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Morgenmagazin vom Mittwoch, 15. Oktober 2014

15.10.2014 | 07:24 Uhr |

Was heute wichtig wird: 15. Oktober 2014 +++ Akvis Charcoal 1.0 erstellt Kohle- und Kreidezeichnungen +++ Dropbox widerspricht Berichten über Hacks +++ Windows 10 TP: Microsoft meldet über 1 Million Tester +++ Anonabox: Tor-Router soll NSA & Co. aussperren

Was heute wichtig wird: 15. Oktober 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Es wird nun doch Herbst, schneller als sich das mancher wünscht. Der heute anstehende Bahnstreik treibt Pendler trotz Regen, Kälte und rutschigem Untergrund noch einmal aufs Fahrrad, gestern war es aber noch weit sommerlicher. Wie das Wetter am 15. Oktober 1582 in Mitteleuropa war, wissen wir nicht, Wetteraufzeichnungen wurden erst mehr als zweihundert Jahre populär. Die Zahlen auf dem Kalender interessierten damals auch nur wenige Gelehrte und Priviligierte, die könnten aber geseufzt haben: "Heuer ist es verdammt schnell Herbst geworden, gestern war doch noch der 4. Oktober." Derartiges ist nicht überliefert. Man kann aber Scherzfragen stellen wie: "Was geschah am 14. Oktober 1582 in Rom?" und die verblüffende Antwort geben, dass es diesen Tag im Kalender nie gegeben hat. Die Ungenauigkeit des julianischen Kalenders machte die Reform notwendig, da ein Jahr eben nicht exakt 365 und einen Viertel Tag hat, sondern etwas weniger, hat sich seit dem Altertum ein Fehler von zehn Tagen in den Kalender eingeschlichen. Mit der Folge, dass der Frühling im Kalender immer früher kam. zur Zeiten der Renaissance fiel die Tag- und Nachtgleiche schon auf den 11. März. Die Lösung: In 400 Jahren muss der 29. Februar dreimal ausfallen, das war in den Jahren 1700, 1800 und 1900 bisher der Fall, das nächste Mal wird das 2100 so sein. Den seit dem Altertum kumulierten Fehler strichen die Hüter des Kalenders auf Geheiß von Papst Gregor kurzer Hand, indem sie auf den 4. Oktober einfach den 15. Oktober folgen ließen. Wie gesagt, war das genaue Datum nur wenigen Gelehrten stets bekannt, eine derartige Reform ohne Weiteres durchzuführen. An den gregorianischen Kalender haben sich aber nicht sofort alle angeschlossen, Russland folgte etwa erst nach dem Ersten Weltkrieg. Das war auch der Grund, warum die Sowjetunion den Feiertag der Oktoberrevolution immer erst am 5. November beging.

Auch in Apples Geschichte ist der 15. Oktober von Bedeutung, an jenem Tag im Jahre 1993 reichte CEO John Sculley seinen Rücktritt ein. Sculley, der gut zehn Jahre zuvor von Steve Jobs persönlich bei Pepsi abgeworben war, hatte dem Startup so etwas wie Struktur gegeben - und im Ringen um Kompetenzen den Gründer im Jahr 1985 aus der Firma geekelt. Was folgte, waren zunächst wirtschaftlich erfolgreiche Zeiten, nicht aber der revolutionäre Macintosh, sondern der Dauerbrenner Apple II spülte zuverlässig Geld in die Kassen. Das Produktportfolio Apples wurde unter Sculley aber immer verworrener, Bemühungen um ein neues, moderneres Betriebssystem verliefen alsbald im Sande und der von Sculley als neuer Heilsbringer gepriesene Taschencomputer Newton erwies sich als Flop. Erst gut 15 Jahre später würde Apple mit iPod, iPhone und iPad reüssieren. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

"We don't believe in tradeshows": Apple hat bereits vor fünf Jahren der Macworld Expo den Rücken gekehrt, auch andre Messen wie die Cebit oder die CES besucht Apple längst nicht mehr. Ohne den Hauptdarsteller ist eine Messe wie die Macworld Expo, die seit 2010 als Macworld|iWorld firmiert, aber nicht lebensfähig. IDG World Expo hat daher beschlossen, die MacworldiWorld bis auf Weiteres pausieren zu lassen, womöglich ist die Pause für immer. Unser Macworld-Kollege Christopher Breen erinnert sich an legendäre Ausgaben der Macworld Expo, Auftritte von Steve Jobs und das "one more thing".

Fünf DSLRs für Einsteiger : Die beste Kamera ist meist die, die man dabei hat und das ist in vielen Fällen die des Smartphones. Gründe für eine digitale Spiegelreflexkamera gibt es aber genug, Macworld hat eine Auswahl von fünf Geräten für Einsteiger getestet, kein Modell kostet mehr als 900 Euro.

Ende der irischen Steueroase in Sicht : Die Regierung der Republik Irland hat angekündigt, das als "Double Irish" bekannte Steuerschlupfloch schließen zu wollen. Firmen wie Apple, Microsoft oder Google droht in Zukunft eine deutlich höhere Steuerlast, Wirtschaftsexperten fürchten für Irland, dass sich die Branchenriesen bald eine andere Oase suchen und diese auch finden werden. Es soll aber Anreize geben, die Großkonzerne im Land zu halten. Irland kämpft schließlich immer bis in die letzte Minute...

Bono entschuldigt sich : Nicht jedem hat das am 9. September überreichte Geschenk "Songs of Innocence" gefallen. Mittlerweile räumt auch U2-Sänger Bono ein, die Band habe ihre Selbstpromotion wohl ein wenig übertrieben und entschuldigt sich für die Strapazen. Mittlerweile ist das neue Album im iTunes Store nur noch regulär zu kaufen.

iPad am Scheideweg : Der Blogger The Walrus IV macht sich bei Business Insider Gedanken, welchen Erfolg das iPad in Zukunft haben wird. Der Markt scheint mittlerweile gesättigt, das morgen anstehende neue Apple Tablet wird zeigen, wohin der Weg führt.

Weitere Nachrichten:

Akvis Charcoal 1.0 erstellt Kohle- und Kreidezeichnungen

Akvis Charcoal ist nach der Beschreibung desEntwicklers ein künstlerisches Werkzeug zur Umwandlung von Fotos in Kohle- und Kreidezeichnungen. Mit dem Programm lassen sich demnach professionell aussehende expressive Schwarz-Weiß-Zeichnungen erstellen. Außerdem könne man damit eine Reihe von eindrucksvollen künstlerischen Effekten erzielen, wie zum Beispiel Sanguine, indem man mit den Farben spielt. Das Programm erlaube es ferner, die Umwandlung eines digitalen Fotos in eine Kohle- und Kreidezeichnung in Echtzeit zu beobachten. Dazu macht es während der Verarbeitung Schnappschüsse und lässt dem Anwender die Wahl zwischen diesen. Mittels dieser Funktion soll es möglich sein, verschiedene Zeichnungen zu entwerfen, ohne die Einstellungen anpassen zu müssen.

Um eine Zeichnung authentischer zu gestalten, kann man zudem aus einer Vielzahl von Leinwandstrukturen auswählen. Auch das Hinzufügen der eigenen Unterschrift zu einem Bild im Stile eines ”Künstlers” ist möglich. Das Programm bringt 34 einsatzbereite Presets (voreingestellte Filter) mit, zudem lassen sich eigene Presets erstellen, indem man seine Lieblingskombinationen der Parameter speichert.

Charcoal 1.0 lässt sich kostenlos herunterladen und mit allen Funktionen des Programms während der 10-tägigen Testzeit ausprobieren. Die Software läuft unter Windows XP/Vista/Win7/Win 8 sowie unter Mac-OS X 10.6 bis - OS X 10.9. Sie steht als eigenständiges Programm (Standalone) und als Plug-in für ein Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop zur Verfügung.

Die Home-Lizenz von Akvis Charcoal kostet 39 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Andere Lizenztypen und Programmversionen bietet der Entwickler auf seiner Homepage an.

Dropbox widerspricht Berichten über Hacks

Über 7 Millionen Zugangsdaten zu Dropbox-Konten sind in den Besitz von Hackern geraten. Teile des entwendeten Datensatzes wurden im Forum von Pastebin gesichtet. Die Hacker gelangten allerdings nicht direkt über Dropbox an die Daten, wie auch Dropbox selbst in einer ersten Stellungnahme betont.

Demnach seien alle Berichte falsch, laut denen Dropbox gehackt worden sei. Vielmehr sei es den Angreifern gelungen, über einen nicht zu Dropbox gehörenden Dienst an Nutzernamen und die dazugehörigen Passwörter zu gelangen. Die Angreifer hätten dann versucht, über diese Daten ein Zugriff auf die Dropbox-Konten zu erhalten. Man habe aber bei Dropbox Sicherheitsmechanismen im Einsatz, die solche verdächtigen Login-Versuche erkennen und anschließend einen automatischen Passwort-Reset durchführen. Außerdem hat Dropbox auch laut eigenen Angaben die im Web aufgetauchten Zugangsdaten überprüft und betont, dass diese in keiner Verbindung mit Dropbox-Konten stünden.

Dropbox nutzt die Gelegenheit, um seine Nutzer erneut dazu aufzufordern, die Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Dropbox einzusetzen, um von solchen und ähnlichen Attacken sicher zu sein. Diesem Ratschlag können auch wir uns nur anschließen. Nicht nur Dropbox, sondern nahezu alle großen Internet-Dienste bieten eine solche Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Wie Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihren Schutz richtig einsetzen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Windows 10 TP: Microsoft meldet über 1 Million Tester

Vor knapp zwei Wochen ging Windows 10 Technical Preview an den Start. Microsoft rief und ruft Windows-Enthusiasten aus aller Welt zum Testen des Windows-8-Nachfolgers auf. Die Resonanz ist enorm, wie erste Zahlen zeigen, die Microsoft nun verraten hat.

Laut Angaben von Microsoft haben sich bisher über eine Million Anwender beim Windows Insider Program angemeldet, um Microsoft mit Feedback über Windows 10 Technical Preview (TP) zu versorgen. Bereits über 200.000 einzelne Hinweise seien bei Microsoft über diesen Weg bereits eingegangen.

Rund 36 Prozent aller Windows-10-TP-Installationen erfolgten auf einer virtuellen Maschine (wie einfach das geht, erläutert wir in diesem Artikel). Die restlichen 64 Prozent haben die Vorabversion von Windows 10 auf einem "normalen" Rechner installiert. Das sei ein Hinweis darauf, so Microsoft, dass das Feedback überwiegend von Anwendern stamme, die Vorabversion ausgiebig testen und nicht nur für ein paar Minuten innerhalb einer virtuellen Maschine.

68 Prozent der Tester öffnen täglich mehr als sieben Apps pro Tag. Das sei ein weiterer Hinweis darauf, dass Windows 10 TP ausgiebig getestet werde. Auf 25 Prozent der Test-Rechner würden sogar 26 Apps pro Tag und auf 5 Prozent gar 68 Apps pro Tag gestartet.

Microsoft ruft die Tester dazu auf, weiterhin fleißig ihr Feedback abzuliefern. Das Team arbeite hart daran, dass Feedback zu sammeln, zu kategorisieren und zu verarbeiten. Nicht immer müsse man sein Feedback schriftlich abgeben. Oft genügt es, sich der Meinung anderer Nutzer, die ein Feedback abgegeben haben, über einen Klick auf den "Me too"-Button im Feedback-Fenster anzuschließen. "Was wir hier tun, ist wie ein Flugzeug zu bauen, während es fliegt und mit euch als Co-Ingenieure", so Microsoft.

Den öffentlichen Beta-Test von OS X Yosemite hatte Apple auf eine Million Teilnehmer beschränkt, Zahlen über die tatsächlichen Downloads der Betas hat Apple nicht veröffentlicht. Nach dem offiziellen Start des Tests war die Anzahl der Gutscheine aber noch nicht ausgeschöpft.

Anonabox: Tor-Router soll NSA & Co. aussperren

Über die Nutzung von Tor können sich Internet-Nutzer vor allzu neugierigen Blicken auf ihr Treiben im Netz schützen. Die Nutzung setzt allerdings fortgeschrittenere Kenntnisse im Umgang mit dem PC und Software voraus. Genau hier will das Open-Source-Projekt Anonabox ansetzen: Eine witzige Mini-Box mit wenigen Anschlüssen soll die Nutzung von Tor kinderleicht machen.

Anonabox sammelt derzeit auf Kickstarter Geld für die Realisierung des Projekts. Das ursprünglich gesetzte Ziel wurde binnen kurzer Zeit erreicht. So sollten 7.500 US-Dollar gesammelt werden. Mittlerweile sind es bereits fast 200.000 US-Dollar von über 3000 Unterstützern. Und es könnte noch mehr Geld zusammenkommen, denn die Finanzierungsphase läuft noch 28 Tage.

Die Anonabox soll für 45 US-Dollar (etwa 35 Euro) auf den Markt kommen. Der Tor-Router soll automatisch alle von Ethernet und WLAN ankommenden Daten über Tor umleiten. Dazu genügt es einfach die Anonabox per Kabel oder kabellos mit dem Router zu verbinden. So werden die Daten vor neugierigen Blicken geschützt und die IP-Adresse der Nutzer verschleiert. Die Macher legen Wert darauf, dass Anonabox möglichst klein ist, um sie überall mitnehmen zu können. Auch Nutzer, die in Ländern mit Internet-Zensur leben, sollen von deren Einsatz profitieren, indem sie mit Anonabox schnell, bequem und günstig eine anonymisierte Internet-Verbindung einsetzen können.

So wird die Anonabox mit dem Router verbunden
Vergrößern So wird die Anonabox mit dem Router verbunden

In die Entwicklung der Anonabox haben die Initiatoren bereits über vier Jahre Entwicklungszeit gesteckt. Aus den ersten, eher unhandlichen Prototypen ist mittlerweile die vierte Generation entstanden, die nicht nur deutlich kleiner, sondern auch leistungsfähiger geworden ist. Das Projekt steht und fällt allerdings mit der Sicherheit der Anonabox. Hier betonen die Macher, dass das Projekt vollkommen Open-Source ist und damit der gesamte verwendete Code von Entwicklern auf Sicherheitslücken hin überprüft werden kann.

Wer das Kickstarter-Projekt mit mindestens 45 US-Dollar unterstützt, der soll als einer der ersten Nutzer voraussichtlich im Januar 2015 die Anonabox geliefert bekommen. Wer mehr als 51 US-Dollar in das Projekt steckt, erhält nicht nur den Tor-Router, sondern soll auch als Sponsor auf der Anonabox-Seite gewürdigt.

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