlegt 9000-km-Untersee-Kabel in 2 km Tiefe

Was heute wichtig wird: 15. Juli 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der Sommer legt nochmal nach, auf die etwas kühleren und regnerischen Tage seit dem Wochenbeginn folgen nun wieder wirklich heiße Tage. Dabei ist schon jetzt Zeit, an den herbst zu denken. Der heutige Zwölfbotentag gilt traditionell als Beginn der Erntezeit, als der Tag, an dem die Schnitter ausgesandt werden. Die ersten Wiesen liegen nach der Mahd schon voller Heuballen, dem Weizen geht es in Kürze an die Ähren. In Großbritannien ist heute der St-Swithins-Day, der eine zum alpenländischen Siebenschläfer ähniche Bedeutung hat: Wenn es trocken ist, hält das Wetter für 40 Tage an. Dann ist die Ernte aber so richtig in Gang.

Am 15. Juli spielt ein Roman des britischen Autoren David Nicholls: "Zwei an einem Tag", verfilmt mit Anne Hathaway und Jim Sturgess in den Rollen der zwei. An welchem 15. Juli? Na, an dem im Jahr 1988 und an denen in weiteren gut 20 Jahren. Interessanter Trick: Die Geschichte von Emma und Dexter und deren Entwicklung erzählt Nicholls anhand von Spotlights, die er immer wieder auf den gleichen Tag im Jahr wirft. Auf alle Fälle lesenswert, auch wenn man es mit Liebesromanen nicht so hat.

Gar lieblich - oder vielmehr herzig - war das Bild des neunten Planeten unseres Sonnensystems, das seit gestern in allen Kanälen die Runde macht. Als ob jemand auf den Felsblock (für uns ist und bleibt er Planet!) ein gigantisches Herz gemeißelt hat, so sieht seine Oberfläche aus. Ein gewaltiger Kontrast zu seinem Namen, der der griechischen Mythologie entlehnt ist  und eigentlich für Tod, Hölle und Verderben steht. Es lohnt dann immer ein zweiter, genauerer Blick, will uns Pluto mit seinen herzlichen Grüßen sagen. Auf den Tag genau ist es heute übrigens 50 Jahre her, dass erstmals eine von Menschen ausgesandte Sonde einen Nachbarplaneten aus nächster Nähe fotografiert hat. Der Mars ist uns zwar bedeutend näher und galt den alten Griechen als Kriegsgott, der Vorbeiflug von Mariner 4 lehrte aber endgültig, dass von Marsianern keine Kriegsgefahr ausgehen kann. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch:

Die Hintergründe des offenen Briefs von Taylor Swift: Ein offener Brief des Pop-Stars Taylor Swift hat Apple noch kurz vor dem Start von Apple Music zum Umdenken gebracht und den Anbieter dazu gebracht, auch während der dreimonatigen Probezeit die Künstler zu entlohnen - so der bisherige Anschein. Die Story dahinter ist etwas komplizierter - als Swifts Wortbeitrag erschien liefen längst Verhandlungen der Musikindustrie über eine Entlohnung während der ersten drei Monate. Die populäre Sängerin hat mit ihrem Einwurf die Sache jedoch beschleunigt, verrät gegenüber Fortune der Musikmanager Scott Borchetta.

Noch ein Update: Registrierte Entwickler haben in der Nacht einen ersten Beta-Seed von OS X 10.10.5 erhalten. Über enue Funktionen ist nichts bekannt, einige Fehlerbehebungen wird es aber wohl geben. Erst vor zwei Wochen hatte Apple OS X 10.104 veröffentlicht.

Safari in OS X El Capitan : Für das kommende Mac-Betriebssystem bekommt auch der Browser Safari eine Überarbeitung. So funktionieren Tab Mute, Pinned Sites und die neuen Tastenkürzel

News in iOS 9: Der Zeitungskiosk wird in iOS 9 verschwinden, die darin gesammelten Apps von Zeitungen und Zeitschriften bleiben aber bestehen. Stattdessen sammelt Apple Inhalte von Publishern in der neuen App News - und will damit etwa mit Facebook Instant Articles konkurrieren.

Warum Flash endlich verschwinden muss : Flash hat seine besten Zeiten schon längst hinter sich, allein eine gewisse Trägheit hat verhindert, dass die Software nicht schon längst verschwunden ist. Warum es nun endlich an der Zeit ist, Flash endgültig von seinen Rechnern zu entfernen.

Weitere Nachrichten:

Zehn Mac-Apps im Juli-Bundle von Creatable

Das teuerste Einzelprogramm im Creatable-Paket  ist die Datenrettungsoftware Disk Drill Pro. Diese kostet regulär 89 US-Dollar und setzt mindestens Mac-OS X 10.6.8 voraus. Mit Wondershare Safe Eraser for Mac (Listenpreis 40 US-Dollar) lassen sich laut Entwickler Textnachrichten von iPhone & Co. permanent löschen. Dieses läuft ebenfalls ab Mac-OS X 10.6. Tunes Go (40 US-Dollar) erlaubt es, Musik und Playlists vom iPhone, iPad oder iPod in die iTunes-Library auf dem Mac zu übertragen (Systemvoraussetzungen ab Mac-OS X 10.6). Mit Evermail konvertiert man Nachrichten aus Apple Mail in Evernote-kompatible Notizen, wobei die Formatierung und Anhänge erhalten bleiben sollen. Dieses Tool für normalerweise 14 US-Dollar verlangt mindestens OS X 10.9. Dazu kommen weitere nützliche Tools wie Squish, Desktop Tidy oder App Shelf. Der Anbieter des Bundles gibt die Systemvoraussetzungen nebst einer kurzen englischsprachigen Funktionsbeschreibung meistens an. Falls einmal nicht, bietet es sich an, beispielsweise bei Macupdate.com den Namen der Applikation in die Suchfunktion einzugeben. Die Angaben einschließlich der Systemanforderungen sind dort sehr zuverlässig, außerdem erhält man oft recht brauchbare Einstufungen anderer User.

Der Gesamtpreis des July Mac Bundles von Creatable beträgt, wenn man alle Applikationen einzeln erwerben wollte, knapp 240 US-Dollar. Zu zahlen sind dafür lediglich mindestens 8 US-Dollar. Möchte man die Entwickler unterstützen, kann man aber auch einen höheren Preis eingeben. Der Durchschnitt liegt derzeit bei über neun US-Dollar. Eine genaue Laufzeit für das Angebot findet sich auf der Seite nicht. Da es aber ein Juli-Bundle ist, sollte es bis zum Ende des Monats gültig sein.

Schnäppchen-Ticker zum Amazon Prime Day

Am Prime Day dürfen nicht nur Kunden mit bestehender Prime-Mitgliedschaft teilnehmen. Auch alle Nutzer mit einer kostenlosen Prime-Probemitgliedschaft, Amazon Student-Mitglieder und Amazon Family-Mitglieder mit Prime-Mitgliedschaft dürfen mitmachen.

Darum geht es

Amazon feiert am Mittwoch (15. Juli) den ersten Prime Day (wir berichteten). Nur an diesem Tag erhalten die Prime-Mitglieder in Deutschland rund 3.000 Artikel zu besonders günstigen Blitzangeboten.

Im PC-WELT Schnäppchen-Ticker informieren wir Sie im Minutentakt über aktuelle Highlights des Prime Day.

Die Angebote sind jeweils ab einem gewissen Zeitpunkt und nur für kurze Zeit erhältlich. Im PC-WELT Schnäppchen-Ticker erfahren Sie sofort, wenn ein neues Angebot für Technikfans erhältlich ist. Der Schnäppchen-Ticker akualisiert sich automatisch. Daher unser Tipp: Lassen Sie die Schnäppchen-Ticker-Seite entweder die ganze Zeit im Browser geöffnet oder schauen Sie öfters vorbei, um über die neuen Angebote informiert zu werden.

Erste Countdown-Angebote bereits verfügbar

Bereits vor dem Prime Day gibt es täglich einige Extra-Angebote. Auch hier konzentrieren wir uns im PC-WELT Schnäppchen-Ticker auf die wichtigsten Angebote für Technikfans!

Prime-Mitgliedschaft

Die Prime-Mitgliedschaft bei Amazon kostet 49 Euro im Jahr. Im Preis enthalten ist eine kostenlose Lieferung von Amazon-Paketen ohne Mindestbestellwert. Außerdem erhalten die Mitglieder unter anderem Zugriff auf den Video-Streaming-Dienst Prime Instant Video und die Kindle-Leihbibliothek. Hinzu kommt ein unbegrenzter Online-Speicherplatz für Fotos.

Hier geht es direkt zum PC-WELT Schnäppchen-Ticker

60fach USB-Ladegerät kostet 120 Euro

Smartphones, Tablets, Spielecontroller, Bluetooth-Headsets, Kameras, tragbare Spielekonsolen, Fitness-Tracker, Gadgets: Echte Geeks müssen regelmäßig unzählige Geräte per USB-Anschluss aufladen. Da werden die verfügbaren Anschlüsse schon mal knapp. Dieses Problem löst nun ein 60fach-USB-Ladegerät, den der Online-Shop Allputer.com im Sortiment führt. Alternativ ist das mächtige USB-Ladegerät auch mit "nur" 20 oder 40 USB-Ports erhältlich.

Die Variante des Ladegeräts mit 60 USB-Ports bringt stolze 2,5 Kilogramm auf die Waage. In dem Kasten steckt ein Netzteil inklusive Lüfter. Eingebaut ist außerdem ein Überladungsschutz. Über einen Schalter lässt sich das Ladegerät jederzeit ein- und ausschalten. Die EU-Variante kommt mit einer Eingangsspannung von 220V. Den Ausgangsstrom gibt der Hersteller mit 5V 0.5A ~ 2.0A an und maximal 60A, den sich alle USB-Ports teilen.

UK: WhatsApp, Facebook Messenger & Co. droht Verbot

Die britische Regierung arbeitet aktuell an dem Entwurf eines Gesetzes, durch das die Nutzung von Messenger-Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger, FaceTime und Snapchat in Großbritannien verboten werden könnte. Derzeit wird in Großbritannien auch über dieses als "Snoopers Charter" bezeichnete geplante Gesetz heftig diskutiert.

Konkret sieht das Gesetz vor, dass die britische Regierung von den Anbietern von Messenger-Diensten die Implementierung eines Backdoor verlangen kann, durch die Ermittler und Geheimdienste eine von den Messengern verwendete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umgehen können. Weigern sich die Anbieter der Dienste, einen solche Backdoor in ihre Produkte zu integrieren, dann kann mit einem Verbot reagiert werden.

Das neue Gesetz, so die Regierung, soll im Kampf gegen den Terrorismus helfen und das Abhören von Terroristen und Kriminellen ermöglichen. Datenschützer kritisieren, dass das Gesetz den Geheimdiensten den Zugriff auf Millionen von Nachrichten verschaffen würde, die tagtäglich über die Messenger versendet werden.

Fraglich ist auch, ob sich die Anbieter solcher Dienste dem Gesetz beugen würden. Für Facebook, WhatsApp, Apple & Co. stünde auch der weltweite Ruf auf dem Spiel. Es könnte dann durchaus sein, dass diese Unternehmen lieber eine Verbannung aus Großbritannien in Kauf nehmen.

Google verlegt 9000-km-Untersee-Kabel in 2 km Tiefe

Das französische Schiff René Descartes (benannt nach dem französischen Philosophen, von dem der Spruch “Ich denke, also bin ich” stammt) verlegt das Untersee-Kabel für das transpazifische FASTER-System. Eine Plugschar von der Größe eines kleinen Hauses, ein LKW-großer Roboter und das bereits erwähnte Spezialschiff sind die Voraussetzung dafür, dass es mit dem neuen Pazifikkabel klappt.

Die Verlegung von FASTER ist Googles neuestes Projekt in Sachen ozeanischer Infrastruktur. FASTER verbindet die USA, genauer gesagt die Küste des US-Bundesstaates Oregon, und Japan und wird auf dem Boden des Pazifiks verlegt.

300 Millionen US-Dollar wird FASTER kosten. Neben Google sind auch noch einige Ostasiatische Telekom-Firmen an dem Projekt beteiligt. Durch das Kabel sollen maximal 60 Tbps (Terabits pro second) rasen können.

Der Streckenverlauf.
Vergrößern Der Streckenverlauf.
© NEC

Bis jetzt befinden sich rund 6000 Kilometer des Untersee-Kabels auf dem Schiff René Descartes, das derzeit in Kitakyushu in Südjapan vor Anker liegt. Das Schiff gehört der französischen Telekomfirma Orange. Insgesamt dürfte das Kabel rund 9000 Kilometer lang werden. Die 9000 Kilometer sollen in einem Rutsch verlegt werden, wenn alles glatt geht.

So lange das weiß-graue Kabel auch ist, so dünn ist es. Gerade einmal zwei Zentimeter beträgt der Durchmesser. Das Glasfaser-Kabel wird in drei großen „Tanks“ im Bauch der 144,5 Meter langen René Descartes transportiert. Jeder dieser Tanks ist 16 Meter lang und rund 8 Meter hoch. Das Kabel darf sich während des Verlegens auf dem Ozeanboden keinesfalls verheddern – andernfalls haben die Arbeiter an Bord ein echtes Problem.

Der Streckenverlauf.
Vergrößern Der Streckenverlauf.
© NEC

Die besondere Herausforderung ist die enorme Länge des Kabels. Laut Claude Le Maguer, Ingenieur bei Orange und für die Operation verantwortlich, ist das das erste Mal, dass ein derart langes Kabel in einem Rutsch verlegt wird.

Um das Datensignal auf der langen Strecke immer wieder zu verstärken, werden alle 40 bis 100 Kilometer rund 200 Kilogramm schwere Repeater auf dem Meeresgrund verlegt. Das Glasfaser-Kabel sieht also aus der Vogelperspektive aus wie eine Perlenkette, flapsig formuliert.

Das Verladen des Kabels soll in ein paar Wochen abgeschlossen sein, dann sticht die René Descartes von Japan aus in See. Per GPS wird beim Verlegen die Position des Kabels genau bestimmt. Genau gesagt kommt dabei DGPS zum Einsatz, das genauer arbeitet als das herkömmliche GPS. Die Software, die an Bord des Schiffes die Daten verarbeitet und den Verlegevorgang steuert, arbeitet noch mit Windows XP

Das Abrollsystem für das Kabel an Bord des Schiffes wird durch einen Ventilator gekühlt.
Vergrößern Das Abrollsystem für das Kabel an Bord des Schiffes wird durch einen Ventilator gekühlt.
© Google

Das Kabel wird auf einer unterseeischen Felsenkette verlegt, damit man nicht so tief abtauchen muss. Schließlich handelt es sich um den Pazifik, den tiefsten Ozean überhaupt. Das Kabel wird aber nicht einfach auf dem Meeresboden abgelegt, sondern eingegraben, um es vor Beschädigungen zu schützen. Beispielsweise vor Hai-Fisch-Bissen, See-Beben oder den Ankern von Fisch-Trawlern.

Ein Roboter gräbt auf...

Dieses Eingraben übernimmt der Unterwasser-Roboter Elodie, der mit seinen großen Schaufeln und dem Pflugmesser wie ein Unterwasserpflug das Kabel eingräbt. Elodie ist 10 Meter lang, 5 Meter hoch und wiegt 32 Tonnen. Ein Kran hebt ihn ins Wasser und er wird dann vom Schiff mitgeschleppt. Elodie kann in bis zu zwei Kilometer Tiefe sein Pflugschar graben, in die dann das Kabel verlegt wird. Vom Schiff aus wird er dabei ständig per Video, Sonar und Hydrophone (Unterwassermikrofon) überwacht.

...und ein Roboter schüttet wieder zu

Hinter Elodie folgt Hector 6. Das Remote-Operated-Vehicle (ROV) Hector 6 hilft ihm bei der Arbeit, fährt wie eine Raupe auf Ketten hinter Elodie her und deckt das Kabel mit dem Abraum wieder zu. Elodie und Hector 6 arbeitet also Hand in Hand.

Hector besitzt dafür zwei große Roboter-Arme. Die Ingenieure beobachten Hector bei seiner Arbeit über Videos in HD-Qualität. Wenn das Kabel im ersten Rutsch nicht perfekt verlegt ist, kann es nachträglich nachgebessert und sogar repariert werden.

Wenn FASTER fertig verlegt ist, wird es das schnellste Pazifik-Kabel sein. Das wird aber erst 2016 der Fall sein.

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