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Morgenmagazin vom Mittwoch, 18. November 2015

18.11.2015 | 07:10 Uhr |

18. November 2015 +++ Ladestation für Apple Watch +++ Apple Pay in Australien und Kanada +++ Screenshots auf Apple TV erstellen +++ Emoticon wird Wort des Jahres +++ Google-App findet Antworten zu komplexen Fragen +++ Microsoft: Programmieren lernen mit Minecraft +++ Anonymous erbeutet Klarnamen von IS-Anhängern +++ Adobe warnt vor Photoshop-Problemen unter El Capitan +++

Was heute wichtig wird: 18. November 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Feiertag, aber nur für Schüler, Lehrer und Sachsen: Der Buß- und Bettag ist seit 1995 abgeschafft und führt nur noch zu schulfrei, außer eben in einem Bundesland. Vereinzelt wirft der Feiertag, der eigentlich keiner mehr ist, Probleme bei der Betreuung des Nachwuchses auf. Wundern Sie sich heute also nicht, kommt Ihr Kollege / Ihre Kollegin zu spät ins Büro, weil noch eine Betreuungsfrage zu klären war. Und seien Sie nachsichtig, wenn die spontane Antwort auf die Betreuungsfrage "Dann komm halt in die Arbeit mit!" lautete. Dafür hatten Sie heute früh bei der Anreise wunderbar leere Straßen, Busse oder Bahnen. Nur in Sachsen ist der Buß- und Bettag auch heute noch ein Feiertag nicht für Schüler und Lehrer.

Erst vor gut 80 Jahren wurde der Buß- und Bettag überhaupt als einheitlicher Feiertag am Mittwoch vor dem Totensonntag eingeführt, es dauerte gar bis 1981, bis er auch in überwiegend katholischen Gegenden arbeitsfrei wurde. Womöglich bot er sich seiner wechselhaften und jungen Geschichte als einheitlicher Feiertag als erster für die Streichung an, als Arbeitgeberverbände ob der zusätzlichen Belastung durch die Pflegeversicherung aufjaulten. Immerhin blieben Oster- und Pfingstmontag erhalten, während unsere Kollegen im angelsächsischen Sprachraum nur fragten "Was für Montage? Und wofür sollt Ihr büßen?".

Aber falls es Ihnen rechtzeitig gelungen ist, eine Betreuung zu organisieren oder selbst noch einmal einen Tag vor dem Advent frei zu nehmen: Herzlichen Glückwunsch! Nutzen Sie den Tag, Sie könnten ja entspannt mit den Weihnachtseinkäufen beginnen oder die Weihnachtsbäckerei einläuten.

Was bei Ihnen an Plätzchen auf den Weihnachtsteller kommt, wissen wir nicht, wenn's aber ein Mac unterm Weihnachtsbaum sein soll, wüssten wir da einen Hersteller und was der gerade so auf der Palette hat . Vermutlich ist der jetzt beste Zeitpunkt, einen neuen Mac zu kaufen und nicht nächste Woche. Da lockt zwar der Einzelhandel weltweit zum schwarzen Freitag in die Läden, was besonders in den USA zu wahren Einkaufsschlachten führt. Apple hat letztes Jahr schon nicht mehr mit gemacht und anstatt Rabatten an die Kunden lieber Umsatzanteile an die Wohltätigkeitsorganisation Global Fund ( Product Red ) abgegeben.

Ein zweiter Grund, nicht mehr mit der Neuanschaffung zu warten: In diesem Jahr hat Apple vermutlich keine weitere Produktaktualisierungen anstehen, wobei Mac Pro und Mac Mini diesen gut zu Gesicht stünden. Ist schon eine Weile her, dass Apple so spät im Jahr noch neue Hardware gezeigt hat. Vor 12 Jahren war das mit dem iMac 20 Zoll der Fall, der letzten Neuerung der Schreibtischlampenserie. Der am schwenkbaren Arm montierte Bildschirm wirkte aber ein wenig zu groß für den weiterhin kompakten Standfuß, der so gut zum 15-Zoll-Original vom Januar 2002 gepasst hatte. Noch größer wurde der iMac G4 dann auch nicht mehr, schon im September 2004 kam der iMac G4 mit dem heute noch gültigen Konzept: Alle Komponenten wie Festplatte, Hauptplatine und früher DVD-Laufwerk sind ist hinter dem Monitor angebracht. Schreibtischlampen verrichten aber auch heute noch ihren Dienst und sei es als Zweitgerät für Musik und Film. Mag der Monitor im Vergleich zu den heutigen Retinadisplay bis 27 Zoll eher wie ein Witz vorkommen, das Soundsystem des iMac G4 war großartig und klingt noch heute mehr nach Hi-Fi-Anlage als nach Computer. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch:

Von hinten durch die Brust ins Auge: Unsere Kollegen der Macworld betreiben einen kleinen Geheimnisverrat und erzählen allen, die es wissen wollen, wie man Screenshots von den Inhalten auf dem neuen Apple TV erstellt. Das ist nicht so trivial wie auf dem Mac, im Wesentlichen hat der iTunes-Guy Kirk McElhearn aber zwei Methoden ausfindig gemacht. Die erste besteht darin, die Entwicklungsumgebung  Xcode auf einem Mac zu installieren und diesen dann zugleich mit einem Fernseher mit dem Apple TV zu verbinde. Eine zweite Methode setzt auf Quicktimeplayer, mit dem man sogar bewegte Bilder mitschneiden kann. Dazu benötigt man keinen Fernsehapparat mehr, muss aber das Apple TV glauben lassen, es sei an einen angeschlossen. Das bewerkstelligt ein HDMI-Dongle, den es im Fachhandel zu kaufen gibt. Wir kennen noch einen dritten Weg, der zumindest mit dem alten Apple TV funktionierte, aber Pssst... Kollege Markus Schelhorn wird das heute im Laufe des Tages auf macwelt.de noch näher erläutern.

Ladegerät: Auf der französischen Website iGeneration sind Bilder einer Ladestation für die Apple Watch aufgetaucht, die angeblich ein von Apple offiziell herausgegebenes Magnetic Charching Dock darstellen sollen. Die Teller förmige Auflage hat in der Mitte eine kreisförmige Vorrichtung, die magnetisch an die Rückseite der Apple Watch andockt und diese mit Strom versorgt. Dabei lässt sich das Element hocklappen und die Apple Watch somit auf der Seite liegend laden - seit Apple Watch 2 kennt die Apple Watch den Nachttischmodus, in dem sie in dieser Weise platziert die Uhrzeit auf einem um 90 Grad gekippten Display anzeigt. Das Dock soll 89n Euro kosten und in Kürze in den Handel kommen.

Ausweitung : Apple Pay geht in Australien und Kanada an den Start, ist dort zunächst aber Kunden von American Express vorbehalten. Den Grund dafür nennt die für Apple Pay zuständige Apple-Managerin Jennifer Bailey. America Express betreibe das Zahlungsnetzwerk und gebe gleichzeitig auch die Karten heraus, weshalb zu Beginn Apple Pay am leichtesten umzusetzen wäre. Visa und Mastercard müssten den Umweg über Finanzinstitute gehen, welche die Kreditkarten herausgeben. In der Zwischenzeit weitet Apple die Infrastruktur für Apple Pay in den USA aus, die Bäckereikette Cinnabon rüstet ihre Filialen mit NFC-Terminals aus, ebenso will der Pizzabäcker Domino bis JAhresende dazustoßen. Starbucks testet Apple Pay in ausgewählten Filialen bis Ende 2015 sollen insgesamt 1,5 Millionen Zahlstationen für Apple Pay bereit stehen. Wann der Service nach Deutschland kommt, ist weiterhin völlig offen.

Wort des Jahres: Während hierzulande vermutlich das Wort "Flüchtlingskrise" zum Wort des Jahres werden dürfte, sind die Herausgeber des Oxford Dictinoaries bei der Kür ihres wichtigsten zeitgemäßen "Wortes" deutlich abstrakter. Das Rennen gemacht hat erstmals ein Emoticon und zwar jenes mit Tränen der Freude im lachenden Gesicht. Die Zeiten sind zwar mehr zum Heulen als zum Lachen, aber vielleicht bleibt nur noch nonverbale Kommunikation, wenn der Worte genug gewechselt sind. Falls Sie kein Smombie (Jugendwort des Jahres in Deutschland 2015) sind, der preiswürdige Smilie (oder Heuli) sieht so aus:  😂

Langzeitanwender vergräz t: Apple Music hat gewiss seine Vorteile, mit dem Service hat man auf Wunsch auch unterwegs permanenten Zugriff auf 30 Millionen Songs und kann für einen guten Preis jeden Monat beliebig viele Alben laden und hören, für die man sonst Unmengen ausgegeben hätte. Alle Musik in der Cloud zu sammeln macht vor allem für Anwender von iPhone und iPad mit ihren begrenztem Speicher Sinn, doch hat sich Apples Musikverwaltungsapp iTunes auf dem Mac nun zu ihrem Nachteil gewandlet, legt Wired in einem ausführlichen Feature dar. Muaiksammler, die eine immense Anzahl von MP3s auf ihren Festplatten horten kommen mit iTunes immer weniger gut zurecht und sehen sich nach Alternativen für die Musikverwaltung um.

Weitere Nachrichten:

Google-App findet Antworten zu komplexen Fragen

Die für Android und iOS erhältliche Google-App wurde grundlegend überarbeitet und kann dadurch auch komplexe Fragen beantworten. Als Beispiele nennt Google Fragen nach Superlativen, dem größten Spieler der Mavericks oder den größten Städten in Iowa.

Zusätzlich lassen sich auch Fragen stellen, die vom Algorithmus erst in Einzelteile zerlegt werden müssen. So führt die Frage nach der „Bevölkerungsanzahl in den USA zur Geburt von Bernie Sanders“ zum korrekten Ergebnis.

Speziell bei so komplexen Fragen könnten laut Google aber auch weiterhin fehlerhafte Antworten zutage kommen. Man arbeite aber weiterhin an der Suche und ihrer Fähigkeit, komplexe und in Sätzen formulierte Fragen zu beantworten. Die Anforderungen an die Datenbank und die nötige Verknüpfung der Einzelantworten sei jedoch sehr hoch.

Microsoft: Programmieren lernen mit Minecraft

In Zusammenarbeit mit Mojang AB und Code.org bietet Microsoft einen Online-Programmier-Workshop für Schüler und Lehrer an. Unter dieser Internetadresse können Interessierte spielerisch einfache Befehle erlernen und direkt in der Minecraft-Umgebung die Ergebnisse bestaunen.

Ziel des Workshops sei eine Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie Computer Informationen verarbeiten und Probleme lösen. Das Mindestalter für den Minecraft-Workshop gibt Microsoft mit sechs Jahren an. Zu Beginn warten 14 unterschiedliche Herausforderungen, die das Gelernte in die Praxis überführen sollen.

Zwar wird die Welt des Workshops in einer Von-oben-Perspektive dargestellt. Dennoch sorgen Musik, Grafik und Figuren für das typische Minecraft-Gefühl. Die hohe Bekanntheit von Minecraft soll gleichzeitig die Zugänglichkeit des Programmierkurses erhöhen.

Anonymous erbeutet Klarnamen von IS-Anhängern

Die Hacktivisten-Gruppe Anonymous hat, wie gestern angekündigt, ihren Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) intensiviert. Die Hacker wollen dabei die Webseiten und Social-Media-Konten von IS-Mitgliedern und -Sympathisanten offline nehmen. Viel spannender ist aber ein andere Aspekt des Anonymous-Kampfes gegen IS: Die Hacker haben anscheinend persönliche Daten wie die richtige Adresse und die Namen von IS-Mitgliedern erbeutet, die neue Anhänger für die Terrorgruppe rekrutieren wollen.

Die Hacktivisten stellen dazu Listen von Twitterkonten und Webseiten zusammen, die IS-Unterstützern gehören sollen. Journalisten der britischen Zeitung The Independent konnten die Listen zumindest teilweise einsehen und entdeckten in mindestens einem Fall auch Details wie die tatsächliche Adresse eines IS-Unterstützers. Bei der Person soll es sich um jemanden handeln, der für den IS neue Anhänger rekrutieren soll.

Derweil wurde über einen Twitter-Account von Anonymous eine Liste mit den rund achtzig Klarnamen veröffentlicht. Diese Namen stammen nach den Angaben der Hacker von der dänischen Version der Webseite Hizb ut-Tahrir . Zumindest einige der Namen können wir über öffentliche Quellen verifizieren. Obwohl Hizb ut-Tahrir eine fundamentalistische Partei ist, deren Ziele sich mit denen des IS überschneiden, konnte der Partei keine Terror-Unterstützung oder -Tätigkeit nachgewiesen werden. Die Anschläge vom 11. September in den USA sowie die Anschläge in London 2005 verurteilt die Partei.

Anonymous will nach eigenen Angaben bis jetzt erreicht haben, dass mehr als 5500 Benutzer-Konten von IS-Anhängern entfernt wurden. Anonymous hatte seinen Cyber-Kampf gegen IS nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar 2015 begonnen. Der Kampf von Anonymous gegen den IS läuft unter den Hashtags # opISIS und # opParis. Dabei suchen die Hacker nach Webseiten und Twitterkonten von IS-Unterstützern. Die aufgespürten Twitterkonten melden die Hacker an Twitter, das die Konten daraufhin sperrt. Die entdeckten Webseiten wiederum greifen die Hacker vermutlich mit DDOS-Attacken an, damit diese nicht mehr erreichbar sind.

IS bezeichnet Anonymous-Mitglieder als Idioten

Der IS hat auf die Kriegserklärung von Anonymous unter anderem mit dem Schimpfwort „Idioten“ reagiert. Und ironisch gefragt, was Anonymous denn hacken wolle, wie Businessinsider berichtet. Schließlich gebe es ja nur Twitterkonten und Mailaccounts.

IS gibt Tipps gegen Hackerangriffe

Die IS-Anhänger tauschen aber bereits untereinander Tipps dazu aus, wie sie sich vor Anonymous schützen können. Die Ratschläge sind trivial: Man soll keine Links aus unbekannten Quellen anklicken. Und die IP-Adresse ständig ändern. Und via Twitter-Direktnachrichten oder Telegram Messenger   – ein von IS-Anhängern anscheinend bevorzugter Messenger – nicht mit Unbekannten kommunizieren.

Für die Verbreitung via Twitter empfehlen die IS-Strategen die Verwendung geeigneter Hashtags, um sich miteinander auszutauschen. Die eigentlichen Benutzernamen und Avatare sollten dagegen keine Rolle spielen und alle 10 bis 20 Minuten geändert werden. Damit wolle der IS vermeiden, dass Twitter durch die Sperrung verdächtiger Twitterkonten die Kommunikation und die Verbreitung von IS-Propaganda behindere. Ebenso empfehlen die IS-Strategen die Verwendung von Proxyservern für die Verschleierung ihrer Herkunft.

Adobe warnt vor Photoshop-Problemen unter El Capitan

Der Start von El Capitan im frühen Herbst wurde durch Kompatibilitätsprobleme mit den Office-Programmen überschattet . Word, Outlook und Co. konnten sich ohne Ankündigung verabschieden, erst einige Wochen danach haben die Entwickler die Absturz-Ursachen behoben. Nun gibt Adobe eine Warnung für Nutzer aus: Laut dem aktuellen Blogpost im Adobe-Supportzentrum kann die Bildbearbeitungssoftware Photoshop CC unter OS X 10.10 El Capitan in bestimmten Bereichen einfrieren und auf die Nutzer-Eingaben nicht reagieren.

Nach eigenen Angaben verzögert sich die Darstellung des Programms, wenn der Nutzer den Dynamischen Zoom betätigt oder oder auf die Symbolleistenfarben zugreift. Adobe gibt an, dass Apple bereits um die Probleme weiß, man arbeite an der Behebung. In der Zwischenzeit sollen sich die Photoshop-CC-Nutzer ein Kompatibilitäts-Plugin für den Mac laden und das Programm neu starten. Ein anderer Fehler betrifft wohl nur Macs mit NVIDIA-Grafikkarte. Dabei wird das Programmfenster dunkel, wenn der Nutzer versucht, die Bildgröße zu ändern. Der Hersteller rät hier die Grafik-Schnittstelle OpenCL abzuschalten. Dieses lässt sich in der Menüleiste im Punkt "Photoshop" machen: Einstellungen -> Leistung -> Erweiterte Einstellungen -> OpenCL deaktivieren.

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