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Morgenmagazin vom Mittwoch, 28. Oktober 2015

28.10.2015 | 06:53 Uhr |

28. Oktober 2015 +++ 51,5 Mrd. US-Dollar Umsatz und 11,1 Mrd. US-Dollar Gewinn +++ iPhone stark wie nie +++ Mac legt zu, iPad stürzt ab +++ Apple lässt per Handy-Rechnung bezahlen +++ Kind verkauft sichere Passwörter für 2 US-Dollar +++ Playstation 4 1TB mit Top-Spiel zum Kampfpreis +++ Roaming-Gebühren werden ab Juni 2017 abgeschafft

Was heute wichtig wird: 28. Oktober 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Öffentlich-rechtliche TV-Sender und Qualitätszeitungen haben in den letzten Monaten oft den Vorwurf gehört, sie würden monothematisch berichten. Im Frühjahr drehte sich gefühlt jede Sendung und jede Reportage um das schreckliche Flugzeugunglück in den französischen Alpen, im Sommer bestimmte Griechenland die Agenda, jetzt im Herbst dreht sich alles um die vom Syrien-Krieg ausgelösten Fluchtbewegungen und Europas Umgang damit. Wichtige Themen, gewiss. Der Vorwurf, "die da" berichteten nichts anders mehr, greift aber etwas zu kurz. Zum einen berichten "die da" auch nur das, was ihr Publikum interessiert, zum anderen ist gerade für Nachrichtensendungen oder gar Hintergrundberichte und -reportagen im Fernsehen zu wenige Sendezeit vorgesehen. Talkshows mit vorhersagbarer Dramaturgie des Meinungsaustausches, in Serie lieblos herabgerissene Krimis und der 87ste Markencheck nehmen mehr Sendezeit ein -  das scheint ja genau das zu sein, was das Publikum interessiert. Wer aber wissen will, was sonst noch los ist in der Welt und ob da nicht Zusammenhänge bestehen, muss auf das Spätprogramm ausweichen oder sich mal doch wieder durch dicke Zeitungen blättern oder klicken. Berichte über scheinbar abseitige Themen gibt es immer noch jede Menge, nur nicht zur Hauptsendezeit oder auf der Titelseite.

Der Macwelt kann man nicht vorwerfen, zu viel über Griechenland und/oder die Fluchtbewegungen berichtet zu haben, aber machen wir mal an dieser Stelle eine Ausnahme. Denn zwischen den beiden Themen gibt es offensichtlich einen Zusammenhang. Griechenland hat die längste Außengrenze der EU, rechnet man all die Küstenlinien mit ein und ist das erste Land der Union, auf das Syrien-Flüchtlinge auf ihrer Reise nach Europa stoßen. Bis vor kurzem hat der Rest Europas Griechenland reichlich allein gelassen mit dem Problem, sondern mit rigider Sparpolitik dem Land noch mehr Probleme bereitet als es sich selbst schon in den letzten Jahrzehnten in ökonomischer Hinsicht bescherte. Immerhin diskutiert die EU nun Lösungsansätze, bei denen Hilfe für Griechenland in der Flüchtlingsproblematik an entscheidender Stelle steht. Vielleicht ein Anfang, dem Land dabei zu helfen, sich selbst zu helfen.

Zuletzt hatten die griechischen Wähler im Sommer noch laut und deutlich "Nein" zu einem Plan gesagt, der dann doch praktisch unverändert umgesetzt wird. Das "Nein" oder "Ochi" hat in Griechenland aber eine Geschichte, die das Heute mit erklären kann. Am 28. Oktober 1940 schleuderte der griechische Diktator Ioannis Metaxas  dem italienischen Despoten Benito Mussolini ein "Ochi" auf dessen Ultimatum hin. Italienische Truppen griffen dahin von Albanien aus an und verwickelten Griechenland in den Zweiten Weltkrieg von dem und dessen Nachwirkungen sich das Land bis heute nicht richtig erholt hat. Der 28. Oktober ist in Griechenland Nationalfeiertag, der "Ochi"-Tag. Uns ist nicht bekannt, dass woanders auf der Welt ein Staat einen vergeblichen Verteidigungsversuch gegen fremde Aggressoren zum Anlass eines Nationalfeiertag genommen hat. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Bilanz für das vierte Quartal: Apple hat erneut alle Erwartungen übertroffen und für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2014/15 bei einem Umsatz von 51,5 Milliarden US-Dollar einen Gwinn von 11,1 Milliarden US-Dollar eingefahren. Vor allem das iPhone bleibt der Umsatztreiber, im Berichtszeitraum hat Apple 48,05 Millionen Geräte verkauft, im Vorjahr waren es noch 39,27 Millionen gewesen. Vom ersten Verkaufswochenende waren nur zwei Tage in die Bilanz eingegangen, das Quartale endete am 26. September. Der mit dem iPhone generierte Umsatz beträgt 32,21 Milliarden US-Dollar.  Auch beim Mac legte Apple zu und verkaufte im Septemberquartal 5,7 Millionen Stück, vor einem Jahr waren es noch 5,5 Millionen. Sorgen macht weiter das iPad, die Verkäufe gingen gar um 20 Prozent auf 9,9 Millionen Geräte zurück. Anscheinend übt vor allem das iPhone 6(S) Plus einen deutlichen Kannibalisationseffekt aus. Mit dem iPad Pro wird Apple neue Absatzmärkte erschließen wollen, der 12,9-Zöller kommt wohl erst gegen Ende November heraus. Das Geschäftsjahr 2014/15 war insgesamt das beste im der Unternehmensgeschichte, gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz um 28 Prozent auf 234 Milliarden US-Dollar. Für das Dezemberquartal rechnet Apple mit einem Umsatz zwischen 75,5 und 77,5 Milliarden US-Dollar.

Umsteiger : Apple rechnet mit weiterem Wachstum des iPhone, obwohl der Smartphonemarkt allmählich gesättigt scheint. 30 Prozent der iPhone-Käufer im letzten Quartal seien jedoch von der Android-Plattform gewechselt, erklärt Apple-CEO Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz am gestrigen Abend, weiteres Wachstum kann Apple also mit Verdrängung der Konkurrenz erreichen. Im letzten Quartal seien so viele Android-Nutzer wie noch nie auf das iPhone umgestiegen, Apple messe die Rate seit drei Jahren. Weltweit gibt es geschätzt eine Milliarde Android-Nutzer, für Apple besteht weiter ein großes Wachstumspotential.

Musik auf dem TV: Scheint ein wenig witzlos zu sein, aber Apple meint es ernst: Apple Music kommt in der nächsten Woche auf das neue Apple TV. Haken an der Sache: Die vierte Generation der Settopbox hat keinen Audioausgang mehr, Musik hören geht somit nur über die meist schlechteren Lautsprecher des per HDMI angeschlossenen Fernsehapparats. Nur wenige Stereo-Receiver sind in der Lage, aus HDMI das Tonsignal zu extrahieren.

Angriff der Klone: Es gab mal eine Zeit, da baute nicht Apple die besten Macs, sondern Hersteller wie Umax oder Power Computing. Mitte der Neunziger lizenzierte Apple sein Betriebssystem Mac-OS an Klon-Hersteller, der zurückgekehrte Steve Jobs beendete die Praxis, die Apple mehr an Umsatz kostete als sie Lizenzgebühren einbrachte. Unsere Kollegen der Macworld erinnern an einige denkwürdige Modelle.

Lohnendes Update: Pages 5.6 bringt deutlich mehr Änderungen und Verbesserungen gegenüber Pages 5.5, als man an sich von einem solchem 0.1er-Update erwarten dürfte. Allmählich stellt Apple die Funktionen von Pages 09 wieder her, die mit dem Umstieg auf die neue vereinheitlichte Software für alle Plattformen verloren gegangen waren.

Weitere Nachrichten

Apple lässt per Handy-Rechnung bezahlen

Schaut man sich die Zahlungsoptionen für eigenes iTunes-Konto an, taucht dort seit jüngsten eine zusätzliche Option auf. "Handy-Rechung" wird unter den möglichen Optionen neben unterschiedlichen Kreditkarten-Arten und Clickundbuy aufgelistet. Offenbar hat Apple mit mehreren Mobilfunkanbietern Vereinbarungen über digitale Zahlungen abgeschlossen. Zuerst hat Carsten Knobloch darüber berichtet und eine Bestätigung seitens O2 erhalten, dass ab Anfang November für alle O2-Kunden die Option freigeschaltet wird. Apple hat wohl in Deutschland nicht nur mit der Telefonica GmbH einen Vertrag abgeschlossen, andere Mobilfunkanbieter sind auch dabei. So ist die neue Funktion auch bei manchen Vodafone-Kunden bereits freigeschaltet. Auch kleinere lokale Anbieter wie Drillisch AG unterstützen die Handyrechnung im iTunes Store. Es ist übrigens egal, welcher Vertrag der Nutzer abgeschlossen hat – sowohl mit einer Prepaid-Karte als auch mit einem Tarif-Vertrag lassen sich die Apps, iBooks und Songs aus dem iTunes Store bezahlen.

Wir haben die Pressestelle von Vodafone in Deutschland bezüglich der neuen Option bereits kontaktiert. Sobald wir eine Antwort bekommen, werden wir berichten.

Kind verkauft sichere Passwörter für 2 US-Dollar

Wie wichtig die Wahl sicherer Passwörter ist, das weiß mittlerweile jedes Kind. Ein elf Jahre altes Mädchen aus New York hat daraus nun ein Geschäft gemacht. Über das Internet verkauft die Sechstklässlerin Mira Modi auf dicewarepasswords.com ihre mittels der Diceware-Methode erstellten Passwörter für 2 US-Dollar. Bei der Diceware-Methode werden die Passwörter mittels Würfeln und Wortlisten generiert. Diceware gilt als einfache Methode, um sichere und leicht erinnerbare Passwörter zu generieren. Dabei werden mit den Würfeln Zahlen gewürfelt und jeweils fünf Zahlen einem Wort in einer Wortliste zugeordnet. Aus beliebig vielen Worten kann dann ein Passwort zusammengestellt werden.

Gegen Bezahlung von 2 US-Dollar verspricht das elfjährige Mädchen die maßgefertigte Erstellung solcher "langen, starken und leicht zu merkenden" Passwörter. Klar könnte jeder Nutzer selbst mittels Diceware solche Passwörter erstellen. "Ich habe das Geschäft gestartet, weil meine Mutter zu faul, die Würfel so oft zu würfeln", erklärt Modi. Daher habe ihre Mutter sie zunächst dafür bezahlt. Anschließend sei ihr die Idee gekommen, dass auch andere Menschen dazu bereit wären, für den Dienst zu bezahlen. Für 2 US-Dollar erhält der Käufer ein aus sechs Worten bestehendes Passwort. Den Käufern wird dringend empfohlen, das per Mail erhaltene Passwort dezent zu verändern, beispielsweise indem die Klein- und Großschreibweise einiger Buchstaben geändert wird. Auf diese Weise sei sichergestellt, dass nur der Käufer das Passwort kennt und nicht auch das Mädchen.

Lesetipp: 10 sichere Aufbewahrungsorte für Ihre Passwörter

Für Modi ist der Dienst letztendlich auch nichts anderes als eine Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern. Es sei, so schreibt sie auf ihrer Website, ihr erstes "Business". Den Verkauf von Getränken an einem Limonadenstand nicht mit gerechnet.

Playstation 4 1TB mit Top-Spiel zum Kampfpreis

Sony hat kürzlich offiziell den Preis für die Playstation 4 von bisher 399 Euro auf 349 Euro gesenkt. Der betreffende Preis gilt für die Playstation 4 mit 500 GB und ist die unverbindliche Preisempfehlung seitens Sony. Die meisten Händler bieten das Modell für 329 Euro an, wie etwa hier bei Amazon. 

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Spielekonsole zuzulegen, sollte aber auch nach den Bundle-Angeboten Ausschau halten. Damit kann man deutlich sparen. Aktuell hat Saturn die Playstation 4 zu einem attraktiven Preis im Angebot. Für 369 Euro ist direkt in den Saturn-Läden und im Online-Shop die Playstation 4 mit 1-TB-Festplatte und dem Spiel Uncharted - The Nathan Drake Collection erhältlich. Genau genommen handelt es sich um eine Spielesammlung mit den ersten drei Uncharted-Spielen von Naughty Dog, die seinerzeit für die Playstation 3 erschienen und für die Playstation 4 grafisch deutlich aufgepeppt wurden. Bei der Playstation 4 selbst handelt es sich um ein das neue, leisere Modell der Playstation 4, das auch weniger Strom verbraucht und seit einigen Wochen auch in Deutschland erhältlich ist.

Playstation 4: Sony stellt Universal-Fernbedienung vor

Wichtiger Hinweis: Für das günstige Angebot muss auf dieser Saturn-Angebotsseite zunächst unter dem Preis auf den Button "PS4 1TB + Uncharted - The Nathan Drake Collection" geklickt werden. Die Playstation 4 1 TB und das Spiel werden dann dem Warenkorb hinzugefügt und ein Gesamtpreis von 431,99 Euro angezeigt. Erst beim Gang zur Online-Kasse wird dann der Preis für das Spiel wieder unter dem Stichwort "PS4 Bundle Aktion" abgezogen und danach die Versandkosten in Höhe von 4,99 Euro hinzugerechnet. Der Gesamtpreis des Bundles liegt also bei der Online-Bestellung bei 373,98 Euro.

Roaming-Gebühren werden ab Juni 2017 abgeschafft

Das mobile Telefonieren im EU-Ausland soll künftig nicht mehr aufgrund von Roaming-Kosten teurer sein als daheim. Das hat das EU-Parlament am Dienstag beschlossen. Demnach werden ab dem 15. Juni 2017 die Roaming-Gebühren mehr oder weniger abgeschafft. Entsprechende Pläne waren bereits im Juni 2015 bekannt geworden.

Allerdings können die Mobilfunkanbieter Kontingente für die Anzahl der Kurznachrichten, Telefonminuten und Datenverkehr festlegen. Werden die Grenzen überschritten, dann fallen Roaming-Gebühren an. Die EU-Kommission muss hier noch die genauen Regeln festlegen. Dadurch soll verhindert werden, dass man sich im Ausland eine günstigere SIM-Karte besorgt und diese daheim dann dauerhaft nutzt.

Bereits zum 30. April 2016 wird die Nutzung des Handys und Smartphones im EU-Ausland günstiger. Aufschläge von 5 Cent pro Minute plus Mehrwertsteuer sind für ausgehende Telefonate dann noch erlaubt. Ebenso 2 Cent pro SMS und 5 Cent pro Megabyte. Derzeit werden 19 Cent für abgehende und 5 Cent für eingehende Anrufe fällig. Die Obergrenze für SMS liegt bei derzeit 6 Cent und pro Megabyte dürfen aktuell maximal 20 Cent berechnet werden (alle Preisangaben zuzüglich Mehrwertsteuer).

Übrigens: Falls Sie gerade auf der Suche nach einem neuen Mobilfunk-Tarif sind, in unserem PC-WELT Tarifrechner werden Sie fündig.

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