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Morgenmagazin vom Mittwoch, 19. Oktober

19.10.2016 | 06:37 Uhr |

Tim Cook sollte Clintons Running Mate werden +++ Wie Angela Ahrendts die Apple Stores verändern will +++ Special Event am 27. Oktober? +++ Samsung tauscht Note 7 direkt am Flughafen um +++ Apple lässt sich Fingerabdrucksensor im Display patentieren +++ Deutscher Facebook-Hetzer bekommt Haftstrafe +++ Studie: PCs werden immer unbeliebter +++ Ist das iPhone 7 unter der Dusche das neue Statussymbol ?

19. Oktober: Auslaufmodelle in vollen Zügen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Das Wetter ist für die Jahreszeit eigentlich zu erwartbar: Stockduster am Morgen, kalt und regnerisch tagsüber und wenn am Abend wieder nach Hause kommt, ist es schon wieder so dunkel, wie es morgens war. Man möchte ein Plädoyer auf den Winterschlaf halten, würde man nicht doch die ein oder andere wichtige Veranstaltung verpassen.

Insbesondere in der Großstadt hat das Winterhalbjahr kaum noch angenehme Seiten. Die öffentlichen Verkehrsmittel übervoll, dafür auf den Straßen Dauerstau. Mit jedem Tag, an dem man in die U-Bahn steigt, sinkt die Freude am Arbeitsweg und wird der Wunsch nach dauerhaftem Home-Office größer. Gerade einmal 45 Jahre alt ist in München die U-Bahn, am 19. Oktober 1971 ging der erste Zug der Linie U6 in Betrieb. Fast ein Jahr vor den Olympischen Spielen, die den Bau der Untergrundbahn zwar nicht erst angestoßen aber zumindest beschleunigt hatten. Da in der Innenstadt der bayerischen Metropole die zur DB gehörende S-Bahn in Ost-West-Richtung verkehrt und die von der kommunalen Verkehrsgesellschaft MVG betriebenen U-Bahnen eher die Nord-Süd-Achse bedienen und es an Ringlinien fehlt, ist jeden Morgen und Abend vor allem an den Umsteigebahnhöfen die Hölle los. Die Planungen für weitere Ausbauten gehen nur schwer voran, zumal ein Ausbau der S-Bahn auch schon seit Jahrzehnten diskutiert wird. Immerhin, die Londoner Tube ist 108 Jahre älter als die Münchner U-Bahn und die Berliner Pendler hätten mit ihren seit 1902 etablierten U- und S-Bahnen gerne die Probleme, die München hat. Jammern wir also nicht auf unserem hohen Niveau, sondern begeben uns direkt ins Büro. Über jene Linie U6, die nun seit 45 Jahren im Münchener Untergrund ruckelt.

Auf der Hinfahrt können wir auch wieder ein paar Gedanken daran verschwenden, ob denn nun Apple am 27. Oktober noch neue Hardware vorstellen wird. Abseits all der Gerüchte, Spekulationen und Halbwahrheiten, die da durch das Netz gondeln: Ja, neue Macbook (Pro und Air) sind überfällig und Fortentwicklungen bei Mac Pro und Mac Mini würden wir auch ganz gern mal wieder sehen. Nicht, dass der teuerste und der günstigste Mac bei Apple so etwas wie Auslaufmodelle sind. Ein solches hatte Apple heute vor elf Jahren mit dem Power Mac G5 late 2005 herausgebracht, der letzte Tower mit PPC, konkret Dual-Core-Chips (und zwar jeweils zwei) von IBM. Wir titelten daher auch " Mit der Kraft der vier Herzen " und fragten uns eigentlich nur: "Warum?" Denn nur vier Monate zuvor hatte Apple angekündigt, von der PPC-Plattform weg zu gehen und künftig Chips von Intel in seine Macs zu bauen. Die ersten Intel-Macs kamen dann auch schon unerwartet früh im Januar 2006, den ersten Mac Pro zeigte Apple dann auf der WWDC im August 2006. Doch griffen seinerzeit gewiss nicht wenige Anwender zum letzten seiner Art, weil sie fürchteten, ihre teure PPC-Software würde auf den neuen Maschinen entweder gar nicht laufen oder völlig unzulänglich. Diese Befürchtungen waren wohl ein wenig übertrieben, wenngleich der letzte Power Mac G5 noch viele Jahre in den Macwelt-Benchmarks als imposante Referenzgröße zu finden war.

Auf unserer Reise zurück zum 19. Oktober 2005 war uns aber noch eine andere kleine Meldung aufgefallen, die vielleicht zu den Ursachen der eher zögerlichen Updates für den klassischen Desktop-Mac führt, denn ein neues Zeitalter stand unmittelbar bevor. Nach dem eher belächelten "iTunes-Handy" Motorola Rokr deutete Steve Jobs gegenüber Fortune an, Apples Handypläne hätten sich noch nicht erledigt und es sei ein Vergnügen, mit einem Unternehmen wie dem Mobilfunkprovider Cingular Wireless (heute wieder AT&T) zusammenzuarbeiten. Das war wohl die Zeit, als Apple seinen künftigen Partnern in der Telekommunikationsbranche erste Protoypen des iPhone vorführte. Was hatte da noch ein Power Mac G5 für eine Bedeutung? Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Weiter unbestätigt: Apple wird das Special Event zur Präsentation neuer Hardware am Donnerstag, den 27. Oktober veranstalten, berichtet Recode unter Bezug auf informierte Quellen. Eine Einladung an ausgewählte Pressevertreter steht indes weiterhin aus. Apple hat zuletzt immer etwas mehr als eine Woche vor der Veranstaltung diese angekündigt, somit wäre spätestens heute Abend die offizielle Bestätigung fällig. Auf dem Programm sollten neue Macbook (Pro und Air) stehen, auch Mac Pro und Mac Mini sind überfällig. Kleinere Überraschungen wie ein gegen Amazons Echo gerichteter Siri-Lautsprecher sind zudem nicht auszuschließen. Apple hatte den 27. Oktober ursprünglich für seine Bilanzveröffentlichung vorgesehen, diese aber auf den Dienstag, den 25. vorgezogen. Am Mittwoch indes wird Microsoft Neuigkeiten präsentieren, gemunkelt wird von einem Surface-Desktop, der dem iMac Konkurrenz machen soll.

Hin und zurück: Googles High-End-Smartphone Pixel will es mit dem iPhone 7 aufnehmen. Was liegt also näher als ein Migrationstest eines langjährigen iPhone-Nutzers? Blair Hanley Frank vom IDG News Service hat die Probe auf's Exempel gemacht und dabei festgestellt, dass der bloße Umzug vielleicht nicht so kompliziert ist, die Suche nach Alternativen zu bewährten Apple-Services auf der anderen Plattform sich aber mühsam gestaltet. Wer Fitbit statt Apple Watch und Spotify statt Apple Music nutzt, mag sich dabei leichter tun, Frank hat aber nach nur kurzer Zeit aber wieder den Weg zurück zum iPhone 7 beschritten.

Neuer Ansatz: Der Apple Store der neuen Generation, wie einer seit Frühsommer am Union Square in San Francisco steht, ist an sich kein Kaufladen mehr, sonder eher eine Bildungseinrichtung, erklärt Apples Retail Chefin Angela Ahrendts zur Eröffnung des von Fortune veranstalteten Most Powerful Women Summit. Und erklärt den überraschenden Gedanken näher aus: Das neue Store-Konzept solle einen Stadtplatz abbilden, auf dem Leute nicht nur einkaufen könnten, sondern ihre Leben bereichern, indem sie Neues lernten. Beispielsweise biete Apple für Kinder (und auch deren Eltern und Lehrer) in seinen Stores Kurse für die Programmiersprache Swift an, etwas, das sie nicht in der Schule lernten. Bei der Auswahl der Mitarbeiter achte man daher auch mehr auf Einfühlsamkeit und weniger auf Verkäuferqualitäten. Bei der Präsentation der Produkte stehe auch mehr im Vordergrund, was man damit anstelle, weshalb im neuen Konzept freie Künste einen größeren Raum beanspruchten.

Auf der Short List: Tim Kaine heißt Hillary Clintons "Running Mate", also jener Kandidat, der im Fall des Wahlsieges der Demokratin ab Januar 2017 US-Vizepräsident werden soll. Auf der Liste der womöglich ersten US-Präsidentin stand laut eines von WikiLeaks veröffentlichten Dokuments aber auch noch ein anderer Tim: Der Apple-CEO Tim Cook. In illustrer Gesellschaft, denn die Wahlkampfmanager Clintons hatten auch an Bill Gates gedacht oder den ehemaligen New Yorker Bürgermeister und Medienmilliardär Michael Bloomberg, der auch eine Zeitlang mit einer unabhängigen Kandidatur geliebäugelt hatte. Ob Clinton oder ihre Mitstreiter aber Tim Cook, Bill und Melinda Gates sowie die meisten anderen der 40 Personen konkret angesprochen haben, geht aus der E-Mail des Wahlkampfmanagers John Podesta nicht hervor - Tim Kaine steht aber auch bereits auf der Liste. Sicher ist in Sachen Tim Cook nur, dass Apple im Gegensatz zu früheren Gelegenheiten nur den Nominierungsparteitag der Demokraten mit Sachspenden unterstützt hatte.

Gut getarnt: Der neue Fitnesstracker Misfit Phase sieht aus wie eine analoge Armbanduhr, was vor allem dem Einfluss der Mutter-Company Fossil zu verdanken ist - dieser hatte vor einem Jahr Misfit übernommen. Am ehesten ähnelt die Uhr der Withings Activité. doch während diese neben dem Zifferblatt, das die Uhrzeit anzeigt, noch eine zweite Skala für die zurückgelegten Schritte anzeigt, kann man bei der Misfit Phase zwischen den Anzeigen umschalten, sich also entweder die Zeit oder den Stand der Aktivität geben lassen. Zudem zeigt der als Uhr getarnte Fitnesstracker mit Vibrationen und einer bunt blinkenden LED an, ob Nachrichten oder Mails an das gekoppelte iPhone gegangen sind - den Inhalt dieser natürlich nicht. Wie die Activité kann die wasserdichte Phase neben Schritten auch den Schlaf "vermessen" und Schwimmbewegungen registrieren. Der Preis für die in zwei Farben erhältliche Uhr ist mit 175 US-Dollar aber auch nicht ohne.

Weitere Nachrichten

Samsung tauscht Note 7 direkt am Flughafen um

Samsung hat mittlerweile auf das Problem von Flugreisenden reagiert. Der südkoreanische Elektronikkonzern will an ausgewählten internationalen Flughäfen das Note 7 umtauschen. Den Anfang machen der Flughafen von Seoul , also Incheon und acht Flughäfen in Australien:
* Sydney Airport (Kingsford Smith)
* Melbourne Airport (Tullamarine)
* Brisbane Airport
* Adelaide Airport
* Perth Airport
* Gold Coast Airport
* Canberra Airport

US-Flughäfen sollen folgen, ob das Umtauschangebot auch für Flughäfen in Deutschland gelten soll, ist derzeit unbekannt.


Apple lässt sich Fingerabdrucksensor im Display patentieren

Schon länger wurde vermutet, dass Apple bei seinen kommenden iPhones komplett auf den Home-Button verzichten könnte. Der Fingerabdrucksensor sowie die Funktion zum Wechseln auf den Home-Bildschirm könnten stattdessen direkt im Display untergebracht werden. Ein von Apple eingereichtes Patent unterstützt diese Vermutungen.

Die beim US-Patentamt eingereichte Idee umfasst einen kapazitiven Fingerabdrucksensor mit einer elektrostatischen Linse. Damit wird es möglich, Touch ID auch durch andere Komponenten eines Smartphones hindurch zu verwenden, beispielsweise durch ein Display samt Touchscreen.

Hierfür muss der Fingerabdrucksensor unter das Display wandern, ohne dass dabei die für Touch ID nötige Auflösung des Sensors beeinträchtigt wird. Laut Patent können Anwender mehrere Finger oder sogar den ganzen Handabdruck auf einmal einscannen. Die genaue Position auf dem Touch-Display spielt dabei keine Rolle.Im Gegenzug bleibt durch den Wegfall des klassischen Home-Buttons mehr Platz für ein größeres Display.

Deutscher Facebook-Hetzer bekommt Haftstrafe

Das Amtsgericht Kitzingen hat einen Facebook-Nutzer in dieser Woche zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt. Im Zuge der Flüchtlingsdebatte hatte der Mann laut Angaben von Spiegel Online und der Nachrichtenagentur dpa die Erschießung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen Verrats am deutschen Volk gefordert. Der 31-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der Mann wegen Aufrufen zu Mord und Gewalt sowie Hetze gegen Flüchtlinge und Juden zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt . Gegen dieses Urteil hatte der Mann aus Iphofen damals Rechtsmittel eingelegt.

Grundlage für das Strafmaß war einem Gerichtssprecher zufolge die steigende Zahl von Pöbeleien im Internet. Das Gericht rechnete dem Mann jedoch positiv an, dass er seine Kommentare eigenen Aussagen zufolge inzwischen bereue. Die Verteidiger des Facebook-Hetzers können gegen das Urteil nun erneut Berufung einlegen.

Studie: PCs werden immer unbeliebter

Der klassische Computer könnte zum Auslaufmodell werden. Immer mehr Menschen greifen für ehemals typische PC-Aufgaben einfach auf ihr Smartphone oder Tablet zurück. Laut Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. sind die Verkaufszahlen von Heimcomputern im dritten Quartal 2016 um weitere 5,7 Prozent zurückgegangen . Lediglich 68,9 Millionen neue PCs konnten in diesem Zeitraum abgesetzt werden.

Der Sinkflug der PC-Industrie dauert nun schon acht Jahre an. So gering war die Nachfrage nach Computern noch nie. Auch die Wachstumsmärkte können diesen Trend laut Gartner nicht mehr kompensieren. Zudem halten PCs einfach länger und müssen seltener ausgetauscht werden.

Ihr Geld geben immer mehr Anwender lieber für ein neues Smartphone oder Tablets aus. Teilweise lassen sich diese Geräte sogar an den TV oder Monitor anschließen und mit Maus und Tastatur steuern. Microsofts Continuum-Programm geht genau in diese Richtung.

Ist das iPhone 7 unter der Dusche das neue Statussymbol ?

Derzeit nehmen viele Apple-Fans an einem wirklich merkwürdigen Trend Teil: Besitzer eines iPhone 7 oder iPhone 7 Plus preisen das aktuelle iPhone-Modelle auf sozialen Netzwerken und erfreuen sich an dem spritzwassergeschützten Design.

Das iPhone 7 allein reicht den meisten offensichtlich nicht mehr als Statussymbol aus. Was bringt es denn einem, dass man ein kleines Vermögen für ein neues Smartphone ausgegebenen hat, wenn dies nicht für jeden offensichtlich ist?

Wer mit dem iPhone 7 als Statussymbol angeben möchte, twittert oder postet einfach unter der Dusche einen Tweet oder Facebook-Post, der eben diese Aktion beschreibt.


„Zu den besten neuen Features des iPhone 7 zählen definitiv die Kamera und der großartige Schutz vor Wasser!“ (Ich twittere dies aus meiner Dusche)“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin auf Twitter . Viele weitere Nutzer pflichten ihr bei und beschreiben dieses Wow-Moment als „awesome“.

In welch großartigen Zeiten wir doch leben. Serien-Junkies können nun endlich auch unter der Dusche ihre Lieblingsserie auf Netflix anschauen ohne einen Totalschaden beim iPhone fürchten zu müssen.

Bisher galt die Dusche als einer der wenigen Orte, an denen man sich für kurze Zeit von Instagram, Snapchat, Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. trennen musste. Dank des neuen Features gehören auch diese Momente der Vergangenheit an.

Diejenigen, die diesem Trend verfallen sind, schwören jedenfalls auf das „Gefühl der Macht“, welches einen beim Benutzen des iPhones unter der Dusche widerfährt. Ich für meinen Teil kann jedoch nur hoffen, dass dieser Trend genauso schnell wieder verschwindet wie er aufgetaucht ist. Denn sind wir mal ganz ehrlich: Während sich die Apple-Konkurrenz mit explodierenden Smartphones ihren Ruf versaut, blamieren sich Teile der Apple-Community mit solchen Aktionen auf ganze „besondere“ Art und Weise.

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