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Morgenmagazin vom Mittwoch, 2. November

02.11.2016 | 07:05 Uhr |

Ive erteilt Touch Mac eine Absage +++ iFixit zerlegt Macbook Pro +++ Tablets verlieren, Apple bleibt Marktführer +++ Update auf iOS 10.1.1 behebt Health-Bug +++ 18-Jähriger hackt iOS und verursacht Sicherheitschaos +++ Amazon wird erneut an fünf Standorten bestreikt +++ GEMA und Youtube unterzeichnen Lizenzvertrag +++ Google will Betrug im Play Store ausschließen

2. November: Patente Lösungen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Apples Patentanwälte hatten in den vergangenen Jahren enorm viel zu tun, den stark angestiegenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sei Dank. Zwar wird bei Apple keineswegs ein jedes Patent zum Produkt, und nicht jeder Prototyp marktreif, aber auch wenn Apple das Rad nicht neu erfinden kann, bekommen seine Rechner, Tablets und Smartphones ab und an neue Technologien verpasst. Auf die Touch Bar hätte man indes auch verzichten können, so tönt es seit letzter Woche aus allen möglichen und unmöglichen Ecken des Internet. Stattdessen hätte Apple am Bewährten festhalten und echte Innovationen für Profianwender bringen können. Nun ja - schon der Satz ist ein Widerspruch an sich. Wie soll man Innovationen vorantrieben, wenn die Kunden noch immer nur schimpfen, man müsse den Status quo bewahren und diesen vielleicht nur optimieren?  Henry Ford hat das in Urzeiten des Automobils erkannt, seine Kunden hätten am ehesten schnellere Pferde gefordert, wenn man sie gefragt hätte, was sie denn brauchten.

Es mag aber durchaus sein, dass die Touch Bar nicht der Weisheit letzter Schluss ist und das Konzept am ende sogar noch scheitert. So ganz scheint sich nicht einmal Apple sicher zu sein, so bleiben die Funktionstasten zumindest im neuen Macbook Pro mit 13 Zoll erhalten - und das auch noch für300 Euro weniger. Sogar das Konzept des radikalen Weglassens von Schnittstellen scheint in Cupertino auf den ein oder anderen Bedenkenträger getroffen zu sein, anders lässt sich nicht erklären, dass die Macbook Pro von 2015 immer noch im Programm verbleiben. Wer also heute ein Macbook pro sich anschaffen will, die Touch Bar für Humbug und nichts von Adaptern für alte Peripherie hält, der bekommt immer noch solide Wertarbeit zum Apple-Preis, in 13 oder 15 Zoll. Mal ehrlich: So schlecht sind die CPUs Broadwell (13 Zoll) und Haswell (15 Zoll) auch wieder nicht, die Maschinen können auch in drei bis vier Jahren noch solide vor sich hin werkeln. Und dann wird man Thunderbolt 3 für die normalste Schnittstelle der Welt halten und sich womöglich auch mit der Touch Bar angefreundet haben. Für Abgesänge auf Apple ist es noch zu früh. Die Strategie, an einer an sich ausrangierten Technologie noch eine Weile festzuhalten, weil einigen Anwendern Apples radikales Weglassen vielleicht ein wenig zu radikal erscheint, ist indes nichts Neues: Das Macbook Pro 13 Zoll mit DVD-Brenner von 2012 hat Apple erst vor einer Woche endgültig ausrangiert.

Das hätte es unter Steve Jobs gewiss nicht gegeben, diesen etwas zögerlichen Abschied von bewährter aber veralteter Technik. Aber in den fünf Jahren seit dem Ableben des Gründers hat sich Apples Kundschaft noch weiter vergrößert, die radikale Reduktion der Produktpalette, die Jobs nach seiner Rückkehr durchsetzte, wäre heute schlecht denkbar. Bei Henry Ford konnten die Kunden ihre Autos auch in alle Farben erhalten, solange sich schwarz waren, das Ford von heute kann sich ebenso auf ein derart eingeschränktes Angebot reduzieren wie Apple.

Aber auch weiterhin wird Cupertino nicht alle Patente, die es sich hat sichern lassen, in Produkte umsetzen. Bensonders attraktiv erscheine über die Jahre seit den ersten Tagen des iPhone und iPad eines, das den iMac zu einem Touch-Computer gemacht hätte. Der Monitor wäre dabei auf einem schwenkbaren Ständer gelagert gewesen, damit man ihn zu sich her klappen und darauf herumwischen kann - so etwas in der Art hat nun Microsoft mit dem  Surface Studio gewagt - Erfolgsaussichten ungewiss.

Das war auch mit der Idee der Fall, die heute vor 130 Jahren in Deutschland patentiert wurde: Der Motorwagen von Carl Benz. Das Konzept war in seiner Bauweise auch an die damaligen Bedürfnisse angelehnt, auf den ersten Blick sah die Maschine einfach nur wie eine Kutsche ohne Pferde aus. Dass die aber auch alltagstauglich war und sogar größere Strecken zurücklegen konnte, zeigte erst Benz' mutige Gattin Bertha mit ihrer Überlandfahrt gut zwei Jahre später. Welche Aktion den Ausschlag für den durchschlagenden Erfolg der Touch Bar geben wird, können wir erst in einigen Jahren wissen - falls überhaupt. Derweil vergleichen wir noch akribisch die Preise und Ausstattung des neuen 13-Zöllers mit der des alten und fragen uns, welche Peripherie wir überhaupt noch dafür bräuchten. Pferde schon einmal nicht. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Marktführer: Tablets verlieren weiter an Boden, Apple bleibt jedoch vorne. Dies ergeben neue Zahlen der Marktforscher von IDC. Im dritten Kalenderquartal 2016 haben demnach Apple, Samsung, Amazon und andere Hersteller zusammen gerade einmal 43 Millionen Tablets verkauft, 14,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Verantwortlich für den Rückgang seien preiswerte Hybridgeräte, die sich sowohl als Notebook als auch als Tablet anbieten. Apple hat Septemberquartal etwas über neun Millionen iPads verkauft, 6,2 Prozent weniger als 2015. Laut IDC entfallen zwei Drittel der Verkäufe auf die günstigeren iPad Air und iPad Mini, während Apple versucht, das iPad pro zu stärken.

Kein Touch-Mac: Die durchaus nahe liegende Spekulationen, die Touch Bar wäre nur ein erster Schritt hin zu einem voll touchfähigen Mac weist Apples Design-Chef Jonathan Ive gegenüber Cnet zurück. Man habe vor "vielen, vielen Jahren" bei der Entwicklung von Multitouch nicht das Gefühl gehabt, der Mac sei für diese Technik geeignet. Welche Fakten Grundlage des Gefühls waren, verrät Ive freilich nicht. Dennoch sei die Touch Bar "erst der Anfang", die Reise könnte also in Richtung eines Keyboards ohne echte Tasten gehen.

Abwarten: Das Macbook Pro von 2016 könnte nur eine Zwischenlösung sein, schon das Nachfolgemodell des kommenden Jahres würde mit weit besserer Ausstattung kommen. Dies prophezeit der KGI-Analyst Ming-Chi Kuo. Vor allem werde Apple erst 2017 ein Modell mit 32 GB RAM anbieten können, das Problem sei, das Inte mit seiner neuen Prozessorgeneration Canonlake noch nicht fertig ist. Erst diese werde den RAM effizient genug ansprechen können. Apples Marketingchef Phil Schiller erklärte indes einem Leser von MacRumors, dass Sorge um die Akkulaufzeit der Grund gewesen sei, die Konfigurationen des neuen Macbook Pro bei maximal 16 GB zu belassen. Ein Speicher-Design mit 32 GB würde derzeit weit mehr Energie verbrauchen. Mit den effizienteren Canonnlake-Chips ist aber nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2017 zu rechnen.

Zerlegt: Das Macbook Pro des Jahrgangs 2016 ist tatsächlicher besser reparabel als der unmittelbare Vorgänge, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Spezialisten von iFixit geben dem neuen Laptop zwei von zehn Punkten, im Vorjahr lag die Wertung beim Minimum von einem Punkt. Vor allem die PCI-E SSD lasse sich nun besser entfernen und austauschen. Haken an der Sache: Der Kontroller des Speichers ist ein proprietärer von Apple, weswegen sich die Auswahl von Austauschgeräten reduziert. Den Akku hat Apple auf eine Ladung von 54,5 Wattstunden geschrumpft, der des Vorgängers hatte noch 74,9 Wattstunden an Energie vorgehalten. Laut Apple soll die Laufzeit aber dennoch weiterhin zehn Stunden betragen. Das Macbbok Pro hat bekanntlich noch einen Klinkenausgang, laut iFIxit ließe sich der aber in künftigen Generationen ohne weitere Designänderung durch Lightning oder USB-C ersetzen. iFixit hatte das Modell ohne Touch Bar zerlegt.

Preissenkung: Für 10 Euro im Monat (oder für 15 Euro im Familienangebot) Zugriff auf 40 Millionen Songs - das klingt nach einem guten Angebot. Doch laut Digital Music News will Apple den Preis für Apple Music sogar noch ein Stück weit senken, zwanzig Prozent seien im Gespräch. Damit will man auf die Konkurrenz von Amazon Music reagieren, die einen ähnlichen Preis aufruft und Kunden des Lautsprechers Echo sogar noch einen 50-prozentigen Rabatt draufsetzt. Entschieden sei die Preisanpassung aber noch nicht, wirksam könnte sie jedoch noch vor Weihnachten werden.

Update: Apple hat gestern Abend ein kleines Wartungsupdate für das Betriebssystem des iPhone veröffentlicht. iOS 10.1.1 behebt laut Hersteller einen Fehler, infolgedessen die App Health keine Daten mehr anzeigte.

Weitere Nachrichten:

18-Jähriger hackt iOS und verursacht Sicherheitschaos

In den USA, Arizona, hat der 18-jährige Meetkumar „Meet“ Hiteshbhai Desai für regelrechtes Sicherheitschaos gesorgt. Laut Angaben der Polizei habe der Teenager, welcher sich selbst als iOS-Entwickler bezeichnet und in der Jailbreak-Szene aktiv ist, das iOS-Betriebssystem gehackt, um somit auf eine Sicherheitslücke im System hinweisen zu wollen. Demnach entwickelte Desai ein Tool, welches dafür sorgte, dass innerhalb weniger Minuten in örtlichen Notruf-Centern ungewollt Anrufe eingingen.

Zusammen mit einem Freund hatte Desai einen Weg gefunden, bei fremden Nutzern Pop-Up Warnsignale anzuzeigen, installierte Applikationen zu öffnen oder Telefonanrufe zu beginnen. Nachdem Sie diese iOS-Sicherheitslücke entdeckt hatten, erhofften sich die beiden auf Grund des Fundes von Apple belohnt zu werden und wiesen Desais Follower auf Twitter an, einen Link einer eigens erstellten Website zu besuchen. Somit bekamen sie Zugriff auf hunderte Smartphones.

Apple Watch kann ab Herbst den Notarzt anrufen

Aufgrund dessen riefen manche der gehackten iPhones Notrufnummern an, wobei die Nutzer nicht im Stande waren, die begonnenen Telefonate zu beenden. Wie The Register beschreibt, wurde die Notrufnummer 911 dadurch im Raum Phoenix, Arizona, von hunderten Geräten gewählt. Ersten Einschätzungen zu Folge sollen aber auch Notrufnummern in anderen Staaten von diesem Hack betroffen worden sein.

„Meet hat gestanden, dass obwohl er dieses Feature dem Bug hinzufügte, er keine Absicht hatte, es soweit in die Öffentlichkeit zu tragen, da er wusste, dass es illegal sei und die Leute „ausrasten“ würden“, erklärte ein Polizeibeamter. Eigenen Angaben zu Folge habe der Teenager aus Versehen anstatt des Links des weniger gefährlichen Pop-Up Bug den Link zu dem 911-Bug auf Twitter veröffentlicht.

Desai wurde von der Polizei verhaftet und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ihm werden diverse Fälle der Manipulation vorgeworfen.

Amazon wird erneut an fünf Standorten bestreikt

Etwa 1.000 Beschäftigte in fünf Amazon-Logistikzentren in Deutschland sind erneut in den Streik getreten. Das meldet die Gewerkschaft Verdi. Die Streiks betreffen die Amazon-Standorte in Rheinberg und Werne (beide NRW), Graben (Bayern, bei Augsburg), Bad Hersfeld (Hessen) und Koblenz (Rheinland-Pfalz).  Die Streiks umfassen laut Verdi die Früh- und Spätschicht. In Bad Hersfeld und Koblenz hätten die Streiks bereits Sonntagnacht begonnen. "Wegen des Feiertags Allerheiligen in einigen Bundesländern am 1. November ist in den Versandzentren ein hohes Bestellvolumen aufgelaufen. Die Streiks werden erneut deutliche Wirkung zeigen", so Verdi.

Durch den Streik soll Amazon dazu gebracht werden, mit Verdi Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufzunehmen. Außerdem soll erreicht werden, dass Amazon seinen "gewerkschaftsfeindlichen Kurs", wie es Verdi formuliert, aufgibt. Amazon diktiere weiterhin willkürlich Arbeitsbedingungen weiterhin willkürlich und enthalte den Beschäftigten rechtlich verbindliche Absicherungen vor. Aufgrund dessen seien die Krankenstände bei Amazon extrem hoch.

"Die Beschäftigten verlangten existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen per Tarifvertrag", so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Lohnerhöhungen, die Amazon vorgenommen habe, seien ein Ergebnis der Streiks. Die Beschäftigten würden weiter Druck machen für einen Tarifvertrag, sagte Nutzenberger.

GEMA und Youtube unterzeichnen Lizenzvertrag

Die GEMA und Youtube haben am Dienstag einen seit vielen Jahren herrschenden Streit beendet. Die beiden Parteien haben am Dienstag einen Lizenzvertrag unterzeichnet, der auch den vertragslosen Zeitraum seit 2009 berücksichtigt. Dadurch erhalten die von der GEMA vertretenen rund 70.000 Musikurheber und Verleger eine Vergütung für ihre über Youtube verbreiteten urheberrechtlich geschützten Musikrechte. Dies sei, "ein Meilenstein für eine faire Vergütung der Musikurheber im digitalen Zeitalter", heißt es in einer Mitteilung der GEMA. Die GEMA löse mit der Vertragsaufzeichnung ihren treuhänderischen Verwertungsauftrag gegenüber ihren Mitgliedern ein.

Sperrtafeln gehören der Vergangenheit an

Von der Einigung profitieren auch alle Internet-Nutzer, die in Deutschland die Videoplattform Youtube nutzen. Bisher stießen sie häufig auf Sperrtafeln (siehe oben Bild zum Artikel). Youtube wird diese künftig nicht mehr bei Videos zum Einsatz bringen, die urheberrechtlich geschützte Werke der Gema enthalten.

"Unserem Standpunkt, dass Urhebern auch im digitalen Zeitalter eine angemessene Vergütung zusteht, sind wir trotz aller Widerstände treu geblieben", erklärt die GEMA. Entscheidend sei nun gewesen, dass der Lizenzvertrag sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit abdecke. Aus Sicht der GEMA hat der siebenjährige Kampf um eine Einigung mit Youtube ein erfolgreiches Ende gefunden. "Mit diesem Abschluss können wir unseren Mitgliedern die Tantiemen sichern“, sagt Dr. Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der GEMA.

Der mit Youtube unterzeichnete Lizenzvertrag deckt auch einen kostenpflichtigen Abo-Dienst von Youtube ab, der in den USA bereits gestartet ist und auch in de Europa starten soll.

Die GEMA sieht in der Einigung mit Youtube auch ein Signal an alle anderen Online-Plattformen, die ihr Geschäftsmodell  auf der Kreativität der Musikschaffenden aufbauen. "Die Urheber müssen für die Nutzung ihrer Musikwerke angemessen vergütet werden. Dafür wird sich die GEMA auch weiterhin aktiv einsetzen", erklärte Thomas Theune, Direktor Sendung und Online bei der GEMA.

Ein Streitpunkt bleibt offen


In ihrer Stellungnahme verweist die GEMA allerdings, dass auch weiterhin unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen YouTube und der GEMA darüber bestehe, ob YouTube oder die Uploader für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich sind.  Beide Seiten hätten sich aber dennoch dazu entschieden, nach vorne zu blicken und mit dem Lizenzvertrag eine sichere Grundlage für GEMA-Mitglieder und Youtube-Nutzer zu schaffen.

Die GEMA fordert aber dennoch die Politik dazu auf, einen klaren Rechtsrahmen zu schaffen. "Der wirtschaftliche Wert kultureller und kreativer Werke muss auch den Schöpfern der Werke zugutekommen. Hier muss ein modernes Urheberrecht geschaffen werden, das den Musikschaffenden ermöglicht, ihren wirtschaftlichen Anteil an der digitalen Wertschöpfung geltend zu machen", so Heker.
 

Google will Betrug im Play Store ausschließen

Durch gekaufte Downloads und Bewertungen manipulieren einige App-Macher die Platzierungen im Google Play Store. Mit einem neuen Erkennungssystem will Google diese Betrügereien künftig minimieren. Dazu soll eine Software betrügerische Installationen und gekaufte Bewertungen erkennen.

Die Zunahme derartiger Manipulationen, zwingt Google offenbar zum Handeln. Seit gestern ist die Erkennungssoftware im Einsatz. Durch Betrug entstandene Chartplatzierungen sollen herausgefiltert werden. Bei mehrfachem Verstoß gegen die Regeln will Google die betreffende App sogar aus dem Play Store löschen.

App-Macher, die die Platzierung ihrer Software durch legale Methoden oder Marketingagenturen verbessern, sollen laut Google nicht behelligt werden. Wie gut das System arbeitet, wird sich aber wohl erst in einigen Monaten zeigen.

Die besten kostenlosen Cleaner-Apps für Android

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