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Morgenmagazin vom Mittwoch, 15. Mai 2019

15.05.2019 | 07:04 Uhr |

Strafzölle: Apple in der Zwickmühle +++ Apple vs. Pepper: Die Folgen der Supreme-Court-Entscheidung +++ Mit Apple Pay bei iTunes zahlen - in zunächst neun Ländern +++ Saturn: Apple Watch mit 150 Euro an Zugaben +++ Wie Snapchat: Spotify testet Stories-Funktion +++ Google eröffnet globales Zentrum für Datenschutz in München +++ Audi vernetzt in Ingolstadt Autos mit Ampelschaltung +++

15. Mai: We are Family

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Freunde, Lebenspartner und Arbeitgeber kann man sich aussuchen, seine Familie jedoch nicht. Bad news sind aber manchmal good news: Wenn man über dysfunktionale Familien liest, erfreut man sich noch mehr an der eigenen. Sind doch alle in Ordnung, auch wenn der eine oder die andere einen leichten Hau hat. Im Großen und Ganzen lassen wir aber nichts über unsere Familien kommen, erst recht nicht auf die familienartigen Gemeinschaften, die wir uns selbst ausgesucht haben. Enger Freundeskreis, Bürogemeinschaft, Sportverein und nicht zuletzt die große Apple-Familie. Wir wissen ja: Das Oberhaupt in Cupertino will nur unser Bestes. Und unser Geld. Aber keine Beschwerden am heutigen Internationalen Tag der Familie, den die Vereinten Nationen heuer unter das Motto "Families and Climate Action" gestellt hat.

Nach allem, was man in den diversen Büchern über das Leben des Steve Jobs gelesen hat, war seine Familie, die er mit Lauren Powell-Jobs gegründet hat, alles andere als dysfunktional. Auch nicht die, die ihn als Neugeborenen ausgesucht hat, Clara und Paul Jobs. Nicht ganz einfach war aber wohl das Verhältnis zu seiner leiblichen Schwester, der Schriftstellerin Mona Simpson. Aber von der hat er ja auch reichlich spät in seinem Leben erfahren. Und enorm kompliziert war die Beziehung zu seiner unehelichen Tochter Lisa Brennan-Jobs und deren Mutter Chrisann Brennan. Wie kompliziert, schrieb letztes Jahr Lisa Brennan-Jobs in ihrer Autobiographie "Beifang" auf, der Film "Jobs" nach der Biographie von Walter Isaacson zeigt in drei Episoden das ebenso auf. Beide Bücher und der Film kamen bei Jobs anderen Familien, also der mit Lauren und der großen Familie Apple, weniger gut an, aber das sei ihnen unbenommen.

Wirklich versöhnlich endete Jobs' Beziehung zu seiner unehelichen Tochter nicht, glaubt man ihren Einlassungen. Das Ende des nach ihr benannten Computers war aber weit tragischer. Am 15. Mai 1985 stellte Apple den nunmehr Macintosh XL genannten Rechner ein, der kaum mehr als zwei Jahre vorher als "Lisa" herausgekommen war - wenig später versenkte Apple aus steuerlichen Gründen die nicht verkauften Lisas in einer Müllkippe in der Wüste von Utah.

Der erste Apple-Rechner mit Mausbedienung und grafischer Benutzeroberfläche war schick wie der ein Jahr später veröffentlichte Mac, aber viermal so teuer. Dass Jobs das Projekt nach seiner unehelichen Tochter benannte, leugnete er lange ebenso hartnäckig wie die Vaterschaft an sich, diesen Realitäten konnte er sich aber irgendwann nicht mehr entziehen. Lisa stünde für Local Integrated Software Architecture, behaupteten Jobs und Apple in den Jahren 1983ff. Es war aber nur ein mäßig inspiriertes und schlecht erfundenes Akronym, das jeden Spott verdiente: "Let's Invent Some Acronyme", könne man ja auch als LISA abkürzen.

Aus dem Entwicklerteam der Lisa war Jobs aber schon lange vor deren Veröffentlichung herausgeflogen –  in Jef Raskins Macintosh-Team hatte er eine neue und nach etlichen Konflikten letztlich erfolgreich abgeschlossene Aufgabe gefunden. Bei dessen Namen gab es keine Zweifel: Jef Raskin meinte die Apfelsorte McIntosh,  schrieb sie aber bewusst anders, um einen Streit mit dem Hersteller hochwertigen Audioequipments McIntosh zu vermeiden. Steve Jobs wollte das Projekt ja noch in "Bicycle" umbenennen, aber der Name des Mac hatte sich schon so verselbstständigt wie zuvor der der Lisa.  Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch:

Zahlungsmodalitäten : Mit Apple Pay kann man überall bezahlen, offline wie online - fast. Bisher war ausgerechnet Apple unter den Online-Anbietern, bei denen man mit Apple Pay nicht weiter kam, wollte man für die Services des Anbieters mit dessen eigener Methode bezahlen. Mit Server seitigen Änderungen hat Apple nun diese Lücke geschlossen, in zunächst neun Ländern kann man nun die mit einer Apple ID verknüpften Dienste per Apple Pay bezahlen, in den USA, Kanada, Australien, Russland, der Ukraine, Singapur, Taiwan, Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zwickmühle: Nicht ausgeschlossen, dass auch Apple bald von den Strafzöllen betroffen sein wird, die die USA auf Waren aus China erheben, für dort gefertigte und in die USA importiere iPhones könnte ein Aufschlag von 25 Prozent notwendig sein. Apple drängt auf Fortsetzung von Verhandlungen, denn eine derartige Maßnahme ließe nur die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen. Entweder erhöht Apple die Preise oder absorbiert die Mehrkosten, was zu einer niedrigeren Marge führen würde. Analysten der Bank J.P. Morgan schätzen, Apple müsste die Preise für seine iPhones um 14 Prozent erhöhen, um den Strafzoll zu kompensieren, ein iPhone XS würde anstatt 1000 US-Dollar dann 1.140 US-Dollar kosten. Apple werde das daher nicht tun, stattdessen auf Marge verzichten. Diese  würde dann brutto um vier Prozentpunkte fallen, ergebe die Rechnung. Es gibt noch eine dritte Option, und zwar die, die dem POTUS die liebste zu sein schient: Die Produktion in die USA zu verlagern. Doch auf der einen Seite könnte Apple nicht über Nacht Kapazitäten aufbauen und ausreichend Arbeiter finden, auf der anderen Seite käme das noch teurer: iPhones würden bis zu 20 Prozent mehr kosten als heute, warnt J.P. Morgan.

Folgenabschätzung : Die Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA, die Sammelklage gegen die unterstellte Monopolstellung des App Store  hat zwar auf den Kurs der Apple-Aktie unmittelbare Auswirkungen, auf das Business Apples erst einmal nicht, legt "The Verge" in einem längeren "Was wäre, wenn?"-Stück dar. Zunächst geht der Fall wieder an untere Instanzen zurück, die sich seit 2011 damit beschäftigen. Wird die Klage verhandelt, werden Kläger und Apples Anwälte jeweils ihre Argumente  schärfen und Beweise dafür finden müssen, welche letztendlich Gerichte gegeneinander abwägen. Apple könnte irgendwann einen Vergleich schließen und den Prozess ohne Urteil beenden und dabei App-Käufer (in den USA) entschädigen. Bei einer Niederlage vor Gericht würde das einen Präzedenzfall ergeben, dem sich künftige Klagen gegen Plattformen anschließen würden. Es ist aber überhaupt noch nicht abzusehen, wie weit diese Präzedenz ginge, den schließlich betriebe nur Apple seine Geschäfte so wie Apple. Dass der zuletzt neue berufene konservative Richter Bratt Kavanaugh sich aber der Meinung von vier liberalen Kollegen des Gremiums angeschlossen hat, könne darauf hindeuten, dass auch die republikanische Seite eine Reguliderung des Technologiesektors in Erwägung zieht, wobei die konkrete Klage von vor acht Jahren relativ wenig mit der aktuellen Diskussion zu tun hat, was Technologiefirmen dürfen und wo ihre Grenzen sind.

Hey Alexa, ok Google : Sonos lässt auf seinen Lautsprechern Sonos One und Sonos Beam ab sofort auch den Google Assistant agieren, nachdem Alexa schon längere Zeit unterstützt ist. Man kann derzeit jedoch nur einen der digitalen Assistenten auf einem Lautsprecher nutzen und muss diesen in den Einstellungen auswählen. Aber es spricht ja nichts dagegen, den Google Assistant auf einem laufen zu lassen, sich einen speziellen Titel von ihm zu wünschen und Alexa auf dem anderen Lautsprecher den Song raten lassen – oder umgekehrt. Mit Apple ist Sonos angeblich auch schon länger wegen Siri im Gespräch, hat aber noch nicht konkretes zu dem Thema zu sagen. Allgemein skizziert Sonos-CEO Patrick Spence nur die Vision, mehrere Assistenten auf einem Gerät laufen zu lassen. Wenn sich dann nicht Siri, Alexa und der Google Assistant plötzlich spontan auf dem Sonos unterhalten …

Gar nicht so kompliziert : Das neue Pride-Zifferblatt, das Apple mit watchOS 5.2.1 ausgeliefert hat, beeindruckt mit Animationen der Regenbogenstreifen. Weniger fasziniert der Mangel an Komplikationen, aber das Pride-Ziffernbaltt soll auch eher optisch wirken als Nutzen bieten. Denn das sind Komplikationen vor allen Dingen: Nützlich – und keineswegs kompliziert. Der Begriff geht noch zurück auf mechanische Uhren, auf denen die Komplikationen, die zwar an das Uhrwerk angeschlossen waren, aber noch andere Funktionen hatte, als nur die Uhrzeit  anzuzeigen - etwa das Datum oder die Mondphasen. Auf der Apple Watch versteht man Komplikationen nun auf Grundfunktionen reduzierte Apps, die auf dem Zifferblatt zu sehen sind. Unter anderem auch das Datum und die Mondphasen, aber noch viel mehr. Etwa die verbleibende Zeit auf einem Timer. Oder die Zeit bis zum nächsten Sonnenauf- oder untergang. Andere Komplikationen sind vor allem Schalter, die schnell zu den eigentlichen Apps wie Training oder EKG führen. Mir der Apple Watch Series 4 hat Apple zwei neue Zifferblätter namens Infograph (digital und analog) eingeführt, die bis zu acht verschiedene Komplikationen anzeigen. Das müssen nicht solche der Standard-Apps sein. Leif Johnson zeigt auf Macworld, welche Apps aus dem App Store sich auch als Komplikation lohnen - gerne auch als einzige auf einem entsprechenden Zifferblatt.

Saturn: Apple Watch mit 150 Euro an Zugaben

In den Märkten und online ist die Apple Watch Series 4 mit 44-Millimeter-Gehäuse und LTE-Chip bei Saturn für 549 Euro zu haben . Der Preis liegt damit zwar nur um zehn Euro unter dem bei Apple dafür aufgerufenen, die Zugaben haben es aber in sich. So legt Saturn einerseits einen Einkaufsgutschein in Höhe von 70 Euro bei und dazu das Ladegerät Chargeair All von Terratec , das iPhone und Apple Watch drahtlos mit frischer Energie versorgt. Der Charger ist derzeit mit einer Lieferzeit von 12 Wochen gelistet, sein unverbindlicher Verkaufspreis beträgt 70 Euro. So kommt man bei der Apple Watch Series 4 insgesamt zu einer Ersparnis von 150 Euro. Das gleiche gilt in Sachen Zugaben und Rabatt für das 40-mm-Modell, das Saturn für 519 Euro anbietet . Das 44-mm-Modell kommt mit schwarzem Sportarmband, das der 40-mm-Uhr trägt den Farbton "Pink Sand"

Bitte beachten: Es handelt sich hier jeweils um das Modell mit LTE-Chip, mit einem entsprechenden Vertrag bei der Telekom oder Vodafone kann man die Uhr unterwegs auch völlig unabhängig vom iPhone nutzen, Musik streamen, Nachrichten wie Mails empfangen und bearbeiten und vieles mehr.

Im gleichen Katalog bietet Saturn auch das Fitnessarmband Fitbit Charge 3 ( hier von Macwelt getestet ) an, das 115 Euro statt sonst 133 Euro kostet. Dazu gibt es den Standmixer Koenic KBL 350 Spot Blender hinzu – den aber bitte nicht für "Will it blend?"-Versuche nutzen.

Auch Gutscheine für den App Store bietet Saturn zu Sonderkonditionen an, auf den 100-Euro-Gutschein gibt es einen Zuschlag von 15 Euro, mit dem 50-Euto-Gutschein gibt es ein Guthaben von 57,50 Euro und auf den 25er die gleichen 15 Prozent Zuschuss, als 3,75 Euro. Mehr Details zu aktuellen iTunes-Rabatten und Gutscheinen lesen sie hier .

Die Angebote gelten nur so lange, der Vorrat reicht, längstens bis zum 25. Mai. Alle Angebote der aktuellen Saturn-Aktion finden Sie hier auf einen Blick.

Wie Snapchat: Spotify testet Stories-Funktion

Stories wie bei Instagram, Facebook, Whatsapp oder Snapchat sind richtig durchgestartet. Die Kurzvideos sind so trendig, dass nun nicht mehr nur Social-Media-Plattformen oder Messenger darauf abzielen. Der beliebte Streamingdienst Spotify testet aktuell auch sein Stories-Feature mit dem Namen „Storyline“.

Laut Techcrunch testet der schwedische Streamingdienst dabei eine ganz eigene Variante, mit der Musiker den eigenen Fans erweiterte Einblicke in die kreativen Prozesse bei der Schaffung neuer Werke verschaffen können. Spotify testet die neue Funktion derzeit über die Android- und iOS-Apps in den USA sowie „anderen Märkten“. Welche Märkte das neben den USA nun im speziellen sind, ließ der Streaming-Gigant jedoch offen.

Das neue Feature „Storyline“ soll dabei ähnlich wie die bereits bekannte Funktion „Behind the Lyrics“ funktionieren, die Fakten über Songs und Alben liefern und Geschichten rund um die Songs sowie Alben erzählen.

Mit der neuen Funktion würde Spotify also einen Mehrwert für Künstler sowie Kunden schaffen. Von den Stories mit denen Musiker noch mehr Nähe zu den Fans aufbauen könnten, kann der Streaminganbieter jedoch auch selbst profitieren. Der Vorteil: Nutzer würden deutlich länger mit der App interagieren und auch selbst produzierte Inhalte oder Werbung über die Funktion verbreiten.

Google eröffnet globales Zentrum für Datenschutz in München

Google spricht im offiziellen Google-Blog darüber, wie wichtig es dem Unternehmen sei, die privaten Informationen der User zu schützen: „Wir glauben, dass Privatsphäre und Sicherheit für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen zugänglich sein müssen, und mit unseren Produkten ermöglichen wir jedem, klare und sinnvolle Entscheidungen rund um seine Daten zu treffen.“

Das es Google ernst ist, zeigt die Firma nun mit der Eröffnung des „Google Safety Engineering Center“ (GESC) in München in dieser Woche: „Wir erhöhen unsere Aktivitäten und verdoppeln die Zahl der Datenschutz-Experten in München bis Ende 2019 auf mehr als 200, was Deutschland zu einem globalen Drehkreuz für die produktübergreifende Datenschutzarbeit von Google macht“, schreibt Google dazu im eigenen Blog. Das Team in München wird dabei mit Datenschutzspezialisten der Google-Büros in Europa und dem ganzen Rest der Welt zusammenarbeiten. Die Produkte, die in München entwickelt werden, sollen dann auch weltweit genutzt werden.

Weiterhin gibt Google an, dass mit der Investition in München, die Mitarbeiterzahl von Google in Europa erstmals die Marke von 1.000 Mitarbeitern geknackt wird. Laut Angaben ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen in Europa.

Aber auch andere sollen von der Entwicklung bei Google profitieren. Dazu richtet Google einen Förderfonds in Höhe von 10 Millionen Euro ein, dieser trägt den Namen „Google.org Impact Challenge on Safety“: „Der Förderfonds soll gemeinnützige Organisationen, Universitäten, akademische Forschungseinrichtungen, gewinnorientierte Sozialunternehmen und andere Expertenorganisationen in ganz Europa unterstützen, die sich mit Sicherheitsthemen befassen“.

 


Audi vernetzt in Ingolstadt Autos mit Ampelschaltung

Ampelschaltungen sind zwar schon deutlich intelligenter geworden, wirklich ideal wäre jedoch eine Vernetzung mit allen Fahrzeugen, die die Ampel passieren wollen. Diesen Schritt geht nun der deutsche Autohersteller Audi. Nach mehreren Testläufen in den USA sollen nun am Firmensitz in Ingolstadt bestimmte Audi-Modelle über einen Umweg mit den Ampeln kommunizieren . Dadurch erhalten Fahrer Informationen darüber, mit welcher Geschwindigkeit sie die nächste Ampel ansteuern sollten, um bei Grün direkt weiterfahren zu können. Der Startschuss soll im Juli 2019 erfolgen, danach will Audi das Projekt 2020 auf andere Städte in Europa ausweiten.

Technisch haben die Ampeln keine direkte Verbindung zum Fahrzeug. Stattdessen werden die Ampeldaten von der städtischen Verkehrsmanagementzentrale an den Projektpartner Traffic Technology Services TTS übermittelt. Die dort aufbereiteten Daten werden im Anschluss per Mobilfunk an den Bordcomputer der Audis geschickt. Laut Audi könnten auch andere Hersteller auf die Daten zurückgreifen. Auch die Stadt wünscht sich eine breite Unterstützung unterschiedlicher Autohersteller. Leider lässt sich die Funktion nicht nachrüsten, sie steht nur in den Modellen E-Tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8 zur Verfügung, die ab Mitte Juli 2019 gebaut werden.

 

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