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Morgenmagazin vom Mittwoch, 16. September 2015

16.09.2015 | 07:02 Uhr |

16. September 2015 +++ iOS 9 kommt heute Abend +++ iOS 9: Was Unternehmer wissen müssen +++ iPad Pro als Vorhut für ARM-Macbooks +++ Drucker verlangt zu früh neue Tintenpatrone +++ Math 42: Geniale Mathe-Nachhilfe-App in neuer Version +++ Astronauten-Exkremente werden Sternschnuppen

Was heute wichtig wird: 16. September 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! In diesen unruhigen Zeiten muss man befürchten, dass manche Zeitgenossen nur noch zwei Arten von Quellen kennen: Absolut vertrauenswürdige und systemische Lügner. Die vertrauenswürdigen sind nicht natürlich die, die ohne jedwede Zwänge alles in das Internet schreiben, was sie wissen, die Lügner sind die, die von GEZ-Gebühren, Werbeeinnahmen, Vertriebserlösen oder einem Mix aus alldem bezahlt werden. Glücklicherweise trifft man nur selten auf derart eindimensionale Mediennutzer, der Widerspruch gegen ihre kruden Theorien über "Fakten" aus dem Hörensagen wird engagierter - Facebook muss sich vielleicht gar nicht alleine auf Projekte zur Förderung der "Counter Speech" verlassen. Wobei gerade die Meinungsblasen, die Algorithmen von Google und Facebook um ihre Kunden herum bilden, Teil des Problems sind. Das virtuelle soziale Umfeld und die angepassten Suchergebnisse bestätigen da oft nur ihre Sicht der Dinge, seriöse Medien brauchen da gar nicht Fakten kommen.

Nun ist aber auch nicht alles korrekt, was auf Papier gedruckt wurde oder über ein öffentlich-rechtliches Studio versandt. Hier wie dort sitzen auch nur fehlbare Menschen, die aber nach besten Wissen und Gewissen Tatsachen recherchieren und Weltlagen zu erklären versuchen. Dass ein halbwegs seriöses Medium mit einer Geschichte komplett daneben lag, ist aber auch schon ein Weile her, sieht man von den Halbwahrheiten und einseitigen Kampagnen mancher Organe der Boulevardpresse mal ab. Der "Stern" wollte 1983 einfach glauben, dass einem leicht schmierigen Reporter auf einmal ein Scoop sondergleichen gelungen war, man mag weder Redaktion noch Verlegern im Nachhinein eine Täuschungsabsicht der Leser unterstellen.

Eine heute völlig unglaubliche Lesertäuschung wurde heute vor 180 Jahren als solche erkannt. Am 16. September räumte die Zeitung New York Sun ein, die sehr erfolgreiche Serie über sensationelle Entdeckungen des Astronomen John Herschel war nur ein Schwindel - der Great Moon Hoax. Es gibt Leben auf dem Mond, hatte die Zeitung berichtet und damit so viele Exemplare wie noch nie zuvor verkauft. Die Artikel waren aber amüsant geschrieben und hätten durchaus als Science-Fiction-Erzählung bei den Lesern Anklang gefunden, hätte die Zeitung sei nicht als wahr verkaufen wollen. Der Grund, warum das viele sogar als bare Münze nahmen: Über den Mond und noch weiter entfernte Planeten und Trabanten war 1835 zu wenig bekannt. Es schadet aber auch heute nicht, Informationen zu sammeln und zu überprüfen, bevor man schier unglaubliche Erzählungen für wahr hält.

Aber zurück zu den Fakten: Apple wird heute Abend iOS 9 veröffentlichen, wann genau, wissen wir nicht. Vermutlich kommt aber gegen 19 Uhr unserer Zeit neues Leben in die iCloud - bildlich gesprochen.

Lesetipps für den Mittwoch:

Das bringt iOS 9: Wenn Apple heute Abend den Download von iOS 9 bereit stellt, wird vermutlich das Netz einer großen Belastung ausgesetzt. Während Sie auf den Installer warten, können Sie bei uns auf der Site ja nochmal genau nachlesen, welche Vorteile iOS 9 für iPhone, iPad und iPod Touch bringt.

iOS 9 - Was Unternehmen jetzt wissen müssen : Mit der neuen Version seines mobilen Betriebssystems richtet sich Apple nicht ausschließlich an private iPhone- und iPad-Nutzer. Der Konzern adressiert mit dem Update auch etliche Wünsche/Probleme aus dem Enterprise-Umfeld. Eine Übersicht über die wichtigsten neuen Funktionen aus Enterprise IT-Sicht geben unsere Kollegen der Computerwoche.

iPad Pro als Vorhut für das ARM-Notebook: Schon vor einigen Jahren kursierten Gerüchte, Apple würde zumindest für einen Teil seiner Notebooks den Umstieg von der Intel- auf die ARM-Plattform planen. Zu der Zeit hatte es jedoch noch keine 64-Bit-Chips auf ARM-Basis gegeben, in der Leistung hinkten sie noch weit hinterher. Mit dem iPad Pro jedoch das schon heute schneller sein soll als 90 Prozent aller Notebooks, wie Apple behauptet, wäre ein erstes leistungsstarkes Gerät mit ARM-Chip bereits da. Ist die Portierung von OS X auf die ARM-Basis also nur noch eine Frage der Zeit? Apple würde damit die Abhängigkeit vom Chip-Lieferanten Intel reduzieren.

Gefällt nicht: Es ist ja ein wenig paradox: Man sieht in seiner Facebook-Timeline einen Link zu einem bewegenden Ereignis und hat als Reaktionsmöglichkeit darauf den Like-Button, also etwa: "Udo Jürgens stirbt mit 80 Jahren an Herzinfarkt - gefällt mir!" Facebook will nun endlich die Optionen für Anteilnahme erweitern und plant die Einführung eines Dislike-Buttons, wie Mark Zuckerberg in einer Q&A-Session ankündigt. Dieser soll laut dem Facebook-Chef dazu dienen, Empathie auszudrücken, wie im geschilderten Fall. Rassistischen Kommentaren muss man anderweitig begegnen, hierfür soll es keinen Button geben, der Ablehnung per Klick auszudrücken hilft.

Fünf Jahre: Apple will nach internen Plänen sein Auto schon im Jahr 2020 auf die Straßen bringen, verrät eine Quelle Appleinsider. Apple habe bis dahin aber vor allem hohe Hürden bei der Konstruktion und Fertigung zu überwinden und müsse daher über Kooperationen mit etablierten Herstellern verschärft nachdenken. So kommt es unter Umständen gelegen, dass BMW in dieser Woche davon gesprochen hat, den Gesprächsfaden mit IT-Firmen im Allgemeinen und Apple im Speziellen wieder aufzunehmen. Derweil hat Apple in San Jose ein Gelände erworben, auf dem dereinst die Fabrik für das Apple Car stehen könnte.

Weitere Nachrichten

Drucker verlangt zu früh neue Tintenpatrone

Bellevue Fine Art Repro in Seattle hat getestet, wie viel Geld das Unternehmen mit ungenutzt weggeschmissener Druckertinte verschwendet. Das Unternehmen scannt und druckt Kunstwerke und Fotografien aus und setzt dafür vier Profi-Drucker des Typs Epson 9900 ein. In diesen Druckern stecken mehrere Tintenpatronen mit jeweils 700 ml oder 350 ml Tinte. Eine 750-ml-Tintenpatrone kostet bis zu umgerechnet 280 Euro. Ein volles Tinten-Set, so rechnet das Unternehmen vor, kostet pro Drucker weit über 1000 US-Dollar (etwa 884 Euro).

Regelmäßig weist der Drucker "freundlicherweise" darauf hin, dass sich in einer der Tintenpatronen nur noch weniger als ein Prozent Tinte befindet und daher ein Austausch notwendig ist. Bellevue Fine Art Repro hat nun nachgemessen, ob sich tatsächlich in den Tintenpatronen nur noch 1 Prozent Tinte befindet.

Den Test und das Ergebnis hat Bellevue Fine Art Repro in Form Videos auf Youtube ins Netz gestellt. Bisher wurde der Clip über 640.000 Mal angeschaut und sorgt auch für rege Diskussionen.

Das Ergebnis: Der Drucker schlägt Alarm, obwohl sich in einer 700-ml-Tintenpatrone noch 100 ml Tinte befinden. In einigen Fällen befand sich in den Tintenpatronen gar noch 150 ml oder mehr Tinte. In den 350-ml-Pattronen wurden zwischen 60 und 80 ml Tinte gemessen, obwohl der Drucker die 1-Prozent-Warnung ertönen ließ.

Extra gemessen wurde, ob der Hersteller mehr Tinte in die 700-ml-Patronen packt, um den Verlust durch den ungenauen 1-Prozent-Alarm zu kompensieren. Fehlanzeige.

Allein bei den 700-ml-Tintenpatronen, so rechnet es Bellevue Fine Art Repro vor, fordert der Drucker damit jedes Mal zum Wegschmeißen einer Tintenpatrone auf, in der sich noch Tinte im Wert von bis zu 50 US-Dollar (etwa 44 Euro) befindet.

Das Unternehmen selbst hat die Konsequenzen gezogen und laut eigenen Angaben die Drucker gewechselt. Die Begründung: Man wolle nicht mehr jeden Monat hunderte US-Dollar unnötig in den Müll werfen.

 

Math 42: Geniale Mathe-Nachhilfe-App in neuer Version

In der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" am Dienstagabend hatten die beiden 19 und 20 Jahre alten Entwickler und Mathe-Genies Maxim und Raphael Nitsche ihren Auftritt. Sie stellten den "Löwen" die geniale Mathe-Nachhilfe-App Mathe 42 vor und wollten eine Investitionssumme in Höhe von zwei Millionen Euro für 20 Prozent Unternehmensanteile. Die Investition sollte in die Weiterentwicklung der App fließen. Trotz des hohen Interesses der Löwen scheiterte das Vorhaben. Jetzt versuchen es die Jugendlichen auf eigene Faust: Frisch mit Ausstrahlung der Sendung ist nun die neue Version 2.0 von Math 42 im iTunes Store erhältlich. Und hat nun die Chance zum weltweiten Hit zu werden.

Ableitungen, Kurvendiskussionen oder Gleichungen lösen: Math 42 2.0 rechnet selbst komplexe Mathe-Aufgaben nicht nur aus, sondern vor allem dank künstlicher Intelligenz auch nachvollziehbar vor und ist damit ideal zur Vorbereitung auf die nächste Matheklausur. Die App liefert viele Übungsaufgaben mit Lösungsvorschlägen. Am besten legt man sich dabei das iPad neben dem Schreibblock auf den Schreibtisch, so dass man die Aufgaben erstmal für sich in Ruhe lösen kann. Das Tolle ist, dass Math 42 nicht nur die vorinstallierten Übungsaufgaben ausliefert, sondern dass der Schüler sich auch eigene Rechenaufgaben wie zum Beispiel aus dem Mathebuch in die App übertragen und sich das Ergebnis vorrechnen lassen kann.

In der neuen V ersion 2.0 von Math 42 haben die beiden jungen Entwickler die App komplett neu entwickelt und das Aussehen, Systematik und Intelligenz der Vorgängerversion übernommen. Aufgaben und Testergebnisse stehen jetzt allen registrierten Benutzern in der Cloud auf all ihren iOS Geräten zur Verfügung. Die auszurechnende Formel kann nun direkt in einer praktischen 2D-Darstellung eingegeben werden und nicht wie bisher in einer Eingabezeile. Die Tastatur bietet folgende neue Funktionen: n-te Wurzel, ggT, kgV, Fakultät, Betrag, arc-sin/-cos/-tan, rad/deg, Ungleichungen, Vektoren und nxm Matrizen.

Die grundlegende Version von Math 42 2.0 bleibt gratis. Neu hinzu kommen einige Premium-Funktionen, die angemeldeten Nutzern zunächst in den ersten 30 Tagen gratis zur Verfügung stehen und anschließend per Abo nutzbar sind. Dazu gehören folgende Premium-Funktionen:

• Gleichungen: Substitution und numerische Lösungen
• Fallunterscheidungen für Betrags- und Ungleichungen
• Analysis: Integrale (Partiell, per Substitution, Partialbruchzerlegung), Definiertes- und Undefiniertes Integral, Kurvendiskussion (Ableitungen, Nullstellen, Extrema, Wendepunkte)
• Lineare Algebra: Vektoren und Matrizen (Addition, Multiplikation, Determinante (2x2, Sarrus, Laplace), Inverse, charakteristisches Polynom, Eigenwerte und -Vektoren, Kern, Rang, Gauss-Algorithmus, LGS)

Astronauten-Exkremente werden Sternschnuppen

Die NASA will den Astronauten Scott Kelly für fast ein Jahr auf der ISS bleiben lassen und seinen Zwillingsbruder in der gleichen Zeit auf der Erde untersuchen. Die "Twins Study" -Mission soll Aufschluss über die Auswirkungen längerer Weltraum-Aufenthalte auf den menschlichen Organismus geben. In einer Infografik hat die NASA einige interessante Fakten zu Scott Kellys ISS-Besuch gesammelt. So wird der Astronaut an Bord 10.944 Sonnenauf- und untergänge beobachten können. Sein Bruder auf der Erde lediglich 684. Kelly wird auf seiner Mission außerdem über 700 Stunden spezielles Training absolvieren müssen, um seine Knochen, Muskeln und das Herz gesund zu halten.

In seiner Zeit auf der ISS wird Kelly 730 Liter wiederaufbereiteten Urin und Schweiß trinken und er wird über 1.000 Kilometer auf einem Spezial-Laufband laufen. Würde er in diesem Tempo zum Mars laufen, bräuchte er 216.000 Jahre. Ferner muss der Astronaut circa 383 Experimente über sich ergehen lassen, während er auf der ISS verweilt. Dazu kommt noch eine erhöhte Aussetzung von Radioaktivität - was für den Weltraum-Aufenthalt üblich ist. Denn umso dünner der Schutz der Atmosphäre, umso höher man also ist, desto größer die Dosis . Die NASA vergleicht: Auf der Erde müsste man 5.250 Mal von Los Angeles nach New York fliegen, um der gleichen Menge ausgesetzt zu sein wie Scott Kelly in rund einem Jahr auf der ISS. Und noch ein Detail verrät die NASA in ihrer Infografik: Kelly wird rund 82 Kilogramm Exkremente produzieren, die in der Atmosphäre verglühen werden und wie Sternschnuppen aussehen sollen.

Die NASA hatte erst vor rund einem Monat ein beeindruckendes Foto von der Erde zusammen mit dem Mond aus 1 Million Kilometer Entfernung veröffentlicht. Aus dieser Perspektive wird Scott Kelly den Mond wohl nicht zu sehen bekommen.

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