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Morgenmagazin vom Mittwoch, 26. Juni 2019

26.06.2019 | 07:04 Uhr |

Updates für Pages, Numbers und Keynote für iOS und macOS +++ Apple schuldet Samsung Displays große Summen +++ Lücke in Gatekeeper +++ Deutschland schwitzt: Hier gibt´s Trinkwasser gratis +++ Bundeskartellamt will Vergleichsportale sanktionieren +++ Loewe stellt den Betrieb ein – Traditions-Unternehmen hat kein Geld mehr

26. Juni: Erhöhte Temperatur

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Doch, man darf dieser Tage schon "Was für eine Hitze!" stöhnen, auch wenn einem der regnerische und kühle Mai nicht gefallen hat. Aber das Wetter tut uns nun einmal nicht den Gefallen, immer nur wohltemperiert und möglichst gleichmäßig zu sein. Eine um seit Beginn der Industrialisierung um 1,5 Grad angestiegene mittlere Temperatur klingt auf den ersten Blick nicht einmal heute erschreckend: Ob es nun 40,5 Grad werden oder nur 39,0 ist auch schon egal. Aber es geht ja nicht um Spitzenwerte, auch früher hatte es derart heiße Tage gegeben, als der Durchschnitt noch niedriger lag.

Hilft nur, sich und seine Elektrogeräte möglichst kühl und erfrischt zu halten, wir haben dieser Tage ja jede Menge Ratgeber veröffentlicht, in denen wir erklären, wie Sie Mac, iPad und iPhone vor dem Hitzekollaps bewahren. Für den Selbstschutz empfehlen wir natürlich neben Maßnahmen wie Schattenparken und So-früh-wie-möglich-Sport möglichst große Flüssigkeitsaufnahme. Und auch wenn es schwerfällt: Literweise Bier ist damit nicht gemeint.

Der ein oder andere leichte Gerstensaft mag noch der Abkühlung dienen, zu viel Alkohol schadet aber - und nicht nur an heißen Tagen. Dennoch bleibt Alkohol in westlichen Ländern eine legale Droge, zwar besteuert und der Verkauf vom Jugendschutz geregelt, aber ein jeder und eine jede darf so viel in sich hineinschütten, bis die Leber und noch viel mehr kaputt ist. Den 26. Juni, der im Übrigen auch der Gründungstag der Vereinten Nationen (UNO) ist, haben diese als I nternationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr oder kurz Weltdrogentag definiert. Was denn nun aber als legale und was als illegale Droge gilt, ist meist ein gesellschaftliche Frage und manchmal auch eine Frage der Zeit. So war das am 26. Juni 1896 von Felix Hoffmann erstmals synthetisierte Opiat Heroin lange legal und etwa in Hustensäften enthalten, bis Risiken und Nebenwirkungen der Droge immer offensichtlicher wurden.

Apropos UNO: Jene Organisation, die sich vor 74 Jahren in New York gründete, um die Menschheit von der "Geißel des Krieges" zu befreien, hat auch etliche Unterorganisationen, die segensreich wirken. Etwa die mit dem Weltdrogentag in Verbindung zu setzende WHO oder die UNESCO, die heute vor zehn Jahren die Wattenmeere der Niederlande, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins zum Weltnaturerbe erhob. Wenn man wirklich Abkühlung will, an der Nordsee wird man sie heute finden.

In unseren Exkurs um Temperatur dürfen wir natürlich nicht denjenigen vergessen, dessen Name für die SI-Einheit der Temperatur steht: Der britische Physiker Baron Kelvin, der heute vor 195 Jahren als William Thomson in Belfast geboren wurde und dem wir einige  bahnbrechende Erkenntnisse in der Elektrizitätslehre und der Thermodynamik zu verdanken haben. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Update : Apple hat gestern Abend seine Produktivitätsapps der iWork-Suite für iOS und macOS in neuen Versionen veröffentlicht. Pages, Numbers und Keynote bekommen jeweils ihre eigenen Neuerungen, gemeinsam sind den Programmen aber neue Möglichkeiten beim Editieren von Tabellen, Listen und Text. Schriften lassen sich nun etwa mit Gradienten oder Bildern stylen. Aufzählungszeichen kann man selbst bestimmen und eigene Wörter der Rechtschreibkorrektur hinzufügen. Die Apps bekommen eine Art von Gesichtserkennung und platzieren Objekte in Bildern auf intelligente Weise. Die iOS-Version von Pages bekommt neue Möglichkeiten für den Apple Pencil, Numbers verspricht Verbesserungen bei Berechnungen und Keynote ermöglicht nun das anlegen von Masterfolien, wenn man gemeinsam an Projekten arbeitet.

Strafe : Apple hat zuletzt offenbar nicht so viele iPhones verkauft wie erwartet oder auch nur erhofft, vor allem das Geschäft mit den OLED-Modellen schien schwierig gewesen zu sein. So drohen dem iPhone-Hersteller nun Strafzahlungen an den Lieferanten der Bildschirme, Samsung Displays, berichtet die in der Regel gut informierte koreanische Publikation ETNews. Apple schulde Samsung "Hunderte Milliarden von Won". 100 Milliarden Won entsprechen 86 Millionen US-Dollar, so dass die Nachzahlungen in die hunderte Millionen Dollar gehen könnten - Apple habe bei Smasung Displays wesentlich mehr OLED-Bildschirme geordert als es letztlich abgenommen habe. Samsung habe auf Apples Wunsch hin eine eigene Fabrik errichtet, die exklusiv 100 Millionen Stück pro Jahr für den Kunden aus Cupertino fertige. Samsung Displays habe jedoch seinen Jarehsgewinn von 5,7 Billionen Won auf 2,62 Billionen Won mehr als halbiert gesehen. Apple werde die Strafe jedoch nicht in bar leisten, sondern Samsung Displays weitere Aufträge für OLED-Bildschirme geben, heißt es in dem Bericht weiter.

Ausgerechnet: Spotify beschuldigt Apple, im App Store zugunsten seines eigenen Angebots Apple Music die Konkurrenz zu behindern. Vor allem die von den Schweden als "Apple Steuer" bezeichnete Umsatzbeteiligung stößt sauer auf. Apple stellte sich bisher auf den Standpunkt, wer die Services des Stores nutzen wolle, könne dafür auch bezahlen und legt nun in einer Stellungnahme an die EU-Kommission mit einer Rechnung nach, die Spotifys CEO Daniel Ek der Lügen straft. Denn in konkreten Zahlen sieht die Sache ganzb anders aus. Apple verlangt ab dem zweiten Jahr für Abos in Apps nur noch 15 anstatt 30 Prozent Beteiligung, Spotify habe ohnehin nur von in den Jahren 2014 bis 2016 Abos über den App Store verkauft - 600.000 Stück. Für diese Abos fällt also längst der niedrigere Tarif an, für etwa 0,5 Prozent der 100 Millionen Spotify-Kunden. Es könne somit keine Rede davon sein, dass Spotify die Preise für seinen Service "künstlich" erhöhen müsse, um Verluste durch die "Apple-Steuer" zu kompensieren, was der Wettbewerbsfähigkeit schade.

Lücke : Die Sicherheitsfunktion Gatekeeper in macOS hat eine Schwäche, die der Sicherheitsforscher Filippo Cavallarin aufgedeckt hatte, die aber auch gleich ein Hersteller von Adware nutzte, um seine Malware auf Macs zu schleusen. Die Lücke besteht darin, dass es möglich ist, Gatekeeper davon zu überzeugen, der Download eines Installers komme nicht aus dem Internet, sondern von einem angeschlossenen Speichermedium. Durch Automount aktiviert, kann dieser Download an der Überprüfung von Apples integriertem Virenscanner XProtect vorbei geschmuggelt werden. Cavallarin will Apple davon bereits im Februar unterrichtet haben, Apple habe aber nicht reagiert, weshalb er seine Entdeckung am 24. Mai veröffentlichte. Die Malware OSX/Linker nutzt nun diese Schwäche aus und ist in der Lage, allerlei Schadsoftware von Cryptominern bis hin zu Datendieben auf dem Mac zu installieren. Vermeiden lässt sich die Bedrohung gleichwohl, verzichtet man auf Downloads aus zweifelhaften Quellen. Wann aber Apple die Lücke schließt, bleibt ungewiss.

Feiner Unterschied : Einen Mac verkaufen, warum? Na, vielleicht, weil man einen neuen braucht und der Restwert des Vorgängermodells immer noch erstaunlich hoch ist. Sonst fallen uns an sich keine Gründe ein, warum man eine Festplatte (oder SSD) im Mac komplett löschen wollte. Der Weg zu einer sauberen und für die Augen Dritter geeignete Festplatte führt bekanntlich über die Recovery- oder Wiederherstellungspartition: Starten mit cmd-R. Glenn Fleishman zeigt in seiner Rubrik Mac 911 Schritt für Schritt, wie man vorgeht und weist auf einen potentiellen Fehler hin: Denn an sich löscht man nicht die komplette Platte - diese enthält ja auch die sonst unsichtbare Recovery-Partition - sondern nur den Container, der das fragliche Volume enthält. Ein falscher Klick kann dazu führen, dass nichts gelöscht wird. Hat man aber aus welchen Gründen auch immer vor, die gesamte Platte zu löschen, hilft die Internet Recovery weiter: Der Mac lädt dabei ein frisches System von Apples Servern und ist während dieser Prozedur auf keine Dateien auf der Festplatte angewiesen - dann kann also alles weg.

Deutschland schwitzt: Hier gibt´s Trinkwasser gratis

Der heutige Mittwoch, 26. Juli 2019, wird der wahrscheinlich bisher heißeste Tag in Deutschland. Angesichts der Hitze ist es wichtig, regelmäßig Wasser zu trinken. Das muss nicht immer auf Kosten der Umwelt mittels Plastik-Wasserflaschen gehen. Auf der Karte von Refill Deutschland erfahren Sie, wo Sie kostenlos eine mitgebrachte Wasserflasche mit frischem Leitungswasser auffüllen können. 

Wer gerade unterwegs ist, der sollte auf seinem Smartphone die Website von Refill Station Deutschland in den Browser-Favoriten ablegen. Aktuell sind bundesweit über 2.050 sogenannte Refill-Stationen gelistet, hinzu kommen über 120 Brunnen und Wasser-Säulen, denen Trinkwasser entnommen werden kann.

Die Trinkwasser-Initiative ist ein ehrenamtliches Projekt, welches seit März 2017 in Deutschland existiert und ursprünglich aus Großbritannien stammt, wo Refill Bristol im Jahr 2015 startete. Jegliche Geschäfte können sich an dem Projekt beteiligen und weisen mit einem Aufkleber an der Eingangstür auf ihre Teilnahme am Projekt mit. Ziel des Projekts ist es, aktiv dem Umweltschutz und der Müllvermeidung zu dienen. "Plastikmüll vermeiden, unsere Umwelt schützen, gutes Wasser trinken und Menschen inspirieren plastikfreier zu leben", so das Credo des Projekts.

Ein genauerer Blick auf die Deutschland-Karte zeigt, dass das Refill-Angebot vor allem in größeren Städten üppig und im ländlichen Bereich eher spärlich ausfällt. Wer sich an dem Projekt aktiv beteiligen will, der erhält auf dieser Seite alle notwendigen Informationen. Mitmachen kann jeder, der einen Laden mit einem Wasserhahn und Öffnungszeiten besitzt. Eine gesonderte Prüfung des Wassers findet nicht statt. "Leitungswasser in Deutschland hat aber hervorragende Qualität und wird von den Wasserbetrieben ständig überprüft", heißt es hierzu in der FAQ von Refill Deutschland.

Bundeskartellamt will Vergleichsportale sanktionieren

Seit 2017 darf das Bundeskartellamt im Verbraucherschutz in Form von Untersuchungen aktiv werden. In den vergangenen Monaten hat die Behörde insgesamt 36 Internet-Vergleichsportale unter die Lupe genommen . Das Ergebnis: Obwohl viele Portale den Eindruck erwecken wollen, sie würden neutral einen kompletten Markt abbilden, ist das oft nicht der Fall. So tauchen bei Versicherungen oder Hotelportalen beispielsweise nur die Anbieter auf, die sich auf eine Kooperation mit dem Vergleichsportal eingelassen haben. Ganz oben in den Vergleichsportal-Ergebnissen landen zudem meist die Unternehmen, die für diese Top-Platzierung bezahlt haben, nicht, weil sie das beste Ergebnis liefern.

Mit seiner aktuellen Untersuchungskompetenz zeigt sich das Bundeskartellamt jedoch unzufrieden. Die Behörde darf zwar Unternehmen unter die Lupe nehmen, gegen die bei den Untersuchungen festgestellten Mängel könne sie jedoch nichts unternehmen. Dem Bundeskartellamt fehlt laut Präsident Andreas Mundt schlicht „die Befugnis zur Durchsetzung der Ergebnisse“. Wie Mundt gegenüber dem General Anzeiger erklärt, wolle die Behörde die festgestellten Defizite auch gerne beheben. Nach der vor zwei Jahren durchgesetzten Untersuchungskompetenz müsse die Regierung nun handeln und der Behörde auch die Möglichkeit einräumen, Sanktionen gegen Unternehmen zu verhängen.

Loewe stellt den Betrieb ein – Traditions-Unternehmen hat kein Geld mehr

Der traditionsreiche deutsche Fernsehhersteller Loewe muss einen weiteren harten Rückschlag hinnehmen: Wie Spiegel Online berichtet, ist der Versuch eines „Insolvenzverfahren in Eigenregie“ gescheitert, Loewe ist faktisch pleite. Das bedeutet, dass Loewe zum kommenden Wochenende den Betrieb einstellen muss.

Mit dem im Mai 2019 beantragten „Insolvenzverfahren in Eigenregie“ wollte das Management des schwer angeschlagenen Traditionsunternehmens neues Geld auftreiben, um den Unternehmensbetrieb fortführen zu können. Doch die Geschäftsführung von Loewe konnte keine neuen Investoren dazu bewegen, Geld in Loewe zu stecken. Und die vorhandenen Gläubiger wie die britische Investmentgesellschaft RiverRock wollten nicht noch mehr Geld in Loewe investieren.

"Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 1. Juli 2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen", zitiert Spiegel Online den Geschäftsführer Ralf Vogt. Mit dem Insolvenzverfahren in Eigenregie ist es seit letzter Woche vorbei, mittlerweile soll ein regulärer Insolvenzverwalter eingesetzt sein. Die IG Metall kritisiert laut BR aber die Person, die zum Insolvenzverwalter bestellt wurde und das Management ingesamt: Es sei nur auf Profitmaximierung aus.

Laut Bayerischer Rundfunk demonstrierten rund 200 Mitarbeiter der insgesamt 400 Köpfe zählenden Loewe-Belegschaft am heutigen Dienstag vor dem Werk in Kronach „für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und für mehr Transparenz beim Insolvenzverfahren“.

 


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