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Morgenmagazin vom Mittwoch, 17. Juli 2019

17.07.2019 | 06:58 Uhr |

Apple will in Podcasts investieren +++ Neue Emojis für iOS 13 und Catalina +++ Etwas langsamere SSD im Macbook Air 2019 +++ Kickstarter stoppt Finanzierung des deutschen Spiels Raw +++ iTAN-Verfahren wird Mitte September eingestellt +++ eGov: Jeder zweite Deutsche nutzt Online-Dienste der Behörden +++

17. Juli: Kalenderblatt

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Schon in den Kalender geschaut? Ja, wir wissen, es ist erst Mittwoch, das kann man noch so oft nachprüfen, Freitag wird es dadurch nicht schneller. Nein, wir meinen etwas anderes. Sie benutzen doch sicher die App "Kalender" auf Ihrem Mac? Haben Sie das Symbol im Dock? Fein - natürlich prangt darauf heute  das  Datum 17. Juli, egal, ob das Programm gerade aktiv ist oder nicht. Das war nicht immer so, in seinen ersten Fassungen zeigte das Icon in Form eines Abreißkalenderblattes den 17. Juli immer dann an, wenn der Kalender gerade aus war und das aktuelle Datum nur dann, wenn er lief. Sehen Sie mal in ihrem Programme-Ordner nach, dort ist nach der 17. Juli auf dem Icon zu sehen – und das nicht nur heute. Apple hat anscheinend noch keinen Weg gefunden, Icons außerhalb des Docks mit der Systemeinstellung "Datum und Uhrzeit" zu koppeln. Das wird sich in macOS 10.15 Catalina nicht ändern. Aber eine stehende analoge Uhr zeigt ja auch zweimal am Tag die richtige Zeit an …

Das mit der 17 ist nicht aus Lust und Laune entstanden, sondern hat wie so vieles bei Apple seinen Grund. Es war der 17. Juli 2002 als Steve Jobs in einer Keynote zur Eröffnung der Macworld Expo in New York - Apple sollte zum letzten Mal auf der Sommerausgabe der Mac-Messe ausstellen - mit Mac-OS X 10.2 Jaguar das zweite große Update des noch jungen auf Unix basierenden Betriebssystems zeigte. Jaguar war das erste Mac-OS X, dessen Spitznamen auch Einzug in die offizielle Nomenklatur feierte und das erste, das man richtig gebrauchen konnte. Hatte der Vorgänger Puma noch vor allem auf Verbesserung der Performance gesetzt und nur wenig Neues gebracht, kamen mit Jaguar etliche neue Funktionen. Etwa Bildschirmhintergründe und -schoner mit Fotos aus der eigenen Mediathek. ZeroConf, auch als Bonjour bekannt, mit dem man Geräte in Netzen einfach miteinander verknüpft, also null Konfiguration reinstecken muss. Die Handschriftenerkennung Inkwell, die vermutlich noch weniger Leute benutzt haben als die des schon damals historischen Newton – Apple hat für iOS die Technik völlig neu entwickelt.

Und neu war in Mac-OS X 10.2 an jenem 17. Juli eben auch der damals noch iCal genannte Kalender. Man kann es sich kaum vorstellen: Ein Computerbetriebssystem ohne eine Kalenderanwendung! Aber das war vor jenem Sommer in New York eben so. Auf den Markt gekommen für 129 US-Dollar oder Euro (in jenem Jahr als Bargeld auch neu!) ist Jaguar schließlich am 24. August. Auf dem Kalender prangt aber weiterhin die 17.

Zu jener letzten New Yorker Expo mit Apple hatte Steve Jobs noch zwei Dinge mitgebracht: Einen iPod, der sich nun auch an Windows-PCs via USB anschließen ließ und der damit überhaupt erst die Grundlage für den immensen Erfolg des Players legte. Und ein Handy, das sich mit dem Mac prima synchronisieren ließ. Das stellte aber nicht Apple her, sondern Sony Ericsson, dessen CEO extra dafür einen Slot in der Präsentation erhielt. Schon damals waberten erste diffuse Gerüchte durch die Blogosphäre, Apple könne ein eigenes Telefon mit dem Namen iPhone bauen. Nicht nur wir hielten das angesichts des neuen Sony Ericsson P 800 für Quatsch , vielleicht sogar die Verantwortlichen in Cupertino. Wie wir heute aber wissen, bekam Apple kurz danach die Multitouch-Technologie präsentiert und der iPod wurde ein so großer Erfolg, dass auch Handy-Hersteller scharf darauf wurden, iTunes auf ihre Geräte zu bekommen. Apple musste handeln - und warf bezüglich Interoperabilität des Mac mit dem Handy die Erkenntnisse des 17. Juli 2002 über den Haufen. Peter Müller

Weitere Nachrichten:

Mehr Vielfalt: Der 17. Juli ist Welt-Emoji-Tag, anlässlich des Datums zeigt Apple auf seiner Website eine Reihe neuer Emojis, die im Herbst mit iOS 13, iPadOS 13 und macOS 10.15 Catalina auf iPhone, iPad und Mac kommen. Das Emoji der haltenden Hände lässt sich nun weiter mit Geschlechtern und Hautfarben individualisieren, 75 Kombinationen werden möglich sein. Auf Apples Anregung hin hat das Unicode- Konsortium mehr Emojis für Menschen mit körperlichen Einschränkungen aufgenommen, Rollstühle, Hörgeräte, Blindenstock und Prothesen. Tiere wie das Faultier, der Skunk, der Orang-Utan und der Flamingo sind ebenso hinzugekommen wie neue Lebensmittel (Falafel, Knoblauch), Kleidungsstücke und Freizeitaktivitäten (Gleitschirm, Jojo, Banjo).

Zwei Apps : Mit Project Catalyst kommen ab Herbst jede Menge iOS-Apps in Mac-Fassungen heraus. Apple hat damit bereits im letzten Jahr angefangen, die Ergebnisse sind bisher wenig berauschend. Unser Macworld-Kollege Jason Cross hat aber zwei Anwendungen ausgemacht, die er gerne auf dem Mac sähe: Messages und Maps. Häh? Gibt es beides schon für den Mac, doch ist die Messages- oder Nachrichten-App auf dem Desktop oder Laptop nur ein schwacher Abklatsch der iOS-Fassung, auf die Apple in den letzten Jahren ganz offensichtlich mehr Wert gelegt hat. Auf dem Mac fehlt die Suche in GIFs, Memojis oder die Möglichkeit, mit anderen Apple-Pay-Nutzern via Messages Geld auszutauschen. Die Nachrichten-App also auf den Mac neu zu portieren, wäre also ein Ansatz, auch wenn es Apple mittlerweile glänzend gelingt, Chats über Geräte- und Plattformgrenzen hinweg synchron zu halten. Funktional weit weniger im Rückstand gegenüber der iOS-Version ist die Karten-Anwendung, doch bei ihr ist es das Interface, das sich irgendwie alt und behäbig anfühlt, hier täte Auffrischung Not. Wie auch immer: Bisher gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass Apple in Catalina Messages und Maps von iOS her erneuert. Aber macOS 10.15 ist ja auch nur ein weiterer Zwischenschritt der Entwicklung.

Geldding : Im Sommer solle die Apple Card in den USA auf den Markt kommen, hatte Apple Ende März versprochen. Aus Sicht von Meteorologen ist der Sommer schon halb vorbei, bis Ende August hätte Apple noch Zeit, seine Ankündigung einzuhalten. Der Kalender gewährt eine um drei Wochen längere Frist, bisher gibt es aber noch keine Signale, an welchem Sommertag genau Apple die mit Goldman Sachs entwickelte Karte ausgibt. Über einen internationalen Start hatte Apple noch gar nichts gesagt, in Europa wird man sich also eine Weile gedulden müssen, vielleicht über einige Jahre hinweg. Nun ist die kooperierende Bank im Endkundengeschäft noch unerfahren und in den USA werden Kreditkarten anders genutzt als hierzulande: So ist es etwa üblich, einen bestimmten Betrag am Monatsende auf der Karte stehen zu lassen und ihn über Raten zu entsprechenden Zinsen abzustottern - in Deutschland gleicht man den Betrag auf der Kreditkarte in der Regel komplett mit dem hinterlegten Girokonto aus. Trotz der Unterschiede und der damit verbundenen Wartezeit sind wir aber neugierig, was die Apple Card wirklich ist, wie sie funktioniert und welche Marktchancen sie hat. Diese und weitere Fragen sowie alle Antworten darauf hat Michael Simon auf Macworld zusammengestellt.

Gelauscht : Apple will laut eines Bloomberg-Berichts in exklusive Podcasts investieren, um damit sein Angebot zu stärken und Rivalen wie Spotify oder Stitcher hinter sich lassen. Dies bedeutet einen massiven Strategiewechsel in Sachen Podcasts, Apple hatte bisher eine neutrale Rolle eingenommen und Podcastern die Möglichkeit gegeben, ihre Programme via RSS-Feed in iTunes einzubinden. Apple hatte lediglich Listen kuratiert und hörenswerte Shows hervorgehoben, aber keinerlei Podcast finanziert oder produziert. Der Konkurrent Spotify hatte zuletzt 500 Millionen US-Dollar ausgegeben, um die beiden Podcast-Unternehmen Gimlet Media und Parcast mit ihren exklusiven Sendungen zu übernehmen.

Somewhere over the rainbow: Apples legendäres Regenbogen-Logo könnte in diesem Herbst auf einigen Produkten zurück kommen, spekuliert Macrumors. Das Gerücht ist aber recht vage, wie die Site selbst einräumt. Ein Tippgeber mit Verbindungen zu einem Apple-Angestellten habe das geraunt, könne aber keine konkreteren Voraussagen machen. Ob denn nun auf einzelne Macs der sechsfarbige Apfel prangen werde oder auf einer Sonderausgabe des iPhone, etwa einem ProductRed, ist nicht gewiss. Ebenso könnten sich die Pläne auch noch ändern, wenn sie denn überhaupt existieren. Das Regenbogenlogo hatte Apple im Jahr 1998 durch ein monochromes ersetzt, die Farbkombination spielt bei Apple aber weiter eine Rolle. Etwa als Armbandfarben samt zugehörigem Zifferblatt für die Apple Watch. Vor einigen Wochen war die Bühne auf der Einweihungsparty des Apple Park im Regenbogenlook gestaltet.

Weitere Nachrichten:

Etwas langsamere SSD im Macbook Air 2019

Apple kann zum ersten Mal seit Langem die Preise für die Macbook Air aggressiv reduzieren, so dass die Geräte für Schüler, Studenten und Bildungseinrichtungen im dreistelligen Bereich kosten und es so wieder mit billigeren Chromebooks aufnehmen können. Nach eigenen Angaben hat Apple dem Retina-Display noch die True-Tone-Option spendiert, dazu kommt die neueste Generation der Schmetterlingstastatur. Wie kann das sein, dass das ein Gerät mit einem besseren Display trotzdem billiger wird? Die Antwort auf diese Frage liefert die Seite Consomac (via 9to5mac ). Demnach baut Apple in den aktuellen Macbook Air eine langsamere und deswegen auch billigere SSD ein. Mit dem Blackmagic Disk Speed Test werden die Unterschiede deutlich. Die SSD im Vorgänger-Macbook erreichte 2 GB/s beim Lesen und knapp 0,9 GB/s beim Schreiben. Die SSD im aktuellen Macbook Air erreicht 1,3 GB beim Lesen und rund 1 GB/s beim Schreiben. Zu beachten: Consomac hat in beiden Fällen eine 256-GB-Variante der SSD vermessen, die Einstiegsvariante mit 128 GB ist noch ein Tick langsamer, bei beiden Macs – Macbook Air 2018 und Macbook Air 2019.

Ob die Nutzer bzw. die Zielgruppe von Macbook Air die Unterschiede bemerkt, bleibt fraglich. Bei unseren Tests der Festplatten konnten die Tester eine Spitzenauslastung der SSD erreichen und somit die Spitzenwerte registrieren, wenn große und aufwendige Dateien umkopiert werden. Da das Macbook Air als ein Gerät für Studenten etc. positioniert wird, werden die Nutzer nur selten die Spitzengeschwindigkeiten der Festplatte ausreizen können. Die üblichen Flaschenhalsstellen werden nach wie vor CPU- und/oder GPU-Leistung sein. 

Kickstarter stoppt Finanzierung des deutschen Spiels Raw

Das deutsche Entwicklerstudio Killerwhale Games wollte auf Kickstarter Geld für das ambitionierte Spiel Raw einsammeln. Kurz vor dem Ende der Kampagne wurden von fast 4000 Spielern weltweit schon 171.700 Euro beigesteuert . Nun wurde die Sammelaktion auf der Crowdfunding-Plattform überraschend gestoppt. Konkrete Gründe nennt Kickstarter nicht, vielmehr wird nur auf die Geschäftsbedingungen verwiesen. Gegenüber PC GamesN räumt Kickstarter aber ein, dass Killerwhale Games nur einen Teil der nötigen Mittel über Kickstarter sammeln wollte, für die Entwicklung des Spiels hätte das Geld nicht ausgereicht. Dies sei unzulässig.

Das ambitionierte Projekt Raw sieht sich selbst als Mischung aus GTA, Arma und Rust. In einer amerikanischen Stadt sollten 100 bis 200 Spieler gleichzeitig um Geld, Macht und Einfluss kämpfen – mit unglaublich vielen Spielarten und Möglichkeiten. Für ein in der Branche unbekanntes Studio ohne Berufserfahrung könnte dies auch ein zu großes Ziel gewesen sein. Schließlich würde es sich bei der Firmenzentrale nur um eine Wohnung in Fürth handeln. Killerwhale Games wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe und will auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo einen neuen Versuch zur Finanzierung von Raw starten.

iTAN-Verfahren wird Mitte September eingestellt

Der Bankenverband weist Kunden darauf hin, dass ab dem 14. September neue Regelungen für das Onlinebanking gelten. Ab diesem Datum müssen Banken mit einer sogenannten starken Kundenauthentifizierung die Identität des Nutzers überprüfen. Dafür sind mindestens zwei Faktoren notwendig. Das seit vielen Jahren angebotene iTAN-Verfahren erfüllt diese Vorgaben nicht mehr. Wer seine Bankgeschäfte also noch über eine TAN-Liste auf Papier realisiert, muss sich bis Mitte September um einen Wechsel des Authentifizierungsverfahrens bemühen.

Für jede Online-Überweisung ist dann eine eigens generierte TAN notwendig. Nur bei der Überweisungen von Kleinbeträgen kann auf eine TAN verzichtet werden. Auch Kartenzahlungen im Internet sollen künftig auf zwei Faktoren setzen. Die Nummer der Kreditkarte samt Prüfnummer reicht dann für Online-Einkäufe nicht mehr aus. Den Zugang zum Onlinebanking selbst wollen die Banken ab dem 14. September ebenfalls mit einem zweiten Faktor sichern. Dabei kann es sich um ein kostenpflichtiges Zusatzgerät für Verfahren wie BestSign, ChipTAN oder PhotoTAN handeln. Die Geräte erzeugen die TAN bei jeder Überweisung dynamisch. Alternativ lässt sich das Smartphone bei Verfahren wie QR-TAN oder AppTAN als Generator für diese Nummern nutzen. Das veraltete SMS-TAN-Verfahren, bei dem die TAN per Kurznachricht auf dem Handy landet wird nicht mehr von allen Banken unterstützt.

eGov: Jeder zweite Deutsche nutzt Online-Dienste der Behörden

Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zur E-Government-Nutzung der Deutschen bekannt gegeben . Wie die Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten ergab, nutzen im vergangenen Jahr rund 50 Prozent der Bevölkerung das Internet, um Behörden und öffentliche Einrichtungen zu kontaktieren. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil bei 39 Prozent. Das Statistische Bundesamt hat für die Erhebung Personen ab einem Alter von 10 Jahren nach der Nutzung von E-Government-Angeboten in den letzten zwölf Monaten befragt.

Am häufigsten wurden die Webseiten und Apps von Behörden und Einrichtungen zur Suche von Informationen genutzt (49 Prozent der Bevölkerung). Deutlich geringer fällt noch immer die Nutzung von Formularen aus. Nur 30 Prozent der Deutschen luden amtliche Formulare über das Internet herunter. Lediglich 16 Prozent nutzen das Internet, um amtliche Formulare online bei Behörden einzureichen. Die zögerliche Nutzung dieser Dienste erklärten die Befragten mit Sicherheitsbedenken beim Schutz der persönlichen Daten oder schlicht dem fehlenden Angebot seitens der Behörden und öffentlichen Einrichtungen.

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