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Morgenmagazin vom Mittwoch, 2. September 2015

02.09.2015 | 07:00 Uhr |

2. September 2015 +++ Was sich Google vom neuen Logo verspricht +++ Apple heuert für Project Titan +++ Gigaset stellt Smartphones vor +++ Apple Store im neuen Look +++ Nest: Neuer Thermostat erkennt Bewegung im Raum +++ Google-Auto besitzt keine Scheibenwischer +++ DAB+ im Auto und auf dem Smartphone für 30 Euro

Was heute wichtig wird: 2. September 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Feiertage sind etwas Schönes. Wie wir an dieser Stelle erst kürzlich feststellen mussten ist der nächste Feiertag, der in diesem Jahr auf einen Wochentag fällt, der 25. Dezember ist (der Tag davor ist ja allenfalls ein halber...). Es ist aber gut, dass gewisse Feiertage nicht mehr begangen werden. Etwa den Sedantag, der heuer auf einen Mittwoch fiele. Das Kaiserreich gedachte bis in sein letztes Jahr 1918 am 2. September dem "Sieg" über den "Erbfeind" Frankreich, den man auch schon besser damals als einen Nachbarn hätte betrachten sollen. Nach dem "Sieg" 1870/71 brauchte es aber noch zwei verheerende Kriege, um endlich zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Im Europa von heute lebt der nationale Wettstreit nur noch im Spiel fort - das ist zumindest die Idealvorstellung. Den Kampf zweier Fußballmannschaften mögen manche auch heute noch als Kriegsersatzhandlung begreifen und nicht selten entzündet sich auf den Tribünen und vor dem Stadion Randale, wenn die Vertreter zweier Nationen aufeinander treffen, die sich nicht ganz grün sind. Am kommenden Freitag wird das in Frankfurt nicht der Fall sein, wenn sich Fußballer mit deutschem und polnischen Pass darum sportlich streiten, wer von ihnen den kommenden Sommer in Frankreich verbringen darf. Nicht nur, weil das wahrscheinlich beiden Parteien gelingen dürfte.

Manche meinen ja, im Fußball ginge es auf Leben und Tod. "Ich mag diese Einstellung nicht," sagte in den Sechziger Jahren ein schottischer Fußballtrainer, "denn es ist viel schlimmer." Es ist die in jedem Wort mitschwingende Ironie, die diesen Ausspruch von Bill Shankley so legendär und zeitlos machte. Der langjährige Manager des Liverpool F.C. wurde heute vor 102 Jahren geboren. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Neuer Look: Google hat gestern ein deutlich überarbeitetes Logo vorgestellt. Laut Google soll die von Grund auf neu gestaltete serifenlose Schrift sich besser an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen. Nicht von ungefähr ähnelt das neue Design auch dem der im August errichteten Holding Alphabet, unter der Google all seine Aktivitäten bündelt.

Neuer Konkurrent: Die ehemalige Siemenstochter Gigaset steigt in das Smartphonegeschäft ein. Gestern Abend hat das Münchner Unternehmen, das bisher für drahtlose Festnetztelefone bekannt war, die drei neuen Modelle ME Pure, ME  und ME Pro vorgestellt, die zwischen 350 und 550 Euro kosten. Als Betriebssystem läuft Android auf den Smartphones. Mit dem FC Bayern München als exklusiven Werbepartner hofft Gigaset vor allem in Deutschland auf Marktanteile.

Neue Mitarbeiter: Während Google sein Automotive-Projekt unter den Augen der Öffentlichkeit betriebt, macht Apple weiter in Geheimniskrämerei. Wie Macrumosrs berichtet, hat der Mac-Hersteller jedoch in den letzten Wochen für sein "Project Titan" jede Menge neuer Mitarbeiter angeworben, die von Tesla, Texas Instruments und anderen Firmen nach Cupertino wechseln.

Walking in Memphis: Apple ist bereit für die nächste Generation von Apple Stores, schon bald soll einer der ersten in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee eröffnen. Dazu wird der bestehende Apple Store in Germantown umgebaut, der seinerzeit überhaupt erst der 20ste war. Neu seien die Gestaltung der Böden (Granit) und der Tische (Eiche), auch die Front bekommt Neuerungen. So sollen in den Schaufenstern Display aktuelle Produktangebote zeigen und mit Pflanzen Kunstgegenständen lebendiger werden, die Schaufenster werden dabei permanent umgestaltet. Seit geraumer Zeit arbeitet Retail-Chefin Angela Ahrendts zusammen mit Design-Chef Jonny Ive an dem neuen Design.

Direkt Geld überweisen: Paypal hat mit dem neuen Service Papal.me eine Möglichkeit eingerichtet, über sie sich Nutzer Geld direkt bezahlen können. In derzeit 18 Ländern lässt sich ein permanenter Link einrichten, über den Teilnehmer einer bestimmten Person Geld anweisen können oder der sich zur Bezahlung einsetzen lässt. Voraussetzung für die Direktüberweisung ist jedoch ein Paypal-Account in einem der 18 teilnehmenden Länder.

Weitere Nachrichten:

Nest: Neuer Thermostat erkennt Bewegung im Raum

Nest hat die dritte Generation seines intelligenten Thermostaten für die Heizungssteuerung im Smart Home vorgestellt. Der Bildschirm von Nest ist laut Hersteller um 40 Prozent größer geworden. Er hat zugleich ein dünneres Gehäuse und eine höhere Auflösung (229 ppi). Somit kann der Bildschirm auch aus einer größeren Entfernung abgelesen werden.

"Farsight"-Feature: Raumüberwachung per Bewegungsmelder
 
Dank des verbesserten Bildschirms konnte Nest ein neues "Farsight"-Feature zu dem Thermostaten hinzufügen. Es bewirkt, dass sich der Bildschirm einschaltet, sobald der Bewegungssensor von Nest im gesamten Raum eine Bewegung registriert (bisher klappte das nur, wenn der Bewegungssensor eine Person in einer Entfernung von bis zu einem Meter vor Nest entdeckte). Auf dem Bildschirm soll Nest dann nützliche Informationen anzeigen: Neben der Raumtemperatur lässt sich auch die Uhrzeit in analoger oder digitaler Optik darstellen.
 
Nest prüft zudem die Heizung auf mögliche Probleme und informiert den Benutzer, wenn es solche entdeckt.
 
Die dritte Generation von Nest ist in den USA ab sofort erhältlich. Für 249 Dollar (umgerechnet rund 221 Euro). Die Vorgängergeneration von Nest ist auch weiterhin im Angebot und zwar zu einem reduzierten Preis von 199 Dollar (177 Euro). So lange der Vorrat reicht.

Google hat Zugriff auf alle Nest-Daten

Google hat Nest im Januar 2014 gekauft. Nest lässt sich auch per Sprachbefehl steuern. Nest wird aus Datenschutzgründen vielfach kritisch gesehen, zumal Google auch noch eine Überwachungskamera für Nest anbietet.

Google-Auto besitzt keine Scheibenwischer

Das Ei-förmige selbstfahrende Google-Auto (Google’s self-driving vehicle), das seit diesem Sommer auf den Straßen rund um das Google-Hauptquartier in Mountain View unterwegs ist, besitzt kein Scheibenwischer für die Windschutzscheibe. Weil diese unnötig sind. Denn die hinter der Windschutzscheibe sitzenden Menschen müssen nicht selbst fahren.

Wischer sind aber durchaus vorhanden. Nur eben an anderer Stelle: Sie beseitigen Regen und Schmutz vor den Sensoren des Google-Autos. Denn diese übernehmen ja die Aufgaben des menschlichen Auges.

In diesem Zusammenhang muss man sich einmal klar machen, was der Mensch, der mit einem vollautonomen Auto unterwegs ist, noch tun muss. Er muss tatsächlich nur noch eine einzige Sache machen: Dem Auto das Ziel der Fahrt nennen. Danach kann er sich zurück lehnen.

Deshalb benötigt das Google-Auto in der finalen Version weder Lenkrad, noch Gaspedal noch Bremspedal.

Falls es trotz der vielen Sensoren und Computertechnik einmal zu einem Unfall kommt, dann informiert Google darüber auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite.

Auf dieser Webseite erklärt Google aber auch die Philosophie und die Zielsetzung des Google-Autos. Und dessen Technik (Laser- und Radarsensoren und Kameras sowie die Recheneinheit und den Elektro-Antrieb und ganz wichtig: Die Backup-Sicherungssysteme für Bremsen und Lenkung) und die Funktionsweise. Zudem stellt Google die Geschichte des Self-Driving-Cars vor (beginnend mit konventionellen Serienmodellen wie Toyota Prius oder Lexus SUVs, die mit der Google-Technik ergänzt wurden, bis hin zum komplett neu entwickelten Self-Driving Car in Ei-Form).

DAB+ im Auto und auf dem Smartphone für 30 Euro

Lange, lange hat es gedauert, bis man das „Radio der Zukunft“ endlich auch mit dem Smartphone hören kann. Immer wieder gab es Gerüchte, dass ein Mobilgerät mit integriertem DAB-Empfang (Digital Audio Broadcasting) auch in Europa auf den Markt käme. Doch bisher ist davon nichts zu sehen. Dabei spielt Digitalradio gerade unterwegs seine Vorzüge aus: Gegenüber dem traditionellen UKW-Empfang punktet es mit deutlich besserem Empfang und Sound. Und anders als Internet-Radio benötigt DAB+ keinerlei Online-Verbindung und verbraucht somit auch kein kostbares mobiles Datenvolumen.

Da kommt eine pfiffige App der Münchener Entwickler Feilen & Stolz gerade recht, die viele Android-Smartphones und -Tablets im Handumdrehen in einen leistungsstarken Digitalempfänger verwandeln. Per Bluetooth-Kopplung oder Audiokabelverbindung mit dem Autoradio bekommt man gleichzeitig den perfekten Radiosound ins Fahrzeug.

DAB-App, Treiber und Antenne: in zwei Minuten startklar

Kernstück des DAB-Empfangs auf dem Smartphone ist die Android-App Wavesink Plus . Die kostet zwar 12,90 Euro, testen kann man den DAB-Empfang aber auch mit der eingeschränkten Gratisversion.

Mit 12,90 Euro zählt Wavesink Plus zu den teureren Apps, aber ohne funktioniert der Empfang des Digitalradios auf Smartphone oder Tablet nicht.
Vergrößern Mit 12,90 Euro zählt Wavesink Plus zu den teureren Apps, aber ohne funktioniert der Empfang des Digitalradios auf Smartphone oder Tablet nicht.

Voraussetzung für den Radiobetrieb ist, dass das Mobilgerät USB-OTG (on the go) unterstützt, eine Erweiterung des USB-Standards für die direkte Kommunikation zwischen USB-Geräten. Eine ganze Reihe Smartphones und Tablets unterstützen OTG (auch USB Host genannt) standardmäßig, so auch das von uns verwendete Motorola Moto G. Nicht immer wird dieses Feature offensiv vom Hersteller beworben, schauen Sie bitte also gegebenenfalls in den technischen Daten nach. Andere Geräte wie das Nexus 4 lassen sich durch Rooten nachträglich OTG-fähig machen.

Technisat DigitRadio GO bringt DAB+ ins Auto

Hat man die Wavesink-App installiert, erfolgt anschließend automatisch die Installation der erforderlichen und kostenlosen Treiber-App RTL2832U driver . Schließlich benötigt man noch eine kompatible Empfangs-Hardware, darin muss der RTL2832U-Chipsatz stecken. Über Google findet man schnell passende Empfänger, wir haben uns für das Modell VG0018 von LogiLink entschieden, das auf Billiger.de als Komplettset mit Magnetantenne, OTG-USB-Kabel und Fernbedienung gerade einmal 17 Euro kostet. Zusammen mit der App kommt man also auf 30 Euro für den DAB-Betrieb, die App-Installation und die Verkabelung ist in zwei Minuten erledigt.

Die Bedienung der Wavesink-App ist gelungen, die empfangenen Sender wählt man einfach durch Wischen der gewünschten Station in die Mittelposition des Displays.
Vergrößern Die Bedienung der Wavesink-App ist gelungen, die empfangenen Sender wählt man einfach durch Wischen der gewünschten Station in die Mittelposition des Displays.

Fazit: Wavesink-App bietet gute DAB-Alternative

Erschrecken Sie beim ersten Start der Wavesink-App nicht, weil sie sich zunächst (!) mit einer kleinteiligen und mühsam zu bedienenden Konfigurationsoberfläche zeigt. Doch keine Sorge, davon sehen Sie im Normalbetrieb später nichts mehr. Haben Sie erst einmal den automatischen Sendersuchlauf für DAB+ und FM (UKW) absolviert, gelangen Sie zur intuitiv zu bedienenden Programmoberfläche. Statt wie sonst oft üblich über Stationstasten wählt man die Sender in Wavesink durch Wischen durch die Programmliste. Da diese rund die Hälfte des Touchscreens einnimmt, ist dies auch gut während des Fahrens im Auto möglich. Einziger Nachteil: Die App funktioniert nur im Querformat, fürs Armaturenbrett benötigt man also eine drehbare Smartphone-Halterung.

Ansonsten läuft die Digitalradio-App stabil, der Empfang ist gut, wobei der natürlich vom verwendeten DAB/DVB-T-Empfänger abhängt: Mit anderer Hardware kann das Ergebnis deshalb anders ausfallen. Die Verwendung außerhalb des Autos hat gegenüber dem in vielen Handys integriertem UKW-Empfang allerdings den Nachteil, dass die zusätzliche Antenneneinheit doch erheblich stört. Das entfällt bei Mobilgeräten mit eingebautem FM-Modul, weil dort die Kopfhörerkabel als Antenne fungieren. Im KFZ dagegen gewährleistet die Magnetantenne des LogiLink VG0018 auf dem Autodach ausgezeichneten Digitalempfang, das dünne Antennenkabel lässt sich problemlos durch das Türgummi ins Wageninnere führen.

Die Bedienung der Wavesink-App ist gelungen, die empfangenen Sender wählt man einfach durch Wischen der gewünschten Station in die Mittelposition des Displays.
Vergrößern Die Bedienung der Wavesink-App ist gelungen, die empfangenen Sender wählt man einfach durch Wischen der gewünschten Station in die Mittelposition des Displays.

Positiv hervorzuheben ist schließlich die simpel zu startende Aufnahmeoption: Per Fingertipp auf das Recordersymbol speichert die App das aktuelle Programm im internen Flashspeicher oder auf der Micro-SD-Karte – sehr praktisch beispielsweise bei Verkehrsnachrichten während der Fahrt.

Autoradio mit Apps, Navi und DAB+ nachrüsten

Die DAB-Radio-App Wavesink Plus stellt somit eine einfache und für 30 Euro zudem preiswerte Möglichkeit dar, das Auto für digitalen Radioempfang nachzurüsten. Auf die Lautsprecher im Fahrzeug bekommt man den Stream per Bluetooth-Kopplung mit dem Autoradio oder über ein Audio-Line-in-Kabel. Im Auto spielt auch der vergleichsweise hohe Stromverbrauch keine Rolle, sofern man einen USB-OTG-Y-Adapter mit zusätzlicher Ladebuchse für fünf Euro dazukauft – ohne war unser Motorola-Handy nach rund vier Stunden DAB-Betrieb leer. Im Vergleich mit der von uns ebenfalls getesteten DAB-Nachrüstung mit dem Technisat DigitRadio GO ist die Wavesink-App etwas eleganter und vielseitiger, vorausgesetzt das eigene Handy unterstützt USB-OTG.

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