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Morgenmagazin vom Mittwoch, 19. November 2014

19.11.2014 | 07:21 Uhr |

Was heute wichtig wird: 19. November 2014 +++ WatchKit für Apple Watch verfügbar +++ Verse: Wie IBM die E-Mail neu erfinden will +++ Synology veröffentlicht Disk Stations DS1515+ und DS1815+ +++ Intel legt seine PC- und Mobile-Division zusammen +++ Video: Tony Hawk probiert erstes Hoverboard aus

Was heute wichtig wird: 19. November 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wie vielen Eltern schulpflichtiger Kinder mag es erst gestern Abend aufgefallen sein, dass heute ein Feiertag ist, als der Nachwuchs mit dem Verweis darauf partout nicht ins Bett wollte? Der Buß- und Bettag ist seitdem er 1995 zugunsten des Arbeitgeberanteils an der Pflegeversicherung abgeschafft wurde, weit aus dem Bewusstsein gerückt. Allein - schulfrei ist der evangelische Feiertag immer noch, was vereinzelte Probleme bei der Betreuung aufwirft. Wundern Sie sich heute also nicht, kommt Ihr Kollege / Ihre Kollegin zu spät ins Büro, weil noch eine Betreuungsfrage zu klären war. Und seien Sie nachsichtig, wenn die spontane Antwort auf die Betreuungsfrage "Dann komm halt in die Arbeit mit!" lautete. Dafür hatten Sie heute früh bei der Anreise wunderbar leere Straßen, Busse oder Bahnen.

Erst vor 80 Jahren wurde der Buß- und Bettag überhaupt als einheitlicher Feiertag am Mittwoch vor dem Totensonntag eingeführt, es dauerte gar bis 1981, bis er auch in überwiegend katholischen Gegenden arbeitsfrei wurde. Womöglich bot er sich seiner wechselhaften und jungen Geschichte als einheitlicher Feiertag als erster für die Streichung an, als Arbeitgeberverbände ob der zusätzlichen Belastung durch die Pflegeversicherung aufjaulten. Immerhin blieben Oster- und Pfingstmontag erhalten, während unsere Kollegen im angelsächsischen Sprachraum nur fragten "Was für Montage? Und wofür sollt Ihr büßen?". Aber falls es Ihnen rechtzeitig gelungen ist, eine Betreuung zu organisieren oder selbst noch einmal einen Tag vor dem Advent frei zu nehmen: Herzlichen Glückwunsch! Nutzen Sie den Tag, Sie könnten ja entspannt mit den Weihnachtseinkäufen beginnen oder die Weihnachtsbäckerei einläuten.

Der 19. November 1984 war hingegen ein Montag, als erstmals eine Gruppe junger Hamburger Computerfreaks der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Dem Chaos Computer Club war es heute vor 30 Jahren gelungen, eine Sicherheitslücke im btx-System der Deutschen Bundespost ausfindig zu machen und zu nutzen. Insgesamt sackte der Club durch seine Manipulation 135.000 Mark von der Hamburger Sparkasse ein, bevor er die Lücke im System öffentlich machte - und das Geld natürlich zurück überwies. Computer waren in diesen Zeiten ominöse, meist nur von Experten bedienbare Kisten, doch hatte die für Kommunikation aller Art zuständige Behörde in Deutschland schon so etwas wie einen Internetvorläufer bereit gestellt. Computer sind heute immer noch ominös, aber mittlerweile von jedem und jeder leicht zu bedienen. Die Bundespost gibt es nicht mehr als Behörde, doch Sicherheitslücken findet man immer noch. Talentierte Hacker wie jene des Chaos Computer Club helfen heute noch dabei, sie zu entdecken, bevor es jene tun, die finstere Absichten hegen - und einmal erbeutetes Geld garantiert nicht mehr zurückgeben. Es ist zwar ein höchst weltlicher Gedanke, doch könnte man am heutigen Tag auch jenen freundlichen Hackern gedenken, die Notzeiten auf ihre Weise verhindern helfen. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Zurück in die Neunziger - so öffnen Sie Claris-Works-Dokumente : Man kann viel über Word und Konsorten schimpfen, doch lassen sich such uralte MS-Office-Dokumente mit den aktuellen Versionen der Software recht problemlos öffnen. Nicht so Dokumente, die in den späten Achtzigern und während der Neunziger mit Claris Works oder Apple Works erstellt wurden. Mit einem Umweg über Libre Office geht es. Und wie  Sie Ihre alten Texte und Tabellen finden, erklären unsere Kollegen der Macworld ausführlich.

Apple bald eine Billion US-Dollar wert? Der Kurs der Apple-Aktie steigt und steigt, keine andere Firma ist derzeit an der Börse so erfolgreich. Wo liegt die Grenzen und wann könnte sie erreicht sein?

Apple verliert Patentprozess um Pager: Pager sind längst als Technologie von gestern verschwunden, nicht erst das iPhone machte die kleinen Piepser überflüssig. Immerhin haben die Inhaber der entsprechenden Patente vor Gericht einen Erfolg erreicht, Apple wird mit dem iPhone der Verletzung der Patente schuldig gesprochen und muss 23,6 Millionen US-Dollar bezahlen. Vermutlich mit einem Griff in die Portokasse...

Daten ohne Backup wieder herstellen : Wir können es gar nicht oft genug betonen: Ein Backup rettet mehr als nur Daten. Aber auch hartnäckige Time-Machine-Verweigerer haben noch Chancen, beim Ausfall von Festplatte oder SSD an ihre Dokumente heranzukommen. Im Schadensfall ist vor allem frühes Eingreifen wichtig.

WatchKit für Apple Watch verfügbar

Apples erste Smartwatch mit dem Namen Apple Watch soll es irgendwann "Anfang 2015" geben. Die Smartwatch kommt in zwei Varianten mit 38 und 42 mm großem Gehäuse, die Preise beginnen bei 349 US-Dollar. Mehr Infos, wieviel die unterschiedlichen Versionen kosten oder welche technischen Details sich in der Apple Watch verbergen, gibt es noch kaum. Bei der Bedienung setzt die Watch nicht nur auf den Touchscreen, sondern verwendet eine digitale Krone. Mit der dreh- und drückbaren Krone lässt sich navigieren oder zoomen, ein Druck bringt einem zum Homescreen zurück. Beim Touchscreen gibt es mit "Force Touch" zudem eine Technologie, die leichtes Antippen von einem stärkerem Drücken unterscheiden kann. Und die "Taptic Engine" der Apple Watch ermöglicht ein Tippen der Uhr auf das Handgelenk - beispielsweise um den Träger an etwas zu erinnern.

Mit dem Software Development Kit (SDK) WatchKit können Entwickler Apps für die Smartwatch erstellen, um mit den neuen Technologien und der Benutzeroberfläche der Uhr zu experimentieren. Neben der Entwicklung von Apps lassen sich mit dem SDK und zusammen mit der ebenfalls verfügbaren ersten Beta von iOS 8.2 Kurzinfos und interaktive Mitteilungen der Apple Watch simulieren.

Laut Apple lässt sich über Apps vom Handgelenk aus beispielsweise das vergessene Licht ausschalten, nachdem man das Haus verlassen hat, und die Watch einen darauf hinweist. Mit der Watch lässt sich per App die Route umplanen, wenn ein Zug oder Bus Verspätung hat. Entwickler Apple zufolge mit WatchKit Kurzinfos integrieren, die Anwendern die für sie wichtigsten Informationen anzeigen, wie beispielsweise neueste Nachrichten, Sportergebnisse, die eingestellte Weckzeit oder den nächsten Schritt beim Kochen eines Rezepts.

"Die Apple Watch ermöglicht es uns, das Instagram-Erlebnis noch persönlicher werden zu lassen - und das zu jedem Zeitpunkt," sagt Kevin Systrom, Co-Founder und CEO von Instagram. "Dank den interaktiven Mitteilungen können Nutzer Fotos sofort sehen, favorisieren oder mit einem Emoji antworten. Die Neuigkeiten- und Betrachtungs-Liste in Instagram ermöglicht es, die neuesten Fotos der Freunde zu sehen, neuen Benutzern zu folgen und eine Echtzeit-Ansicht der eigenen Likes und Kommentare zu betrachten."

Apples iOS 8.2 Beta SDK mit WatchKit ist ab sofort für Mitglieder des iOS Entwicklerprogramms unter developer.apple.com/watchkit verfügbar. Die Seite zu WatchKit beinhaltet unter anderem einen Leitfaden für die Programmierung, Richtlinien zur Benutzerschnittstelle und Vorlagen. Im Laufe des nächsten Jahres wird es Entwicklern laut Apple möglich sein, vollständig native Apps für die Apple Watch zu erstellen. (cvi)

Verse: Wie IBM die E-Mail neu erfinden will

Eine seinerzeit noch etwas raue Vorabversion des unter dem Codenamen Mail.next entwickelten Interfaces hatte IBM bereits auf seiner Hausmesse Connect (vormals Lotusphere) in Orlando im Januar gezeigt . Mittlerweile hat IBM Verse den nötigen Feinschliff erfahren und macht die Inbox aus Sicht des Herstellers zum "intelligenten Assistenten für die Organisation und Priorisierung von Aufgaben und Geschäftskontakten" - Messaging-Erzrivale Microsoft bewegt sich mit Office Delve und dem Clutter-Filter in eine ähnliche Richtung, wenngleich noch weniger konsequent und integriert; Graph-Techniken gehört offensichtlich die Zukunft.

IBM Verse sei das Ergebnis einer 100-Millionen-Dollar-Investition und bringe erstmals führende Cloud-, Analytics-, Social- und Security-Funktionen zusammen, um dem Arbeiten mit E-Mail den Weg in die Zukunft zu bahnen, heißt in der Ankündigung von "Big Blue" . Verse wird über die Softlayer-Cloud bereitgestellt. Für ausgewählte Partner und Kunden startet im November 2014 ein Beta-Test; ab Ende des ersten Quartals 2015 soll Verse dann über den IBM Cloud Marketplace im Freemium-Modell allgemein verfügbar sein. Für iOS und Android sind entsprechende Apps avisiert.

Das Verse-UI hat IBM Design zusammen mit Kunden und Partnern entworfen.
Vergrößern Das Verse-UI hat IBM Design zusammen mit Kunden und Partnern entworfen.
© IBM

Das UI von Verse fasst verschiedene Kommunikationswege von E-Mail, Meetings und Kalender über File-Sharing, Instant Messaging und Social Media bis hin zu Videochats und anderen Tools zusammen. Bei einer Suche können die Nutzer sehr spezifische Informationen aus allen möglichen Content-Formaten in ihrer Inbox einsehen und abrufen. Die für IBM-Verhältnisse ungewöhnlich moderne Oberfläche von Verse wurde gemeinsam mit über 170 Kunden und Partnern im IBM Design Studio in Austin entwickelt und soll sich für alle Mobil- und Web-Umgebungen eignen, insbesondere auch für Touch-Geräte.

Die Lösung nutzt Analytics-Funktionen, um dem Nutzer auf einen Blick die wichtigsten Dinge zu zeigen, die an dem Tag zu erledigen sind. Das System "lernt" nach einiger Zeit die Vorlieben und Prioritäten des individuellen Nutzers selbstständig. Verse liefert ferner aktuelle Kontextinformationen zu laufenden Projekten: Der Anwender kann sich Mitarbeiterprofile anzeigen lassen, lernt die Beziehungen zwischen den Teams und einzelnen Teammitgliedern kennen, kann Aufgaben delegieren und Ergebnisse nachverfolgen. Informationen ans ganze Projektteam lassen sich als Blogpost bekanntmachen. Direkt daraus kann man wichtige Aufgaben direkt an einzelne Teammitglieder verteilen und deren Fortschritte nachverfolgen.

Verse vorgeschaltete Analytics-Funktionen sollen Informationen in ihren Kontext bringen.
Vergrößern Verse vorgeschaltete Analytics-Funktionen sollen Informationen in ihren Kontext bringen.
© IBM

IBMs Referenzkunde Cemex konnte die Verse-Beta bereits ausprobieren. "Die Einfachheit und Zweckdienlichkeit, mit der die Informationen präsentiert werden, machen die Nutzung sehr intuitiv", zitiert die Ankündigung Gilberto Garcia, Chief Technology Officer des Baustoffkonzerns. "E-Mail, Social- und andere Collaboration-Funktionen gehen nahtlos ineinander über, man ist nicht mehr gezwungen, zwischen Inbox, Kalender und anderen Apps hin- und herzuspringen. E-Mail mag man das gar nicht mehr nennen - und das ist nur eine der Facetten, die IBM mit Verse abliefert."

Zukünftig will IBM nach eigenen Angaben insbesondere die Analytics- und "Cognitive-Computing"-Verfahren in Verse weiter ausbauen. Nutzer sollen beispielsweise Watson direkt aus Verse heraus zu Themen befragen können und umgehend nach Zuverlässigkeit sortierte Antworten bekommen. (hal)

Synology veröffentlicht Disk Stations DS1515+ und DS1815+

Die neuen Disk Stations DS1515+ und DS1815+ von Synology sind jeweils mit einem Intel-Atom-Prozessor der C2000-Familie mit einem Quad-Core 2,4 GHz inklusive Intel AES New Instructions (Intel AES-NI)-Verschlüsselung ausgestattet sowie mit einem auf bis zu 6 GB RAM erweiterbaren Arbeitsspeicher. So sollen beide Modelle eine robuste Performance für unternehmenskritische Anwendungen liefern, speziell den verschlüsselten Datentransfer. Die vier Gigabit LAN-Anschlüsse unterstützen Link Aggregation und Failover. Dies gewährleistet dem Hersteller zufolge Schreibraten von über 410 MB/s für die DS1815+ und 390 MB/s für die DS1515+, was nahezu das Doppelte des Vorgängers sei. Dazu Lesegeschwindigkeiten von über 450 MB/s, was dazu befähigen soll, gleichzeitige Anfragen einer großen User-Zahl zu bearbeiten. Die DS1515+ und DS1815+ können auf eine Bruttokapazität von bis zu 90 respektive 108 TB skaliert werden, indem bis zu zweimal die Erweiterungseinheit DX513 angeschlossen wird.

Beide Modelle unterstützen das Synology High Availability, das sich deren multiple LAN-Ports zu Nutze macht, um höchste Betriebszeiten und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten, verspricht der Anbieter weiter. Die Unterstützung von SSD-Lese-/Schreib-Cache soll Unternehmen darüber hinaus eine erhebliche Durchsatzsteigerung ermöglichen, während die Speicherkosten pro GB minimiert würden. Zertifiziert für VMware, Citrix und Microsoft Hyper-V können beide NAS-Server nahtlos in bestehende Virtualisierungsumgebungen integriert werden und als leistungsstarke, zentrale Storages fungieren.

Die DS1515+ und DS1815+ werden vom Disk Station-Manager (DSM) betrieben, dem hauseigenen Betriebssystem für NAS-Server. Sein breites Spektrum an Anwendungen von Datensicherung bis hin zum Netzwerkmanagement ermögliche beiden Modellen alle essentiellen Business-Dienste anzubieten und die Arbeitsproduktivität zu erhöhen.

Synology Disk Station DS1515+ und DS1815+ sind ab sofort global verfügbar. Die UVP für die Disk Station DS1515+ liegt bei 714,00 Euro (UVP inklusive Mehrwertsteuer).

 

Intel legt seine PC- und Mobile-Division zusammen

Die neue Division soll Anfang nächsten Jahres unter der Bezeichnung Client Computing Group an den Start gehen . Sie wird die Teams aufnehmen, die heute die "Core"-Prozessoren für Desktops und Laptops entwickeln, sowie diejenigen, die an den "Atom"-Chips für Smartphones und Tablets arbeiten. CEO Brian Krzanich hatte seine Mitarbeiter in einem internen Memo über die Pläne informiert . Man wolle die Kommunikation zwischen den Produktteams verbessern und die Zusammenarbeit mit den Hardwareherstellern vereinfachen.

Intel wird seine Mobile and Communications Group jedoch nicht vollständig in die neue Client Computing Group einbringen. Nur die Entwicklung mobiler Prozessoren soll unter das gemeinsame Dach wechseln, ein weiterer, für den Bau von Modems zuständiger Bereich soll in die R&D Group wandern.

Herman Eul, der bisherige Chef der Mobile-Business-Sparte, soll die Zusammenlegung bis mindestens Ende des ersten Quartals 2015 überwachen. Anschließend werde Intel seine künftige Position im Konzern bekannt geben. Die Mobile & Communications Group litt unter der starken Konkurrenz durch Chips, die auf Basis von ARM-Designs entwickelt wurden. Im dritten Quartal schrieb dieser Intel-Bereich einen operativen Verlust von über 1 Milliarde Dollar.

Der Prozessorbauer begründet den Schritt mit dem Trend zu 2-in-1-Computern, die wahlweise als Laptop oder als Tablet genutzt werden können. Intels neue "Core-M"-Prozessoren beispielsweise werden sowohl in traditionellen Notebooks als auch in solchen Hybridcomputern und Tablets verbaut.

Video: Tony Hawk probiert erstes Hoverboard aus

Kürzlich sorgte Hendo Hover weltweit für Schlagzeilen. Immerhin sammelt das Unternehmen per Kickstarter Geld für das weltweit erste Hoverboard (wir berichteten). Genau - ein Hoverborad, wie es Marty McFly in den Zurück-in-die-Zukunft-Filme besitzt.

Nun durfte Skaterlegende Tony Hawk das von Hendo Hover entwickelte Hoverboard ausprobieren. Und dies wurde natürlich in einem äußerst cool gewordenem Video festgehalten.

Das Hendo Hover benötigt zum Funktionieren eine Metalloberfläche. Im Video wird deutlich, dass das Gleiten mit dem Hoverboard sich etwas schwierig gestaltet. Aber hey - das ist ein Hoverboard!

Das Kickstarter-Projekt selbst hat das gesetzte Ziel von 250.000 US-Dollar bereits weit überschritten, obwohl es noch 26 Tage läuft. Über 2700 Unterstützer haben bereits knapp eine halbe Million US-Dollar zur Verfügung gestellt. Sobald der Kickstarter endet, soll mit der Produktion der ersten 10 Hoverboards begonnen werden. Diese werden dann zum Stückpreis von 10.000 US-Dollar (etwa 8000 Euro) erhältlich sein.

Weitere Infos zu Hendo Hover und wie es funktioniert, finden Sie in diesem Beitrag.

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