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Morgenmagazin vom Mittwoch, 16. Juli 2014

16.07.2014 | 07:26 Uhr |

Was heute wichtig wird: 16. Juli 2014 +++ Apple und IBM gehen Partnerschaft für mobile Unternehmensapps ein +++ iOS 7 erreicht Verbreitung von 90 Prozent +++ Unbubble.eu: Alternative Internetsuche ohne Google +++ Lumia 520 findet 12 Millionen Käufer +++ Samsung und Nest wollen neues Netzwerk für das Smart Home entwickeln +++ Microsoft plant angeblich großen Stellenabbau

Was heute wichtig wird: 16. Juli 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Normalerweise hält Apple am Freitag keine Pressekonferenzen oder Special Events ab, Dienstag und Mittwoch sind die bevorzugten Termine, will der Mac-Hersteller sich an die Öffentlichkeit wenden. Am Freitag, den 16. Juli 2010 sah sich Apple aber gezwungen, der Öffentlichkeit seine Sicht auf das darzulegen, was sich in den Wochen zuvor als "Antennagate" entwickelt hatte. Immer häufiger wurden Klagen von Nutzern des iPhone 4, dass Telefonate plötzlich beendet wurden, wenn sie ihr Smartphone in einer bestimmten Art und Weise hielten. Der "Grip of death" überbrückte eine Lücke der außen am Gehäuse angebrachten Antenne und ließ die Qualität der GSM- oder UMTS-Verbindung rapide sinken. Was Steve Jobs zur Erklärung hervorbrachte war nicht ohne Chuzpe: "Wir sind nicht perfekt. Smartphones sind nicht perfekt." Denn wie ein Video zeigte, hätten auch die Smartphones anderer Hersteller Probleme mit dem Empfang, hielt man sie in einer bestimmten Weise. Außerdem zeige die Software des iPhone in der Regel ein schlechteres Signal an, als es tatsächlich der Fall ist, und überhaupt: Nur 0,55 Prozent der Käufer des iPhone 4 hätten sich bei Apple beschwert, die Rückgaberate beim seinerzeit exklusiven US-Provider AT&T sei nur unwesentlich höher. Also nur ein Sturm im Wasserglas? Apple habe schließlich 100 Millionen US-Dollar in sein Antennen-Cener investiert, in dem nicht weniger als 16 Doktoren der Physik zusammen mit hunderten weiteren Mitarbeitern an der Empfangstechnik arbeiteten. Immerhin, räumte Apple ein, wer immer noch nicht davon überzeugt sei, erhalte eine kostenlose der von Apple "Bumper" genannten Hüllen für das iPhone 4.

Der Auftritt von Steve Jobs, der dafür extra seinen Sommerurlaub unterbrochen hatte, ist ein klassisches Beispiel für einen Spin der öffentlichen (der veröffentlichten Meinung). Samsung, Nokia und RIM waren zwar wenig begeistert, dass nun auch ihre Geräte in der Schusslinie standen, Apple hatte aber erfolgreich von einem Konstruktionsmangel abgelenkt. Schon die im Frühjahr 2011 erschienene CDMA-Version des iPhone 4 hatte ein anderes Antennendesign, auch das iPhone 5 kommt ohne den Mangel. Steve Jobs wirkte an jenem 16. Juli nicht nur so, als wolle er jemanden auf dem Mond schießen, "Antennagate" kostete tatsächlich dem leitenden Entwickler Mark Papermaster den Jobs, den Apple kurz zuvor erst von IBM losgeeist hatte. A propos "auf den Mond schießen". Das geschah auch an einem 16. Juli. Vor exakt 45 Jahren startete Apollo 11 zu seiner erfolgreichen Mondmission. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Was die Kooperation von Apple und IBM vor allem für Microsoft und Google bedeutet ( Infoworld )

Sling TV will nahtloses Fernseherlebnis für zuhause und unterwegs ( TechHive )

Die besten iPhone-Halterungen für das Auto ( Macworld UK )

Nach dem Ende von iPhoto dämmert es auch für iLife ( Macworld )

Weitere Nachrichten:

Apple und IBM gehen Partnerschaft für mobile Unternehmensapps ein

Apple und IBM wollen in Sachen Business-Apps für Mobilgeräte kooperieren und gehen eine Partnerschaft ein. Apple, das im Firmenumfeld traditionell schwach ist, hat in den letzten Jahren in den Unternehmenswelt dank iPhone und iPad immer mehr Aufmerksamkeit erhalten und mit IBM einen etablierten Partner für weiteres Wachstum gewonnen. "Zum ersten Mal überhaupt bringen wir IBMs renommierte Big-Data-Nalayse auf die Fingerspitzen von iOS," freut sich Apple-CEO Tim Cook in der Pressemeldung zur Kooperation, "das ist ein radikaler Schritt für Unternehmen und etwas, das nur Apple und IBM leisten können."

Die Vereinbarung von Apple und IBM umfasst vier Hauptpunkte. Zunächst verpflichten sich die Partner, gemeinsam iOS-Apps für spezielle Businesszwecke zu entwickeln. Dabei fokussiere man auf Wirtschaftsbranchen wie das Gesundheitswesen, den Handel, Banken, Versicherungen oder das Transportwesen.  Erste Apps unter der IBM-Marke Mobile First würden noch im Herbst 2014 erscheinen, im Jahr 2015 folgen weitere. IBM werde seine Service-Expertise einsetzen, um Cloud-Lösungen für die meisten Unternehmensbedürfnisse anbieten zu können. Auch beim Support werde man kooperieren, Apple Care wird Unternehmen und Privatpersonen 24 Stunden am Tag in sieben Tagen in der Woche zur Verfügung stehen. IBM werde schließlich auch Komplettlösungen inklusive iPhones und iPads an Firmen verkaufen.

Die Kooperation von IBM und Apple könnte für beide gewinnbringend sein, seit dem Verkauf seiner PC-Sparte an Lenovo im Jahr 2005 konzentriert sich "Big Blue" auf Dienstleistungen für Unternehmen. Apple hingegen bekommt dank der Partnerschaft mehr Zug in sein Firmengeschäft, ohne jenes mit Endverbrauchern vernachlässigen zu müssen. IBM und Apple waren in den frühen Jahren der Computer-Ära Konkurrenten im PC-Markt, den Apple zwar mit dem Apple I und Apple II erst definierte, IBM mit seinem Personal Computer genannten Rechner im Jahr 1981 einen Namen gab. Später arbeiteten beide Unternehmen gemeinsam an der Power-PC-Plattform und gründeten ein letztlich erfolgloses Joint-Venture namens Taligent, das ein modernes Betriebssystem entwickeln sollte.

iOS 7 erreicht Verbreitung von 90 Prozent

iOS 7 erreicht Verbreitung von 90 Prozent (c) IDG/IDG
Vergrößern iOS 7 erreicht Verbreitung von 90 Prozent (c) IDG/IDG

Die aktuelle iOS-Version iOS 7 ist auf 90 Prozent aller unterstützten Geräte installiert. Das geht aus den hier von Apple veröffentlichten Zahlen hervor. Gemessen wurde, mit welchen iOS-Versionen die Zugriffe auf den AppStore innerhalb von sieben Tagen bis zum 13. Juli 2014 erfolgten. Dabei landet iOS 6 mit 9 Prozent auf dem zweiten Platz. Der Rest entfällt auf ältere iOS-Versionen.

Deutlich stärker fragmentiert ist die Android-Welt. Erst kürzlich hatte Google erklärt, dass die aktuelle Android-Version Android 4.4 (Kitkat) auf 18 Prozent der Android-Geräte installiert ist. Deutlich höher fällt die Verbreitung von Android 4.1.x (Jelly Bean) mit 27,8 Prozent aus.

Apple hatte Anfang Juni offiziell iOS 8 vorgestellt. Die neue iOS-Version iOS 8 wird im Herbst veröffentlicht werden und enthält zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen.

Unbubble.eu: Alternative Internetsuche ohne Google

Unbubble.eu ist nach den Worten des Anbieters eine Suchmaschine, die ungefilterte Suchergebnisse liefern will, indem sie mehrere Suchdienste gleichzeitig nutzt, darunter Bing, Golem, Yahoo, die NY Times oder auch Wikipedia, aber ebenso Suchergebnisse aus Online-Shops wie Amazon, Lidl oder Plus. Eine Übersicht gibt es hier . Damit ist Unbubble eine Metasuchmaschine aus deutscher Herkunft, die nach eigener Auskunft keine Daten ihrer Nutzer speichert, sondern sicher verschlüsselte Verbindungen einsetzt und den Ursprung ihrer Besucher zudem verschleiert.

Neutralität soll bei der Darstellung der Suchergebnisse eine wichtige Rolle spielen. Unbubble finanziert sich durch Umsatzprovisionen, die in der Regel aus den eigenen Shopping-Quellen stammen, aber auch nur, solange sie Neutralitäts-Gesichtspunkten entsprechen, verspricht der Betreiber der Suchmaschine.

Um auch einen Beitrag zum Energie sparen zu leisten, hat sich der Anbieter für einen Hoster mit Ökostrom entschieden. Unbubble ist ein Projekt des Ingenieurbüros Sasse, das die Softwareentwicklung und den Betrieb der Plattform sicherstellt und als Kontaktadresse für die Website Ahrensburg im Südosten von Schleswig-Holstein angibt. Die Website gibt selbst umfassende Auskunft über ihre Hintergründe und ”Weltanschauung”. Der Name soll dafür stehen, dass der Anbieter die Suchblase – englisch "Search Bubble" – platzen lässt, in welche andere Suchmaschinen die Nutzer durch Filter stecken, worauf Unbubble bewusst verzichte.

Technisch interessant ist noch, dass sie sich als Standard-Suchmaschine in zahlreichen Browsern installieren lässt, eine Anleitung dazu findet sich hier . Anders als etwa Google bietet Unbubble.eu keine eigenen Bereiche für Bilder oder Videos. Teilweise werden entsprechende Funde wie etwa aus dem Bildbereich von Bing (Microsoft) direkt im Suchergebnisse dargestellt.

Lumia 520 findet 12 Millionen Käufer

Mit dem Lumia 520 hatte Nokia letztes Jahr ein günstiges Einsteiger-Gerät auf den Markt gebracht. Wie wpcentral.com nun berichtet, kommt das Smartphone scheinbar sehr gut an. Microsoft berichtet von über 12 Millionen Aktivierungen. Zuvor hätten schon Drittanbieter-Apps analysiert, dass das Lumia 520 und seine T-Mobile-Version 521 das bislang erfolgreichste Windows Phone seien. Microsoft gab schließlich die offiziellen Zahlen im Rahmen der Worldwide Partner Conference bekannt. Der Microsoft-COO Kevin Turner soll das Lumia 520 als das bestverkaufte Smartphone seiner Preisklasse bezeichnet haben. Seit der Übernahme der Handy-Sparte von Nokia kümmert sich Microsoft um den Verkauf der Lumia-Geräte. Das Lumia 520 ist derzeit schon zu Preisen von unter 100 Euro zu haben.

Samsung und Nest wollen neues Netzwerk für das Smart Home entwickeln

thread group, smart home
Vergrößern thread group, smart home
© Thread Group

Gemeinsam mit fünf weiteren Partnern wie die Chiphersteller ARM und Freescale Semiconductor haben die Unternehmen die Allianz Thread Group gegründet. Derzeitige Netzwerk-Technologien hätten zwar ihre Vorteile, würden aber der Verwirklichung des Internets der Dinge entgegenstehen, erklärte die Gruppe am Dienstag mit. So würden herkömmliche Lösungen zu viel Strom verbrauchen und nicht genügend miteinander kommunizieren. Oftmals seien Lösungen für das vernetzte Zuhause an bestimmte Geräte gebunden. Auch das neue Internet-Protokoll IPv6 werde nicht unterstützt.

Mit Thread wollen die Unternehmen jedoch nicht noch einen weiteren Anwendungs-Standard, sondern ein Protokoll auf Basis offener Formate entwickeln, das verschiedene Netzwerke verbindet. Bislang existierende Ansätze für drahtlose Netzwerke seien aus einer Zeit lange bevor vom Internet der Dinge an Boden überhaupt die Rede war, sagte der bei Google arbeitende Internet-Pionier Vint Cerf, der die Thread Group berät. Das neue Protokoll solle die Besten Bestandteile existierender Technologien kombinieren. Nest war von Google Anfang des Jahres für 3,2 Milliarden Dollar gekauft worden.

Bereits bestehende Initiativen wie Apples HomeKit sieht die Gruppe nicht als Konkurrenz. Soweit bisher bekannt sei, arbeite HomeKit eher als Medienzentrale (Hub), erklärte Chris Boross, der das Projekt bei Nest betreut, dem Technologie-Blog " Mashable ". Samsung hatte erst kürzlich zusammen mit Intel und Dell zur Entwicklung von Standards für das Internet der Dinge das Open Interconnect Consortium gebildet. (dpa/mje)

Microsoft plant angeblich großen Stellenabbau

Microsoft plant angeblich großen Stellenabbau (c) Microsoft
Vergrößern Microsoft plant angeblich großen Stellenabbau (c) Microsoft
© Microsoft

Microsoft plant den größten Stellenabbau in den vergangenen Jahren. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg am Dienstag. Mit der Verkündung der Maßnahme können bereits in dieser Woche gerechnet werden. Die Stellenstreichungen hängen demnach damit zusammen, dass Microsoft schlanker werden will und dabei auch die Nokia-Oyj-Handset-Sparte in das Unternehmen integrieren wolle.

Insidern zufolge könnten mehr Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, als beim letzten großen Stellenabbau im Jahr 2009, als sich Microsoft von 5800 Mitarbeitern und damit rund 5 Prozent aller seiner Mitarbeitern trennte. Microsoft hat derzeit und nach Übernahme der 30.000 Mitarbeiter Nokia-Handset-Sparte insgesamt knapp 130.000 Mitarbeiter weltweit. Microsoft-Chef Satya Nadella hatte erst vor wenigen Tagen die neue Kern-Strategie von Microsoft vorgestellt.

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