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Morgenmagazin vom Mittwoch, 22. Oktober 2014

22.10.2014 | 07:25 Uhr |

Was heute wichtig wird: 22. Oktober 2014 +++ Chinesische Regierung bespitzelt angeblich iCloud-Nutzer +++ Spotlight-Suche übermittelt Standort-Daten und Suchanfragen +++ Niederländisches Startup plant modulare Smart Watch +++ Kartellamt soll Google-Verleger-Streit schlichten +++ Test Inear-Ohrhörer Nocs NS500 Aluminium +++ Zur ersten E-Mail im aktuellen Postfach springen

Was heute wichtig wird: 22. Oktober 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wer über Microsofts Nomenklatur der Betriebssysteme spottet - das folgt bekanntlich Windows 10 auf Windows 8 - der sei an Apples Nummerierung der iPads erinnert, zumindest an deren offizielle Produktnamen. Gut, das erste iPad hieß einfach iPad und nicht etwa iPad 1, so wie der aktuelle Papst Franziskus heißt und nicht Franziskus I. Ein gutes Jahr darauf folgte das iPad 2 (nicht Franziskus II.), so weit, so logisch. Dann kam im Frühjahr 2012 eben nicht das iPad 3, sondern "das neue iPad", wie bei Apple sein erstes Tablet mit Retina-Display stets nannte. "Es gibt kein iPad 3", bügelte Apple alle Fragen nach der Nummerierung ab. Aber dann im Oktober 2012 dann doch ein iPad 4, das sich vom Vorgänger vor allem durch den Lightning-Anschluss unterschied. Das iPad 3, das ja keine iPad 3 war, sondern nur "das neue iPad", nahm Apple dann aus dem Handel, logisch, es war ja kein neues iPad mehr.

Können Sie soweit folgen? Gut. Weil, es wird noch interessanter. Neben dem Lightning-iPad, also dem iPad 4, hatte Apple noch das iPad 2 weiter im Angebot gehalten, als Einsteigergerät. Hinzu kam das iPad Mini. Erneut ein Jahr später im Oktober ging Apple mit der fünften iPad-Generation an die Öffentlichkeit. Natürlich nicht mit dem iPad 5, sondern dem iPad Air. Zunächst blieb das iPad 2 noch im Handel, dazu natürlich auch das iPad 4, das nun iPad mit Retina-Display hieß. Das iPad Mini blieb bei seinem Namen, jetzt kam aber noch ein iPad Mini mit Retina Display hinzu, was wiederum jünger als das iPad Mini war, während das iPad mit Retina Display älter ist als das iPad Air. Das war am 22. Oktober vor einem Jahr und wenn jetzt die iPad-Verwirrung nicht komplett war, hat Apple etwas falsch gemacht. Aber gut, die fünfte Generation des iPhone hieß iPhone 4S, die sechste dann iPhone 5, während das iPhone 6 die nunmehr achte Generation darstellt. Immerhin hat Apple sein iPad-Angebot hinsichtlich der Nomenklatur ein wenig aufgeräumt, es gibt das iPad Mini, das iPad Mini 2 und das iPad Mini 3, dazu das iPad Air und das iPad Air 2 zu kaufen.

Nicht auszudenken, Apple hätte die neuen Generationen "Das neue noch dünnere iPad Air" und "iPad Mini Retina mit Touch ID" genannt. Wie gesagt, dagegen ist der Sprung von Windows 8 (wie waren die überhaupt schon auf die 7 gekommen, das war ja schon mindestens das zehnte Windows?) auf Windows 10 fast zwangsläufig. Bleibt zu hoffen, dass Apple bei den Betriebssystemen konsequent bleibt und das nächste dann OS X 10.11 Golden Gate (oder Napa Valley oder Malibu oder Oxnard) heißen wird. Bei den Macs macht es sich Apple seit jeher einfacher. Ein Macbook Air ist ein Macbook Air ist ein Macbook Air, erst in Klammern wird verraten, welches genau. Das aktuelle etwa heißt Macbook Air (Mid 2014), aber den Vorgänger verkauft Apple ja auch nicht mehr weiter, Unterscheidung tut nicht so sehr Not. Wir freuen uns bereits auf die Apple Watch, die Apple Watch 2 und die neue Apple Watch mit noch genauerer Zeitanzeige (Mid 2017). Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Spotlight verletzt nicht die Privatsphäre: Die neue Suche in iOS 8 und OS X Yosemite schlägt auch Treffer im Internet vor und nutzt dabei die Ortsdaten des Anwenders. Die hat nun Datenschützer auf den Plan gerufen, die behaupten, Apple würde diese Daten an Microsofts Suchmaschine Bing weiter reichen. Apple bestreitet aber, die Suchen und ihre Ergebnisse überhaupt zu speichern, die Privatsphäre sei an keiner Stelle gefährdet.

RAM im Mac Mini fest verlötet : Wer sich einen Mac Mini (Late 2014) anschaffen will, sollte schon beim Kauf über die RAM-Ausstattung sich Gedanken machen, denn der Arbeitsspeicher ist fest auf der Platine verlötet. Immerhin gibt es valide Hinweise darauf, dass sich die im Basismodell verbaute Festplatte auch später gegen eine SSD tauschen lässt.

Tim Cook unbesorgt: Der Apple-CEO hält den Umsatzrückgang in China im vierten Quartal des Apple-Geschäftsjahres für weniger problematisch. Das Unternehmen investiere "wie verrückt", was sich bald auszahlen werde. In die aktuelle Bilanz konnten die neuen iPhnone-Generationen noch nicht eingehen, sie sind erst jetzt in China erhältlich.

Bilanz bald intransparenter: Schon jetzt hinterlässt der iPod kaum noch Spuren in Apples Geschäftszahlen, ab dem neuen Geschäftsjahr wird das Unternehmen seinen einstigen Kassenschlager auch nicht mehr separat ausweisen. Auch die in den eigenen Läden erzielen Umsätze bekommen keine eigene Zeile mehr in den Bilanzen, sie werden den jeweiligen Regionen zugerechnet. Der iPod verschwindet in den "anderen Produkte", auch die Apple Watch wird Apple nicht als eigenen Posten ausweisen. So wird ab dem Kommenden Jahr nur noch Apple selbst wissen, wie viele iPads, Apple TV und Apple Watches an die Kunden gingen.

Weitere Nachrichten

Chinesische Regierung bespitzelt angeblich iCloud-Nutzer

Nach Recherchen der auf die Aufdeckung von Zensur spezialisierten Webseite Greatfire.org sollen chinesische Behörden aktuell Apples Dienst iCloud über eine Man-in-the-Middle-Attacke angreifen. Noch sei nicht klar, ob diese Aktion mit den Demonstrationen in Hongkong oder der Markteinführung der neue iPhone-Modelle in China in Zusammenhang steht.

China wolle auf diese Weise die Nutzernamen und Passwörter der einheimischen Nutzer für die iCloud abgreifen. So wäre eine weiterführende Ausspähung der auf den Apple-Servern gespeicherten Daten wie Fotos, Kontakte oder iMessage-Nachrichten möglich. Auch der Standort ließe sich auslesen.

Greifen chinesische Nutzer über den vom Staat unterstützten 360 Secure Browser auf die Apple-Cloud zu, so werden die Logindaten unbemerkt abgegriffen. Firefox und Chrome warnen hingegen vor einem gefälschten Zertifikat.

Die von Apple kürzlich eingeführte Zwei-Faktor-Authentifizierung dürfte einen Zugriff der Regierung unterbinden, ohne händische Eingriffe der Nutzer ist diese Sicherheitsfunktion jedoch nicht aktiviert.

Spotlight-Suche übermittelt Standort-Daten und Suchanfragen

Apple hat in OS X Yosemite die Spotlight-Suche grundlegend überarbeitet. Die Abfrage listet ab sofort nicht mehr nur auf der Festplatte befindliche Inhalte, sondern durchforstet auch das Internet. Dabei werden leider auch viele Daten an Apple und Microsofts Bing übermittelt, auch der Standort des Nutzers.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich diese Datensammlung verhindern. In den Systemeinstellungen finden sich unter dem Punkt „Spotlight“ Funktionen namens „Spotlight-Vorschläge“, „Bing-Websuchen“ und „Lesezeichen und Verlauf“. Werden diese drei Checkboxen abgehakt, so sucht Spotlight künftig nur noch auf der eigenen Festplatte.
Kommt Apples Safari auf dem Mac als Standardbrowser zum Einsatz, muss die Spotlight-Suche hier zusätzlich angepasst werden. In den Einstellungen findet sich eine Schaltfläche mit dem Titel „Spotlight-Vorschläge einbeziehen“. Wird diese abgehakt, übermittelt auch der Browser über Spotlight weniger personenbezogene Daten.

Niederländisches Startup plant modulare Smart Watch

Mit Blocks hat das niederländische Startup Phonebloks in dieser Woche eine modulare Smart Watch vorgestellt. Die schlaue Armbanduhr funktioniert ähnlich wie das modulare Smartphone von Phonebloks und soll Ende 2015 erhältlich sein.

Anstatt auf die Design-Vorgaben der Hersteller beschränkt zu sein, haben Blocks-Nutzer die Wahl aus unterschiedlichen Display-Varianten. Neben einem runden und einem rechteckigen LCD-Display, steht hier auch ein E-Ink-Bildschirm zur Verfügung, wie er beispielsweise in der Smart Watch Pebble zum Einsatz kommen. Blocks lässt sich außerdem mit vielen weiteren Zusatzfeatures wie etwa einem Mikrofon, Gestensteuerung, einem Fingerabdruck-Scanner, einem Kopfhörer-Anschluss, einer Kamera, einem NFC-Chip oder zusätzlichem Speicher ausstatten.

Zum perfekten Fitness-Begleiter wird die individuelle Blocks-Version unter anderem mit GPS, Bewegungssensoren, einem Pulsmesser oder einem Sensor, der den CO2-Gehalt im Blut feststellen kann. Das E-Ink-Display würde bei dieser Version zudem den Akku schonen. Neben funktionalen Modulen, bietet Blocks auch Abdeckungen in unterschiedlichen Farben, um die Smart Watch beispielsweise auf das Outfit abzustimmen.

Kartellamt soll Google-Verleger-Streit schlichten

Der Streit zwischen Google und mehreren deutschen Verlegern, die durch die Verwertungsgesellschaft VG Media vertreten werden, dauert bereits seit Monaten an. Im Rahmen des 2013 verabschiedeten Leistungsschutzrechts sind Verlage wie Axel Springer, Funke oder Burda theoretisch in der Lage, für die Nutzung von Textauszügen aus ihren journalistischen Werken, beispielsweise in den Google-Suchergebnissen oder bei Google News, eine Lizenzgebühr zu verlangen.

Google weigerte sich bislang jedoch, entsprechende Zahlungen zu leisten. Stattdessen will der Konzern kurzerhand die so genannten Snippets – ein- bis zweizeilige Textanreißer – aus seinen Ergebnissen verbannen . Stattdessen will Google nur noch die entsprechenden Überschriften der Artikel integrieren. Diesen Textteil darf der Konzern kostenfrei nutzen.

Während die VG Media bereits in der vergangenen Woche eingeräumt hatte, dass die Durchsetzung des Leistungsschutzrechts gegen Google eventuell scheitern könnte, richtet sich Google in dieser Woche in einem Brief an das Bundeskartellamt (PDF) . Darin bittet der Konzern die Behörde um eine formale Entscheidung. Googles Ziel ist es, dem Kartellamt die Aussage abzuringen, dass die Behörde im vorliegenden Fall kein kartellrechtliches Vorgehen gegen Google einleiten wird. Der Suchmaschinen-Konzern beruft sich in seinem Schreiben auf das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB).

Test: Inear-Ohrhörer Nocs NS500 Aluminium

Die Inear-Kopfhörer des schwedischen Herstellers Nocs schirmen die Außengeräusche stark ab. Die Ohrhörer sitzen angenehm und stabil im Ohr, Nocs legt dazu drei verschieden große Passstücke bei. Das Metallgehäuse der Ohrhörer sieht edel aus, allerdings können sich diese im ersten Moment nach dem Aufsetzen für manch einen auch unangenehm kalt anfühlen. Gut gefällt das Flachband-Kabel, mit dem kein Kabelsalat möglich ist. Die Kabelfernbedienung lässt sich gut bedienen: Die drei Schalter bieten einen klaren Druckpunkt und lassen sich auch blind problemlos ertasten.

Die Ohrhörer gibt es in vier verschiedenen Farben.
Vergrößern Die Ohrhörer gibt es in vier verschiedenen Farben.
© Nocs

Klanglich kann sich der Nocs NS5000 Aluminium klar vom deutlich günstigeren Apple Ear Pod absetzen: So klingt der Nocs NS500 Aluminium dynamischer und bietet einen satteren Bass. Doch die Auflösung und Klarheit in den Mitten und Höhen gelingt ihm bei unserer Hörprobe nur etwas besser als dem 30 Euro teuren Apple Ear Pod, der hier ebenfalls einen ordentlichen Klang liefert. Bei Telefonanrufen ist die Qualität des eingebauten Mikros vergleichbar mit der des Apple Ear Pod. Doch das Kabel des Nocs NS500 Aluminium überträgt hörbar Störgeräusche, wenn man dagegen klopft oder das Kabel an der Kleidung reibt. Den Inear-Kopfhörer gibt es in vier Farben.

Tipp: Zur ersten E-Mail im aktuellen Postfach springen

Apples Bemühung, die Oberflächen von Apps zu vereinfachen und auf das Nötigste zu reduzieren, kann unter gewissen Umständen gehörig nerven, wenn man in einem Postfach, das sehr viele E-Mails enthält, von ganz weit unten bis zum Anfang scrollen will.

So muss man erst einmal per Geste etwas scrollen, damit überhaupt die Scrollbalken erscheinen und man anschließend den Schieber darin zügig ganz nach oben bewegen kann. Um in Mail direkt an den Anfang einer Liste zu springen, klicken Sie auf deren Titelzeile neben das Menü für die Sortierung. Alternativ können Sie in „Systemeinstellungen > Allgemein“ die Scrollbalken ständig sichtbar machen. Das schafft den direkten Zugriff, es sieht dann allerdings nicht mehr so elegant aus.

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