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Morgenmagazin vom Mittwoch, 27. Mai 2020

27.05.2020 | 07:05 Uhr | Peter Müller

macOS 10.15.5 mit Batteriegesundheit +++ Gates-Stiftung kauft eine halbe Million Apple-Aktien +++ Twitter stellt Trump-Tweet richtig +++ O2 schenkt Kunden mehr Datenvolumen +++ Sparkasse-App: Neue Funktion ab 2. Juni verfügbar +++ Falt-Smartphone: Motorola plant neues Razr-Modell

27. Mai: Übles Nachtreten

Macwelt wünscht Guten Morgen! Leute, die heute das Sagen haben, hören ungern Ratschläge von Leuten, die gestern die Geschicke bestimmten. Meist klappt das auch ganz gut und ehemalige Parteivorsitzende, Vorstandschefs, Trainer oder Präsidenten geben in ihrem Ruhestand weitgehend Ruhe. Nur, wenn nun jemand am Ruder ist, der offensichtlich keine Ahnung hat und keinen Schimmer, was er da tut, dann muss man sich eben zu Wort melden, über irgend ein Medium.

Wir sprechen natürlich von Steve Jobs, der es nicht mehr ansehen konnte, wie sein Nachfolger an der Machtposition bei Apple, John Sculley, mit dem Erbe umging. Wir erinnern uns: Im Herbst 1985 hatte CEO Sculley den Apple-Gründer aus dem Unternehmen gedrängt, der ihn einst selbst an Bord geholt hatte, um auf den Kindergarten in Cupertino ein wenig wie ein Erwachsener aufzupassen.

Das ging auch eine Weile erstaunlich gut, Apple wurde immer größer und bedeutender, bis sich Sculley schlussendlich verzettelte und 1993 wieder das Feld räumen musste - bis zur Rückkehr Steve Jobs' sollte es noch über drei Jahre dauern. Jobs hatte nach seinem erzwungenen Abschied zornig alle seine Apple-Aktien verkauft, bis auf eine. Aber nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil er weiter zu den Hauptversammlungen eingeladen werden wollte. Aufgetaucht ist er dort nie und selten hat er sich eingemischt.

Im Mai 1986 ist ihm aber der Kragen geplatzt und auf einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal hat er seinem Unmut über eine Sculley-Entscheidung Luft gemacht. Denn dieser hatte sich erdreistet, die Werbeagentur zu wechseln und nicht mehr Steve Jobs' Favoriten Chiat\Day mit Kampagnen zu beauftragen, sondern BBDO.

Die Anzeige nahm dabei eine Referenz an eine der legendären Arbeiten von Chiat\Day: "Congratulations, seriously" - so hatte man 1981 den Konkurrenten IBM im PC-Markt passiv-aggressiv begrüßt. Nun gratulierte Jobs der Agentur für sieben kreative und visionäre Jahre als Partner Apples und bedauerte, dass das von ihm gegründete Unternehmen nun von "Hausmeistern" geleitet würde. Zugleich stellte er neue Abenteuer in Aussicht, denn es gebe ja auch ein Leben nach Apple, wie er selbst gerade erfahre.

Wie bekannt, gab es nicht nur ein Leben nach Apple, respektive ein NeXTes, sondern eben auch die Rückkehr nach Cupertino. Eine der ersten Amtshandlungen des iCEO Steve Jobs, nachdem Sculleys Nachnachfolger Gil Amelio in die Wüste geschickt worden war: Chiat\Day, in der Zwischenzeit mit TBWA fusioniert, wird wieder Apples Werbeagentur. Und schon die erste Arbeit setzte Maßstäbe: Jener Spot, in dem kein einziges Apple-Produkt zu sehen war, sondern nur am Schluss ein Logo der Firma: "Think different"

In anderen Organisationen würde man sich dieser Tage wünschen, dass die Vernunft und die Vision der Vergangenheit wieder Einzug hält und endlich wieder das rationale Denken Oberhand gewinnt.

Lesetipps für den Mittwoch

Im Wohnzimmer: Es wird noch lange dauern, bis wir Videokonferenzen wieder optional betrachten und uns real mit Kollegen, Freunden und Familie treffen. Es ist also an der Zeit, das Videotelefon aus dem Büro heraus zu nehmen und ins Wohnzimmer zu verfrachten, nicht immer will man in der Büroecke vor dem iMac kauern oder ein Macbook auf dem Schoß balancieren, wenn im Wohnzimmer der große Fernseher steht, der für die meisten Konferenzen besser geeignet ist. Glenn Fleishman erklärt auf Macworld, was sie zu beachten haben und was sie benötigen: Vor allem wird der Fernseher als Wiedergabegerät dienen, die Verbindung schaffen Mac, iPad oder iPhone. Dies kann man via Apple TV drahtlos oder mit einem HDMI-Adapter verkabelt an praktisch jeden modernen TV anschließen, positioniert man das iPhone noch auf einem Tripad richtig vor den Apparat, wirkt das im Gespräch tatsächlich auch so, als würde man die Leute direkt anschauen und nicht an ihnen vorbei in eine Kamera blicken.

Finanziert: Aktien von großen und wertstabilen Unternehmen dienen privaten und institutionellen Anlegern der Sicherung und Vermehrung ihrer Vermögen. Besonders beliebt sind Aktien von Unternehmen, die selbst auf hohem Niveau noch zulegen können und die der Krise trotzen. De Apple-Aktie etwa hatte im ersten Quartal zu Beginn der Corona-Krise deutlich an Wert verloren, steht nun aber wieder dort, wie sie Ende 2019 schon war: Auf Rekordniveau. So verwundert es nicht, dass die größte Charity-Organisation der Welt ihr Geld, das jederzeit für Forschung und Entwicklung gebraucht werden kann, nicht auf die Bank trägt und auch nicht in Staatsanleihen investiert, sondern in Apple-Aktien. Die kleine Ironie der Geschichte: Bei der Organisation handelt es sich um die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die laut einer Eingabe an sie Börsenaufsicht SEC im ersten Quartal 2020 501.044 Apple-Aktien gekauft hat. Apple! Bill Gates! Aber der Clash der Kulturen zwischen Cupertino und Redmond ist längst Geschichte, mit Microosft hat Gates schon länger nichts mehr zu tun. Schon einmal war ein spektakulärer Aktiendeal Gates' aufgefallen, im Sommer 1997 investierte seine damalige Firma 500 Millionen US-Dollar in nicht stimmberechtigte Apple-Aktien. Der Aufschrei seinerzeit war groß, weil Apple im Gegenzug alle Klagen fallen ließ. Doch ohne die Finanzspritze von damals gäbe es Apple heute nicht mehr. Jetzt sind die Abermillionen Dollar gut angelegtes Geld.

Aktualisiert: Sonst kommen die Punkt-Updates für iOS, iPadOS und macOS immer gleichzeitig, iOS 13.5 konnte aber wegen der PIs zum Virus-Tracing nicht auf sich Warten lassen. So legt Apple nun in dieser Woche macOS 10.15.5 Catalina nach, das aber auch eine wesentliche Neuerung bringt. Denn die seit geraumer Zeit in den mobilen Systemen integrierte Einstellung zur Batteriegesundheit findet nun auch ihren Weg in den Mac - und ist in den Installationen auf Macbooks enthalten. Die Technik verhindert, dass der Akku immer zu 100 Prozent geladen wird, was der Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien dienen soll. Facetime bekommt nun die Möglichkeit, den Zoom auf den jeweiligen Sprecher abschalten zu können, was der Übersichtlichkeit in großen Gruppenchats dienen soll. Nutzer des Pro Display XDR freuen sich über neue Einstellmöglichkeiten des Weißpunkts und der Helligkeit.

Gespräche: Mit Facetime Audio will Facebooks jüngste App CatchUp konkurrieren, die noch im Teststadium ist. Mit CatchUp sollen Gruppengespräche mit bis zu acht Teilnehmern möglich sein, nur mit Ton, ohne Video. Um CatchUp nutzen zu können, benötigt man keinen Facebook-Account. Der Clou der App: In einem Status kann man angeben, ob man verfügbar ist oder beschäftigt, denn das halte die Leute davon ab, mit ihren Freunden und Kollegen zu telefonieren, da sie nicht wüssten, ob die zum Sprechen bereit sind, heißt es.

Fake News: Twitter hat sich auf die Fahnen geschrieben, vor Falschmeldungen zu warnen. Früher oder später musste sich der Dienst daher mit dem Präsidenten anlegen, dem Twitter-Power-User und notorischen Lügner. Ein Beitrag des POTUS bekam nun beispielhaft ein Badge, das darauf hinweist, die Behauptungen seien unwahr. Trumpelstilzchen hat sich darüber aufgeregt, dass der Staat Kalifornien der Corona-Krise damit begegne, indem er sich auf Briefwahlen in naher Zukunft einrichtet und fälschlicherweise behauptet, dass diese dem Wahlbetrug Tür und Tor öffnen würden. Dem sei nicht so, es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass Briefwahlen manipulierbarer wäre als solche, bei denen sich die Wähler zu Coronaparties in stickigen Turnhallen treffen, heißt es in der Richtigstellung, die über einen Klick aus Trumps Tweet heraus erreichbar ist. Das will das Lügenmaul nicht auf sich sitzen lassen und bezichtigt Twitter nun, in den Wahlkampf eingreifen zu wollen und mit "Fake-News" der Washington Post und CNN – zweier Lieblingsfeinde des orangehäutigen Irren – daher zu kommen. Ein zweiter Trump-Tweet hatte ebenso einer Richtigstellung bedurft, darin ging es um einen rund 20 Jahre zurückliegenden Tod einer jungen Frau, von dem Trump nun behauptet, es handele sich um ein ungeklärtes Verbrechen. Der Witwer Timothy J. Klausutis hatte sich direkt an Twitter-Chef Jack Dorsey gewandt und um Löschung der Falschbehauptungen gebeten. Die Tragik an der ganzen Sache: Trump kann in den USA ungestraft lügen, so wie hierzulande die Bild-Zeitung. Beider Fans glauben jeden Mist, den die Faktenverdreher und Lügenbarone im Weißen Haus und dem Springer-Hochhaus verbreiten - und ziehen daraus Profit.

Weitere Nachrichten:

O2 schenkt Kunden mehr Datenvolumen

O2 hat für den 3. Juni 2020 den Start einer neuen Kampagne für Kunden mit O2 Free- oder O2 Blue All-In-Langzeitvertrag angekündigt. Diese erhalten dann die Möglichkeit, kostenlos und dauerhaft zu dem nächsthöheren Tarif mit mehr Datenvolumen inklusive der Weitersurf-Garantie zu wechseln, wie O2 ankündigt. Dabei bleiben auch alle bestehenden Rabatte erhalten.

Zum Beispiel könne ein Kunde, der seit dem Jahr 2017 den Tarif O2 Free M mit 10 Gigabyte nutze, dann einfach zu O2 Free M mit 20 Gigabyte wechseln und zahle weiterhin den gleichen Monatspreis. Bei einem Kunden mit o2 Blue All-In M mit einem Vertrag seit 2015 erhöhe sich das Datenvolumen sogar um 19 Gigabyte, wenn er zu O2 Free M wechselt.

 

Wer erhält das kostenlose Tarif-Upgrade? Die Kunden, die zu einem kostenfreien Tarif-Upgrade berechtigt sind, informiert O2 über eine Mail, SMS oder einen Brief. Sie können dann über o2online.de, die "Mein O2"-App oder über die Service-Hotline oder die O2-Shops zum neuen Tarif wechseln. Ein Tarifupgrade muss aber dann bis zum 31. Juli 2020 erfolgen, sonst verfällt das Angebot.

Konkreter heißt es im "Kleingedruckten" seitens O2, dass O2-Mobilfunkkunden das Angebot erhalten werden, die einen Laufzeitvertrag in einem O2-Free- oder O2-Blue-All-In-Tarif ab dem 17. Vertragsmonat besitzen. Allerdings nur dann, wenn der bestehende Vertrag nicht bereits mit einem Rabatt von mehr als 50 Prozent der monatlichen Grundgebühr gewährt wird. Beim Tarifwechsel fallen keine Kosten an und es gilt nach dem Upgrade eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.

 

Sparkasse-App: Neue Funktion ab 2. Juni verfügbar

Die Sparkassen spendieren ihrer Online-Banking-App "Sparkasse Ihre mobile Filiale" ein Update: Nach der neuen iOS-Version ist nun auch die neue Android-Version erhältlich. Die wichtigste Neuerung: Die Sparkassen-Kunden können künftig direkt aus der Sparkasse-App ein neues Girokonto bei ihrer Sparkasse eröffnen.

Laut Angaben der Sparkassen kann die neue App-Funktion ab dem 2. Juni zur Kontoeröffnung verwendet werden. Die Legitimation des Nutzers erfolgt über Video. Vorausgesetzt wird allerdings, dass die Sparkasse des Nutzers die neue Funktion zur Girokonto-Eröffnung auch unterstützt.

Für die Nutzung der Funktion wird mindestens Version 5.6.2 der Sparkasse-App für iOS beziehungsweise Version 5.6.3 der Sparkasse-App für Android vorausgesetzt. Zusätzlich bietet die neue Sparkasse-App-Version auch diverse Optimierungen und Bugfixes.

Die Sparkasse-App gehört zu den beliebtesten Online-Banking-App im iTunes App Store und im Google Play Store. Mit der App haben die Nutzer den kompletten Zugriff auf ihre Sparkasse-Konten direkt auf einem Smartphone oder Tablet. Sie können beispielsweise den Kontostand einsehen, Überweisungen tätigen und ihre Aktiendepots, Kreditkartenkonten, Darlehen und LBS-Bausparkonten überwachen. Über Kwitt ist auch der schnelle Empfang und das Versand von Beträgen von bis zu 30 Euro an Freunde und Bekannte möglich. Außerdem sind über die App auch alle Service-Angebote der Sparkasse verfügbar, wie etwa die Möglichkeit, eine Karte zu sperren, einen Termin mit dem Kundenberater zu vereinbaren, den nächsten Geldautomaten zu finden oder eine Prepaid-Karte aufzuladen. Unterstützt werden alle gängigen TAN-Verfahren. Entwickelt wird die App von der Star Finanz GmbH. Alle Daten werden lokal verschlüsselt abgelegt und ein Zugriff ist wahlweise über ein persönlich gewähltes Passwort oder optional auch über eine Fingerabdruck-Überprüfung möglich, wenn das verwendete Gerät einen entsprechenden Sensor besitzt.

 

Falt-Smartphone: Motorola plant neues Razr-Modell

Schon im September soll nach Angaben von Thibault Dousson , General Manager von Lenovo in Südafrika, die zweite Generation des Falt-Smartphones Motorola Razr in den Handel kommen. Details zur Hardware ließ Dousson jedoch offen. Informationen zum Gerät tauchten nun aber im Forum von XDA Developers auf. Demnach soll das Razr 2 von einem Snapdragon 765 angetrieben werden. Diesem stehen dem Leak zufolge 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB interner Speicher zur Seite. Bei der Kamera verlässt sich Motorola voraussichtlich auf den Sensor ISOCELL Bright GM1 von Samsung. Dieser erstellt Fotos mit 48 Megapixel. Für Selfies stehe eine zweite Linse mit 20 Megapixel zur Verfügung.

Laut Leak kann das Razr 2 zudem auf das schnelle Mobilfunknetz 5G zurückgreifen. Beim Design dürften Käufer hingegen nur wenige Neuerungen erwarten. Sowohl der Hauptbildschirm namens Flex View als auch das Quick View Display sollen die gleiche Größe aufweisen wie beim ersten Modell des Falt-Smartphones. Dafür bietet das Razr 2 voraussichtlich eine etwas längere Akkulaufzeit. Verantwortlich dafür sei ein Akku mit 2.845 mAh, im aktuellen Modell kommt ein Akku mit 2.510 mAh zum Einsatz. Weiterhin sei Android 10 auf dem Razr 2 vorinstalliert. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen aber allesamt noch nicht.

 

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