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Morgenmagazin vom Mittwoch, 22. September 2021

22.09.2021 | 07:09 Uhr | Peter Müller

Erste Tester von iPhone 13 Pro begeistert: Starke Kamera. überzeugender Akku +++ TSMC hinkt Apples Klimaziel um 20 Jahre hinterher +++ iPhone soll Depressionen erkennen +++ Datenpanne: E-Mail gefährdet afghanische Übersetzer +++ Amazon: Drei neue Kindle Paperwhite - das ist alles neu +++ Diese Webseite zeigt: So viel verdienen Abgeordnete nebenher

22. September: Herbstanfang

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Da kommt er nun, der astronomische Herbst, heute um 21.20 Uhr MESZ steht die Sonne scheinbar senkrecht über den Äquator - mitten im Pazifik. Für die Südhalbkugel läutet dies die Zeit ein, in der die Tage wieder länger sind als die Nächte, bei uns im Norden ist es umgekehrt. Die Sonne ist in München heute um exakt 7.00 Uhr aufgegangen, untergehen wird sie um 19.11 Uhr, da ist kalendarisch noch ein bisschen Sommer.

Moment mal, ist heute nicht überall Tag- und Nachtgleiche? Nein, nur dann, wenn man den Mittelpunkt der Sonnenscheibe (also der Projektion ihrer Kugelform auf den scheinbar unendlichen Hintergrund des Himmels) betrachtet. Dieser ist exakt 12 Stunden über dem Horizont. Da aber die Sonnenscheibe ein gewisse Ausdehnung hat und auch atmosphärische Einflüsse, also Lichtstreuung, bei der Einteilung in lichten Tag und finstere Nacht zu berücksichtigen sind, dauert der Tag heute noch ein klein wenig länger. Die exakte Gleichheit von Licht und Dunkel – unter Nichtberücksichtigung der beiden Dämmerungsphasen – nennt man Equilux.

Dieser Tag ist in München am Samstag, Sonnenaufgang um 7.05 Uhr, Sonnenuntergang um 19.05 Uhr, in diesem Jahr kommt man auf die Minute genau an die 12 Stunden ran. Gefühlt sind die Tage schon jetzt kürzer als die Nächte, wenn morgens der Wecker klingelt, ist es noch dunkel und wenn man den Abend mit einem kleinen Bier auf der Terrasse genießen will, treibt einen die Kälte rasch wieder rein.

Dennoch wagen wir auch heute mit dem Fahrrad den Weg ins Büro, der 22. September ist ja der Aktionstag "World Car Free Day". Davon sollte es ruhig ein paar mehr geben, angesichts der Schäden, den der motorisierte  Individualverkehr verursacht. Elektrofahrzeuge, solange sie nicht Pedelecs oder S-Pedelecs sind, bieten nur wenig Abhilfe, so groß wie manche der Monster mittlerweile geworden sind. Reichweite mag ein Argument sein, größere Akkus sind dafür noch unerlässlich, aber innerhalb der Stadt, im ganz normalen Pendelverkehr, kommen die wenigsten Elektromobilisten auf tägliche Fahrleistungen, die 100 Kilometer überschreiten.

Befürworter eines allgemeinen Tempolimits argumentieren unter anderem mit schrumpfender Nachfrage nach Großraumrennlimousinen, per Verbrenner oder Elektromotor angetrieben, wenn man sie ohnehin nirgends mehr auf über 130 km/h beschleunigen kann. Über die Jahre würden die Autos wieder kleiner werden und die Städte wieder lebenswerter, da mehr Platz für alle ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Argumenten pro Tempolimit gibt es dafür leider keine klaren Belege, auch im Elektrozeitalter, werden wir uns mit zu großen Kisten in zu engen Städten herumschlagen dürfen, selbst wenn deren kleine Graphen-Akkus im Kofferraum Reichweiten von mehreren tausend Kilometern erlauben sollten. Also versuchen wir, mit gutem Beispiel voran zu gehen, respektive zu strampeln. ÖPNV ist auch nicht immer ein Vergnügen, die individuelle Anreise ins Büro hat ihre unbestrittenen Vorteile.

Wenn dann aber wieder Sting von "Mercury Falling" singt und dabei nicht den verstorbenen Queen-Sänger meint, sondern das Element im Thermometer, wenn dann der Tag nur die kurze Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang beschreibt, in der das Zentralgestirn nur trüb hinter Wolken seine scheinbare Bahn über den Himmel zieht, sind wir um jeden Tag froh an dem wir uns das Pendeln und überhaupt den Gang vor die Tür sparen. Dezentralisierung der Arbeit und vor allem Digitalisierung könnte die besten Lösungen für die Verkehrsprobleme der urbanen Ballungsräume liefern.

Lesetipps für den Mittwoch

Schon da: Während unsere Testgeräte noch unterwegs sind, haben die ersten Medien bereits einen ersten Blick auf die neuen iPhones des Jahrgangs 2021 werfen dürfen. Macworld hat einen ersten Roundup der Tests zusammengestellt: In diesem Jahr sind sich die Tester offenbar einig, dass sich der Aufpreis für das iPhone 13 Pro besonders lohne. Vor allem Pro Motion, die adaptive Bildwiederholrate bis 120 Hz gefällt, ebenso die "epische" Akkulaufzeit. Die Kamera mache aber detailreiche Bilder in brillanten Farben, die Videos bekämen dank Kinomodus DSLR-Qualität.

Dauert noch: Im vergangenen Jahr hat Apple ein ehrgeiziges Klimaziel ausgewiesen. Nicht nur selbst wolle man klimaneutral sein – was zu einem Großteil schon geschehen sei – sondern die gesamte Lieferkette solle bis 2030 klimaneutral produzieren. Dabei legte Apple auch einige Fonds auf, um Unternehmen zu unterstützen, auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren und grünen Strom um zusteigen. Was man an CO 2 -Ausstoß nicht vermeiden könne, wolle man durch Aufforstungsprojekte kompensieren. Soweit die Theorie – die Umsetzung in der Praxis könnte schwierig werden. Dabei wirft vor allem Apples Chiplieferant TSMC, der die A- und M-Serien-Chips nach Apples Vorgaben baut, dem iPhone-Hersteller Knüppel zwischen die Beine. Denn das Unternehmen aus Taiwan verfolgt weit weniger ambitionierte Ziele und will Klimaneutralität erst im Jahr 2050 erreichen, berichtet der britische Guardian. Die Chip-Industrie ist sehr hungrig nach Energie, die Herstellung eines SoCs verbraucht Größenordnungen mehr an Strom, als der Prozessor in seiner Lebenszeit verbraucht. TSMC entnimmt etwa derzeit fünf Prozent der Gesamtleistung aus Taiwans Stromnetz, im kommenden Jahr sollen es schon 7,2 Prozent sein. Dazu habe TSMC nach Zahlen von Greenpeace im Jahr 2019 63 Millionen Tonnen Wasser verbraucht. Dabei sei TSMC auch noch der Konkurrenz voraus und habe erst kürzlich einen langjähringe Vertrag mit dem dänischen Energieversorger Ørstedt abgeschlossen, der eine Offshore-Windanlage mit 920 MW Leistung in der Taiwan Straße baut.

Gesundheit : Der Apple Watch Series 7 mag es zwar an neuen Sensoren fehlen, die für die Gesundheit relevant sind, Apple weitet seine Bemühungen aber aus, seine Geräte zu Werkzeugen der Gesundheitsvorsorge zu machen. Wie das Wall Street Journal berichtet, arbeitet Apple daran, mit dem iPhone um Depression, Angstzustände und andere psychische Erkrankungen diagnostizieren zu können. Die Privatsphäre bleibe dabei streng geschätzt, da alle Berechnungen auf dem Gerät selbst ausgeführt würden und keinerlei Daten auf Apples Servern landeten. In die Analyse eingehen würden Daten über  Gesichtsausdrücke, Stimmlage und Tonalität, die Art des Ganges, Schlafmuster, Puls und Atemfrequenz eingehen. Bei der Erforschung arbeitet Apple mit der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) zusammen, auch die Pharmafirma Biogen ist mit einer Forschung über leichten kognitiven Beeinträchtigungen – mögliche Frühwarnsignale einer Alzheimer-Erkrankung –  mit an Bord. Die UCLA greift dabei auf 3.000 Studienteilnehmer zurück, Biogen hat 20.000 Freiwillige rekrutiert.

Highlight: Nun ja, das iPhone 13 ist ja ganz nett und gewiss eine evolutionäre Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Der wahre Star in Apples 2021-Portfolio werde aber der M1X-Mac, wie Macworld-Kollege Roman Loyola meint. Vermutlich im Oktober wird Apple unter Umständen nicht nur Macbooks Pro mit 14 und 16 Zoll Bilddiagonale herausbringen, sondern auch einen Mac Mini im neuen und schlankeren Design. Im Zusammenspiel mit dem neuen System macOS Monterey werden Apple-Silicon-Macs zudem einige exklusive Funktionen erhalten, die auf Intel-Macs mangels neuronaler Engine nicht möglich sein werden, etwa Live Text, Universal Control und Portaitmodus in Facetime.

Weiter, immer weiter: Nur einen Tag hat es diesmal gedauert, bis Apple nach Veröffentlichung einer Hauptversion schon  die erste Beat des ersten Updates herausgebracht hat: Seit gestern können Entwickler die Beta 1 von iOS 15.1 testen, die Public Beta sollte dann heute folgen. iOS 15.1 wird einige Funktionen erhalten, die Apple für iOS 15 versprochen aber zunächst nicht liefern konnte. Das  sind zum Beispiels Share Play, mit dem etwa Abonnenten von Apple TV+ oder Disney+ Serien und Filme synchron sehen können. Ebenso bringt iOS 15.1 Impfzertifikate für die Wallet.

Immer dem Kopf nach: Besitzer von Airpods Max und Airpods Pro können mit iOS 15 nun das dynamische Head-Tracking von 3D-Audio genießen, sofern der Inhalt dies unterstützt. Dabei ändert sich mit der Kopfbewegung das Soundfeld, die Beschleunigungsensoren vermessen die Position. Mit den herkömmlichen Airpods und den Beats-Kopfhörer, die auch 3D-Audio unterstützen, ist das jedoch nicht möglich.

Datenpanne: E-Mail gefährdet afghanische Übersetzer

Dem britischen Verteidigungsministerium ist in diesem Jahr bereits die zweite gefährliche Datenpanne unterlaufen. Nachdem im Juni ein Mitarbeiter an einer Bushaltestelle sensible Daten hatte liegen lassen, bringt die Behörde nun 250 afghanische Übersetzer in Gefahr. Das Verteidigungsministerium hatte im Zuge des Truppenabzugs aus Afghanistan eine E-Mail an 250 Ortskräfte versendet. Die Liste der Rezipienten dieser E-Mail waren für alle Empfänger sichtbar. Einige der Kontakte waren den Angaben der BBC zufolge sogar mit einem Foto verknüpft.

In der E-Mail habe sich das Verteidigungsministerium nach den Dolmetschern erkundigen wollen und habe ihnen versichert, dass alles für ihre sichere Ausreise getan werde. Daraufhin hätten einige der Übersetzer versehentlich an alle Empfänger der E-Mail geantwortet. Das Verteidigungsministerium bemerkte diese Panne wenig später und informierte alle Ortskräfte über die Datenpanne. Eine Untersuchung wurde bereits eingeleitet und das Verteidigungsministerium bietet allen Betroffenen Hilfe an. Die Übersetzer verstecken sich in Afghanistan teilweise vor den Taliban. Die Offenlegung ihrer Identität kann für sie lebensgefährlich sein.

Amazon: Drei neue Kindle Paperwhite - das ist alles neu

Eben noch ein Leak, nun bestätigt: Amazon hat einen überarbeiteten Kindle Paperwhite und einen komplett neuen Kindle Paperwhite Signature Edition vorgestellt. Der Kindle Paperwhite Kids ist ebenfalls eine Premiere.

Der neue Kindle Paperwhite mit 8 GB Speicher bietet jetzt ein 6,8-Zoll-Display (mit 300 ppi; beim Vorgänger war das Display 6 Zoll groß) ohne Spiegeleffekte, laut Amazon eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Wochen, eine verstellbare Farbtemperatur und Laden über USB-C. Das vollständige Aufladen über USB-C dauert laut Amazon 2,5 Stunden, wenn ein Adapter mit 9 Watt oder mehr verwendet wird.

Der neue Kindle Paperwhite ist IPx8-zertifiziert und damit gegen ein versehentliches Eintauchen ins Wasser geschützt. Das Umblättern soll um 20 Prozent schneller erfolgen. Der Rand soll 10,2 mm dick sein.

Preise und Verfügbarkeit: Der neue Kindle Paperwhite kostet mit Werbung ab 129,99 Euro und ist mit 8 GB Speicherkapazität in Schwarz erhältlich.

Kindle Paperwhite Signature Edition

Der ebenfalls neue Kindle Paperwhite Signature Edition verfügt zusätzlich über einen Lichtsensor zur automatischen Anpassung der Beleuchtung sowie 32 GB Speicherplatz und erlaubt erstmals kabelloses Laden via Qi. Hierfür ruft Amazon Preise ab 189,99 Euro auf.

Beide Geräte können ab heute vorbestellt werden. Der neue Kindle Paperwhite wird ab dem 27. Oktober, der Kindle Paperwhite Signature Edition ab dem 10. November ausgeliefert.

Lederhüllen für den neuen Kindle Paperwhite werden in den Farben Lavendel, Schwarz, Marineblau und Merlotfarben angeboten. Stoffhüllen sind in den Farben Marineblau, Lavendel und Schwarz erhältlich. Hinzu kommen helle oder dunkle Korkhüllen.

Kunden, die einen neuen Kindle Paperwhite vorbestellen oder kaufen, können 3 Monate Kindle Unlimited kostenlos ausprobieren. Mit Zugriff auf Millionen von eBooks, ausgewählte eMagazin-Abos und Tausende von Hörbüchern.

Neue Bedienoberfläche

Amazon hat beim Kindle die Bedienoberfläche überarbeitet. Sie soll nun schneller reagieren. Die neugestaltete Bibliothek enthält neue Filter- und Sortierfunktionen, eine neue Ansicht für Sammlungen und eine interaktive Bildlaufleiste.

Bald sollen Nutzer außerdem mithilfe der Kindle-App für iOS und Android ein mit dem Smartphone gekoppeltes neues Kindle-Paperwhite-Gerät in wenigen Schritten einrichten können. Außerdem lässt sich mit einem Wisch vom oberen Bildschirmrand nach unten auf die Einstellungen zugreifen. So können Funktionen wie die Bildschirmhelligkeit, der Flugzeugmodus oder der Dunkelmodus schnell und einfach eingestellt werden, ohne die Lektüre zu verlassen. Diese neuen Softwarefunktionen will Amazon bis Ende des Jahres 2021 ausrollen.

Der erste Kindle Paperwhite für Kinder

Der Kindle Paperwhite Kids für Kinder ab 7 Jahren wird mit einer kinderfreundlichen Hülle, einem Jahr Amazon Kids+ und einer „2-Jahre-Sorglos“-Garantie geliefert. Nach einem Jahr kostet Amazon Kids+ pro Monat ab 2,99 Euro. Das Abo kann jederzeit gekündigt werden.

Mango - Die kleine rose Raupe (Kinderbuch - Buch-Tipp)

Der neue Kindle Paperwhite Kids mit 6,8 Zoll Display kostet 149,99 Euro und ist ab heute vorbestellbar. Er wird ab dem 27. Oktober ausgeliefert. Eltern (und Kinder) können aus drei Designs für die Hülle wählen: Schwarz, Juwelenwald oder Robotertraum.

Amazons nächster Hardware-Event: Leak verrät Teil der Neuvorstellungen

Diese Webseite zeigt: So viel verdienen Abgeordnete nebenher

Bereits 2020 machte ein Bericht von Abgeordnetenwatch die Runde: Rund jeder dritte Bundestags-Abgeordnete verdiente sich damals neben seinen Mandatseinkünften noch etwas dazu. Jetzt kurz vor der Bundestagswahl 2021 und nach der Affäre um umstrittene Maskendeals sowie nach einigen weiteren Youtube-Videos von Rezo dürfte es für viele Wähler besonders interessant sein mehr über die Nebeneinkünfte der Volksvertreter zu erfahren.

Solche Nebeneinkünfte gibt es bei Vertretern aller Parteien, also auch bei Vertretern von "Linke" und "Grünen", besonders häufig aber bei Abgeordneten von FDP, CSU und CDU sowie AFD. Wörtlich schrieb Abgeordnetenwatch damals: "Demnach gaben 215 der insgesamt 709 Parlamentarier (30,3 Prozent) an, neben ihrem Abgeordnetenmandat für mindestens eine Nebentätigkeit bezahlt worden zu sein." Und weiter: "Mindestens 25,1 Millionen Euro haben die Parlamentarier so neben ihrer monatlichen Diät in Höhe von 10.083 Euro zusätzlich eingenommen und seit der Bundestagswahl 2017 an Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble gemeldet."

Die exakte Höhe der Nebeneinkünfte eines Mandatsträgers können Wähler aber nicht sehen, weil die Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte nicht in konkreten Summen, sondern nur in zehn unterschiedlichen Stufen angeben müssen, die jeweils eine Mindest- und eine Obergrenze aufweisen. Die Stufe 1 reicht beispielsweise von mehr als 1000 Euro bis 3500 Euro, die Stufe 10 umfasst alles über 250.000 Euro, ohne eine Obergrenze zu nennen. Zudem berücksichtigen diese Stufen nur die Einnahmen, nicht aber die Ausgaben der Abgeordneten. Man erkennt an den Stufen also nicht, wie viel Gewinn nach Abzug aller Betriebsausgaben tatsächlich bei einem Abgeordneten hängen bleibt.

Für den Wähler viel informativer und für die Meinungsbildung wichtiger sind aber ohnehin die Namen der Unternehmen und Gremien, für die ein nach dem Gesetz unabhängig agierender Abgeordneter nebenher arbeitet. Und diese Namen können Sie, zusammen mit den Stufen der Nebeneinkünfte, in den meisten Fällen sehen (es gibt aber Ausnahmen, in denen die Abgeordneten ihre Auftraggeber verschweigen dürfen):

Hier sehen Sie die Nebeneinkünfte aller Bundestagsabgeordneten

Der Deutsche Bundestag veröffentlicht nämlich die Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten im Internet auf einer frei zugänglichen Webseite. Sie können sich hier auf der Webseite des Deutschen Bundestags über jeden Abgeordneten informieren. Geben Sie auf der Seite rechts oben unter "Suche" den Namen des gesuchten Abgeordneten ein. Sie finden dann zu jedem Bundestagsabgeordneten ein Kurz-Profil mit dem Werdegang, den Mitgliedschaften und mit den „Veröffentlichungspflichtigen Angaben“.

Nebeneinkünfte in zehn Stufen eingeteilt

Die Bundestagsabgeordneten müssen ihre Nebeneinkünfte in zehn Stufen angeben (bis 2013 mussten die Angeordneten ihre Nebeneinkünfte sogar nur in drei Stufen angeben, was noch deutlich weniger transparent war). Mit dem seit 2014 gültigen 10 Stufen kann man genauer einschätzen, wie viel ein Bundestagsabgeordneter nebenher verdient. Genaue Angaben auf Euro und Cent sucht man hier wie oben erwähnt allerdings vergebens, gegen zu viel Transparenz haben sich die Abgeordneten dann doch erfolgreich gewehrt.

Die Darstellung der Nebeneinkünfte erklärt der Bundestag folgendermaßen: „Die Einkünfte müssen für jede einzelne Nebentätigkeit angezeigt werden, sofern sie mehr als 1.000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr betragen. Die Angaben werden in Form von zehn Stufen veröffentlicht. Stufe 1 erfasst einmalige oder regelmäßige monatliche Einkünfte von 1.000 bis 3.500 Euro, Stufe 2 Einkünfte bis 7.000 Euro, Stufe 3 Einkünfte bis 15.000 Euro, Stufe 4 Einkünfte bis 30.000 Euro, Stufe 5 Einkünfte bis 50.000 Euro, Stufe 6 Einkünfte bis 75.000 Euro, Stufe 7 Einkünfte bis 100.000 Euro, Stufe 8 Einkünfte bis 150.000 Euro, Stufe 9 Einkünfte bis 250.000 Euro und Stufe 10 Einkünfte über 250.000 Euro. Mehrere unregelmäßige Zuflüsse eines Kalenderjahres werden fortlaufend addiert und mit der Stufe veröffentlicht, die der jeweiligen Summe entspricht. Im Jahr des Wahlperiodenwechsels werden die in der 17. Wahlperiode aufgelaufene und die in der 18. Wahlperiode aufgelaufene Summe gesondert unter den veröffentlichungspflichtigen Angaben der jeweiligen Wahlperiode veröffentlicht.“

Üppige Nebenverdienste zum Beispiel bei Gauweiler
 
Am Beispiel des CSU-Veteranen und 2015 aus dem Bundestag ausgeschiedenen Peter Gauweiler sieht man die Regelung deutlich. Klicken Sie dazu rechts auf der Webseite zu Gauweiler das Menü "Veröffentlichungspflichtige Angaben" aus. Die Liste von Gauweilers Nebeneinkünften ist beeindruckend lang und umfasst sogar die höchste Stufe 10 mit Einkünften über 250.000 Euro.

Der für seine Tätigkeit für die US-amerikanischen Kapitalgesellschaft Augustus Intelligence sowie für ein Foto zusammen mit dem T-Shirt einer Holocaust-Leugnerin kritisierte CDU-Politiker Philipp Amthor meldet dagegen lediglich eine Nebentätigkeit der Stufe 1 auf seiner Bundestagsseite. 

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