2230097

Morgenmagazin vom Mittwoch, 26 Oktober

26.10.2016 | 06:59 Uhr |

Apple: Weniger Umsatz und Gewinn +++ 45,5 Millionen iPhones, 4,26 Millionen iPads, 4,8 Millionen Macs +++ Services legen wieder deutlich zu +++ Amazon Echo in Deutschland erhältlich +++ Schnelles Internet für 70% der deutschen Haushalte verfügbar +++ Zooids: Mini-Roboter mit Schwarm-Intelligenz

26. Oktober: In guter Verfassung

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen guten Morgen! An sich müsste ja der 26. Oktober bayerischer Nationalfeiertag sein, denn heute vor 70 Jahren wurde in der Ludwig-Maximilians-Universität zu München die noch heute gültige wenn auch nicht besonders bedeutungsvolle Verfassung des Freistaats Bayern unterzeichnet. An Bedeutung hat der vierte und bisher beste Versuch einer Verfassung vor allem deshalb verloren, weil darin bereits eine Einbindung Bayerns in die erst später etablierte Bundesrepublik Deutschland vorgesehen ist und deren in Grundgesetz-Artikel 31 niedergeschriebenes Prinzip, dass Bundesrecht Landesrecht breche, zur Anwendung kommt. Die bayerische Verfassung hat in den 70 Jahren ihres Bestehens einige Änderungen erlebt, die gravierendste im Jahr 1998. Damals kam das befragte Wahlvolk zum Beschluss, dass es die zweite Kammer, den Senat, eigentlich gar nicht mehr brauche. Denn anders als das gleichnamige Haus des US-Kongresses war der bayerische Senat eine Ständevertretung, die vom Landtag beschlossene Gesetze an sich nur abnickte und nicht aktiv an der Landesgesetzesgebung beteiligt war. Bei der Gelegenheit strich der Landtag auch gleich die Todesstrafe aus dem Verfassungstext, die aber ohnehin wegen Artikel 31 GG nach Gründung der Bundesrepublik nicht mehr zur Anwendung kommen konnte.

Aber nicht in Bayern ist heute Verfassungstag - diese trat auch erst am 8. Dezember 1946 in Kraft - sondern in Österreich Nationalfeiertag, der gewissermaßen auch an einen staatlichen Grundsatz des Landes erinnert, die ewig währende Neutralität. Zum 26. Oktober 1955 hatten alle Soldaten der Siegermächte des Zweiten Weltkrieg die Alpenrepublik verlassen, zehn Jahre später erst wurde der Tag zum Nationalfeiertag gekürt. So denken wir natürlich auch gleich an einen gebürtigen Schauspieler aus Österreich, dessen prominenteste Figur so etwas wie die personifizierte Todesstrafe war: Der Film "Terminator" kam heute vor 32 Jahren in den USA in die Kinos und machte den Darsteller der Titelfigur derart prominent, dass er Jahre später sogar zum Gouverneur von Kalifornien werden konnte. Als solcher hat Arnold Schwarzenegger nichts Schlimmes angerichtet und wenn die US-Verfassung nicht ausdrücklich einen "natural born citizen" im Weißen Haus forderte, wäre er womöglich sogar noch US-Präsident geworden. Mag man sich aber nicht vorstellen, wie Arnie anstatt Barack Obama gehandelt hätte - etwa in der Finanzkrise.

Gewisse Jobs sollte man einfach Profis überlassen, das zeigt der aktuelle Präsidentschaftswahlkampf in den USA in aller Deutlichkeit. Die Vereinigten Staaten haben zwar in weiten Teilen eine großartige Verfassung - sonst hätten die Väter des Grundgesetzes und der bayerischen Verfassung sich nicht von diesen inspirieren lassen - aber sie zeigen sich in recht schlechter Verfassung. Immerhin besteht die begründete Hoffnung, dass das längst antiquierte Wahlmännersystem dieses mal die Kandidatin mit den meisten Stimmen nicht den Einzug in die Pennsylvania Avenue verhagelt und dass es auch die Kandidatin und damit der Polit-Profi sein wird, welche die meisten Stimmen und Wahlmännerstimmen erhalten wird. In zwei Wochen wissen wir das um diese Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn nicht sogar schon Gewissheit, aber heute gratulieren wir Hillary Clinton erst einmal zum 69sten Geburtstag. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Laaangweilig: Nach dem Zahlenteil, der bis auf Details in etwa so ausgefallen ist, wie man das erwarten konnte (siehe Meldung weiter unten), bringt Apple morgen neue Macbooks. Auch hier sind keine besonderen Auffälligkeiten zu erwarten und schon jetzt meint Damon Beres für Mashable, dass die Veranstaltung "hello again" ziemlich fad werden könnte. Gewiss wird Apple nicht das Rad neu erfinden und angesichts des Verhältnisses der von Macs auf der einen und iPhones/iPad auf der anderen Seite generierten Umsätze müsse man sich schon fast fragen, warum Apple überhaupt noch so oft - also jetzt nach 18 Monaten - neue Macbooks vorstellt. Diese seien allerdings unvermeidlich gewesen und Unvermeidlichkeit sei langweilig - aber das Argument hören wir auch jedes Jahr, wenn der FC Bayern mal wieder die Meisterschale stemmt.

Geleakt: Beres hat ja gewissermaßen Recht - die wohl spannendsten Neuerung des neuen Macbook Pro, die Magic Toolbar mit ihrer kontextsensitiven OLED-Leiste, ist bereits durchgesickert. Nicht einmal mehr Apple macht sich noch große Mühe, die Neurung zu verstecken, wie Apple Insider entdeckt hat, enthält das vorgestern veröffentlichte Update auf macOS 10.12.1 ein verstecktes Bild, in dem das Zusammenspiel der Toolbar mit Touch ID zu sehen ist. Dank der Fingerabdruckerkennung wird man auf bestimmten Seiten einfach per Apple Pay einkaufen können, sofern im Land der Bezahlservice verfügbar ist. Hierzu erwarten wir am Donnerstag dann auch neue Informationen.

Jenseits der Grenze : Ehemalige Blackberry-Mitarbeiter helfen Apple dabei, ein Betriebssystem für selbstfahrende Autos zu entwickeln, berichtet Bloomberg. Das Kuriose daran: Während Apple in der Vergangenheit jede Menge Mitarbeiter für das Project Titan nach Cupertino geholt und einen Großteil davon mittlerweile wieder weggeschickt hat, unterhält Apple in Kanada ein weiteres Entwicklungszentrum. Dieses ist am Rande von Ottawa im Vorort Kanata gelegen, in fußläufiger Entfernung von der Blackberry-Tochter QNX, die einer der führenden Hersteller von Automotivesoftware ist und von der Apple etwa zwei dutzend Mitarbeiter übernommen habe. Ein Team entwickle bei Apple ein Basis-Betriebssystem, so wie es iOS für iPhone und iPad ist, ein anderes die Anwendungen, die in Zukunft selbst fahrende Autos durch den Verkehr lotsen. Der ehemalige QNX-Mitarbetier Dan Dodge koordiniere die Arbeit der Ingenieure in Cupertino und Ottawa, heißt es weiter.

Weitere Nachrichten:

Apples Bilanz besser als erwartet - aber weniger Umsatz

Erneut muss Apple weniger Umsatz und Gewinn als im Vorjahr bilanzieren. Im Zeitraum von Juni bis September 2016 nahm der Mac-Hersteller 46,9 Milliarden US-Dollar ein, wobei ein Gewinn von 9 Milliarden US-Dollar hängen blieb. Im Vorjahr waren es jedoch noch 51,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 11 Milliarden US-Dollar Gewinn gewesen.

Vor allem das iPhone ist für den Rückgang verantwortlich zu machen, wobei das Niveau immer noch hoch bleibt und Apple sogar mehr Smartphones verkaufte, als Wall Street prognostizierte. Analysten hatten 44,8 Millionen Stück angesetzt, es waren laut Apple-Bilanz dann doch 45,5 Millionen. Der damit erzielte Umsatz von 28,16 Milliarden US-Dollar lag deutlich unter dem von 2015 (32,21 Milliarden US-Dollar), 2015 hatte Apple 48,05 Millionen iPhones zwischen Juni und September verkauft.

Weiter rückläufig entwickelt sich auch das Geschäft mit dem iPad, im Berichtszeitraum wurde Apple 4,26 Millionen Stück los, was 9,27 Milliarden US-Dollar in die Kassen Cupertinos spülte. Vor einem Jahr waren es noch 4,28 Millionen Stück und 9,88 Milliarden US-Dollar gewesen.

Deutlich Federn lassen musste indes der Mac, Apple hatte vor einem Jahr aber mit 5,7 Millionen Stück außergewöhnlich viele Rechner verkauft und dabei 6,9 Milliarden US-Dollar eingenommen. Heuere waren es bei nur noch 4,89 Millionen Verkäufen nur noch 5,74 Milliarden US-Dollar. Am Donnerstag dieser Woche stellt Apple neue Macs vor, die den Absatz wieder ankurbeln sollten, im Berichtszeitraum waren neue Modelle ausgeblieben. Schlechte Zeiten scheint aber auch die Apple Watch zu haben, der Bereich "andere Produkte" trug nur noch 2,4 Milliarden US-Dollar zur Bilanz bei, vor einem Jahr waren es 3,05 Milliarden US-Dollar. Laut IDC ist Apple zwar weiterhin Marktführer bei Smartwatches, hat von Juni bis September aber nur noch etwas mehr als eine Million Uhren verkauft. Unter die anderen Produkte subsummiert Apple auch den iPod, der ist aber 15 Jahre nach seiner Premiere unwichtig geworden.

Erfreulich für Apple entwickelt sich indes der Service-Bereich, in dem die Einnahmen aus iTunes, iCloud, Apple Music und dem App Store zusammenlaufen, diese stiegen um 24 Prozent auf nunmehr 6,3 Milliarden US-Dollar.

Trotz der eher mäßigen Zahlen betonte Apple-CEO Tim Cook in der Pressemeldung, Apple sei begeistert über die Kundenresonanz auf iPhone 7, iPhone 7 Plus und Apple Watch Series 2, ohne aber genaue Zahlen zu nennen, wie viele der neuen iPhones Apple nun verkauft hat. Anders als im Vorjahr fiel immerhin eine ganze Woche nach dem Verkaufsstart in den Berichtszeitraum, ohne das neue Modell hätte die Bilanz womöglich deutlich schlechter ausfallen können. Besserung ist aber in Sicht, für das Dezemberquartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 76 und 78 Milliarden US-Dollar. Das wäre dann im Rahmen des Vorjahres respektive leicht darüber.

Amazon Echo in Deutschland erhältlich

Nachdem der Bluetooth-Lautsprecher Amazon Echo und die virtuelle Amazon-Assistentin Alexa bereits seit über einem Jahr in den USA erhältlich sind, fällt am Mittwoch auch in Deutschland der Verkaufsstartschuss – allerdings nicht für alle Amazon-Kunden. Der Lautsprecher Echo und die Hardware Echo Dot – ein kleines Geräte mit Alexa, aber ohne Lautsprecher-Technik – sind nur über ein Einladungssystem erhältlich.

Während Echo mit rund 180 Euro zu Buche schlägt, ist Echo Dot schon für rund 60 Euro zu haben . Beide Geräte sind in den Farben Schwarz und Silber verfügbar. Wie Amazon im September bestätigte, sind für den deutschen Markt vorerst 10.000 Geräte reserviert. In den nächsten Monaten will Amazon diese limitierte Stückzahl erhöhen. Es ist davon auszugehen, dass das Einladungssystem spätestens 2017 wegfällt und die beiden Geräte dann für alle Amazon-Kunden verfügbar sein werden.

Im Zuge des bevorstehenden Verkaufsstarts hat Amazon in dieser Woche seine Produktwebseiten und die Zugehörigen Apps aktualisiert. Die Einrichtung von Echo und Echo Dot funktioniert damit auch in deutscher Sprache. Über die Website und die Apps können Nutzer ihren Lautsprecher und den Smart-Home-Hub beispielsweise mit aktuellen Standortdaten füttern oder für die Wetteranzeige eine Temperatureinheit auswählen.

Sowohl in den Apps als auch auf der Website können sich Amazon-Kunden vorab Beispiel-Fragen anschauen, die Amazons virtuelle Assistentin Alexa beantworten kann. So hilft Alexa beispielsweise bei der Organisation von Terminen, navigiert den Lautsprecher oder Musikdienste wie Spotify per Sprachbefehl und steuert die angeschlossene Smart-Home-Elektronik.

Schnelles Internet für 70% der deutschen Haushalte verfügbar

Der Anteil der Haushalte in Deutschland, die an ein schnelles Internet - also mindestens 50 Mbit/s - angebunden sind, ist seit dem Jahr 2013 um ein Viertel auf knapp 71 Prozent angestiegen. Das berichtet die "Passauer Neue Presse" am Dienstag. Die Zahl nannte das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur nach einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Besonders hoch ist der Anteil bei den Stadtstaaten So liege der Anteil der Haushalte in Hamburg, für die 100-Mbit-Anschlüsse verfügbar seien, bei 94,4 Prozent. In Bremen liege der Anteil bei 93,6 Prozent und in Berlin bei 90,2 Prozent. In Baden-Württemberg liege der Anteil dagegen bei 72,8 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 72,2 Prozent und in Bayern bei 68,7 Prozent.

In den östlichen Bundesländern besteht besonders viel Ausbaubedarf, denn hier haben beim Schlusslicht Sachsen-Anhalt nur 43,9 Prozent der Haushalte eine Breitband-Internetverbindung mit 50 Mbit/s. In Brandenburg sind es 57,2 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern sind es 52,8 Prozent.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr ein 4 Milliarden Euro schweres Förderprogramm für den Breitbandausbau gestartet, von denn bereits 1,3 Milliarden Euro bewilligt wurden, wie der Antwort des Bundesverkehrsministeriums zu entnehmen ist.

Zooids: Mini-Roboter mit Schwarm-Intelligenz

Roboter müssen nicht mannshoch sein, um dem Menschen bei Problemlösungen zu helfen. Die Zooids getauften Mini-Roboter erinnern eher an Ameisen. Sie können sich zu Mustern formieren, kleine Objekte bewegen und dank Schwarm-Intelligenz gemeinsam agieren.

Auf der UIST-Konferenz in Japan wurden die kleinen Zooids schon als „Beginn einer ganz neuen Art des Swarm-User-Interface“ gefeiert. Die zylinderförmigen und zweieinhalb Zentimeter großen Roboter verfügen über Gyroskop- und Berührungssensoren. Die Steuerung erfolgt über eine per Funk angeschlossene Basisstation.

Die Anwendungsgebiete sind noch recht abstrakt. So können die Zooids Muster und Formen bilden. Dennoch darf der Nutzer mit ihnen interagieren und sie neu positionieren. Zudem haben die Mini-Roboter genügend Kraft, um auch Objekte wie Smartphones über die Tischplatte zu schieben. Wer sich selbst eine Zooid-Gruppe bauen möchte, findet auf Github alle nötigen Dokumente zum Nachbau.

Kirobo Mini: Witziger Mini-Roboter unterhält Autofahrer

2230097